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weise an Puppen, in der Hauptsache an Einheimischen, die diese Häuser bewohnen, Aufsichtsdienste verrichten und Volkstänze zur Darstellung bringen.
-Am Eingang zu Skansen befindet srch em Runenstern mrtuber« aus schöner und kunstvoller Ornamentik. Man rst uberrajcyt, auf welch hoher Kulturstufe schon damals vor 1500 Jahren diese alten Germanen im hohen Norden standen. Da ist ferner der Edberg, mit Blöcken aus Eisen, Silber, Kupfer, den Erzeugnissen schwedischer Bergwerke. Da sieht man die Tierwelt Schwedens: Rehe, Hirsche, Elche, Renntiere, Wisente, Wildschweine, Robben, Seehunde, Biber, Fischottern, Dachse, Füchse, Bären, unter den Bügeln besonders Adler und Schnee-Eulen. __ . ..
Interessanter jedoch ist es, die Menschensredelungen auf Stanken zu betrachten. Eine jede von ihnen ist ein getreues Spiegelbild des Reichtums, oder der Armut der Landschaft, aber auch des Orb- nungs- und Schönheitssinns ihrer Bevölkerring. So scheint diejenige von Schonen im südlichsten Schweden im Vergleich mit anderen Ge- genden wenig von der letzteren Eigenschaft zu besitzen. Man sieht es dem stattlichen Bauernhof, der aus dieser Gegend hierher verpflanzt ist, daß es nicht an Besitztum fehlt; doch das Innere ist schmucklos, niedrig, überaus einfach, ja fast primitiv: ringsum an den Wänden roh gezimmerte Bänke. Das „Sofa" ist ein truhenartiges Gestell berm eisernen Kachelofen, ein Polster oder ein Teppich ist darüber gelegt; aber wenn der Besucher mit seinen Füßen die herzförmigen Oeffnungen an der Vorderwand dieses Möbels versperrt, so kann er empfindlich gezwickt werden, denn da unten. ist die Winterresidenz der Gänse, welche nicht gewillt sind, sich ihr Kistchen Lust und Licht rauben zu lassen. „ , „
Weit vornehmer ist der Hof aus Blekinge, ebenfalls noch im Süden Schwedens gelegen. Hier ist bereits di« für Schweden bezeichnende Holzbauart allgemein, während in Schonen das Klima noch mild genug ist, um Steinfüllung zwischen dem Fachwerk zu erlauben. Das Dach ist mit Erde und Gras bedeckt. Das Innere der Werck- tagsstube — im Gegensatz zur „guten Stube", die hallenartig, hoch und groß ist — trägt ein behäbig vornehmes Gepräge. In der Ecke ein breiter Kamin; die Rückwand der langen Polsterbank — aber ohne Gänsestall — zieren auf Leinwand gemalte biblische Szenen in naiver Volkskunst. Die Einrichtung ist eifach, aber gediegen: schwere Tische, Schränke, bemalte Truhen, auch das Spinnrad fehlt nicht, und zur Unterhaltung der Kleinen hängt von der Decke eine Sesselschaukel herab.
Arm, aber reinlich sieht es in den Häuschen von Smaland aus. Rohe Möbel; die Betten gleichen großen Kisten, die Wiege der Kleinsten ist ein von der Decke herabhängender Korb.
So finden wir noch Häuser aus dem Dergwerksdistrikt Westinanland, aus Wermland, Dalarne, bis zu den Hochländern von Jemtland, das durch eine Sennhütte vertreten ist, und dem Lappenlager im hohen Rorden. Wie primitiv ist so eine Lappenhütte: kegelförmig zusammengestellte Stangen, bei Regen und Kälte werden Tücher und Felle darüber gelegt, im Inneren ist in der Mitte die Feuerstätte und darüber eine Oefsnung, damit der Rauch abziehen kann. Rings um die Feuerstätte am Boden Renntierfelle um Lagern, das ist die ganze Behausung. Und die Leute, die darin wohneln, sind kleine gedrungene Gestalten in auffallender bunter Tracht, denen man auf den ersten Blick ansieht, dast sie einer anderen Menschenrasse angehören als der jener schönen, schlanken, blauäugigen und blonden Germanen im südlichen Schweden.
Das find so einige Bilder aus dem „lebenden Museum" bei Stockholm; die anschaulichste Art, das Volkstum zu zeigen und die Liebe und das Interesse dafür zu pflegen. Ist dieser Gedanke nicht wert, auch anderweitig aufgegriffen und in die Wirklichkeit übertragen zu werden?
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Neue Aufgaben für Bayreuth.
Von Professor Dr. Wilhelm Altmann, Direktor der Musik-Abteilung der Staatsbibliothek Berlin.
