- Druck und Verlag: Brübl'Iche UniverlitätS-Buch. und Steindruckerei, D. Lange
„üioltfe!" flüsterte einer der spät angekomnienen jungen Lebemänner seinem Begleiter zu. t ,
Der Legatwnsrat begrüßte den ihm von früher her bekannten General- feldmarschall mit tiefer Verbeugung und war überrascht, durch eine knappe Handbewegung zum Sitzen aufgefordert zu werden.
Der alte Herr, der so böse Mucken haben konnte, war sichtlich gut« Laune Er hielt lauschend die Hand hinter das rechte Ohr, neigte sich nach dem Fenster zu imb nickte mit dem Kops, als die Eiskörner wie em starker Trommelwirbel gegen die Scheiben klapperten. ,
Eg gibt Gedankenverbindungen, über deren Entstehung wir uns niemals Rechenschaft geben können. Sie springen von einem znm anderen und keiner weiß, woher sie kommen. , .
Als das faltige Greisengesicht mit dem zahnlosen Mund vor ihm läckelnd nickte sprang in dem Legationsrat unvermittelt die Gestalt eines riesigen Offiziers auf, den er täglich von seiner Wohnung in der Doro- theenstraße aus dem roten Portal der Kriegsakademie treten sah
Ganz ohne Uebergang, aber wie selbstverständlich traf sich sein Blick mit dem Moltkes. Und ebenso ohne Uebergang sprangen ihm die Worte
Verzeihen'Exzellenz eine Frage: ich sehe da jeden Tag emen Riesen aus Ihrem roten Hause kommen. Er ift sicher noch einen halben Kopf größer als ich, obwohl ich selbst mit meinen 1,94 Metern kein Zwerg
Der'Generalfeldmarschall rückte eifrig an seiner Perücke.
Ist er ja!" sagte er mit seinen scharf geschliffenen Worten. „Ma - ior' von Hindenburg und B en n ecken do rff. Halt Vorlesungen über Strategie. Tüchtiger Offizier. Ich lasse ihn. tun, was er will. Nur über die Trommler werde ich nicht mit ihm einig.
Er bemerkte den etwas erstaunten Blick des Legationsrates und beUtCir “meint,5 eT gäbe viel zu wenig Trommler bei der Infanterie. Dovvelt io viel müßten da sein. Vor allem bet der Verfolgung — denn da/ forigesetzte Trommeln in seinem Rücken hält der Gegner nicht aus, sagt er immer. Hären Sie nur, man könnte fast glauben, daß er red,Uphti)et greife Feldherr versank in tiefe Gedanken, während er mit der Selbstvergessenheit des Alters dem Wirbel der Eiskorner an der Fensterscheibe lauschte. *
Di- Beiichtiauna war vorüber. _
Der kommandierende General des IV Armeekorps - d.e Ernennung war Hindenburg am 27. Januar (Kaisers Geburtstag) 1903 zugegangeii __ war mit dem Ergebnis der Besichtigung im großen ganzen zufrieden. Das Infanterieregiment rückte ein. Die Offiziere versammelten sich zum Liebesmahl. _r rL , „ .,
Der Adjutant nahm den Oberst beiseite
nerr Oberst, noch ein Wort. Lassen Sie alle Trommler des Reg - men'ts zur Verstärkung der Kapelle antreten. Exzellenz Hebt Trommel-
Niemand wunderte sich darüber. Cs war bekannt, daß dieser Soldat | mit der eisernen Disziplin seiner Nerven zu jeder Tageszeit schlafen i konnte, wenn er ein paar Minuten Zeit hatte.
In seinen Schlaf hinein walzte sich schwer das Rollen der Geschütze. - Als ob der Tod mit eisernem Schlegel sein Riesenkalbfell schlüge. Und ein befriedigtes Lächeln zog über des Schläfers gefurchtes Gesicht: sein Lieblingswunsch ging in Erfüllung. Endlich hatte die Infanterie genug Trommler. Sie würden dem Feind den Kopf volltrommeln und ihm keine Ruhe lassen, bis er den Atem verlor.
Und so kam es auch. Die Trommeln von Tannenberg taten ihr» Schuldigkeit . . .
HindendNLg-AnSkdslen-
Der Zahrmarkisgroschen.
