Aun?"

dich verliebt!'

Welche Mimose, diese Eva! Als sie dies hört, wechselt sie die Farbe, lehnt die Ellbogen auf den Tisch («im Wunder, diese Ellbogen!), stützt ihr blasses Gesicht auf die Hand u-ch fragt:Waim war denn das?"

Eva sitzt einige Zeit in Gedanken versunken, «afft sich nrtt einemmal auf und sagt mit nervöser Hast:

Sprechen wir nicht mehr davon, ich bitte dich..." Gut, sprechen wir nicht davon... Weißt km, Eda, ich habe dich zu lieb, als daß ich mich je in chich verlieben Eines schließt das andere aus. Seit ich dich kenne, fftSfe ich für dich eine wahrhafte Anhänglichkeit."

Aber," sagt Eva, als ginge sie ihren eigenen Gedanken nach:ift es wahr, daß du verlobt bist?"

So ist es."

Es drängt mich von Helena zu sprechen; da ich mich ab« wirklich einmal beinahe in Eva verliebt hatte, und sie jetzt in gute Laune versetzen will, so beginne ich meine Erzählung.

Es war nämlich so... Wir gingen einmal zusammen nach dem Theater in den Botanischen Garten. Weiht du noch, rote herrlich der Abend war! Wir saßen auf einer Dank am Dasiin du sagtest, du wolltest die Aachttgall hören. Ach war etwas melancholisch nahm den Hut ab, weil mich der Kopf schmerzte, und du gingest an das Bassin, tauchtest dein Taschentuch ins Wasser und legtest es mit deiner Hand auf meine Stirn. Du erschienst mir damals in deiner Güte rote ein Engel und ich dachte mir: Wenn ich diese Hand «greife und auf dieselbe meine Lippen drücke - so ist eS um mich geschehen, !dam, verliebe ich mich sterblich in dich..."

Aun, und -? frägt Eva leise.

Darm setztest du dich plötzlich weiter weg, als ob du etwas geahnt hättest."

Weshalb hast du mir nichts davon gesagt?"

Die Sache wurde abgebrochen, und hat sich erst vor btraem wseder zufammmigefügt. Wenn du ab« sagen willst, dah ich als Verlobter Frau Helena nicht kennen zu lernen brauche, so antworte ich dir von vornherein: Ach war früher Water denn Bräutigam. And um sie hast du doch keine Angst?"

Bilde dir nur nicht so waS ein. Ach führe dich bei ihr mcht ein weil ich sie den bösen Zungen nicht preisgeben will. Aten behauptet, daß feit einigen Wochen halb Warschau in 2J2, le% Iei; man erzählt sich unerhörte Sachen von deinen E^olgen. Gestern erst hörte ich den Witz, daß du auö den zehn Geboten dir eins gemacht hast weißt du welches?" |

.man dabei den Verstand verlieren kann! JX®* darf zu ihr kommen darf sie an­

sehen, nur nicht ich! And weshalb? weil ich ein gutes Bild sämAt und einige Berühmtheit erlangt habe^

Standpunkte aus hast du recht," sagt lächelnd 1 muß dir nun sagen, daß ich bereits gewußt habe, weshawduzu mir kamst. Ostrzhnski war hier unöbe- es seibester", dich nicht bei Helma

'-AHa- ich verstehe schon! And du hast es ihm versprochen?" *x2'V®,Tent^ tch bin sogar recht böse geworden... T«ch- Emß «sbesser'- wäre, dich nicht mit He^a M machen. Aun wosten wir aber von deinem Bilde spvecyen.

Hchriftleitung: Dr. Friede. Wilh. Lange. - Druck und Verlag der Brühl'schen Aniv.-Buch- und Steindruckes, A. Lange. Gießen.

308 -

Eharakter und Willen besitzen, um den Versuchungen zu wider­stehen.

13.

