Ausgabe 
21.3.1925
 
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Vorerst war diese Hilfe noch fern. Der Fluh drang nun in das Dorf hinein, überschwemmte die tief liegenden Gehöfte, drang in die Keller, rasch hatte er die oberste Treppenstufe des FährmannShauses erreicht und floh in das Innere. Man schaff^ da wo das Wasser in die Gebäude eindrang, Pferde, Kühe uttb Schweine aus den Ställen, trieb das geängstigte Vieh durch das Wasser nach den oberen Ortsteilen. Es schien, als ob im ganzen Gebirge der Schnee mit einem Male zur Schmelze ge­kommen sei, immer mächtiger und immer reihender rauschten die gelblich-weißen Muten heran, sie brausten und schäumten, sie gurgelten um die Ecken der Häuser, und die Menschen sahen, daß sie der tobenden Mut keinen Widerstand entgegensetzen kvnnt^, toar iaä Hochwasser nicht, das wir im 1784er

Jahr hatten," sagte ein alter Mann,damals toar ich ein Bub von vierzehn Jahren."

Mehrere Stunden lang hielt die Mut an, nachmittags um vier Ahr ebbte sie ab, die Strömung verlangsamte sich, das wilde Schieben der Wellen hatte ein Ende erreicht, rasch trat das Wasser aus den Dorfstrahen zurück, die Ufer allerdings waren noch weithin überschwemmt. Zum Glück hatte man den zweiten Nachen, der an der Fährstelle lag, ehe die Aeberschwemmung ihre stärkste Gewalt entfaltete, an das Land gezogen und dort be­festigt. Als die Dunkelheit einbrach, fuhren einige beherzte Männer mit ihm nach der Insel. Einer toar unter ihnen, der in einem Pionierbataillon gedient hatte, er gab die nötigen An- toetfungen, wie man fahren sollte. So gelang es, den Fährmann aus seiner gefahrvollen Lage zu befreien. Da fein eigenes Haus unter Wasser stand, so brachte man ihn nach einem Nachbarhause, wo er Glühwein zu trinken bekam, und so mit Federbecken zw- gebeckt würbe, bah ihm bald der wohltätige Schweiß ausbrach.

8.

Als Christine Wild aus der Ohnmacht erwachte, befand sie sich in ihrem Hause, und Aachbarssrauen waren um sie bemüht. Es dauerte eine Weile, bis die Frau sich wieder in die Wirk­lichkeit zurückfand. Niemals war in ihrem Leben so viel auf sie eingestürmt als an diesem 26. Februar 1844, dem Tage der größten Aeberschwemmung der Nahe, die sich im Lichte Der Geschichte abgespielt hat und die denen, die sie erlebt haben, bis an ihr Ende in der Erinnerung geblieben ist. Don der Tochter und den Enkelkindern, von denen das jüngste ruhig in feiner Wiege schlummerte, war sie plötzlich an das Krankenbett des Mannes gerufen worden. Einen mühsamen Weg war sw mit dem Knechte im Trombachtal durch den schmelzenden Schnee gegangen. Als sie am Ende dieses Weges angelangt war, sah sie die Nahe mit gewaltigem Ungetüm vorüberbrausen. In Angst und Sorge hatte sie gewartet, bis der mutige Fährmann sie abholte. Dann kam die gefährliche Ueberfahrt, zuletzt hörte sie die seltsamen Worte des mit feinem Aachen in das Berber den

Da sank die Frau ohnmächtig am User nieder, es entstand eine große Verwirrung, wenn auch kaum einer von denen, die amUfer standen, wußte, was der Mann, der sich dem ^.ode preisgegeben sah, mit seinem Ausrufe gemeint habe. Der Aachen schoh durch die Mut, diese trug ihn geraden Weges nach der Insel, wo noch die Weidenbäume aufragten, und stieß in die Zweige eines der Bäume hinein. Es gelang dem safjrmann, diese zu erfassen und sich in die Höhe zu arbeiten. Der Aachen wurde fluhabwärts gerissen, der Mann toar vorerst gerettet, aber er schwebte in der Gefahr, umzukommen, wenn der Mutz auch die Weidenbäume der Insel überflutet haben würde.

