Ausgabe 
24.10.1925
 
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Schrisileitung: Dr. Friedr. Wilh. Lange. - Druck und Verlag der Vrühl'schen Aniv.-Buch. und Steindruckeret. «. Lange, «ch»

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das'" verbot die Richterin,es tönt häßlich.«

Sie setzte sich auf den Rand des Steinsarges, neben ibr I ^rfnf, Äsendes Bild, das die betenden Hände gegeneinandev I ^b^e9r£?l: -®a du. nun auf Malmort bist, verlassest^

; I Wulfrrn, ohne mich nach vernommenen Zeugen

I E Vder frmgegeben zu haben von dem Tode des Mannes I MrfV- t?n+ d widerwillige Gebärde.Füge

I dich. sagte sie.Ist es dir keine Sache, so ist es eine Som. I die du mir erfüllen mußt, denn ich bin eine genaue Frau" betTO^?itiL dir ausgerichtet haben", versetzte der I aufgebracht,daß ich dich nie beargwöhnte, weder ich

I Arbogast, der mir das Zusammensinken des Vaters bs- I A^en hat Zkch bm kein Zweifler und möchte nicht leben als »nh fÄk deren, die in jedem Zufall einen Plam

I ""d in ledem Anfall eme Schuld wittern, doch das sind Be° I ir°Zene oder selbst Betrüger. Der Himmel behüte mich vor I ^en! Hatte ich aber Verdacht geschöpft und Feindseliges gegen M dem Antlitz sehe, stünde ich entwaffnet.

I EN wahrlich, du blickst nicht wie eine Mörderin. Wärest chu E Dose, woher nähmest du das Recht und die Stirn, das | oose aufzudecken und zu richten? Dawider empört sich die Ratur!"

-Ä "r®tn ®^Seiien t^tscin- "Aber was ist das für ein dumpfeS ?^hnen, ^s den Boden schüttert?"Das ist der Strom", I die ^Rt^ertn,*der den Felsen benagt und unter der e®. Stau, fu§s der Höfling treuherzig fort, I ra.Sa btc^e teiden mochte, und ich sage dir warum Dieser I &i«r mein Vater war ein roher und gewaltsamer Mann.

sage es ungern: er hat an meinem Mütterlein mißgetan, I to^U9r mta9 daran denken. Ins Kloster

I bat er es gesperrt, sobald es abwelkte. Da ist es nicht zu wundern. I k-e Menschen sind, daß ich von dir nichts wissen too[[h> I dre es von seinem Platze verstieß."

I t u 5>ier tust du mir unrecht. Da wir so zusammen-

I s^n. Wulfrin, warum soll ich es dir nicht erzählen? Ich habe I deiner Mutter nichts zuleide getan. Kälter und lebloser als dies« fc,e 'Ene H°nd, da sie gewaltsam in die deine» wurde. Aus dem Kerker hergeschleppt, zuae-

I !.^^!.dert svurde ich ihm von dem Judex, der mir einen zitternden i von mederer Geburt erwürgt hatte. Richt

| redes Werb würde dir solches anvertrauen, Wulfrin."

«2tch glaube dir", sagte dieser.

I . . "Fmer Gezwungenen und Entwürdigten", betonte sie gab dein Vater sterbend die Freiheit. And ich wurde Herrin von' OM, I Erund. Wulfrin, dir die Sache zu besehen. Sie

I ist dunkel und schwer. Betrachte sie von allen Seiten! Denn du räumst Mir ein vernichtete ich deinen Vater, so bin ich oder du

