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WildeLeu Weg hinter sich, ihtö et, Heubolt, hatte mm «tmmal seine» verwünschten Dorsatz gefaßt, er wollte wissen, wo der Verschollene war, den seine Mutter vor dreißig Jahren mit den Kindern verlassen hatte, weil sie die Gttrsamkert hier oben nicht mehr hatte ertragen können.
Der Mami hatte den rechten Arm über den breiten Schlapp- Hut gelegt. Mit dem Stock in der Linken stieb ec bri jedem Schritt in die dunkle Wegerde: seine Augen fuhren von dem braunen Moor zu den Sandhügeln voran, die in endloser Einsamkeit sich aneinander reihten, bis ste unter den ausiliegenden Wolken versanken.
Seine Einsamkeit int Wetter rührte ihn fröstelnd an. Seine Mutter hatte wohl recht gehabt, dies Land zu verlassen. Dankbarkeit dttrchquoll ihn, daß sie dem "Weg ins Tal gesucht hatte, um ihre Kinder unter Menschen zu bringen. And doch hatte ihn der Gedanke niemals ruhen lassen, einmal nach dem zu fahnden, der ihm das Leben gegeben hatte, vielleicht um mit ihm zu rechten, vielleicht um ihm zu helfen. Denn Heubolt war ein mächtiger Manu auf den Werften unten im Land und duldete das Gefühl nicht, daß jemand, dem er zu danken hatte, Rot leiden könnte.
Die moorige Feuchte hatte nachgelasseir, Erlenbrüche traten nt>ch einmal an den Weg heran, dann bettete er sich in Sandwehen und flache Heidhügel, die fast baumlos langsam höher Myrten. Die Wollen flogen tief, hatten wilde Gesichter. Die Böen heulten übers Land, daß der Sand vom Weg in Wirbeln übers Feld wanderte.
Einmal blieb Heubolt prüfend stehen: es machte ihn staunen, oav er so wenig wiedererkannte von dem, was er in den frühen fahren seiner Kindheit um sich gehabt haben mutzte. Er hatte Ja me an die ersten Gesichter des Lebens geglaubt, seine großen Eindrücke hatte er im Kampf der Menseln drüben über dem groß«, Wasser gesammelt. Frenrd war ihm die Heide, feindselig *??rr ‘Ojn auch dieser graue Frühling, der ungebärdig und zerrissen ubers Hochland wanderte.
Der Weg verteilte und verästelte sich. Heubolt richtete sich ungefähr nach der Sowie im Gewölk. Ein Heiner Schafschuppen itano schief im Wind, sonst unterbrach nichts die einförmige Werte, kein Wegweiser gab Ziel und Richtung an. Er wanderte noch eine Weile fürbaß, wußte nicht, ob er auf dem rechten Wege war. Als er envlich weidende Schafe sah, ging er hinüber, den Hirten zu suchen und nach dem Dorf zu fragen
Zwei Birkenbüsche hoben sich aus einer Mulde, Me ihre " g«sen den kalten Frühllng wärmte. Sie flatterten grün und blühend hell vor dem grauen Himmel, schienen sich an- «mander zu schling«, wenn der Wind sie zu sehr mederdrückte.
Heubolt, und wunderte sich, wie festhwlt. Aber die Bäume waren festgewurzelt ^Hutter hatte sich losgerissen, war namens los ins warm« Tal unter die Menschen gewandert imd er war Ihr dankbar.
®in Häffte ihm entgegen; ein alter Graubart, den Ot€ä?‘ ln ^er Hand, stand bewegungslos unter her« birckte ihm entgegen. Der lange Mantel,, $u<^n.Su&en ^ng, hatte sich um ihn geschlungen Wmd, der Bart flatterte schlohweiß, aber die
Gestalt der Schäfers rührte sich nicht, schien in den Boden gegraben.
und fragte grüßend nach dem Ort. Der Worten^^^^E paar langgezogenen, schwerverstündttchen TEten. Der Wanderer wollte schon weitergehen, da glaubte er tttmls Abwesendes m den Augen des andern zu scheu. And t<xn9S Stunden einsamer Wanderung war'« ihm ?tem sHäpfen, froh zugleich mit jemandem au
5n üss Hochmoor hinauf getrieben hatte.
