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edekmetallanteil in sich aufnimmt, soweit es nicht gor auf den unter« lagernden, von den aufdringenden Giutflüssen stark veränderten Dolomit übergreist. Grundsätzlich verschieden ist die Art des Erzes im Dunit und im Reef. Während es sich dort um reines Platinmetall handelt, begegnet man hier einer Platinarsenverbindung, sogenanntem Sperrylith, in zum Teil großen Kristallen: bemerkenswert -st auch der hohe Palatiumgehalt des Platins im Reef. Für ine geologische Erschließung der Lagerstätte ist es von Bedeutung, daß der Dunit entsprechend seiner Armut an Pflanzennährstoffen meist e,ne sehr dürftige Pflanzendecke aufweist, während das Reef sich. durch darüber liegende harte und besonders widerstandsfähige Nuritlager zu erkennen gibt. „ , . r ,
Die bergmännische Gewinnung des Platins ist einfach und verspricht großen Nutzen. Vielfach wird man wenigstens zunächst Tagebau treiben können. Oertlich ist es auch zur Entstehung von Platinseifen gekommen, die dann vielleicht ähnliche Arbeitsverfahren wie im Ural und in Amerika angemessen erscheinen lassen. Merensky gebührt das Verdienst, als erster auf den neuen gewaltigen Schatz der südafrikanischen Erde hingewiesen zu haben, die schon mit ihren Diamanten und ihrem Gold überreich gesegnet war. Die Verarmung des Platinmarktes, wie man sie bei der starken Ausbeutung der Seifen bis vor kurzem befürchten mußte, ist mit der Entdeckung der südafrikanischen Borrräte auf lange Zeit hinausgeschoben.
Das Leben der Heiligen Johanna.
Von Anaiole France.
(Schluß.)
Sogleich ging Johann de la Fontaine mit seinen Schreibern an die vorbereitende Untersuchung. Montag, den 19. Februar, 8 Uhr morgens kamen die Doktoren und Kleriker, elf an der Zahl, überein, daß genügend Material vorhanden war, die Jungfrau in Sachen des Glaubens vorzuladen. Da aber stellte sich eine neue Schwierigkeit ein; es war in solchem Falle nötig, daß die Angeklagte zu gleicher Zeit vor dem bischöflichen Richter und vor dem Inquisitor erscheine. Zur Gültigkeit des Prozesses waren beide Richter gleicherweise notwendig. Aber der Großinquisitor für das französische Reich befand sich eben in Saint-Lö, wo er einen Bürger namens Johann Le Couvreur verfolgte, und der Vize-Inquisitor stellte sich taub und stumm und ließ den Bischof mit seinem Prozeß in Verlegenheit. Es war dies Bruder Johann Lemaistre, Prior der Dominikaner in Rouen, ein Mönch voll Vorsicht und Skupeln. Erst nach Mahnung des Gerichtsvollziehers begab er sich zum Bischof. War es aber nicht eher Sache des Inquisitors von Beauvais, zur Seite des Bischofs von Beauvais zu Rate zu sitzen? Endlich aber willigte er ein, beizusitzen, um zu verhindern, daß der ganze Vorgang hinfällig würde, was nach dem Gefühl aller der Fall gewesen wäre, wenn die Sache ohne die Teilnahme der hochheiligen Inquisition geführt worden wäre. Alle Schwierigkeiten waren nun behoben. Die Jungfrau wurde für den 21. Februar vorgeladen.
An diesem Tage versammelten sich in der Kapelle des Schlosses um 8 Uhr morgens der Bischof von Beauvais, Peter Gauchon, der Vikar der Inquisition und einundvierzig Räte und Stellvertreter, von denen fünfzehn Doktoren der Theologie, fünf Doktoren beider Rechte, sechs, die Studenten der Theologie waren, elf des kirchlichen Rechtes und vier Lizentiaten des bürgerlichen Rechtes. Der Bischof nahm als einziger den Richterstuhl ein, zu seiner Seite die Räte und Stellvertreter im Ornat der Domherren oder der Kutte der Bettel- mönche. Es gab da Flammenblicke und gesenkte Augen. Bruder Johann Lemaistre, der Vizeinquisitor, befand sich still unter ihnen in der schwarz-weißen Tracht des Gehorsams und der Armut. Bevor der Gerichtsvollzieher die Angeklagte hereinführte, berichtete er dem Bischof, daß Johanna, von der Vorladung in Kenntnis gefetzt, geantwortet hätte, daß sie willig sei, zu erscheinen, aber fordere, daß den Geistlichen der englischen Partei solche der französischen in gleicher Anzahl beigeordnet würden. Sie bat auch, daß man ihr gestatte, die Messe zu hören. Der Bischof verwarf diese beiden Ersuchen, und Johanna wurde in Männerkleidung, Fesseln an den Füßen, hereingeführt. Man veranlaßte sie, am Tisch der Schreiber Platz zu nehmen.