I bist zuviel auf der Erde." fuhr er auf,doch nein, du blickst

I r^ung. Siehe, Frau, das ewig« Verhören und Richten

I hat dich quälend und peinlich gemacht und wahrhaftig, ich glaube" bitt d^« mtf Stein T -auch eine Frömmlerin

bt)t du. Er hatte rings um das Frauenhaupt die Wort« gelesen- Orate pro magna peccatrice."Das hier ist grotzgetan." ( mn eme kirchliche Frau", antwortete Stemma,doch I "pv*-*, ach bin keine Frömmlerin, denn ich glaube nur was < Harzen.erfahren habe. Dein Knecht, der Steinmetz Arbogast, fragte mich tn seiner einfältigen Art, was «mir um das Haupt schreiben dürfe. In feiner schwäbischen Heimat sei bei vornehmen Frauen die Amschrift gebräuchlich: Betet für eine Sünderin.Schreibe mir", sagt« ich,Betet für ick Wulfrin, du hast recht gesagt, was

t rief dm Höfling, aber nicht als Antwort auf

I liefen Selbstruhm, sondern das Haupt in die Höhe richtend, wo Palma stand unb das helltönige Glöcklein zog. Sie hatte sich lange auf der Wendeltreppe gesäumt und aus den Luken nach dem ihr vorenthaltenen Bruder zurückgeblickt. In der weiten Bogenoffnung des von den ersten Sonnenstrahlen vergoldeten Turmes wiegte sich ein lichtes Geschöpf auf dem klingenden Moxgenhimmel. Der Höfling sah einen läutenden Engel, wie ihn etwa in der zierlichen Initiale eines kostbaren Psalters ein farbenkundiger Mönch abbildet. Eine Innigkeit, deren er sich schämte, richrte und füllte fein Herz. Hatte ihn doch dieses lob­preisende Kind vom Tode errettet.

Inzwischen sammelte sich im Burghöfe das Gesinde dec Richterin, wohl einhundert Köpfe stark, Männer und Weiber. Än finsteres sehnig^ sonneverbranntes Geschlecht, das den Behelmten eh« feindlich als neugierig musterte. Dieser, di« Ä Erbe gestiegene Palma darunter erblickend, machte sich Bahn und als wollte er sich für die flüchtige Andacht rächen» welche er zu mnem Geschöpf aus irdischen Stoffe empfunden, S* di« Hand auf die Achsel und den blühenden Mund ^H^n kräftig. Sie zitterte vor Freude und wollt« mwidern, doch chnefellr faßte di« Dichterin mit der Linken ihre bkte"6' "* M« M6» i"

(Fortsetzung folgt.)

\ Stemma hebt das Fingerlein, Sie tut es ihm zuleide. And fährt damit wohl auf uird ab Aeber die blanke Schneide.

Ein Tröpfleia warmen Blutes quoll"

Stille, Schwächling!" zürnte die Richterin.DaS hast du dtr in deinem Schlupfwinkel zusammengeträumt. Solche Schmach 'Et die Sonne nicht! Stemma ist makellos! And auch der Eomes, er komme nur, ihm will ich Rede stehen!"

Stemma, Stemma!" flehte Peregrin.

Hinweg, du Aichts!" Sie entzog sich ihm mit einer starken Gebärde und seine Zuge begannen zu schwimmen.

Mein Weib, mein"Leben" wollte er sagen, doch das Wort war dem Ohnmächtigen entschwunden.Hilf, Stemma" yauchte er,,wie heißt es, das Atmende. Blühend«? Hilf!" Die Richterin preßt« die Lippen und Peregrinus zerfloß.

Erwacht stand sie vor dem Lager ihres Kindes. Sie küßte Äm die geschlossenen Augen.Bleibet unwissend!" murmelte sie. Dann glitt sie neben Palma auf das breite Lager und schlang

