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Gezeitenströmungen und der Meeresbrandang einerseits, der Sonnenstrahlung andererseits technisch zu verwerten..
Wenn dies bisher noch nicht, oder doch nur in auhMt bescheidenem -Umfang möglich war, so ist daran vornehmlich der Umstand schuld, daß die genannten Naturkräfte allzu unregel- mäßig und unberechenbar sind. 3n kleinem Maßstab sind die von Cooper gehegten Absichten ost genug schon von anderer Seite angestrebt und zum Teil auch verwirklicht worden, aber über das Dersuchsstadium ist man bisher noch nirgends recht htnaus» $ Der erste bekannte Entwurf, Ebbe und Flut zum Betnebe einer Mühle auszunutzen, stammt schon vom Jahre 1438 und ist von Jacvpo Marino aus Siena verfaßt worden. Die erste praktische Ausführung einer Flutmühle, wenn auch nur im, kleinsten Maßstab, erfolgte 1713 in Dünkirchen durch den holländischen Zimmermeister Perfe, nachdem schon 20 Jahre vorher ein gewisser Hardleh das englische Patent Ar. 315 »zur ©etomnung motorischer Kraft durch Ausnutzung der Bewegung der Brandung" erhalten hatte. r, ,
Seit 1870 hat sowohl die Ausnutzung der Wellenbewegung wie die Gezeitenströmung zu wiederholten Malen technische Kreise in Deutschland wie im Ausland eingehend beschäftigt. Schon 1871 wurde in, Dithmarschen eine Flutmühle gebaut, die sich aber nicht bewährte. Der Hamburger Ingenieur Pein hat ihr von 1895 bis zum Kriegsausbruch seine Arbeit gewidmet, und zumal fest 1807 erst in Groden bei Cuxhaven, später bei Husum, Ansehnliches geleistet. Der Krieg hat leider seinem aussichtsreichen Experimentieren ein Ende gemacht. Seit 1897 hat strner der Ingenieur Knoblauch auf gleichem Gebiete gearbeitet, 1901 auch der berühmte Qrville Wright, der eine der,beiden „fliegenden Brüder", der an der kalifornischen Küste nut Hille einer von drei Schwimmern durch die Gezeiten betriebene Pumvvorrchtung eine Turbine betrieb und aus diese Weise stündig 9 PS. getoumen wollte. Seine Fluginteressen haben ihn spater diesen alteren Arbeiten abspenstig gemacht. In längster Zert ist nwn in Sng land zu einer Berwirllichung im größeren Stil über gegangen Bei Deachley, an der Mündung des Severn, wollte man einen vier Kilometer langen Staudamm durch den Fluß stehenund auf diese Weise ein im Mittel acht Meter st^es Staubecken von 70 Quadratkilometer Fläche schaffen, das auch als Seehasen benutzt werden kann. Das Werk sollte die Was,5««. J« Gezeitenschwankungen ausnutzen und i/2 bis 1 Million PS. ständig erzeugen. Doch ist nicht das letzte Wort darüber gesprochen^. Ent- aeaen den sehr optimistischen Rentabilitätsberechnungen der eng stschm Interessenten zweifeln deutsche Fachleute stark an der Ausführung des Werkes, nicht so sehr an der technischen Ausführbarkeit, als an der Wirtschaftlichkeit der Anlage. Bei d«r eingangs erwähnten amerikanischen Planen dursten die Dinge ebenso ^liegen. Daß man heute technisch in der Lage sein wurde, Me Kraft der Ebbe- und Flutströmungen nutzbar ni*t zu bezweifeln, aber die dafür notwendigen Anlagen stno noch zu teuer, als daß eine Konkurrenz mit den sonst ubM>«l Kraftstationen möglich ist. Wird die ^^^E^Gez^tenkraf^ befriedigend gelöst, so werden die ganzen großen Gezeirenrrasi- werke nicht auf sich warten lassen!
Der Liedchespfeifer von Angersbach.
Eine Geschichte von Dogelsberger Finken und Menschen.
Don Franz Gros.
mm, daß er es Wohl besser gehalten hätte, und er sich lieber von dem einen um die Zeche hätte prellen lassen sollen, als von dem ganzen Gelichter, von dem schon ein Teil neugierig zum Galgenberg rannte. ,. $ ,
Dem Sebastian aber, der nicht wußte, wie ihm geschah, hatten fit zum Stadtgericht gepufft und gestoßen, und es half ihm kein Flehen und Beteuern, daß er den Schuh nicht gestohlen s sichern Ke Gottesmutter ihm diesem selbst in feinen Hut geworfen habe. Weil das Boll, das doch so gern an Wunder glaubt, darüber nur lacht wenn dann wirklich- eines geschieht. So fuhren also die Dichter wie die Habichte auf ihn los, der mit so frecher Stirn noch zu leugnen wagte, indessen schon Leute gelaufen kamen, ^ geradenwegs aus dem Wirtsgarten zur Kapelle gerannt waren imd es nun schon von weitem wie «ne Freudenbo schäft ausschrien: „Er hat ihn gestohlen, er hat ihn gestohlen. Mutter Gottes fehlt der rechte Schuh! .
