Ausgabe 
20.1.1925
 
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IS5 beg-mftism haS-HyW,« auf fielt*»

I 6;®^e Massen von Menscheirkräften zu vereinen,

I un& ge^ltigen Geschäftsverkehr überhaupt zu ermöglichen, | imponiert Neuyork durch dies eigenartige Höhen»

I wachsmm und verdient die Jubelhymnen neuester Besucher über l'H £<l8Ctolel?l Bollendung der neuen klassisch«: Zukunft , diesemenschlichen Gipfelleistungen". Ich will diese I Lvelieder nicht noch vermehren, sehe aber mit Staunen, wie in das Stadtbild durch gewaltige Ausdeh-' nung dieser Hochbaut«! sich verändert hat, und wie manches

I profanen und kirchlichen Charakters von ihnen erdrüK

| .« .P der eigentlichen Börsenstadt, namentlich in der enger: | Bassaustreet, rechen sich die kaum unter 25 Stockwerk hohen Bau- j aneinaicher, der Himmel ist in dieserFelsew-

I ickä-cht kaum zu sehen, Licht und Luft ist den Insassen Be- I poouer sind es nicht genommen, die elektrischen Lampen er-> I setzen fast ständig das liebe Sonnenlicht.

, de» Hochbauten zunr Opfer gefallenen alten 3-, 4» und ^stocrigen kahlen, unschönem schmutzigen Häuser mit ihren eisernen I ^ueri.etiern und llemen Balkons, die mit allen! niöglichen Ge- I ruinpel, Betten und Wäsche, bedeckt und behängt sind, wird man gerne entbehren, sie machen der Weltstadt keine Ehre.

i , das jetzt auch die vornehinen, oft architektonisch wert-

volleii Brownstone Houses bis über die 70. und 80. Straße hinaus zertrümmert werden, daß die schonen, reizvollen Billei, I Abenue Opfer dieser Entwicklung werden, tut einem ordent- I Jr,,D<x,?ie veränderten Zeiten verlangen auch veränderte

I ^vhvvevyältnifse, und in diesem neuen Lande berühren sich die | Gegensätze mehrmals in den alten Kulturzentren.

I . ®inft der Stolz und die Sehnsucht der Amerikaner, das j Herm, das zwei- höchstens dreistöckige Haus allein I vvsn Keller bis in die Dachkammern zu bewohnen, ist fast unp I -jfr e geworden. 3'n vier Etagen kochen, speisen, wohnen und 1 schlafen, immer treppauf, treppab laufen ist undenkbar, wo die I ^enyvoten nicht zu haben sind, oder die hygienischen Vorzüge I dieser körperlichen Hebung nicht zu würdigen verstehen.

I A Bn stelle des EigenHauses entstehen die früher verpönten ^lpartements, die Gtagenwohnungen in 10 oder mehr Stockwerck | vvhen paiasten, die mit allem mvdenien Luxus ausgestattet, den I heutigen Lebensansprüchen weit mehr entsprechen.

I , Man muh anerkennen, dah die Stadt und ihre Bevölkerung! I sich m den letzt«! Jahrzehnten unendlich verbessert hat. Trotz I des . kaum zu beschreibenden Verkehrs in der unteren Stadt herrscht Buhe und Ordnung allenthalben. Kein unnützes Schrei«! v?n Zeitungsjungen, Schuhputzern und Hausierern mehr, kein Schimpfen und Streiten der ineiiianderfahrenden Lastwagen» kupcher. Ruhig und lautlos fahren die hunderttausende von Kraftwagen auf dem tadellosen Asphaltpflaster, gehorchen willig den! Wmk oder Zuruf des Polizisten, der an allen Stratzen- kreuzungen den Verkehr regelt und die Fußgänger harren ge­duldig des Winkes, der ihnen das Heberfchveiten der Straße ge­stattet. Die Entwicklung des Verkehrswesens ist wohl der grüßte Fortschritt in der grüßten Stadt der Welt. Wie sollte sie leben

i und arbeiten können mit den alten Verkehrsmitteln.

