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Schriftleitung: I)r. Friedr. Wilh. Langs. Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Buch- und Steindrucker«, R. Lange, Gießen.

Bemerkung machtest, dachte ich, du wolltest mich neden, es fielen mir aber dann die merkwürdigen Tupfen an seinem Rücken ein und ich mußte zugeben, daß deine Beobachtung nicht ganz unbegründet war. Desungeachtet ärgerte mich Nie Kritik meiner zeichnerischen Talente denn ich bin als halber Künst­ler bekannt, so daß, als du mir das Stück Pergament zurück­gabst, ich nahe daran war, es zusammenznknüllen und in das Feuer zu werfen."

Du meinst das Stückchen Papier?" sagte ich

Rein, es sah zwar wie ein Stück Papier aus und ich hielt es zuerst auch dafür, aber als ich darauf zeichnete, bemerkte ich, daß es ein Stück sehr dünnes Pergament war. Es war sehr schmutzig du erinnerst dich noch, nicht? Amr, als ich es gerade zusammenknüllen wollte, fiel mein Blick aus di« Zeichnung, die du gesehen hattest, und du kannst dir mein Er­staunen denken, als ich tatsächlich einen Tvtenkopf dort er­blickte, wohin ich meinen Käfer gezeichnet zu haben glaubte. Im Augenblick war ich zu betroffen, um logisch denken zu können. Ich wußte bestimmt, daß meine Skizze ganz verschie­den war von dem, was ich nun sah, obwohl die Konturen zweifel­los einige Achnlichkeit hatten. Ich ergriff darauf eine Kerze und setzte mich ans andere Ende des Zimmers, um das Pergament genauer untersuchen zu können. Als ich es umwandte, sah ich auf der anderen Seite meine eigE Zeichnung, noch genau so, wie ich sie dir gegeßen hatte. Zuerst war ich erstaunt über die wirklich bemerkenswerte Aehnlichkeit des Ämrisses über das sonderbare Zusammentreffen, daß ohne mein Wissen auf der anderen Seite des Pergamentes ein Totenfchädel stand, der auch in der Größe so vollkommen mit meiner Zeichnung überein­stimmte. Wie gesagt, das Merkwürdige dieses Zusammentref- sens verwirrte mich zuerst ganz und lähmte mein Denken für einige Zeit. So pflegt es einem ja in solchen Fällen gewöhnlich zu ergehen.. Der Geist müht sich ab, einen Zusammenhang, eine Folge von -Ursache und Wirkung zu finden, und da ihm dies nicht so leicht gelingt, wird er auf einige Zeit ganz un­fähig. 2lls ich endlich mich von meiner Verblüffung wieder erholte, dämmert« in meinem Kopfe eine Ueberzeugung, die noch viel überraschender war als das Zusammentreffen. Ich erinnerte mich plötzlich mit absoluter Deutlichkeit, daß auf dem Per­gament keine Zeichnung zu sehen war, als ich meinen Skara­bäus darauf skizzierte. Ich war dessen ganz sicher, denn ich wußte mm genau, daß ich es zuerst nach allen Seiten nach einer sauberen Stelle abgesucht habe. Wäre der Schädel schon dagewesen, so hätte ich ihn natürlich unbedingt sehen müssen. Ich stand vor etwas, wofür ich keine Erklärung zu finden vermochte.

Aber damals schon glomm in den untersten verborgensten Kammern meines Geistes eine Erkenntnis jener Wahrheit auf, die das Ergebnis der letzten Rächt so glorreich bewahrheitet hat. Ich stand auf und verschloß das Pergament sofort sehr sorg­fältig und gab das Nachdenken auf, bis ich wieder allein war.