Was sogleich zwischen diesen Theologen und diesem jungen Mädchen hervorbrach, war gegenseitiger Haß und Abscheu. Dem Brauche ihres Geschlechtes zuwider zeigte sie ihre Haare, braune, über das Ohr geschnittene Haare. Mancher von diesen jungen Geistlichen und Rechtsgelehrten, die da hinter ihren Vorstehern saßen, hatte vielleicht zum ersten Male Frauenhaare gesehen. Johanna trug Gamaschen wie ein Junge. Sie fanden ihren Anzug verabscheuungswürdig. Er beunruhigte sie und forderte ihre Verachtung heraus. Wenn der Bischof von Beauvais sie gezwungen hätte, in Kleid und Haube zu erscheinen, wäre sie wahrscheinlich von ihnen mit weniger Zorn betrachtet worden. Diese Männerkleidung vergegenwärtigte ihnen die von der Jungsrau mit Hilfe der Dämonen in dem Lager des Dauphins Carl vollbrachten Taten. Dadurch, daß sie mit einer Handbewegung durch Magie den englischen Soldaten alle Kraft genommen, hatte sie den Geistlichen, diesen Kirchenvätern, die nun über sie richteten, äußerst geschadet. Die einen dachten an die besonderen Einkünfte, um die sie Johanna gebracht hatte, andere Doktoren und Professoren der Universität erinnerten sich, daß sie Paris in Blut und Flammen hatte aufgeben lassen wollen, andere Abbss und Domherren verübelten ihr vielleicht noch mehr, daß sie
sie bis in die Normandie hatte erzittern (affen. Konnten sie daher das einer so großen Anzahl von Kirchenleuten angetane liebel verzeihen, wenn sie wußten, daß sie es mit Hilfe der Zauberei, Wahrsagekunst und Beschwörung der Teufel begangen hatte? Da sie sehr weise waren, sahen sie Magier und Hexen, wo andere sie nicht vermutet hätten. Sie waren der Meinung, daß Zweifel an der Macht der Dämonen über die Menschen und Dinge nicht nur Ketzerei und Glaubenslofigkeit, sondern überdies noch Verführung Sm Umsturz aller bestehendem natürlichen und politischen Gesell- aft bedeutete. Diese hier in der Kapelle des Schlosses befindlichen Doktoren hatten jeder zehn, zwanzig, fünfzig Hexen brennen lassen, und alle hatten ihre Schuld gestanden. War es nicht Wahnsinn, daraufhin zu zweifeln, daß es Hexen gäbe? Man konnte sich allerdings verwundern, daß Wesen, fähig, Hagel zu beschwören und Zauber über Menschen und Tieren zu üben, sich ohne Widerstand fangen, verurteilen, foltern und verbrennen ließen. Aber dies war eine ständige Tatsache; alle geistlichen Richter konnten dies beobachten, und diese sehr gelehrten Männer erklärten es so, daß die Hexen und Zauberer ihre Macht verlören, sobald sie in die Hände der Kirche gelangten. Die arme Jungfrau hatte wie alle anderen ihre Macht verloren. Sie fürchteten sie nicht mehr.
Johanna haßte sie zumindest so sehr, wie sie gehaßt wurde. Diese Abneigung, die unwissende Heilige, schöne, erleuchtete Seelen, freie, launische und feurige Geister natürlicherweise gegen die von ihrem Wissen und ihren scholastischen Lehren aufgeblähten Doktoren empfinden, hatte sie schon gegenüber den Geistlichen und Professoren von Poitiers empfunden, obwohl diese von der französischen Partei waren, ihr nicht übel wollten und sie nur wenig gequält hatten. Daraus kann man den Abscheu ermessen, die ihr die Gelehrten von Rouen einflößten. Sie wußte, daß sie sie sterben taffen wollten. Aber sie fürchtete sie nicht. Sie erwartete vertrauensvoll, daß die Engel und Heiligen ihr Versprechen einlösten und sie zu befreien kämen. Die Jungfrau wußte weder, wann noch wie das Heil nahen würde, aber sie zweifelte nicht, daß es käme Daran zu zweifeln würde Zweifel am heiligen Michael, an der heiligen Katherma und an Gott bedeutet haben, und den Glauben, daß ihre Stimmen böse wären. Diese hatten ihr empfohlen, nichts zu fürchten, und sie fürchtete nichts. Tollkühne Einfalt! Woher kam ihr das Vertrauen zu ihren Stimmen, wenn nicht aus ihrem Herzen?