E der Birken und suchte nach einem heraus-- habiles verwünscht einsam hier oben."
»ee Alle sah chn forschend an und wiegte den Kopf, lauter .KäMsÄch fo?-?^"' **“ H-ubott
to0Tt3”' Indern zuckte es, er schien nach einer Ant- worr zu suchen, seine Lippen bewegten sich aber der Wind
-rach SegrunbimgeiL
soaderbare Menschen," wiederholte er, .hat das JKoor Eucy dazu gemacht? Warum wandert Ihr nicht ins Tal wo mehr Freude ist als hier oben?" ’
ihn feindselig an, etwas Drohendes war m seine bewegungslosen Zuge getreten. .Was geht es dich an?" ^rum den Boden nicht aus, warum
ta6£ /hr das Wasser in den Sümpfen? Warrm. haust ihr hier untätig, wahrend Me Welt voll Ar-beit ist und auf euch wartet?"
ber ?iab und wies sehr langsam rund um-
„(Sott pat uns fo bcfteHt,“
?^iite eifern, der Hirt verstand ihn nicht recht, “ öa9OT ben stürmenden Wind nach faßlichen Begriff«, sucAe, muhte er sich wieder cm Me Dirke lehnen. Ihm xVj’o iich die Feindseligkeit von dem ärgern aus über
oa» Lotto. Die Hügel wogten mit den Böen, die Heide flackerte imter ihren blitzschnellen Sprüngen, und aus dem zerrissenem
Sewölk kam ein Klagsn «S stoßendes Lachen, fast schien es aus Oes aiiDeüiT Jllimy zu fallen.
§«16011 horchte zu ihm hinüber. Aebergeotz stand der Hirt» zwisch«, dem zwecghaften Hochlandgebüsch, ein Herr der Weits, die sich bis an die Grenzen von Erde und Himmel breitete.
... rS wir die Erde bebauen,“ drängte
er. Der West schlang sich ihm um die Glieder, er spürte, daß es Dämmerung wurde: wie eine Furcht droht« ihm die Rächt end> „ . nicht oft die Menschen Volk hier oben in das grüne
tiefe ßanbr fragte er noch einmal.
Me Stirn des Hirten lag in Falten, er murmelte etwas, Jene Brauen wurden ein Stück in der Dämmerung.
»Sch bin aus dem Dorf hier oben," erklärte Heubolt müh. metne butter ging früh van daun«! und Mmtreter Uw *</GL
Der Schäfer bewege sich plötzlich, es schien, als wolle er sich unslcyer vomuber beugen. Dann tat er langsam ein paar Schratte auf Heubott zu. „Wer bist du?“ Sein Antlitz war gratet- d«ft, feine Kme schienen zu schwWikeu.
»Och heiße Heubolt, Peter Heubolt, kennst du den Damen?" , . Mte war stehen geblieben. Er sah den Fremden irr an, p*2? ~*Pen itevegten sich trennten Me Worte langsam, Me er suchte. Dann nmgte er das Haupt.
b«iner Mutter," sagte er mühsam, „laß uns in FneMn. Er sog «och einmal prüfend die Züge des ö'äs^w ist N 1*5? Mnde zitterten, wollten sich zu ihm heben. Daun et starker.aus ihin heraus. „Hörst du, ich sucht' dich nicht!" ., ^tewoit fühlte sein Herz seltsam ziehen, irgMdwoher kam es ihn dunkel cm, wem er gegeimberstaud. Er wollte etw-S Frohes antworten, wollte die Hand ausstrecken. Dann fühlte er die Stecre teuer EÄemltnis, er spürte keine Liebe, kein Erstaunen. Rur ein unbegreifliches Zagen, von dem andern berührt zu weSen, blieb wach eine seltsame Angst, jener kömre fetnert ©tefci 5eben unb ihn schlagen. Er atmete erschreckt, fühlte, er wuwe sich nicht wehren kömien. Seine Sicherheit sank vor dem Hirten, er konnte kein Wort setzen. Da wandte er sich entsetzt, vor der surcht in feinem Innern und schritt schwer zum Weg zuruck, oh« sich umzuschauen. Dur der Wind stolperte hinter ihm drem, die Wolken schienen sich tiefer über die Erde zu beugen datz er den Racken neigte. And die Heide wogte mit sinkenden Dunkelheit wie eilte nachdrängende Flui, aus &ec Mr Weg ihn mühsam ins Tal zurücktrug.