Als du gegangen warft und Jupiter schlief, fing ich an, di« Sache etwas methodischer zu untersuchen. In erster Linie ver­gegenwärtigte ich mir di« Art, auf welche das Pergament in meinen Besitz gekommen war. Di« Stelle, wo wir den SkarabäuS entdeckten, war auf dem Festlande, ungefähr eine Meile östlich von der Insel und nur wenig über dem Merkzeichen für den höchstem Wasserstand zur Flutzsit. Gerade als ich ihn schon gefangen hatte, stach er mich so heftig, daß ich ihn wieder los- lafsen mutzte. Jupiter mit seiner gewohnten Vorsicht suchte erst nach einem Blatt oder etwas Achnlichem, womit er das Tier fassen könnte. Dabei fiel sein und auch mein Auge auf daS Stück Pergament, das wir für Papier hielten. Es war zur Hälft« im Sande begraben, nur eine Ecke schaute heraus. In der Rähe der Stelle, wo wir es fanden, bemerkte ich auch die fieberrest« eines Schiffsrumpfes, wahrscheinlich eines Langbootes. Das Wrack schien schon ziemlich lange hier gelegen zu haben, dem, das Holz war kaum mehr als Schiffsholz zu erkennen.

Run, Jupiter hob also das Pergament auf, wickelte den Käfer hinein, und übergab ihn mir mit dieser Umhüllung. Bald dar­auf gingen wir heim und trafen unterwegs Leutnant G. Ich zeigte ihm das Insekt, und er bat mich es ihm zu leihen, um es mit nach der Festung zu nehmen. Auf meine Einwilligung steckte er es sofort in seine Westentasche, ohne das Per­gament, in tvelches es gewickelt war, und welches ich in der Hand behalten hatte, während er das Tier betrachtete. Vielleicht befürchtete er, ich möchte meinen Entschlutz ändern, und wollte den Käfer gleich in Sicherheit bringen du weiht, wie er sich für alles Maturgeschichtliche interessiert. Da muh ich wohl, ohne daß ich es merkt«, das Pergament in meine Tasche ge­steckt haben. , .

Du erinnerst dich auch, daß ich, als ich an den ^.rsch gmg, um den Käfer zu zeichnen, kein Papier dort fand, wo ich sonst welches aufzubewahren pflegte. Ich schaute in der Schublade nach und fand auch dort keines. Ich suchte in meinen Laschem in der Hoffnung, dort einen alten Brief zu finden: da fiel mir das Stückchen Pergament in di« Hände. Ich erzähle all dies deshalb mit solcher Genauigkeit, weil die Art mti> Weise, wie es nur in die Hände fiel, nur einen so starkem Eindruck machte lDntfetzung folgt.)

auf feine Knie, vergrub seine nackten Arme vis zu den Esten- bogen in dem Golde und verweilte so, als ob er den Mxus diese« Bades erst ganz ausgemetzen wollte. Schließlich rtef ec mit einem tiefen Seufzer, als rede er nut sich selbst,,

Und astes sein gekommen von Goldkäfer! von schönem Gold­käfer zu Käfer ich so wild und grausam gewesen! - Schämst dick nicht Rigger? Antworte mir!'

Ich mußte erst beide, Herrn und Diener, cur dl« Notwendig­keit. die Kiste wegzutransportieren, erinnern. @5 war schon sehr svä't mtb es schien mir notwendig, alles nach Hause zu schaffen, noch ehe es Tag wurde. Es war schwer, Rat zu schaffen, und wir verloren durch Aeberlegungen sehr viel Zett, denn wir alle waren durch diese Lleberraschung völlig außer Rand und Band- Schließlich leerten wir die Kiste zu zwei Drittel aus, und so ge­lang es uns endlich mit vieler Mühe, sie aus der Grube zu^heben. Die herausgenommenen Gegenstände wurden zwischen den Brom­beeren versteckt und der Hund zu ihrer Bewachm^ zuruckge- lassen Er bekam von Jupiter strengsten Befehl, sich weder zu rühren, noch einen Laut von sich zu geben, unter keinen Um­ständen bis wir wieder zurück wären. Run machten wir uns schnellstens auf den Heimweg und erreichten bw Hütte nach unsäglicher Mühe ungefähr um em Mr morgens. Erschöpft, wie wir waren, waren wir autzerstande, sofort wiederumzu- kehren Wir rasteten bis zwei rmd nahmen eine kurze Mahlzeit zu uns: gleich darauf machten wir uns ivreder mrf den Weg, ausgerüstet mit drei großen Säcken, die wir glücklicher weis ein der Hütte fanden. Etwas vor vier kamen wir an der Grube an, verteilten den Rest des Fundes gleichmäßig unter uns und ohne erst das Loch wieder zuzuschaufeln, machten wir uns zum Zweite» Male nach der Hütte auf, wo wir uiffere gol^ne Last gerade versteckt hatten, als die ersten schwachen Strahlen des Morgenrots sich über den Kronen der Bäume zeigten.

