— 119 —
ie ie ie » iS l» m ir t- ie er >u i« ir m t- t- t& te ei ft ie H H »n Le m 'N 'N n. ITT c-
er i- ie te ,u
Ze e-
id er is e“ ch 36 e» m 21t !N et td it, :n ch n. ie t« er t» es n, n," ht it r» er in ne -it s, te. n. uf e* eS kl. 6, s, r» >n er )N i» it» nf in te en •ie m >e-
K, und das erregte den glühendsten Hatz ihres Gatten. Er e die erste Gelegenheit, um sie wieder auf ihre Stellung als »grobe königliche Gemahlin" herabzudrücken. Ueberall wurde ihr stlarne auf den Denkmälern getilgt, ihr Bildnis ausgemeißelt oder in das seine umgewandett. Die Darstellungen des noch heute stehenden gewaltigen Totentempels geben ein beredtes Zeugnis dafür.
Noch war dieser »Bildersturm" nicht vollendet, als ein neuer Staatsstreich von dem abgedankten Thutmosis I. bewerkstelligt wurde. Sein Schwiegersohn muhte abdanken, und an seine Stelle bestieg sein Sohn Thutmosis II. den Thron. Er selbst sicherte sich die Äkitregentschaft. Aber während man den Namen des Gestürzten auf den Denkmälern unangetastet lieh, wurde der Name der Hatschepsut nach wie vor auf den Denkmälern getilgt und durch die der jetzigeit Herrscher ersetzt.
Zwei Jahre darauf starb Thutmosis I., und alsbald folgte ihm sein Sohn — vielleicht keines natürlichen Todes. Zum zweiten Wale konnte Thutmosis III. die Zügel der Herrschaft ergreifen. Aber er war jetzt durch Erfahrung gewitzigt: er begnügte sich freiwillig mit der Stellung des Mitregenten, und Hatschepsut trat wieder im Leben und in den Denkmälern als Pharao auf. So herrschte denn endlich Friede im Königshaus und im Lande; eine große Expedition nach dem Weihrauchlande Punt (an der Somaliküste) fand statt und wurde in dem Totentempel der Königin in prachtvollen Bildern verewigt. Aegypten blühte wieder auf; in Theben und anderwärts wurden neue prächtige Tempel errichtet, und die Heiligtümer, die unter der Fremdherrschaft der Hyksos verfallen oder zerstört waren, auf Befehl der Königin hergestellt. Zu ihrem 38jährigen Regierungsjubiläum, d. h. 30 Jahre nach ihrer Proklamierung zur Thronerbin, wurden ihr nach altem Brauch gewaltige Obelisken errichtet; einer von ihnen, einen Granitkoloß von 30 Meter Höhe, steht noch aufrecht vor dem grvhen Amonstempel in Theben; "ein zweiter liegt gestürzt und zerbrochen daneben.
Thutmosis schien sich also endlich in seine Rolle hineingefunden zu haben; seine ©attin schenkte ihm sogar noch eine Tochter, die zur Thronerbin bestimmt wurde, aber das Kind starb, und bei einer zweiten Schwangerschaft starb sie selbst, wie schon gesagt, an einer Frühgeburt. Ihr Gatte war nun endlich Alleinherrscher; er war jetzt 50 Jahre alt. Noch einmal entlud sich sein Zorn gegen die Gattin, die ihm solange im Wege gestanden hatte, und gegen ihre Anhänger. Ihr Name und ihre Bilder wurden von allen Denkmälern getilgt, das Grab ihres Dertrau- ten, des Oberbaumeisters Senmut, zerstört, ihre Parteigänger ihrer Aemter entsetzt oder gar hingerichtet. Lange verhaltener Grimm spricht aus diesen Taten.
Jetzt endlich konnte Thutmosis seinem Ehrgeiz freien Lauf lassen, und aus dem Friedenssürsten entpuppte sich ein gewaltiger Kriegsmann, der größte Herrscher Aegyptens, der in kühnen Alexanderzügen die ägyptische Machtsphare bis an den Euphrat ausdehnte und sein Land zum Weltreich machte. Auf den Tempelwänden von Karnak hat er feine Großtaten verewigt. Durch ihn erhielt das »Neue Reich" sein imperialistisches Gepräge; ungeheure Reichtümer strömten nach Theben und dienten zu glänzenden Bauten; fremdländische Worte und Einflüsse strömten in Sprache und Sitten ein.
