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if dem gewollten Kurse sein« Bahn, bis am Besteckaüfnahme wiederum die Richtung prüft
Weit!
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sind seltsam; sie erinnern an ganz moderne EM und legen den Gedanken nahe, eine Arbeit zu schreiben:Friednch Ludwig Jahns Einfluß auf die neusthvchdeutsche Prosa. Aber das tut alles nichts.
. m7Cm pilgert hier auf den Kegel, der seitab vom Gebirge steht, Staatsvisite der eigenen Vergangenheit zu machen rn Tagen, denen es höchst zweifelhaft erscheint, ob das Weltgericht mcht doch nach den Gründen fragt. Man muh Glück haben. Denn durch den Wald dröhnen zum Willkomm Posaunen, wunderlich«^ Instrumente, die zugleich aufrufen und stillen. Wenn diese -^otenstllle auf solcher Fahrt derartig unwahrscheinliche Töne 9“^«^ so wird man un weinerlich ein Opfer seiner Sentimentalität. Das Aatftl lost sich beim Anblick des Denkmals. Auf dem Rundgang zu Fußen Hermanns, wo man dann in das Land schauen kann, guckt ein blmrder Mädelkopf neben den anderen über die Brüstung. Bethel hat seine Höalinae entlasten und nun singen sie di« ,este Burg. Das aber dröhnte erwideriid den Weg hwauf. Abseits unter alten llich«i ganz allein nicht umbrandet von Menschmgetümmel, steht em klotziger Stein' Der Name Bismarck steht darauf.
Vsm NLTvsusystem der Ozeanriesen.
Von Dr. Dr. Gerhard Benzmer.
Die fortschreitende Technik hat auch der Gestaltung unserer Ueber- jeedampser ihren Stempel aufgedrückt, sie hat em ganzes Arsenal von Hilfsmitteln geschaffen, die auf die verschiedenste Art und Weise dem obersten Gesetz an Bord, der Sicherheit des Schiffes, dienen. Bon allen diesen mannigfachen Einrichtungen bekommt man nirgends ein« so lebendige Vorstellung, wie auf der Kommandobrücke eines modernen Ozeanriesen, denn dort befindet sich recht eigentlich das Gehirn des ganzen gewaltigen Organismus; hier laufen alle jene fernen Fäden zusammen, mit denen das Nervensystem des Schiffsleibes teils von außen her Empfindungen aufnimmt, teils Reize zur Bewegungszentrale, der Maschine, aussendet. Ueberall auf der Brücke und in dem ihr an- oeschlossenen Steuerhaus« blitzen Apparate und Handgriffe, und lener biedere Kapitän, der vor gut hundert Jahren das erste Dampfschiff über den Atlantik steuerte, würde sich, wenn er plötzlich wieder zum Leben erwachte, auf dem Kommandostand eines großen Ozeandampfers unserer ' Tage wahrscheinlich fühlen wie ein Hinterwäldler in den Straßen einer heutigen Weltstadt. _ .
Das erste, was dein aufzusallen pflegt, der den Kommandostand emes neuzeitlichen Riesenschtfses betritt, ist die zunächst verblufsende Feststellung, daß sich das Steuerrad — wie von Geisterhand bewegt — ständig hin und her dreht, ohne daß eines Menschen Hand es bedient. - » Der Kreiselkompaß ist es, der dem Menschen diese Arbeit abaenommen hat und der das Schiff in Verbindung mit der selbsttätigen Steuerung sicherer auf dem vorgeschriebenen Kurs hält, als es je Auge und Hand des Steuermannes zu tun vermöchten.
Wie hat man sich die Einrichtung des Kreiselkompasses vorzusMtlen? Bekanntlich dient seit alten Zeiten di« Magnetnadel mit ihrer Eigenschaft, sich durch die Wirkung des Erdmagnetismus in dl« Sud-Nord- NichUlna einzustellen, als Schiffskompaß. Bessere Dienste aber noch leistet «in sich rasch drehender und beweglich aufgehangter Kreisel, der sich infolge der Erddrehung genau in den Meridian einstellt, und mit dem es ,ormt ebenfalls gelingt, eine bestimmte Richtung auf der Erde festzulegen. Diese Einrichtung hat vor dem alten Magnetkompaß auch noch den beträchtlichen Vorteil, daß sie in der Genauigkeit ihres Arbeitens durch das Vorhandensein großer, besonders in Bewegung befindlicher Effen- ' massen nicht beeinflußt wird, wie es sich beim Magnetschrffskompaß bei den eisernen Maschinenschiffen so überaus störend bemerkbar machtz Das Wirksame am Kreiselkompaß ist ein nach allen Richtungen beweglich auf- aehänater Kreisel, der durch einen Elektromotor in Bewegung gesetzt wird und in der Minute 20 000 Umdrehungen ausführt. Dieser Kreiselkompaß ist in sinnreicher Weise elektrisch mit der Steuermaschine des Schiffes o verbunden, daß jede noch so geringe Abweichung vom fest- aeleäten Kurs durch die entsprechende Bewegung des Kreisels einen elektrischen Strom auslöst, der alsbald die Steuermaschine in Bewegung setzt und das Schiff auf die gewollte Bahn zurückführt.. Stimmt die Richtung des Schiffes wieder mit dem feftgelegten Kurse überein, so erlischt die steuernde Kraft, bis eins neue Abweichung wieder selbsttätig die Tätigkeit der Steuermaschine auslöst. So geht es in fortwährendem Wechselspiel
Edi Stevens.