Das verkannte Tier.
Bon Sarrh Brachvogel.
Wesi ift ton Widersprüchen und Angerechttgkeiten. Das ist «im uralte Weisheit, die aber jeder immer gerne aufs ^weU jedem im Laufe der Woche mehrmals widersprochen wird, und jeder sich mindestens einmal monatlich ungerecht behandelt vorkommt. Notabene jeder Mensch, die Tiere sind von dem Vorzug des GÄränktseins ausgeschlossen. Höchstens daß ein recht verwöhnter Schoßhund ärgerlich Höffen darf, westst ferne Dame einem andern schöntut — einem andern Schotz- hmid natürlich! Sonst aber muß alles, was kreucht und fleucht, sich dem Arteilsspruch des Menschen beugen. Er prägt das Werturteil für Me Tiere und sie haben es kchweigend Hinz 10- nehmen. Schweigen ja auch ganz von selbst, weil sie sich uns nicht verständlich machen können, well sie (wie der Mensch so schon sagt!) keine Vernunft und keine Sprach» haben. Es bleibt dahingestellt, was die Tiere von unserem Verstand und unserer Ausdrucksmöglichkeit denken. Ich fürchte, es läge da Stoss zu manchem Beleidigungsprozetz... Es wäre aber eine hübsche Aufgabe für Tierschutzvereine, einmal freundschaftlich zwischen Mensch und Sier zu vermitteln, auf datz jener in sich gehen und die Arteile revidieren möge, mit denen er seit Arväterzelteu her gedankenlos unbescholtenen Mechern Werte abspricht oder zuerkennt, ohne den geringsten Beweis für die Dichtigkeit dieser Bewertung zu haben...
Als erstes Opfer menschlicher Kurzsichtigkeit und Leichtfertigkeit tritt die „dumme Gans" auf den Plan. Was hat sie nun getan, um ihren Welttuf der Albernheit zu begründen?! Ich habe auf tandlichsn Streifzügen unzählige Gänseherdeu angetroffen — nie aber ist mir an ihnen etwas besonders Dummes aufgefallen. Ich habe nie gesehen, dotz eine im Gebirg mit Louis XV.-Ab- sähen herumstorchte oder bei Schneewetter mit lachsfarbenen Florstrümpfen und Lackschuhen daherkam... Ob eine über Spengler schnattert, Wenns bei ihr nur bis zur Couths-Mahler langt, weiß ich nicht, aber Me Herrschaften, die sie „dumm" schelten, wissen das ebenfalls nicht... Bon ihrer „historischen Stunde" auf dem Kapitol will ich erst gar nicht reden. Ob dumm oder gescheit, es gibt nur sehr wenige Damen in der Weltgeschichte, die nur durch Wachsamkeit und richtigen Gebrauch des Sprechorgans eine Burg gerettet haben. Vor dem Mirakel der Stopfleber aber sollte sich jeder ehrfürchtig verneigen, dem je eine Straßburger Terrine zuteil geworden. Wie viel größer offenbart sich hier die Gans als der Mensch! Er geht nach Karlsbad, um sich die ramponierte Leber wieder Herstellen zu lassen — ie läßt sich die Leber ramponieren, damit er Gänseleberpastete chmausen kann! Die Leberaffäre ist Me einzige Tatsache, die sie wirklich albern erscheinen läßt. Sie sollte die Menschen iotbeißen.


