"Ohne jeden Zweifel sind es Zugochsen fremder Züchtung. Der Tag wird kommen, da vertieren sie das Gleichgewicht dort oben, werden stürzen rote die Männer. Der alte Magger ist bereit.”
Schakal und Adjutant wechselten Blicke — Adjutant und Schakal. Gab es überhaupt Dinge, von denen sie wußten, so war die Maschine alles andere auf weiter Welt als ein Ochse zum Ziehen.
Wieder, immer wieder hatte sie der Schakal beobachtet, hinter den Aloe-Hecken hervor, am Damm der Strecke: der Adjutant kannte Maschinen, seitdem die erste in Indien lief. Aber der Magger beäugte immer nur von unten das Ding, und das Messingventil erschien ihm als Ochsenbuckel.
Dun war diese Frucht rmf geworben, und nun fiel sie vom Baum meines Lebens. Ich verschweige den Anlaß und die Damen kr erzähle nicht, tote alles zustande kam, wie es geschah, daß ich ava meinem Eremitenleben einmal wieder für Tage in die Welt hinein- aeW wurde, wieplvtzlich neue Menschen, neue Beziehungen meinen Weg kreuzten. Ich erzähle nur die indische Episode daraus
Kürzlich an etnetn schönen, etwas verschleierten Abend 'erickiev bei mir in meinem Dorfe ein schöner, bräunlicher Mann, ein gelehrter Andu aus Bengalen, ein Schüler und Freund von Taqvre Er erschien und sagte gleich unter der Tür meines Zimmers: O bas
Was?" fuhr der Magger wutschnaubend auf, denn er fühlte, daß die anderen mehr wußten als er. „Was könnte es sein? Ich bemermelnte bafierbad
sprach den Satz nicht zu Ende, ein Ochse - meint ihr!” raitberfönberiener nn Ji™ „,)^”®IauBl9crunö
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lagern, so nahe daran wie die Sandbank? ^der dort ff mit tm EL t* Z “n6 auch jetzt
„Gründlich wie ich kennst du Engländer nicht", sagte der mit dem stand-ck^ st '".ähnlicher Weise verbunden,
Magger. „War hier ein Bleichgesicht, als man die Brücke baute. Ein chen Verssthens^auch S Sorte'
Boot nahm er immer an den Abenden, schlurrte mit den Füßen I durch Schweinen iA hä 5 bur^, Lächeln,
über die Bootsplanken, flüsterte: „Ist er hier? Ist er da? Reiche I 'BeiwrtrlJ dasselbe mit diesem Mann aus
mir die Flinte!" Ich vernahm ihn bevor ick ibn lab jeden I .egalen, vom ersten Augenblick an waren wir einverstanden, teilten
Laut, den er gab $ Ben, Schnauben Ma&mÄ ""Er toa7soastfck7n'd'^o^nk^°7^d nicken'konnte Büchse den Strom auf und ab. So wahr ich einen seiner Arbeiter I erinnert ™ °Fene ?ac °JlHTe getreten. «Auch dies
wegschnappie und große Holzkosten ersparte für die Verbrennung I dieses^ Baume, diese Stille,
so wahr kam er herab an den Ghat,'brüllt/ mit lauter Stimme, b" Gebirge. Im
er würde mich jagen, den Strom von mir befreien — dem Magger Stille in unendlichem SuH?" bie hegen m unendlicher vom Ghat! Mich! Kinder, Stunde für Stunde schwamm ich unter n//eniib77"dErtE n^En " Bergen, solchen Dämmerungen dem Kiel seines Bootes, hörte ihn mit der Flinte Stämme be- I °E7r kommen, lrober Herr, Sie sollten für
schießen: wußte ich, daß er müde geworden, stieg ich auf an seiner I "" Hch^dnE^ mm M mir nach Bengalen kommen.” Seite, schnappte ihm die Kiefern fast ins Antlitz. Rach Beendigung | e^elbft den ^ndi^en “nb errnnerte rhn daran, daß
der Brücke ging er fort. Alle Engländer jagen so, außer — sie j meinem Wilkos /rt>md7n^mn»^.nd d Stnimer, auch auf
werden gejagt! ..." ' I -»altongefunben babeunö daß dies mit genüge. Ich zeigte
__ I Km über dem Berge lenseits des dunkelnden Wiesentals ben auf« „ . I steigenden ersten Stern. 1
besuch aus andren. I _^Da legte mein Gast seine flachen Hände aneinander, sammelte
Don Hermann Hesse. I 2-tu9e,? .unö sprach dann ein
Unreif gebrochene Früchte stutzen uns nichts. Mehr als dte Hälfte I liebenden Mutter im Stübchen angezündet° mit dem Siem am H?m^ meines Lebens war ich mit indischen und chinesischen Studien be. mel spricht. Lange hatte ich keine inbticken Lmtto schafttgt - oder, um nicht in den Ruf eines Gelehrten zu kommen - haben fürmi*deinen Ser mehralsfite aXÄÄVs war ich gewohnt, den Dust indischer und chinesischer Dichtung und mir (ohne daß ich bie Sprachen doch üerHünM^brä 5römnu0feit 8u.atmen; Als ich vor elf Jahren, da ein? Gelegen. Kindheit an verstaut * ^tftunbe) von der frühesten
021t sich böt, eine -Rei)e nach Onöicn machte, öa folj Lch toobl t>ic I Das ©eßeimnid q[(ce Dfiflfidftfcfiprr rßXnrt«itrrh c,
Palmen und Tempel stehen, roch den Weihrauch und das Sandel. I auch hier mir sofort wieder verblüffend entgegen wie ich e7 einft bolj, atz die herben Mango und die zarten Bananen, aber zwischen I in indischen Gedichten, in chinesischer Musst in chinesischen TbeE alledem unb nur war noch em Schleier und mitten in Kandy un. fern empfunben hatte: bie ftrenge, lultito feft getoSate ’ tomvnrterte 6en, Widdhapriestern hatte ich nach dem wahren Indien, nach ja fast kapriziöse Rhythmik. Ich bat meinen Freund 'mir auck e n Indiens Geist,nach einer lebendigen Berührung mit ihm dasselbe I Lied zu singen, und er fang zwei Voltslieden ?,<>*, ,
ungestillte Heimweh wie vorher in Europa. Ingens Geist gehörte I Fingerschnalzen angebenb. Die Melodien waren für^unser Ohr 'un' noch nicht mtr, '4 haste ihn noch nicht gefunden, ich suchte noch. Dar. I bedeutend, unscharf, verwehend, aber auch in diesen Liedern herrschte "st- °h '4 damals aus Europa, denn meine Reise war eine Flucht, eine Gespanntheit und Schärfe, eine straffe saub/re Mz/ntukerRst ich floh es und Hatzte es beinahe in seiner grellen Geschrnacklosig. I und Rhythmik, eine Zucht und ein Sinn für Struktur den untere sein«'roh/n^ femer Mttsen Unru6e' ^i^ung weniMens die neuere, in keiner europäischen Sprache kei!nt.