Novelle von Alfred Bock.
(Fortsetzung.)
„Der Mensch muß seine Ordnung haben. Sie Hausen da allein auf Ihrer Stube. Ei, heiraten Sie doch. Sie haben ja das kanonische Alter.
„Ich, heiraten?"
„Ja, fa. Ich habe gar nichts dagegen.
„Aber du mein Gott, wen denn?"
„Das ist Ihre Sache. Sie sind das reine Kind. . <(
„Ich Hatz' gar keine Damenbekanntschasten, Herr Marnnms.
",Dte finden sich, wenn Sie nur Ernst machen."
„Nein, wirklich, mir fehlt jede Gelegenheit.
' Die Sache eilt ja auch gar nicht. Man kommt mal auf so was.
"Cs ist jedenfalls sehr freundlich von Ihnen, Herr Martmius.
Na, einen Schub wird man Mnen geben müssen. Da fallt nur ein.
Wie wär's denn mit der Leinen Dorichöfer?" .
Edi schnellte von seinem Stuhl in die Hohe und s<ch seinen Ehes geisterbleich an.
„Die Veppi Dornhöfer?" . ,,.
Ja das wär' eine Frau für Sie. Große Sprunge könnt ihr nutzt machen. Aber wenn ihr euer Salair zusammenlegt und euch nach 6er Decke streckt, habt ihr euer Wies Auskommen. Und was die Hauptjacheift, lieber Stevens, Sie kriegen eine tüchtige Haushälterin und haben Ihre Pfleae" . ,
Edi wirbelte der Kopf und es flirrte ihm vor dm Augen. Plötzlich umaaukelte das alte Traumbild wieder seine Sinne. Die Glucksinsel, die ihm unerreichbar gedünkt, stieg leuchtend vor ihm empor. Sollte er c wagen, den Fuß ans Land zu setzen? Himmel! Da stand sein« Her^enr- königln und winkte. Wohlan, Edi! Und er flog auf sie zu, hielt ste in seinen Armen und küßte sie — küßte sie . . .
„No, Stevens?" fragte Herr Markinius. .
Edi raffte sich auf, die Vision versank. Die alte Zaghaftigkeit überfiel ihn wieder, und er schwieg.
„Gelt, Sie haben kein« Courage, Stevens?"
In einem Glaskasten im Brückenhaus mündet eine Anzahl kleiner Röhre«, die zu den einzelnen Räumen des Schiffes führen. Sie bilden in ihrer Gesamtheit das Rauchsignalgerät, das beim Ausbruch von Feuer an Bord sofort den Ort des Brandherdes anzeigt. Was eine solche Einrichtung für die Sicherheit des Schiffes mit seinen weitverzweigten und während der Reise zumeist jetzt verschlossenen Laderäumen bedeutet, bedarf keiner besonderen Erwähnung.
Von großer Bedeutung für die Sicherheit des Fahrzeuges sind auch die Schotten, die den Körper der eisernen Dampfschiffe in eine Reihe vollkommen wasserdichter Räume zerlegen. Dicht schießende eiserne Gleittüren, die durch Druckwasser auf und nieder bewegt werden, trennen die einzelnen Räum« von einander, und diese sämtlichen Schotten im Innern des Schiffes können im Falle der Gefahr vom wachthabenden Offizier auf der Kommandobrücke durch Druck auf einen einzigen kleinen Knopf geschloffen werden. Im Brücksnhaufe aber zeigt ein mit Gtühlämpchen versehener Schiffsgrundrih den vollzogenen Verschluß der wasserdichten Räume an, indem an der entsprechenden Stelle des Schiffsgrundrisies eingesetzte Glühlämpchen aufleuchten, wenn das dazugehöige Schott medergeglitden ist. Vor dem Beginn des Verschlusses aber erklingen Alarmglocken, die die Mannschaften davor warnen, sich unter den Gleittüren aufzuhalten.
Besonders interessieren sich die Bordbesucher auch für die zahlreichen Telegraphen auf der Brücke, die di« Befehle vom Kommandostand zur Maschine leiten. Früher wurden die Befehle durch Sprachrohre übermittelt. Häufige Irrtümer, die die Sicherheit des Schiffes aufs schwerste gefährdeten, waren bei diesem Verfahren unvermeidlich. Bei den heute verwendeten Maschinentelegraphen sind Mißverständnisse ausgeschlossen. ~~ ' hin sichtbar zeigt der Telegraph unter Läuten das Kommando an, der Zeiger bleibt auf der Bezeichnung des zuletzt erteilten, also zur Zeit gültigen Befehls stehen.