Es ist elf Ahr morgens.

| Eva muß jeden Augenblick komme«.

Ach habe ein Hemd auS Sackleinewand an, das die Brust I « wenig srei läßt, dazu eine« etwas geflicktem, aber ordent- j uchen Tuchllttel, einen Gürtel, Stiefel und sonst noch alles, was I dazu gehört.

Die Haare der grauen Perücke falten mir biS in die Aua«, j und es dürfte kaum jemand darauf kommen, daß ich eine Perücke I trage. Mein Bart ist ein Meist erwerk der Geduld. 3$on acht Ahr | "chsbtens an war ich damit beschäftigt, mit starkem Leim graue I Lttahnen zwischen meine eigenen Haare einzukteben, und ich I b«am ein so ehrwürdiges Aussehen, rote ich es kaum jemals im b^ter erlangen werde... Verdünnte Sepia verleiht mir ein* dunkelbraune Gesichtsfarbe, und die Aunzekn hat Swiatecki ge­radezu genial ausgeführt. Ach sehe aus tote ein Siebziger.

(Fortsetzung folgt.)

dA-es Aächsten Weib - umsonst." meine Avt! Aber der Witz ist gut."

And gewiß auch passend?" 9

x»^vi5e, öu öic QÖufjtfjcit ? njA

ungeschickt und habe nie bei Fr«E Leute reden sich Gott weiß was einfach dminrch glaubst du gar nicht, wieviel Wahres in meinem Ausruf tag. ®u, o Gott, siehst meine Avt!"

Povero maestro!

Ab« so wenig es einen Grund dafür gibt, daß ein»'Blume, die schön« ist als die anderen, deshalb auch widerstandSkräftig« gegen den Sturmwind sein müsse, ebenfowenig ist ein Grund dafür vorhanden, daß ein Künstler mehr Charakter habe« müsse, als ein gewöhnlich« Mensch. Am Gegenteil, es ist sogar zu «Hären, wenn « öfters wenig« Charakter cm de« Tag legt, denn seine Lebenskraft geht zu Grunde an dem Zwiespalt Sroifdjen dem Reiche der Kunst und d« Welt des Alltäglichen. Er ist wie ein frontet Vogel, der, an ständigem Fieber leidend. I

bald in den Wolken dem Auge entschwindet, bald die lahmen I Kolczanowlki eintofi^^ mich bei Kmu

Flügel im Staube schleppt. Die Kunst läßt ihr, S ßteSE _ .

v«abscheuen, ab« das Alltagsleben raubt ihm küe Kraft zum | aenten für ein^ ^r, r^V/ Da du letzt all-

!2tuff liegen. Dah« so cft bei den Künstlern das AiS^an^. I daßich. die Sckw^eb2n E keineswegs an,

gehen des inneren und des äußeren Lebens. * I ^e Äetena. «infühve, die

Die Welt, die von den Künstlern mehr txrrtangt als von | AufnE^k^^f fo &£>&cm ^uße die allgemeine

anderen, und sie v«dammt, mag vielleicht recht haben ab« I ^^^rum «Ääm.ü > o«

auch Christus wird recht haben, wenn « sie selig macht... -uvarum emvianatt te, m.A

Ostrzhnski behauptet zwar, daß die Schauspieter in eben solchem Maße zur Kunstwett gehören, wie etwa die Posaunen, Die Waldhörn«, die Trommeln und dergleichen, ab« es ist nicht wahr. And tter beste Beweis dafür ist Eva Adami, die durch und durch Künstlerin ist, sowohl durch ihr Talent, al« auch durch jenes künstlerische Gefühl, das sie gleich ein« Mutter vor allem Bösen bewahrt hat...

Trotz mein« großen Freundschaft für Eva habe ich sie schon lange nicht gesehen. Als sie mich nun erblickte, freute fie sich sehr, zeigte jedoch dabei einen sonderbaren Gesichts­ausdruck, aus dem ich nicht klug werden konnte.