Hindenburg war ein Büvschelchen von acht Jahren, als sein Vater von dem kleinen posenschen Städtchen Pine nach Glogau versetzt wurde. Der er te Jahrmarkt in der „Großstadt" war für die drei Geschwister der Gegenstand fieberhafter Aufregung. Jeder bewaffnet mit einem Groschen (== 12 Pfennigen) zogen sie los. Seine jüngeren Brüder Otto und Vern. Hard waren langst nach schwelgerischen Genüssen wieder zu Hause an« gelangt. Endlich kam auch der Aelteste freudestrahlend an. Für seinen Groschen hatte er — seiner Großmutter für sechs Pfennig Pomeranzen- schalen, für seinen jüngsten Bruder zwei Schokoladenzigarren für drei «Pfennig und für feine kleine Schwester einen Gümmiball, auch für drei Pfennig, erstanden. Für ihn selbst war nichts übrig geblieben.
m ^Ein so martialisches Getöse hatte das Offizierkasino noch nicht gehört, wie es sich jetzt als Tafelmusik erhob.
Keiner verstand sein eigenes Wort. Auch die jungften Leutnants ver- > gafeen ihre schnoddrigen Witze vor diesem brausenden Lärm und warfen j 1i49Swb?nburg8Umar sichtlich aufgeräumt. Er nickte dem Obersten freundlich zu und reckte den mächtigen Körper empor. Sem dröhnender Laß meisterte ohne Schwierigkeiten die Unterhaltung. Sie war trotz aller Bemühungen des Offizierkorps nicht sehr lebhaft- Einer nach dem andern verstummte in einer Art hoffnungsloser Ermüdung. k
Endlich war der offizielle Teil zu Ende. Die Musik empfahl sich. Und nickt lanae. so taute einer nach dem andern wieder auf.
Hindenburg dagegen wurde von Minute zu Minute schweigsamer. Schließlich stand er auf, griff sich mit seiner berühmten Bewegung mit zwei Fingern in den Hals-kragen, als ob er ihn weiten wollte, und warf den Kopf zurück, wie vor der Manöverkritik.
. Den Herren Offizieren wurde etwas unbehaglich zumute.
Es war sehr schön bei Ihnen, meine Herern , erdröhnte der gefürchtete Baß „Rur die Herren Leutnants hatten lustiger fern tonnen. Ich will nicht hoffen, daß meine Trommeln Ihnen die Laune verdorben haben. Gewöhnen Sie sich beizeiten daran, dann wird der Gegner nervös ..." *
Am Vormittag des 25. August 1914.
In der Postagentur des ostpreußischen DörschmsTrnnnenbergbei dem die russische Rarew-Armee fünf -tage spater ihr Ende finden sollte, ließ der neu ernannte Oberkommandierende, General Hindenburg, sich von dem kommandierenden General des XX. Armeekorps, General von Scholz, die nötigen Erklärungen geben.
Alles ging nach Wunsch. , ...
Nahe dem Kirchhof standen zwei «Batterien schwerer Haubitzen. Ein paar hundert Meter östlich auf dem Höhenrücken nach Seewalde waren zehn Batterien Feldartillerie aufgefahren und sandten ihren eisernen <5e|Ste ©enwaffto^^ hielten mit Mühe die Augen offen.
Durchwachte Nächte lagen hinter ihnen. Die Herne Ruhepause Mir allen wie eine Erlösung. Ruhepause ist übrigens reichlich emphemistisch aus- gedrückt. Nebenan war ein ungeheures Schleppen von Koffern, Kisten und Möbeln. Schwere Kommißstiefel polterten alle Augenblicke ms ^mitten im Zimmer aber stand ein eiferner Gartenstuhl. Darauf rittlings der Oberkommandierende. Beide Arme ruhten auf bet schmalen Lehne und der gewaltige Kops tag friedlich auf den Armen. Tiefe, ruhige Atemzüge liehen erkennen, daß Hindenburg den Schlaf des Gerechten
schlief._________________________________________
Verantwortlich: Dr. Hans Thyrivt.
Hindenburgs Testament.
Anfangs April 1857 sollte der zehnjährige Hindenburg in das Kadettenhaus in Liegnitz eintreten. Der Abschied vom Elternhaus fiel ihm so schwer, daß er vorher sein Testament machte. Am Tage vor der Abreise laß er dann tränenüberströmt vor seiner Spielzeugkommode auf dem Fußboden, las das lange überlegte und gewissenhaft unterschriebene Testa- ment vor und verschenkte dessen Bestimmungen entsprechend seine Spielsachen an Bruder und Schwester.
