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Wachsender Geltung gebracht hat, ihre Schwungkraft b«Hallen soll unter Verzicht auf die Spekulation mit allen ihren Möglichkeiten, um dabei Umsturz und Aergernis zu vermeiden.
So übertrug der Krankheitsftoff, der die große Korporation! der Kirche traf, sich auf das gewerbliche Schaffen. Man sieht, wie kerzengerade die Linie verläuft, die uns Menschen aus der Epoche der Gisenkonftruktionen mit den Menschen aus der Zeit der himmelwärts strebenden Steindome verbind^.
Wettauslausch unterdreö^n lieh, so Satz man die Äochftnans schließlich verdächtigte, sie habe stch überhaupt nicht in ihrem N^etzasusua^stören laften - wir finden ein Vorbild dieses k^harrenS in fruchtbarer Bewegung in den Kontoren von Bruggs und Florenz, von Nürnberg und Venedig der gotischen Ze»t. Der Stand des Kaufmanns war damals hochgeehrt, und die Chronisten rühmen, daß auch der Adel sich an den Geschäften beteiligte. Handeln und Verdienen galt vielfach sogar als ein Gott wohlgefälliges Werk, beispielsweise bei den Niederländern, denn tüchtig und redlich zu schaffen war eine Art FrommigkM, wie denn auch „die Zeit zu nützen" einen fronnnen Vinn bekundete. Der Geburt der Viertelstunde folgte die Entstehung des „ehrbaren" Kaufmanns — nicht Handelsmannes im üblichen Sinne-, dessen Handschlag wie verbrieftes Recht war und der Schützer und Förderer der um ihn gescharten Gruppen wurde, etwa in der Weise unserer heutigen Wohlfahrtseinrichtungen großer Jndustriewerke. , , ,, „ „ , .
Das Tempo der Zeit gebar auch die erste Frauenbewegung — nicht so wie in den Tagen des Cinquecento, in denen den üppigen, heiteren, tänzelnden Patrizierinnen es leicht gemacht wurde, geistreich zu sein. Die gotische Frau zog in ihrer Kemenate die Lektüre ernsthafter Codices den Zeittändeleien vor. Gleichen- Rußwurm nennt als Vorläuferin dieser neuen Bestrebungen auf dem Gebiet der Frauenfrage die am französischen Hose in der Mitte des vierzehnten Jahrhunderts lebende Philosophin und Dichterin Christine von Pisan, die mit starker Kraft und vollem Recht für die Würde ihres Geschlechts eintrat und mit ihren. Kenntnissen, ihrem poetischen Genie, ihrer politischen Einsicht bei weitem die Männerwelt ihrer Umgebung überragte. 3n Aristoteles und Dante vertieft, formte sie ihre Lebensanschauung nach ihnen. Wenn die Frau nach den Zeiten eines in lächerlicher Verhimmelung grotesk gewordenen Minnedienstes wieder zu einem Gegenstand respektvoller Verehrung wurde, so ist dies nicht zum wenigsten dem Einfluß Christines zu danken. Sie war zudem die Erste, die sich für den Gedanken der Koedukation begüterte, für eine gemeinschaftliche erzieherische Ausbildung der Mädchen und Knaben. .
Uebrigens knüpft auch unser heutiger Begriff der Mode an den regulierenden Stundenschlag 6er Gotik an. Es war damals üblich geworden, sowohl für die Artigkeit des Benehmens und Sichgebens wie für die Sitten und Gebrauche bei Festlichkeiten und im Haufe bestimmte Richtlinien festzulegen, die man dann auch auf das Kostüm und den Schmuck übertrug. Freilich wurden diese, zunächst von England ausgehenden modischen Bestimmungen in Bälde zu einer Klammer, deren einengende Wirkungen wir über alle Revolutionen hinweg bis heute noch nicht losgeworden
Analogien zwischen damals und heute drängen bei der Lektüre des Buchs Gleichen-Ruhwurms sich vielfach auf. „Ritter und Könige" sahen ansänglich mit naiv-neidischem Staunen den neuen Systemen zu, reich zu werden, „wie Lombarden und Levantiner sie erfanden". Aber dann drängten auch sie sich in den Handel, hoffend, daß das rollende Gold an ihren Fingern hängen bleiben würde — genau so, wie es bei uns in den Perioden des Gründungsfiebers war und wie es jetzt wieder bei dem Ansturm des Adels in daS Industriegebiet und die Dankwelt sich zeigt.