Christine Wild war nach Hause gebracht worden. Aach ihr hatte man, als sie das Ufer erreicht hatte, nicht mehr viel ge­sehen, aller Augen hingen an dem Manne, der sich an den Weidenbaum gefiammert hatte. Man rief ihm zu:Halte dich

mann, auch wenn der Aachen abwärts getrieben wurde, doch immer wieder sich der Strömung anzupassen und den Gegen­ständen, die im Wasser schwammen, zu entgehen. Einige Männer waren auf der linken Seite bis an die Hüften in das Wasser getreten, um den Nachen zu fassen. Mehrere Male machte der Fährmann den Versuch, sie zu erreichen, aber immer wieder kam eine am linken Ufer gewaltig einherbraufende Mut, die den Nachen wegrih. Da hielt der Knecht den Männern die Stange hin, diese wurde ergriffen, der Nachen schob sich heran, die Männer faßten die Spitze. Der Knecht sprang in das Wasser» hob die beinahe ohnmächtige Frau heraus, starke Arme nahmen sie in Empfang und trugen sie an das Ufer. Der Fährmann toar aufgestanden, um auch das Ufer zu gewinnen, da rih eine starke Woge den Aachen mit solcher Kraft hinweg, daß die Männer, die die Spitze gefaßt hatten, diese nicht mehr zu halten ver­mochten. Der Fährmann fiel in das Fahrzeug zurück, die Ruder entglitten seinen Händen und verschwanden in den Stuten, der Nachen wurde von den tobenden Wellen weggerissen. Balken und Türpfosten stießen dagegen, jeden Augenblick meinten die Zuschauer, den Wann versinken zu sehen. Entsetzt schrien fte auf; da winkte der Fährmann mit der Hand'Herüber und rief fo laut, daß es das Toben des Elementes und das Schreien der Menschen übertönte:Leb wohl, Christine, ich bin der Michel Klee von Duchroth!"

aus dem Meer lebt sich der blaue Tag zu Ende. Movenschwärme umkreisen neidisch den dahinwanbelnden Reichtum. Doch die guten Tiere können lange warten! Die Nerven der Reichen gehören hier größtenteils dem Spiel, und wen dieser Rausch befällt, der hat kaum noch Zeit für Tiere, Meer und Pflanzen, für Essen, Trinken und Schlafen. Hier blühen sich Vermögen im großen Spielkasino zu Ende. Gestern früh fanb man einen Rumänen mit durchschossenem Schädel auf dem Pflaster. Gr hatte Nerven und Vermögen im Taifun des Spiels verloren.

Schon tanzen die Lichter der großen Bogenlampen auf Der klaren Meeresfläche. Sine kleine Römerin ^rfcht sich an mich heran und appelliert an meine Abenteuerlust. Sie sieht sehr elend aus. Sie hustet verdächtig. Sch nehme fte in mein Hotel, wo wir soupieren. Ich plaudere lange in ihrer Mutter­sprache mit ihr. Sie will nach Rom zum h-iligen Jahr. And weil sie kein Geld zu dieser Reise hat, läßt fte sich, aus Sehn- sucht nach der Heimat, von fremden Händen willig schänden. Wir haben Stunden schon verplaudert. Sie wartet auf meinen Wink, der sie in mein Zimmer befiehlt, wartet mit einem Unterton von Schmerz in ihrem Lächeln. Ich stehe auf. gebe ihr einen kleinen Fond zur Reise und begleite das froh-erstaunte kleine Menschenkind die Terrasse hinunter.