Der Bischof forderte sie auf, nach der vorgeschriebenen Formel, die beiden Hände auf den heiligen Evangelien, zu schwören, daß sie über altes Befragte die Wahrheit sagen würde. Sie konnte es nicht. Ihre Stimmen verboten ihr, irgend jemandem etwas von den Offenbarungen, mit denen sie so reichlich begnadet war, zu verraten. Sie antwortete: „Ich weiß nicht, worüber E>hr mich befragen wollt. Ihr könnt mich nach Dingen fragen, die ich Euch nicht sagen werde." Und als der Bischof darauf bestand, daß sie schwöre, die volle Wahrheit zu sagen, antwortete sie: „Von meinem Vater und meiner Mutter, und über das, was ich nach meinem Kommen in Frankreich getan habe, will ich gerne sprechen; aber von den Offenbarungen Gottes habe ich niemandem außer Carl, meinem König, Aufschluß gegeben. Und ich werde nichts davon offenbaren, und sollte man mir den Kopf abschneiden." Und sei es, daß sie Zeit gewinnen wollte, sei es, daß sie daraus rechnete, über diesen Punkt neue Weisung ihres Rates zu erhalten, sie fügte hinzu, daß sie vor Ablauf einer Woche wissen würde, ob sie diese Dinge enthüllen dürfe. Schließlich schwor sie, gemäß der Form kniend, die beiden Hände auf dem Evangelium. Dann antwortete sie, über ihren Namen und ihre Heimat befragt, ihre Eltern, die Taufe, die Paten und Patinnen. Sie sagte, daß sie ungefähr, wie es ihr schien, neunzehn Jahre alt sei. Auf die Frage, wie sie gelernt hätte: „Von meiner Mutter habe ich das Paternoster, Gegrüßt seift du Maria, und dass Credo gelernt." Aber als man sie aufforderte, das Vaterunser zu sprechen, weigerte sie sich und wollte es nur in der Beichte hersagen. Sie tat dies, damit der Bischof sie im Beichtstuhl höre.
Die Sitzung war sehr bewegt. Alle sprachen zugleich. Johanna mit ihrer sanften Stimme hatte die Doktoren in Aufruhr gebracht. Der Bischof verbot ihr, bas Gefängnis zu verlassen, da sie sonst der Ketzerei Überführt sein würde. Sie nahm dieses Verbot nicht an. „Wenn ich entfliehen würde, könnte mir niemand vorwersen, meinen Glauben verletzt zu haben, denn ich habe es niemandem versprochen." Sie beklagte sich dann, gefesselt zu fein. Der Bischof erklärte ihr, daß es geschähe, weil sie versucht hatte, zu entfliehen. Dies gab sie zu. „Es ist wahr, ich wollte davon und ich will es noch, wie es jedem Gefangenen erlaubt ist." Ein Geständnis von großer Kühnheit, falls sie jene Worte des Richters verstanden hatte, daß Flucht ihr die den Ketzern bestimmte Strafe eintrüge. Aus kirchlichem Gefängnis zu entfliehen, war ein Verbrechen gegen die Kirche, Verbrechen und Wahn, denn das kirchliche Gefängnis ist Aufenthalt der Buße. Und ebenso verbrecherisch als unsinnig ist der Sünder, der sich der heiligen Buße entzieht. Er ähnelt dem Kranken, der nicht geheilt werden will. Ader Johanna war nicht tatsächlich in kirchlichem Gefängnis. Sie befand sich als Kriegsgefangene in den Händen der Engländer im Schloß von Rouen. Konnte man sagen, daß sie, wenn sie die Flucht ergriff, der Exkommunikation aiksgefetzt fei? Es bestand da eine Schwierigkeit. Sogleich behob sie der Bischof durch eine juristische Vorspiegelung. Er ließ Johannas Wächter auf die heiligen Evangelien schwören, dieses Mädchen ge- [effelt und in Gewahrsam zu halten. Auf diese Weise war die Jungfrau Gefangene der Kirche und konnte ihre Ketten nicht brechen, ohne in Ketzere! zu verfallen.
Verantwortlich: Dr. Hans Thhriot. — Druck der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