Einen Auhepunkt in dieser rastlosen Tätigkeit bot das gotische Haus, das Jakob Grimm so anmutig zu schildern Weitz. Gin Antasten des heiligen Hausrechts wäre als Frevel gegen Gott und Menschen erschienen, denn es war ja die ehrliche Tüchtigkeit, die den Hausstand schuf und erhielt. Gemütlichkeit im eigenen Heim pflegte man besonders in Holland, und im Rahmen dieser Geselligkeit entwickelten sich auch schon bestimmte, uns Leuten der Gegenwart gleichfalls nicht unbefannte Typen von charakteristischem Gepräge: Der Sammler, der Altertumsliebhaber, der Anekdotenerzähler, der weitgereiste Mann, der seine Ideen über das Leben in der Fremde zum Besten gab. Es war der erste rege Gedankenaustausch, in einer Zeit, die das gedruckte Buch ncch nicht kannte.
Ich sagte, datz die Turmuhren damals auch die Viertelstunden schlagen lernten. In der Tat ging von 6er Kirche der Pulsschlag der Zeit aus. Grundsätzlich forgte die Kirche für „gutes Gewissen", indem sie den erlaubten und unerlaubten Reichtum streng voneinander schied. Wenn das kanonische Recht das Zinsnehmen atö Wucher verpönte, eine Maßnahme, die späterer Volkswirtschaft töricht und Mbegreiflich erschien, so beruhte dies auf tiefschürfender psychologischer Klugheit. Be- !lrebt, auch dem Richtbesitzenden Gerechtigkeit widerfahren zu assen, wollte frühgotische Sitte ihm die Verbitterung ersparen, Me naturgemäß entsteht, wenn Geld Geld gebiert und dem Müßigen in den Schoß wirst. Sie wollte die Spekulation unmöglich machen, die schließlich auch mit den Existenzmitteln der Aermeren enteignende Geschäfte trieb. Aber als die Handelswelt begann, die Gebote der Kirche wie ein lästiges Gewand abzuwerfen und selbst geistliche Würdenträger der weltlichen Geldgier Vorspann leisteten, bröckelte Stein für Stein von dem behutsam errichteten Gebäude feindurchdachter Volkswirtschaft ab. Ungelöst und scheinbar gar nicht zu lösen liegt seitdem das Problem, wie Me mächtige und in vielen ihrer Wirkungen gewiß segensreiche Weltwirtschaft, Me sich feit dem fünfzehnten Jahrhundert zu
2000 km im Faltboot.
Tagebuch-Skizzen von Fritz Voelkel»München.
Durch die Wachau.
Hallo, Ernst! Alles fertig!?
Jawohl!
Die Dootsleine wurde losgelöst und die ersten Paddelschlage klatschten ins Wasser. Bald zogen wir unter 6er Brücke Passaus Me Donau hinab.
Die Donau! Richt so besungen wie Deutschlands Strom, der Rhein, nicht so verherrlicht wie Mefer und doch eingefäumt von Bergeshöhen, reich an Ruinen, umwoben von Sagen. Ihre Ufer träumten von dunkler Vorzeit, von wildem Schlachtengetümmel. Sie tranken Ströme von Blut. Hier kämpften Gothen und Langobarden, rangen Attilas Horden, hier ballten sich die Völker bei ihrer Wanderung zu harten Kämpfen, und heute noch sind die Wogen jener wilden Völkerbrandung zu verspüren. Wogen, Me sich von Zeit zu Zeit in blutigem Ringen vergeblich zu glätten versuchen.
Freundliche Bilder von unvergeßlichem Reiz — wer kennt sie nicht, Me herrliche Wachau! —, düstere Romantik und wiederum endlose Einsamkeit formen ein Bild erhabener Größe.