Der Kellner, der uns bediente, steht oben am Vestibül und betrachtet uns wie ein Psychologe. Wie weit es aber mit seinem psychologischen Können her ist, wird mir nicht schwn zu erraten, denn einige Male flüstert er vor sich hin:Oeft un Homme trss comtque, trßs comique!

Der Fährmann von Niederhausen.

Don Heinrich Dechtolsheimer.

(Schluß.,

Von Stunde zu Stunde wurden die Wassermassen stärker, Immer höher stiegen sie, und um die Mittagszeit fluteten sie in Niederhausen schon bis dicht an die Landstraße. Immer mehr Menschen sammelten sich in der Nähe des Fährmanns Hauses an. Sonst an schönen Sommertagen floh die Nahe In grau-gruner Färbung einher, oft war der Wasserstand recht niedrig, so daß man an vielen Stellen mit dem Wagen hindurchsahren konnte, nun wälzten sich gelblich-weiße Wassertoogen einher^ Sie gut- gelten um die Büsche, die am Ufer standen, sie überfluteten die Insel die sich etwaS unterhalb der Fährstelle befindet, so daß dort nur noch die Weidenbäume hervorragten. Immer mehr nach der Straße zu hatte der Fährmann die Nachen ziehen müssen, nun befestigte er sie mit den Ketten an zwei Meilen» fktnSa erschienen plötzlich am jenseitigen Äser zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, die lebhaft winkten und allerhand riefen, das man jedoch nicht verstehen konnte, da der an- geschwollene Muh stark rauschte.

Das ist dem Hannes Wild seine Frau und sein Ki«cht, riefen mehrere Stimmen.Wie wollen die jetzt über die Nahe herüberkommen?" . ,

Allmächtiger Gott, die kann der Fährmann nicht mehr übersetzen. Das Wasser wirft den Nachen um schrien andere, und dabei kann der Wild sterben, ehe ihn ferne Frau noch

Immer ^ängstlicher winkten die beiden herüber, immer drin­gender schien ihr Rufen zu werden. Die Leute die am linken Afer standen, winkten wieder und riefen:Ihr könnt nicht her­über, geht wieder zurück." .

Ohne ein Wort zu sprechen, hatte Seipp dagestanden und die wogende Mut beobachtet. Auf einmal machte er einen Nachen los und sprang hinein. .

Ihr werdet doch nicht überfahren wollen, Ihr seid em Kind des Todes," rief ein Mann und wollte den Fährmann aUrU/3iet 6tr5mung ist noch ruhig," rief dieser, und schon hatte er die Stange ergriffen und den Nachen abgestoßen. Vorsorg- licherweise hatte er am Morgen schon die Ruder, die er sonst das ganze Jahr hindurch nicht brauchte, eingelegt. Angstvoll folgten ihm die Blicke der Leute, die am Afer standen. Sn der Erregung springen sie alle durcheinander. .

Es war eine gefährliche Fahrt, denn schon wurden in den Wogen Gegenstände mitgeführt, die das Wasser an sich gerufen hatte: Türen, Bretter, Gartenzäune, entwurzelte Bäume. Aber der^ Fährmann lenkte fein Fahrzeug gewandt hindurch. Mitten auf dem Musse fand er keinen Boden mehr für seine (Stange, da zog er diese heraus, warf sie in den Nachen und ruderte durch die Mut. Die Strömung war so stark, daß er etwas abwärts getrieben wurde, aber er gelangte in die Nähe des Afers, zog, da er hier wieder Boden fand, die Stange herbei und arbeitete sich bis zur Stelle durch, wo die beiden standen. Der Knecht faßte die Spitze des Nachens und zog diesen nach dem Lande. Dann half er der Mau in das Fahrzeug, stieß dieses ab und sprang selbst hinein. .

Der Fährmann handhabte die Ruder, der Knecht arbeitete, so lange er konnte, mit der Stange. Die Zuschauer am Afer hielten den Ottern an und erwarteten schreckenbleich, daß das Fahrzeug jeden Augenblick umkippen werde. Aber es gelang dem Führ-