Weil es schon spät am Rachmittag war, man einen solchen Dieb doch unmöglich länger leben lassen konnte, sich aber auch den Sonntag mit einem so leidigen Geschäft, wie es eine Hinrichtung ist, nicht verderben lassen wollte, so beeilte man sich, zu einem Spruch zu kommen. Also sie den Sebastian schon zmn Hochgericht führten, als die Sonne noch em gutes Stuck über An Hügeln stand. So marschierte der Spielmann kawn zwei Stunden, nachdem er so vergnügt dem Städtchen zuMwandert Wieder — freilich diesmal zwischen Henker und Pfarier den Wen zurück, den er gekommen war. . .
Als man zur Kapelle kam, wo die Leute schon neugierig den unbeschuhten Fuß der Madonna besahen, indes es von &em «mdern noch golden funkelte und leuchtete, hieß man, tote es der Brauch war, den Spielmann niederknien, damit er ftm letztes Stoßgebet spreche. Der aber bat, ob et vor dem Bilde noch einmal die fromme Weise spielen dürfe die er wn sruhen Rach- mittag der Madonna vorgegeigt hatte weil die Richter und die Räte nun doch das junge Blut beklagten, s°s^ttnste ja Also trat der arme Sünder zwischen Pfarrei und Heister an das hölzerne Marienbild und begann das schone Stuck von neuern^ 8 Jy ^e ersten Geigenstriche erklängen, drängte fid» das Boll im Halbkreis an die Kapelle heran, wo der Henber Pfarrer von allen Seiten den unbeschuhten Fuß sich entrüst« ffÄR es ihm, <rls die Klänge der Geige immer feier- TiAor n n f dito ollen als deivegie die Äiadvnna !>en lkNlen
- Lud cÄ we Akkord über die Gärten entschwebte und der Henker den Sebastian schon vor sich herstoßen wollte hob die Maria vor allem Volk mit einem kleinen Schwung dm Itnfen Sufi wie sie es am Nachmittag mit dem rechten getan hatte und warl auch den zweiten Goldschuh vor die 8uße desSpwl-- m<mns Also daß alles Doll, der Fveimann und der Pfarrer, die Richter und die Ratsherren, in die Knie sanken, und an den Galaenberg keiner mehr dachte. „
Dann aber war es ein fröhlicher Zug, ^r stch hinuntm zum Städtchen bewegte. Nur daß diesmal der Torwirt, smne Gelegenheit wahrnehmend, als ein Führer voranzog, der - bastian^ seine Tanzmusik geigend, von der Menge unyubett chm folgte, und selbst der Henker, das Ganze beschlEend, seinen für diesmal erledigten Strick fröhlich im Takte schwang.
Kraftgewinnung aus dem Meere.
Bon Prof. Dr. B. Hennig. „„ÄiÄSX Ä d« berühmten Fundy-Bay zwischen Neubraunschweig und Neu^ h->. M« In ihn di- »«»>--
des aanzen Erdballs vorkommen. Im innersten aviniet ver wÄger^^l^M^hB a^dw mittl^Ebbe. Man Sn^lntrtn^eeiLtaSfcer Andy-Bay,der Passamaquoddy- ™ Elektrizitätswerk «richten Hi« tft ^Ge- zeitenunterfchied zwar nicht so bcdeitte , te tn on^ter Bay selbst, erreicht aber immerhin noch sunf bt3
L ech erheblich« Teil der f^enannten Neuenglandstaaten mit billigem elektrischem Strom versorg werden.
Es wäre ein ungeheuerer Fortschritt, wenn der Pwn ge ng^ und die umwälzenden Folgen im Falle ^i-ws Erfolges stnb ga^ nicht abzusehen. Immerhin ist vorläufig noch weitge^n^ vwpiw am Platze zmiial die Nachricht aus dem 2anbe bet ©er^ation imö des Rekordbedürfnisses kommt. Daß dem Cooperschen Dersuch alleraröbtes^Jntevesse gebührt, ist sicher, Semt toemt bte » ., tw in einigen Jahrhunderten bevorstehenden Er-
s^pfung der Kohlen und Erdöllager nritGrlasf sehm soll, so kann nur die Hoffnung dabei miWnAn, daß käs dahin gelungen sein wird, die unbegrenzten Riesenkräfte der
(gortlcnung.)
□Irena lab ihm einen Blick lang in die Augen und xXZ« x- w-°-- ^,»$6 rÄ auf den Bettrand. „Ich dank d r au sche st« alles kispette o Kranke und hustete. Nebenan pfisf der Bogels möglich dann, daß ich dich lassen tarnt, hab chch von Herzen lieb, das glauL mir^' Und der Bogel Pfiff das Lied »och einmal
Philipp stand daneben am trüben Senft« und sah huw»^ auf die Dorfstraße und in das dahin rieselnde Wasser des Daches.
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SÄttfÄ’“w h°d° S^r.11- ihrer Bettlade geborgen.
Ja, was sollte es geben*.
Wie konnte Liebe doch schmerzen. ,
Drei Sage darauf bettete man Lisbeth, die so gerne am
pääs-ä ä x Ix gerochen hatte. Das Schicksal ließ beiden nun die Sterbe- glocken fast zur selben Stunde lauten.
ftnd sechs Nachbarn trugen die beiden zu Grabe.