Arm um das Mädchen, wie um eine erkämpfte Deute: "Du bitt mein Eigentum! Ich teile dich nicht mit dem ver- schollenen Knaben! Dich siedle ich an im Licht und umschleiche dich wie eine hütende Löwin!" Der Traum hatte ihr Pereqrin gezeigt nicht anders, als sein Bild in ihr zu leben aufgehört hatte. Langst war der Jüngling, dem sie sich aus Trotz und Auflehnung mehr noch als aus Liebe heimlich vermählt, an ihrem kasteiten Herzen niedergeglitten und untergegangen, und rar- HE Fingerbeere gespritzte Blutstropfen erschien r ^"Uterten als em lockeres und aberwitziges Märchen. Schon glaublicher deuchte ihr der andere Bewohner der Anterwelt, r??. "E sich auf dem Lager umwendete und das Haupt in die Kisien oegrub, ohne den Arm von der Schulter ihres Kindes zu lösen, erblickte di« Entschlummernde den Eomes, wie er an den Speer gelchnt verdrießlich im Schilf« saß und etwas Feind­seliges tn den Bart murmelte. Ein Lächeln des Hohnes glitt über £>r ker&unfelteg Gesicht, denn Stemma kannte die Hilflosigkeit der Abgeschiedenen. M

- 3m ersten Lichte weckte die zwei Schlafenden ein jäher i Hornstoß und riß sie vom Lager empor. Der gewaltsam« Tagruf beleidigte das feine Ohr der Richterin. Sie erriet, wen er meldew und mit schnellem Entschluß und festem Schritte ging sie Wulfrin entgegen. Roch vor ihr, den rasch ergriffenen Wulfenbecher in der Hand, war Palma durch die Tür gehuscht.

In das von Rudio geöffnete Tor tretend, stand Stemma Ä'' ,Höfling der sie mit verwunderten Äugen betrachtet«. Das Antlitz gebot ihm Ehrfurcht. Gr verschluckt« ein unziemliches Scherzwort über sem durch vier Weiber gerettetes Leben. De- ^lttgt von dem ruhig prüfenden Blicke und der Hoheit der blassen Zuge sagte «r nur:Hier hast du mich Frau", worauf st« I Bringen* Bat Mühe gekostet, dich nach Malmort zu I

» »M? i[t di« Schwester, daß ich sie küsse?« fuhr er fort und diese, die inzwischen den Becher gefüllt hatte, eilte ihm mit I und leuchtenden Augen zu, obwohl sie vor-

£ Mjritt uit& den Wein nicht verschütten durfte. Sie trat | Druder und begann den Spruch Da aber Stemma den I

&er &em Comes den Tod gebracht, in den Händen ihres I cT-MlCf-te " ra» ?e" frischen Mund über feinem Rand. I Ä"ffEd fte einen Ekel und einen tiefen Abscheu. Mit ficherm

bemächtigte sie sich des Bechers, den das überraschte Mädchen ohne Kampf und Widerstand fahren ließ, führte chn mH fal1>e eigenen Mund und bot ihn dem Höfling I

Sorten:Dir und Dieser zum Segen!" Wulfrin I lepttc Den Decher vH ne leg^che Furcht.

.. J°^^d bestürzt und beschämt. Da hieß di« Mutter I He die Glocke ziehen, die hoch oben in einem offenen Türmchen I das Gesinde weither zum Angelus rief. Palma hatte I ° Freude gehabt, das leichtbewegliche Glöcklein erschallen I 3U laffen und das Amt war dem Mädchen geblieben. Sie fügte I iicy zögernd. I

W du ihr die Freude verdorben?" fragt« I »a Stemma wies ihm die Inschrift des Bechers. Sieh« I nichts",^meinw^ Eheweibes", sagte sie.Davon lese ich I »Erfreu« dich am Wein!

Willkomm........I

.. Der Finger der Richterin zeigt« das Verwischt«, aus welchem I Wr ein genauer prüfendes Auge noch drei Buchstaben leserlich I hervortraten, ein i ein K. ein. l. Wulfrin erriet ohne MühA

Willkomm im Kämmerlein!" I

»Du hast recht, Frau", lachte er.

w ®ie nahm ihn an der Hand und führte ihn vor das Grab-- I d^.Dater, die Linke am Schwert, die Rechte | .fthorn. die steinernen Fuße ausgestreckt. Wulfrin be- I

Nck^i r^eT ?ber treuherzigen Züge nicht ohne kind- I abgebildete Hifthorn erblickend, hob er tn I einer plötzlichen Anwandlung das wirkliche, das er an der Seit« |