Sind Kommandostand und Steuerhaus das Gehirn des Schiffes, jo darf man die Maschine als das rastlos pulsierende Herz des gewaltigen Körpers bezeichnen. Auf spiegelblank geputzten Treppen und durchsichttgen Eittergängen, durch deren Stöbe der Blick in schwindelnde Tiefen fallt, geht es von Stockwerk zu Stockwerk immer tiefer in den Bauch des Schiffes hinab. Den Laien, der zum erstenmal den Maschinenraum eines Ozeanriesen betritt, erdrückt beinahe di« Fülle dessen, was das Auge schaut. Das zischt und summt, brummt und brodelt, faucht und schnurrt, daß man kaum das eigen« Wort versteht. Isolierte Rohre und Drahtleitungen ziehen gleich Blutgefäßen und Nervenbündeln über Decken und Wände, und dem Besucher will es fast unbegreiflich erscheinen, wie es mogllch sein soll, sich in diesem Wirrwarr zurechtzufinden. Reben der Hauptmaschine, die der Fortbewegung des Schisses dient, alle die zahlreichen Nebenmaschinen, die der 'Bordbetrieb erfordert: Pumpenanlagen, Steuer» schinen, Eismaschinen, Stromerzeuger, Lichtmaschinen und manche an- inci)t!
Die großen Kolbenmaschinen mit den mächtigen, sich auf und ab bewegenden Pleuelstangen werden auf den heutigen großen Ozeandampfern immer seltener; immer mehr treten Turbinen an ihre Stelle. Neben allen übrigen Vorteilen gibt es auf solchen Turbinenschiffen kein Stanipfen der Schifssmaschine, wie es auf den Dampfern mit Kolbenmaschmen bisweilen redit störend empfunden wird. . ,
Am interessantesten aber ist zweifellos der Blick in den Majchinen- raum eines großen neuzeitlichen Motorschiffes. Wenn man eme solche qiaantische Dieselmotorenmaschine in Betrieb steht, wenn der rastlose, unermüdliche Takt der Reihen von Motoren auf jeder Seite zu emem einzigen gewaltigen Brausen vereint ans Ohr klingt, wenn man schaut, rote eines in das andere greift; wie — ähnlich dem Walten der Natur - die Summe der Einzelkräfte das Große schafft: dann überkommt einen staunende Ehrfurcht vor dem, was Menschengeist hier ersonnen und ausgeführt hat.
&m3nni engen Gewässern, bei der Flußschiffahrt, im Hafen, usw läßt sich di« selbsttätige Steuerung natürlich nicht verwenden,, da hier ständig der Kurs gewechselt wird. Dort helfen Lotsen- oder Leitkabel, die auf dem ! Grunde verlegt, Wechselstromreize zum Schiff senden und dieses so ver- ‘ * anlassen, genau über dem Kabel zu fahren. Bei der Fahrt über weite Strecken aber, z. B. quer über den Ozean, ist di« selbsttätige Steuerung heute auf den großen Ueberseedampfern allgemein in Gebrauch. Einmal am Tage, um die Mittagszeit, wird mit optischen Meßgeräten das ,,Be- ! steck genommen", d. h. der geographische Ort bestimmt, an dem sich das - Schiff gerade befindet. Dieser Punkt wird auf der Seekarte eingezeichnet, der weitere Kurs des Schiffes genau nach der Karte bestimmt, die selbsttätige Steuerung entsprechend gerichtet, und nun zieht das Schiff für 24 Stunden haarscharf auf dem gewollten Kurse sein« Dahn, bis am nächsten Mittag die neue »esteckaufnahme wiederum die Richtung prüft und berichtigt.
Mit dem Kreiselkompaß und der selbsttätigen, Steuerung sind, ine technischen Wunder, die in unseren Tagen der Sicherheit des Schiffes dienen, noch lange nicht erschöpft. Sie Funkerei, deren Empfangs- und Senderäum« ebenfalls in der Nähe der Kommandobrücke untergebracht zu sein pflegen, bieten die Möglichkeit, jederzeit bei drohender Seenot auf !' drahtlosem Wege Hilfe herbeizurufen, Unterwasserschallsignale, deren Hörer gewöhnlich im Kartenhauie zu finden sind, sorgen dafür, daß auch bei nebligem und unsichtigem Wetter die Ortung nicht leidet. In regelmäßigen Abständen geben Küstenstellen und Feuerschiffe bestimmte Unterwasserschallsignale äb, die mit den Empfängern an Bord gehört werden können und so Auflchluß darüber geben, wo sich das Schiff befindet.