Das alles sind geschichtlich bekannte Tinge (vgl. G. Stein- bvrss „Die Blütezeit des Pharaonenreiches," Bielefeld und Leipzig 1900), aber neue Forschungen haben auf die Gestalt der Königin Hatschepsut noch ein besonderes Licht geworfen (vgl. Hubert Grimme, »Althebräische Inschriften von Sinai," Darmstadt 1923). Dach diesen Forschungen, die freilich noch nicht abgeschlossen und bei Aegyptologen auf Widerspruch gefloßen sind, ist Hatschepsut mutmaßlich niemand anders als die „Tochter Pharaos" der Bibel, die den Moses aus dem Nil gezogen und adoptiert hat. Unter den althebräischen Sinaiinschriften, den ältesten ihrer Art, deren Buchstaben aus der ägyptischen Hiero- alyphenschrist abgeleitet sind, befinden sich solche, die einen Msh oder Mn sh nennen, den die Pharaonin Hatschepsut »aus dem Nil gezogen und über den Tempel der Mana gesetzt" hat. Er nennt sich „Sohn der Hatschepsut" und „Obersten der Dergwerksarbeiten" von Sinai. Eine andre Inschrift ist „auf Def-hl des Thutmosis abgekratzt"; andre sprechen Don einer tem« pelschänderischen Ermordung und von gemeinsamem Sterben — dem Strafgericht Thutmosis III.
Im Stnaige&iet befanden sich seit alter Zeit Turkts- und Kupferbergwerke und ein Tempel der kuhgestaltigen Göttin Hathor (hebräisch Mana) sowie des Gottes Sapdu (hebräisch Jahn), der vn „Neuen Reiche" prächtig erneuert wurde. Der Dorsteher dieser O&ergtoerfe war also ein Mann, dessen Name — nach europäischem Brauch nur in Konsonanten geschrieben — der ägyptische Name Mofeh (Sohn) ist, der z. B. auch im Damen Thutmosis steckt, aber sein Träger war ein Hebräer, den die Pharaonin Hatschepsut aus dem Dil gezogen, adoptiert und eingesetzt hatte. Eine von Ihm geweihte Hockerstatue, mit Inschriften bedeckt, stellt ihn selbst bar — Moses, von einem Bildhauer bei Lebzeiten abgebildet! Aus dem Zwielicht sagenumwobener Ueberlieferung tritt feine Gestalt tn das helle Licht der Geschichte! Wie genau stimmen dazu die Nachrichten aus der Bibel! Moses wird von der Tochter Pharaos aus dem Nil gezogen und adoptiert. Als Mann erschlagt er einen Aeghpter, der einen fronenden Hebräer mißhandelt hat, und muß vor der Rache des Pharaos fliehen, was ganz natürlich ist, wenn er «tat Schützling von dessen verhaßter Gattin und Halbschwester
war. Erst als Greis, nachdem der Pharao gestorben ist, kehrt er zurück, bittet den neuen Herrscher (Amenophis II ), mit den Juden eine kurze religiöse Wallfahrt in die Wüste machen zu dürfen, und entzieht sich und fein Volk der ägyptischen Fron, indem er den Durchmarsch durch das Schilfmeer wagt, das durch östliche Winde getrocknet ist. Jahr und Tag weilen die Juden im Sinaigebiet; dort gibt Moses ihnen die zehn Gebote, die er auf zwei Steintafeln „einritzt". Wir wissen jetzt, welche Schrift er dazu verwandt hat: das semitische Uralphabet ter Sinaiinschriften, das offenbar eine Erfindung des Moses war. Den Gott des Tempels, dessen Vorsteher er gewesen, Jahu, erhebt er zum einzigen Gott seines Volkes und loscht das Andenken an die zweite Gottheit, die kuh- gestaltige Hathor, aus, aber noch auf ihrer Wanderung fallen die Juden zeitweise in den Kult des „goldenen Kalbes" (Hathor) zurück. Der Faden dieser geschichtlichen Vorgänge reicht von Moses, dem Adoptivsohn der Pharaonin Hatschepsut. bis zur Gegenwart, denn Juden wie Christen befolgen noch heute seine zehn Gebote, und auf seinem Buchstabenalphabet beruht das phönikische und das griechische, aus denen sich auch das römische und unsere ableitet...