Die Jahre 1924 und 1925 haben gezeigt, datz die Bayreuther Festspiele noch nichts von ihrer Anziehungskraft verloren haben, obwohl an manchen Orten ganz vortreffliche Aufführungen des „Rings der Nibelungen" und des „Parfifal" stattfinden. Allein, selbst wenn diese starke Anziehungskraft Bayreuths, was wir sehr hoffen, auch noch eine ganze Reihe von Jahren vorhalten sollte, so ziemt es sich doch für die Erben des Meisters, endlich an die Ausführung seines Planes zu gehen, neben Festvorftellungen seiner Werke auch wertvollen Tondramen anderer Komponisten zu Mufikauffllhrungen zu verhelfen. Vergessen dürfen wir nicht, datz er am 28. Juni 1880 von Neapel aus an Friedrich Schön geschrieben hat:
„Unter solchen gesicherten Umständen (nämlich mit Hilfe des Königs von Bayern) gedenk« ich nach dem „Parsifal" alljährlich eines meiner älteren Werke — somit alle der Reihe nach — in musterhaften Aufführungen als mein künstlerisches Testament meinen Freunden vorzuführen. Da ich heute in meinem 68. Jahre stehe, habe ich ein hohes und rüstiges Alter meinerseits für die Ausführung dieses Planes in Berechnung zu ziehen und gedenke mit dieser Ausführung dann genug getan zu haben, somit auch der Aufführungen von „Zauberflöte", „Freischütz", „Fidelio" usw. enthoben zu sein. Alles, was ich hierauf bezüglich lehren und mitteilen kann, tue Ich sehr gern unter der Hand — man braucht mich nur in Bayreuth zu besuchen . . ."
Man beachte, datz Wagner von allen feinen Werken spricht, datz demnach die bisherige Bayreuther Ausschließung des „Rienzi" (die „Feen" und das „Liebesverbot" können unberücksichtigt bleiben) nicht berechtigt ist, ferner, worauf es mir vor allem ankommt, daß er den Plan gehabt haben mutz, Meisterwerke wie die „Zauberflöte", den „Freischütz", „Fidelio" und wohl auch die beiden „Iphigenien" Glucks in Bayreuth aufzuführen.
Eine Pilgerfahrt zu Beethoven.
Van Richard Wagner.
(Schluß.)
Dieser Vorgang hatte die Aufmerksamkeit des Fremden auf sich gezogen. Mit einem peinlichen Gefühle schien er zu erraten, datz er der Gegenstand unserer Aufregung sei, und nachdem er hastig sein Glas geleert, erhob sich, um fortzugehen. Kaum hatte dies der Engländer gewahrt, als er sich mit solcher Gewalt von mir losriß, datz er mir einen seiner Rock- schötze in der Hand zurückließ und sich Beethoven in den Weg warf. Dieser suchte ihm auszuweichen; der Nichtswürdige kam ihm aber zuvor, machte ihm eine herrliche Verbeugung nach den Regeln der neuesten englischen Mode und redete ihn folgendermaßen an:
„Ich habe die Ehre mich dem sehr berühmten Kompositeur und sehr ehrenwerten Herrn Beethoven vorzustellen."
Er hatte nicht nötig, mehr hinzuzufügen, denn nach den ersten Worten schon hatte Beethoven, nachdem er einen Blick auf mich geworfen, sich mit einem eiligen Seitensprunge abgewandt, und war mit Blitzesschnelle aus dem Garten verschwunden. Nichtsdestoweniger war der unerschütterliche Brite eben im Begriff, dem Entflohenen nachzulaufen, als ich mich in wütender Bewegung an den letzten seiner Rockschöße anhing. Einigermaßen verwundert hielt er an und rief mit seltsamen Tone:
„Goddam! dieser Gentleman ist würdig, Engländer zu sein! Er ist gar ein großer Mann und ich werde nicht säumen, seine Bekanntschaft zu machen."