Mit wenig Geld, aber mit desto mehr ilnbefümmertbeit hatten wir es uns in den Kops gesetzt, Me Donau mit all ihren Reizen, all ihren Gefahren in unseren zwei Faltbooten kennen zu lernen. Zu weit würde es führen, die vielen Bilder, die sich unS ewig ins Gedächtnis geprägt, zu geben.
Augusttage waren es. Glühende, herrliche Sonnentage. Endlos dehnte sich der Himmel im wolkenlosen Blau. Sonnengold zitterte über Me Wellen. Schlank und rassig schossen unsere Boote bei der herrlichen Strömung dahin. Hinein ins Oesterreicher-Land!
Bald war Engelhartszell, die Grenzkontrolle passiert. Hier schmiegen sich Me bewaldeten Höhen ans Alfer heran. Immer enger wird die grüne Umarmung. In strahlender Weiße grüßt links Schloß Ranariedl herunter. Rechts wintt Weserufer. Mars- bachzell gleitet vorbei, und bei Waldkirchen erblicken wir hoch oben Reichenbach, ein Raubritternest, das gleich einem Falken auf kantigem Felsengrat thront. Einsamkeit umfängt uns. Und Me Wellen erzählen uns von kühnen Taten, von wilder Fehde. Es waren Taten, Tatenmenschen! Gin ander Geschlecht!
Steil fallen Me Wände zum Strom hinab und brausend zwängt sich der Strom seinen Weg über Felsengestein. Ungefährlich für uns, ungefährlich für unsere Boote, Me sich, unbekümmert wie wir, über alle Fährnisse hinwegsetzten, lieber uns rauscht der Wall», flüstern die Bäume. Die Donau ist zum Waldsee geworden. Einsam und erhaben. Hoch oben schwimmen Sonnenstrahlen in goldenem Laubgrün. Fast waren wir versucht, uns gegen Me Strömung zu stemmen, uns festzuklammem an die grandiose Einsamkeit. Weit und breit kein Dorf, kein Haus.
Obermuhl und ilnterbüßl kommen vorüber, und auf stolzer Söhe grüßt uns Neuhaus. Die Berge fllehen zurück und der trom gießt sich in eine Ebene. Aschach mit seiner denkwürdigen
Vergangenheit erscheint, ein uralter Markt, dessen Anfänge in Me Keltenzeit zurückreichen.
Haben uns zuvor Me Waldberge ängstlich in ihre Arme geschlossen, als wollten sie uns gurückhatten, so schweift jetzt unser Blick frei in die Ebene hinaus. Die Luft ist klar. Am Horizont blitzen Me schneebedeckten steyerischen und österreichischen Alpen.
Wir fahren links der Aschacher Felsenriffe entlang. Donnernd brausen hier die Wellen über tückisch verborgenes Felsengestein und schmälern die fahrbare Breite. Das stolze Ottensheim thront uns auf mächtigem Granitblock entgegen: Die Wiege ■ Kaiser Ottos des Großen. Auch sein Name leuchtet aus blutiger Geschichte In unsere Zeit herein. Wiederum nähern sich sanfte Waldberge dem Strom. Buchenau grüßt links herüber, und rechts steigt bei Margarethen der Kalvarienberg empor, ein Tal, das die Einfahrt nach Linz bildet.
Der Sag ist zu Ende gegangen. Letzte Sonnenstrahlen ergießen sich über Linz. Wir hatten die erste Tagestour hinter uns.
Roch lagert die Dunkelheit über der Stadt, aber bald beginnt sich der Osten zu röten. Als die ersten ©onnenftraplen mit unseren Booten spielen, haben wir Linz schon weit hinter uns gelassen. Links und rechts verflachen sich die Berge, wir durchgleiten das Linzer Becken.
lieber uns spannt sich die Stehregger Brücke, Pie Die Schre- nenftränge der Linie Linz-Prag tragen. Rechts erscheint Edelsberg mit seiner alten Burg, an deren Mauern 1809 eine todesmutige Wiener Freiwilligen-Schar den Franzosen den lieber» gang über Me Traun wehrten. Ausgetobt und gezähmt ergießt