Bezeichnend für die fürsorgliche Umsicht des „Erblassers" ist die Bs- ftimmung: „Otto soll dem Schwaiger alle Tage eine Semmel mit- nehmen." Schwaiger war nämlich ein armer Schulkamerad, für den Hindenburg auf feine Bitten von der Mutter täglich eine Frühstücks- femmel mitbekommen hatte. Sie sollte ihm auch nach Hindenburgs Abschied bleiben . . .
Warum Hindenburg stets eine Steif nabel bei sich trug.
Zn den kleinen vorsorglichen Zügen Hindenburgs gehörte es auch, daß er stets cm der Innenseite des Rockaufschlages eine Stecknadel mit sich führte. Er selbst erzählt über den Grund dieser Gewohnheit folgendes!
Als 18jähriger Leutnant zog ich 1866 mit den siegreichen Truppen in Berlin ein. Mein Bataillon trat am Floraplatz im Tiergarten an Dori überreichte mir der Kommandeur den Noten Adlerorden 4. Klasse mit Schwertern mit der Bemerkung, daß die neue Auszeichnung für den Einzug fofort angelegt werden sollte. Ziemlich ratlos sah ich mich um. Schließlich erbaumte sich eine alte Dame aus den Zuschauern unb befestigte mir den Orden mjt einer Stecknadel. So oft ich später über den Floraplatz kam, dachte ich dankbar ihrer Hilfe. Zugleich hatte ich mir aber anaewöhnt, für alle Fälle eine Stecknadel bei mir zu fuhren. Wenn ich auch," fügte er schalkhaft lächelnd hinzu, „nicht erwartete, sie wieder zum Anmachen eines Ordens zu benötigen."
Wie Anton v. Werner Hindenburg malte.
Der jetzt Achtzigjährige hat in feinem Leben sich von vielen Künstlern mal-n lassen müssen. Aber kaum einer von ihnen hat so wenig Respekt vor dem „Retter Deutschlands" gezeigt, wie der berühmte Geschichtsmaler Anton v. Werner. Im Auftrage Kaiser Wilhelms malte er seme „Kaiser- Proklamation von Versailles". Hindenburg, der die Feier als Abgeord- neter seines Regiments beigewohnt hatte, war natürlich stolz darauf, sich unter den dargestellten Offizieren herauszufinden. Aber alle Mutte war vergeblich. „Ich glaube, ich bin einer von den hochgeschwungenen Armen mit Säbeln", sagte er später häufig schmunzelnd, wenn das Gespräch auf bas Bild tarn.
Ein fabelhafter Schädel.
Nach seinen ersten Siegen wurde Hindenburg von Künstlern überlaufen, die seinen „fabelhaften Kopf" malen oder aushauen wollten.
„Komisch," sagte er bei einer solchen Gelegenheit einmal, „nun trage ich diesen Kopf fast schon siebzig Jahre, und vor Tannenberg hat es keiner bemerkt, wie fabelhaft der Schädel ist."
Reinfall.
Bei einer anderen Besichtigung wollte sich Hindenburg davon überzeugen, daß seine Soldaten nicht nur genau Entfernungen, sondern auj die Zeit abzuschätzen gelernt hatten. Er tritt deshalb auf einen RekruM 3U „Höre mal, mein Sohn! Ich nehme jetzt meine Uhr und drehe mich um. Wenn du meinst, daß zehn Minuten um find, rufst du laut yaui Verstanden?"
„Zu Befehl, Exzellenz!"
Der Rekrut stand stramm unb muckste sich nicht.
Nach fünf Minuten fragte der General, ob die zehn Mmiuen um seien. Der Rekrut verneinte stramm. Dasselbe wiederholte sich nach Vf” Minuten. Pünktlich auf die Sekunde, als die zehn Minuten voruoei waren, kam bas „Halt!" des Rekruten.
„Bravo, mein Sohn!" lobte Hindenburg erfreut. „Woher wuM du das fo genau?" „ m ..«,
„Von der Turmuhr dort links, Exzellenz!" versetzte der Gefragte u schuldig. Hindenburg selbst konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. _
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