Ich blieb versteinert; dieses schauderhafte Abenteuer vernichtete mir alle Hoffnung, den heißesten Wunsch meines Herzens erfüllt zu sehen. Jn der Tat wurde mir begreiflich, daß von nun an jeder Schritt, mich Beechoven auf eine gewöhnliche Art zu nähern, vollkommen fruchtlos geworden sei. Bei meinen gänzlich zerrütteten Vermögenszuständen hatte ich mich nur noch zu entscheiden, ob ich augenblicklich unverrichteter Dinge meine Heimfahrt antreten ober einen letzten verzweifelten Schritt tun sollte, mich an mein Ziel zu bringen. Bei dem ersten Gedanken schauderte ich bis in das Innerste meiner Seele. Wer mußte, so nah an den Pforten des höchsten Heiligtums, diese für immer sich schließen sehen, ohne nicyr in Vernichtung zu fallen! Ehe ich also das Heil meiner Seele aufgaw wollte ich noch einen Verzweiflungsschritt tun. Welcher Schritt aber wa
Daß er schon, als er das Vorwort zu seiner Ausgabe der Dichtung des „Rings der Nibelungen" im Jahre 1862 schrieb, an Musteraufführungen nicht bloß des „Rings", fonbem auch von musikdramatischen Werken anderer Komponisten gedacht hat, unterliegt keinem Zweifel. Darin heißt es nämlich, nachdem er ausgesprochen, was er von der Uraufführung des „Rings" erhoffe:
„Diese glücklichen . . . Wirkungen zu kräftigen und vor allmählichem gänzlichen Verlöschen zu behüten, wäre dann das sicherste Mittel, Wiederholungen der großen Original-Aufführungen selbst zu veranstalten. Sie müßten zunächst, je nach Umständen, ein-, zwei- ober auch dreijährig etwa wiederholt werden, und die ausschlaggebende Veranlassung hierzu würbe sein, wenn ein neues Originalwerk ähnlichen Stiles, ober überhaupt ber Auszeichnung solcher Aufführung wert erscheinend, geschaffen worden wäre." —
„Hiermit hinge demnach eine Preisausschreibung für bas beste inusi- kalisch-bramatische Werk zusammen, unb der Preis würde in nichts anderem bestehen, als in der Bestimmung zu ber auszeichnenben Auf- fiihrung an den Festtagen. Die Form bes Werkes würbe bie jedesmalige Norm ber Aufführung bestimmen: Ein Werk, welches an einem Abenbe allein aufgeführt werden kann, würde feiner geringeren Darstellungskosten wegen etwa für jährlich wiederkehrende Feste genügen, während ausgedehntere, wie mein gegenwärtiges Bühnenfestspiel, für seltener wiederkehrenden Perioden bestimmt blieben . . ."
Sogar an ein Preisausschreiben dachte also Wagner, um zu wertvollen, einer Musteraufführung würdigen Werken zu gelangen. Als er im April 1871 bie Mitteilung unb Aufforderung an bie Freunde feiner Kunst über bie Ausführung bes Bühnenfesffpiels ^,Der Ring ber Nibelungen" schrieb, nahm er auch bie vorstehenben Sätze aus jenem Vorwort in die Kundgebung wörtlich auf, ein Beweis, bah er über bie Berücksichtigung von ihm selbst nicht geschaffener Werke und über bas Preisausschreiben noch genau so buchte wie 1862. In biefer Kunbgebung von 1871 findet sich bann noch folgenber bedeutungsvoller Satz: „Ich rechne . . . mit Bestimmtheit auf den entsprechenben Erfolg, nicht meines Werkes als solchen, sondern ber vollendeten Richtigkeit ber theatralischen Aufführung desselben, sondern ber vollendeten Richtigkeit ber theatralischen Aufführung besfelben, unb nehme an, baß biefer Erfolg zunächst in dem Verlangen nach periodischer Wiederkehr ähnlicher Aufführungen sich aussprechen werde, für welche bann, in immer weiterer Ausbehnung vielleicht auf jede Gattung dramatischer Arbeiten, stets solche Werke bestimmt fein sollten, welche ber Originalität ihrer Konzeption unb ihres wirklich deutschen Stils wegen auf eine besonders korrekte theatralische Aufführung Anspruch zu erheben haben."
Allein solche Werke sind nur sehr dünn gesät und dürften auch nicht durch Preisausschreiben gewonnen werden. Ueberblirten wir die ganze musikdramatische Produktion nach Wagners Tode, so kann ich beim besten Willen und bei sorgsamster Prüfung nur zwei Werke entdecken, bie würdig wären, auch auf dem Bayreuther Hügel zu erklingen, nämlich Pfitzners „Palestrina" unb bie „Frau ohne Schatten" von Richarb Strauß. Doch mag vielleicht noch bas eine ober andere Werk von wenig bekannten, vom Glück nicht begünstigten Komponisten es wert fein, in Bayreuth zur Uraufführung zu gelangen.
Pflicht der Festfpietteitung, die das künstlerische Testament bes Mei- fters auch nach dieser Seite hin auszuführen hat, ist es also, nach Werken lebender Tonsetzer zu suchen, bie ber Meister in Bayreuth aufgeführt hätte, autzerbem bie von ihm beabsichtigten Musterausführungen ber „Zauberflöte", bes „Freischütz" unb bes „Fidelio" usw. nachzuholen. Ich bezweifle nicht, baß auch bazu Bayreuth-Pilger in genügenber An- zahl sich einfinden werben.