Wir waren jetzt vollkommen erschöpft: doch lieh uns die Aufregung nicht lange ruhen. Rach drei o&er vier Stunden w rubigen Schlummers erwachten wir tote auf Verabredung, um unsere Schätze einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

Die Kiste war bis zum Rande voll gewesen, und wir Verbrach­ten den Rest des Tages und einen Teil der fügenden Macht lisch damit ihren Inhalt in Augenschein zu nehmen. Es lag alles drunter und drüber, alles war wahllos zusammengeworfen. Anscheinend war beim Ginpacken von Ordnung oder System keine Rede gewesen. Machdem wir alles sorgfältig sortiert hatten, fanden wir uns im Besitze eines viel größeren Vermögens, als wir zuerst angenommen hatten. An Münzen waren nach unserer möglichst genauen Berechnung nach letzigem Kurs etwa viechundertundfünfzigtausend Dollars vorhanden. Darunter be­fand sich nicht ein Silberstück. Es war nur altes in den ver­schiedensten Ländern kursierendes Gold französisches, spani­sches und deutsches Geld, einige englische Guineas und einige andere Wünzsorten, wie wir sie früher noch me gesehen hatten. Da waren einige sehr schwere Münzen, aber schon so abgegriffen, daß es uns unmöglich war, die Inschrift zu lesen. 2lmert» kanisches Geld war nicht darunter. Schwerer, war es, den Wert der Juwelen zu besümmen. Es sanden sich hunderiundzehn Diamanten, manche außergewöhnlich groß und schon und kein einziger kleiner: achtzchn Rubinen von bemerkens­wertem Feuer, dreihundertzehn Smaragde alle tvunder- schön einundvierzig Saphire und ein Opal. All diese Steine waren aus ihren Fassungen herausgebrochen und los« in der Kiste verstreut. Die Fassungen selbst, di« wir unter dem anderen Golde befanden, waren zu Klumpen zusammengehämmeich an- sckeinend, um sie unkenntlich zu machen. Außerdem fanden wir eine Menge gut erhaltener goldener Schmucksacheii, an zwei- hundert massive Ohr- und Fingerringe reiche Ketten, drei- ßig an der Zahl, wenn ich mich recht erinnere dreiundachtzig sehr große und schwere Kreuze, fünf große Weihrauch- süsser von großem Wert eine riesige Punschbowle Mit pracht­voll getriebenen Ornamenten aus Rebenlaub und bacchantischen Figuren, dann zwei wundervoll gearbeitete Degengriff« und eine älnzahl kleinerer Gegenstände, di« ich mcht mehr all« weih. Diese Wertobjette wogen im ganzen über dreihunderi- fiinfzig Pfund, ungerechnet eine Anzahl schöner goldener .Uhren es waren Hundertsiebenundneunzig, von denen drei wohl jede ihre fünfhundert Dollar unter Brüdern wert waren. Viele von ihnen waren sehr all und als Chronometer wohl nicht mehr gut brauchbar, da sie durch die Witterung sehr gelitten hatten aber alle waren reich mit Edelsteinen besetzt und in wert­vollen Gehäusen. Wir schätzten in jener Macht den ganzen In­halt der Kiste auf ungefähr einundeinhalb Millionen Dollars: doch stellte sich beim späteren Verkauf der Schmucksachen und Steine heraus wir behielten nur einige wenige für uns, daß wir ihren Wert bedeutend unterschätzt hatten.

Als wir endlich mit unserer Prüfung fertig waren und unsere Aufregung sich einigermaßen gelegt hatte, begann Legrand, der wohl sah, mit welcher Spannung ich auf die Lösung des Rätsels wartete, mich in alle Einzelheiten desselben einzuweihen.

Du erinnerst dich wohl noch an den 2kbend, als ich dir die Skizze des Skarabäus gab, sagte er.Du weißt doch noch, wie böse ich wurde, als du dich so darauf versteiftest, meins Zeichnung sähe einem Totenkopf« Ähnlich. Als du zuerst diese