Philipp schrieb doch schon wie gestochen auf tfcC die die Mutter in Lauterbach gekauft
Der kleine Philipp wuchs heran und lernte etwas. Zwar hatte er einmal ein Vierteljahr lang wie d^ anderen Kinder, keinen Unterricht, weil der schlecht bezahlte Dorfschulmeister ebenso wie sein noch schlechter bezahlt gewesener Amtsvorganger, bet Nacht und Nebel aus dem Amt entwichen war, was dazumalen öfters vorkam, und sogar das einzige bewegliche Schulmventar, den spanischen Rohrstvck als schwanken Wanderstab hatte nut» gehen heißen. Aber Philipp schrieb doch schon wie gestochen auf We kleine Schiefertafel, die die Mutter in Lauterbach gekauft hatte, hatte «uch schon gehört, daß es einen Großherzog in
Der Liedchespfeifer von Angersbach.
Eine Geschichte von Vogelsberger Finken und Menschen
Von Franz Gros.
(SortfeBunq.i
„Lisbeth," sagte Philipp zu seiner Frau, „er is' gelernt, er is' got, das vergeßt e’ sei Lebtag net meß’.“
Schon wollte sein Meister ihn noch eine zweite Weise lehren, da mußte er hinaus ins Feld, schrieb noch einmal auf einen abgerissenen Fetzen Papier, auf den etliche Tränen gefallen waren, der Lisbeth einen Gruß, vergaß auch des Vogels und des zu erwartenden Kindleins nicht und ließ dann nichts mehr von sich hören. Doch dachte er auf den Märschen und beim nächtlichen Lagerfeuer immerzu an fein Weib und ihre Umstände daheim. Dis er den Soldatentod starb.
Kein Wunder, daß es greinte, als es mit ihrem Buben allem in der Welt stand.
Doch sie schlug sich durch ,
Vier oder fünf Jahre ging es mit ihr so weiter. Da geschah ein Unglück. „ , , ,, ,
Sie stürzte bei Dürgernreisters, bei denen sie sich schon manchen Laib Brot verdient hatte, in der Scheuer beim Strohabla^m schwer auf die harte Tenne. Als sie aus ihrer Ohnmacht erwachte — sie hatte das Schlüsselbein und einen Fuß gebrochen — lag sie auf dem Bette in der Magdkammer. Sie schrie nach ihrem Buben der am Dachrand mit anderen Kindern spielte und nicht ahnte und begriff, daß seine Mutter Schmerzen litt. Dann schlief er auch bei Bürgermeisters — im alten Wiegenbette. Die Bürgermeisterin hatte ihn herein zur Mutter geholt und versorgte ihn.
Der Blutfink aber hing zwei Tage lang einsam und vergessen daheim in seinem Käfig. .. .
Daraus war er — verhungert und verdurstet.
Als Lisbeth das Schicksal des Finken erfuhr, blieb sie stumm in ihrem Schmerze. Run hatte sie als Andenken an ihren Mann nur noch ihren Buben, der seinen Vater me gesehen hatte Ab^ des kleinen toten Hausgenossen freundliche Weise — Hab dich von Herzen lieb, das glaube mir — wich mcht aus ihrem Sinn. Der Heine Philipp sah aber doch, daß seine Mutter sehr
Hänsche," so erzählte er im ganzen Dorf, „13 tot,“ begrub es im Garten unter einen Hollunderbusch und steckt« em Kreuz darauf, das er aus einer Haselgerte verfertigt hatte. Um das kleine Grab legte er runde Kieselsteine.
Ms Lisbeth genesen und wieder bei ihrer Arbeit zu sehen war, kam einer aus Storndors. &em es um f^ßtgc OBttttb *u tun war und wollte sie freien. Er stand nach dem Tode seiner Frau, die ihm keine Kinder hinterlassen hatte, fett einem Jahre allem Seine Hofreite konnte sich sehen lassen. Dee Aecker lageir nahe beieinander und am Dorfe, seine Wiesen naße am Schwalm, ufer. Zehn Stück Rotvieh standen im Stalle un& vier Schweine lagen gemästet nebeneinander. Da waren Reichtum und ^rhett benommen. Aber Lisbeth wies den Freiersmann, an dem wahrlich nichts auszufetzen war, bald ab. So, tote bleiben im Witwenstand. und toeim auch jener noch einmal einen sMchte' der sich aufs Beschwätzen von Weibsleuten verstand, und sie auch dachte, ihrem Bub könne die $eirat eme gute Erbschaft einbringen, so nutzte es dem Boten doch mchts. In Angersbach selbst hätte fürwahr kein Mannskerl gewagt, ihr zu nahe zu treten. Obschon sie arm war. Weibsleut find gar bet*