Mein Weg nach Indien ^dChin^ging nichtauf Schiffen und Eisen« StuLn^dkm^^ wÄÖ bahnen i^ muhte die magischen Brucken alle selber finden. Ich mutzte chen von China und Japan, mein Gast“in (Mehrte?aabmte efnen auch aufhoren, dort die Erlösung von Europa zu suchen, ich muhte aus» I Ueberblick über die Geschichte Indiens eine Gesckichte die nickt ans Horen, Europa un Herzen zu befeinden ich mutzte das,wahre Eu. Kriegen, Verträgen undfürstlichen Heiratenb« ropa und den wahren Osten mir un Herzen und Geist zu eigen I Liedern, Gebeten, Philosophien, Jogamethoden Religionen Tom« machen, und das dauerte wieder Jahre um Jahre, Jahre des Lei. pelbauten. Unb ich erzählte »Tm
»en«, 3a6re der Unruhe Jahre des Krieges, der Verzweiflung. Mittelalter, von Goethe und von all jenem worauf es ^rtckto
, . ^stst" Eum die Zeit, es ist noch nicht sehr lange her, da hatte ich I daß meine Tessiner Klause ihn an Indien und den Hirnalava er« keine Sehnsucht nach dem Palmensstand von Ceylon unb den Tem- I inner« konnte. Äimaiaya er.
"Dn mehr, und wünschte mir nicht mehr, ein | Als wir endlich, schon zum Abschied, ins Zimmer zurückstaten
t °nCl®a°rv n*^Un& emen Sethgen oder Magier zum I nahm er eine kleine indische Bronzefigur in die Hand die ick be«
Ker nrkfto war unwichtig geworden. Unb auch I sitze, eine Flöten spielende Krishna, unb begann von den Göttern
Teusf/^ »wstchen^dem Verehrten Osten und dem tränten | zusprechen.von Indra, von Krishna.von Audra—Shiwa und von ihre-
ebenCnmMitSe 7a’ zwischen Asien und Europa, war nur nicht mehr | Verwandlung und Durchdringung, ihrem ewigen Aus. und Unterqan? e „ legte feinen QBett meßt uuf öas @inf>tingcn in I Sonn ninnet lädßelnö fteunMid) üerlötficftinhf^cnrtdßt itnhtrn
Weisheiten und Kutte,, ich sah, daß tausend
Its CdnefFleU^J,h^e^tt^^e8 'M- von Tao Wichten | Aber er tarn wieder, wir haben uns, bet mir und bei ihm feit«
alä ®Dethe, bet ba.ä CßJort -e.ao tue gefrort hat: ich wußte, daß es, I her manchmal gesehen und manche Stunden miteinander aefvrocken
zeitlose Welt der Werke I und wenn er nun wieder geht, so wird jeder von uns eine Destä-
um ^Geistes gab, die nicht durch die Erfindung der Lokomotive, I tigung, einen Trost und einen Antrieb aus diesen Stunden mitnehmen
-eä sut.Y2l& tl^i0 war, in dieser | Einst, als er meine Aquarelle betrachtete, bat ich stmsich eines
geil, n Welt, in diesem Frieden einer geistigen Welt zu leben, an I davon auszusuchen. Er wählte eines in deffen Mitte eine Brück?
Un& ?weh Buddha und Goethe über ein Gewäffer führt, danebenstehenhoheBä^e und er sagst 5, Sier begann meine Schule der Magie, und j „Dies Bild wähle ich mir, weil Sie gleich mir die Bäume kennen
L~ "och an, hier gibt es kein Ende des Lernens. Aber mit | und lieben, und weil diese Brücke mir ein Sinnbild ist für die Brück - der Jndienfiicht und bet Europaflucht war ich fertig, unb jetzt erst I zwischen Ost und West, die in unseren Tagen neu entsteht “ klang mir Buddha und das Dhammapadbam und bas Tav te King I ' n 9 neu
rem und heimatlich und hatte keine Rätsel mehr. I ------------
Verantivortlich: Dr, Hans Thyriot. - Druck der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