Wie geht es dir, Wladek," sagt sie.Seh ich dich endlich!"

Ich war froh, dah ich sie angetroffen hatte.

Sie trug einen türkischen Schlafrock rote Palmen aas cremefarbenem Grunde, mit breitemvieilor"-Besatz und auf- geschlitzten Aermeln. Ganz besonders schön hob sich bet Besatz von ihrer blassen Gesichtsfarbe und ihren Deilchenaugen ab. Ich sagte ihr dies, worüb« sie sehr erfreut war, und so ging ich gleich zu mein« Angelegenheit üb«.

-Meine goldene Diva," sagte ichdu kennst Frau Kolcza- nowska. Die entzückende Schöne aus d« Akraina?" Gewiß, es ist meine Schulfreundin." Mache mich mit ihr bekannt!" Eva beginnt das Köpfchen zu schütteln.

Meine Teuere, meine Süße, tue es mir zu Liebe!" Aein, Wladek, ich tue es nicht!"

Siehst du, wie schlecht du bist, und ich habe mich einmal beinahe in dich verliebt!"

empfängst da mich denn?"

Ach? Das ist etwas anderes! AH bin Schauspielerin und ^4 die Worte Shakespeares anwenden:Sei rein Ä E Eis, Du wirst d« Verleumdung

I »Laß mich in Auhe mit meinem Bilde und mit der ganzen I äX9t" die Sache so steht, so werde ich -mir fdxm

3cVcrflT dir also, daß ich innerhalb d« I nächsten drei Tage Frau Kolczanowfta kennen lernen werde, ich ein« Verkleidung bet ihr eindringen mühte"

! < «dich Gartn« und bringe ihr ein Bukett

I von idstrzynski. ,

| , Augenblick durchzuckt mich eine Adee, die mir

I ist glücklich erscheint, daß ich mich vor die Stinte schlage und I dm ganzen Aerger und Groll, den ich eben noch gegen Eva | «npftmden, v«gessend, ausrufe:

Gib mir dein Wort, dah du mich nicht »«raten wirst!" »Ach gebe es Dir," sagt Eva neugierig.

I , denn: ich werde mich als greif« Harfner Der-

I ^iden. Das dazu gehörige Kostüm unb die Harfe besitze ich, Dte Akraina kenne ich genau und kleinrussische Lied« verstehe

I ich zu singen. Frau Kolczanowska ist aus d« Akraina und | wird mich darum sich« empfangen. V«stehst du nun? Welch originell« Einfall!" sagt Eva.

| , Aie ist zu tehr Künstlerin, als daß ihr mein Plan nicht

I gefallen sollte Sie hat mir ihr Wort gegeben, mich nicht zu I verraten, und hat auch gegen das Ganze nichts einzuweuden.

. .^Welch «igimckl« Einfall!" wiederhott sie.Helena ließt I iv chre Akraina, daß sie gewiß in Tränen zerfließen wird, wenn sie hi« in Warschau einen heimatlichen Liedersäng« «t bÄwmmt Ab« was wirst du ihr sagen, wie wirst

I du ihr es erklären, daß km hi« an d« WeicKel bist?" Anwillkürllch wird Eva von meinem Feuereifer mitergrisf«.

, Mir setzen und und entwerfen einen regelrechten V«- i i . ES rote) beschlossen, daß ich mir ein eat-

. | I^vechenoss Charakt«gesicht mache and von Eva Int Wag«

I «^geholt werde, damtt ich die Aufmerksamkeit d« GaffermM c 1 allzusehr errege. Frau Helena soll von nichts wtsftm, imb nur

I mit bet Zeit wird ihr Evchen das Geheimnis verraten.

Wir amüsieren uns beide üb« unfecen Plan ganz köstlich, 1 I darauf beginne ich Eva die Hände zu küssen, und sie behN I mich zum Frühstück.