Vor einem Menschenalter imponiert mirdas wunderbare Durcheinander der- Pferdebahnen, Equipagen und Fußgänger".

sind sie geblieben, die abgehetzten, danrpfenden Gäule der Straßenbahnen, wo die zahllosen ein- und zweispänmgen, hoch- raortgen, leichten Buggies, die von Damen und Herren in den staubigen Parkwegen tzerumgejagt wurden, weil für ordentliche Equipagen nut Kutschern und Dienern auf dem Bock, wie sie nach 10 Jahren zu finden waren, noch kein Geld vorhanden war? Die Pferde sind fast von den Straßen verschwunden, im Zentral» Sarf4aL*!? "eben wenigen Reitern nur einmal zwei Equipagen. Im Geschäftsverkehr dienen sie nur noch ausnahmsweise zur Beförderung von Kohlen, oder in der Unterstadt noch für Last­wagen. sonst sind die Tiere überall durch mechanische Kräfte

3u den auf hohen eisernen Gerüsten geräuschvoll durch die Straßen sausend«! Hochbahnen, zu d«! eigentlichen Straß«r- bahnen, die mit unterirdischen Kabeln getrieben werden, sind die Untergrundbahnen in immer größere Entfernungen gestreckt wor- den, gehen in tief eingebetteten Tunnels unter dem mächtiges East river hinüber nach Broollin und Lang Island und ver°> initteln mit den grade jetzt bevorzugt«! Kraftomnibussen den eigentlichen Fern- und Schnellverkehr von und nach der Altstadt. Am meisten fallen aber die geradezu unzähligen Last- und Per- sonMkraftwag«! auf, die alle Hauptstraßen in ewiger Bewegung und die Rebenstraß«! in endlosen Reihen wartend anfüllen. Heber 2 Millionen guter Droscht«! und hocheleganter Privat­wagen beleg«: d«i Straßenverkehr. Sie verlangen gute Ver­kehrswegs und man muß der Stadtverwaltung rühmend nach- sagen, daß sie ein mustergültiges Shsfem von vorzüglich«! Asphaltstraßen geschaffen hat, die, weil keine Pferdehufe und feine eisernen Wagenräder sehr mehr bearbeit«!, durch das abtropfenda Schmieröl der Kraftwagen immer noch besser' werden.

Selbst der Zentral-Park, inmitten der Stadt gefegen, ist allenthalben mit vorzüglich«! breiten AsphMstratzen durchzogen und die Fußwege sind mit dem gleichen staübfpffen WatMÄ Merfi,

Mutter. Sie war inzwischen tut Dvrfkrug gewesen, um Salz zu holen, und hatte dort etwas gesehen und gehört, was chr vwi Vergnügen bereitete. Gehorsam nahm sie ihr Pack Betten und stieg zum Boden hinauf. >

Janek war nach dem Auftritt mit dem Jäger nach Hause gegangen und hatte im ersten Qlerger alles seiner Mutier er­zählt. Ihr war es nicht recht, dah ihr Sohn sein Herz an arme Mädel gehängt hatte. Er konnte trotz seines körper- tichen Gebrechens, das überdies kaum zu merken war, um eine Wohlhabende Dauerntvchter freien. Mit der Rosinska, derweisen Frau' des Dorfes, die schon oft die Freiwerberin gespielt hatte, war schon alles bekunkelt. Die Lisa Ribak hatte ein Auge auf Janek geworfen. Das wär eine gute Partie! Ihre Eltern wollten ihren großen Bauernhof verkaufen und nach der Stadt ziehen. Dann bekam Lisa als Mitgift ein großes Stück Geld. . .

. . Das alles hielt sie ihm und nicht zum ersten Mal so ein? dringlich vor, daß Janek wütend wurde, seine Arbeit hinwarf und wieder in den Dorfkrug ging, wo er sich gegen Gewohnheit einen kleinen Zacken antrank und die Bauernsöhne, die rhm Gesellschaft leisteten, traktierte. Sie hielten rhm seine Hnent- schlossenheit vor. Weshalb er denn nicht an Olgas Kammer­fenster ging, toenn er sie dem Jäger nicht gönnte? Man müsse sich um ein Mädel, das man gewinnen wollte, bemühen.

Frau Komossa hatte sich inzwischen in Olgas Kammer und Bett einquartiert. Sie war schon im Halbschlaf, als es leise ans Fenster pochte. Sofort sprang sie auf, ergriff die Kanne mit Wasser, die sie für alle Fälle bereit gestellt hatte, streß das Fenster auf und goß dem nächtlichen Besucher, den sie in der Dunkelheit nicht erkannte, den ganzen Schwall ins Gesicht. Laut fluchend stolperte Janek durch den Garten weg. Jetzt erkannte ihn Frau Komossa an der Stimme. O, da hatte sie ja was Schönes angerichtet! Oben lachte Olga, die an der offenen Bodenluke gelauscht hatte, spitzbübisch. Sie erwartete, daß Janekfensterln" kommen würde.

Am anderen Morgen sagte Olga heuchlerisch:Ja Mutter, wenn du den Freier, zu dem du mir selbst zugeredet hast, so empfängst ..."

Eine Stunde später zog sich Frau Komossa an und ging SU Janek, sich entschuldigen. Sie sei es gewesen, nicht Olga , . Hnd sie habe geglaubt, es sei der Jäger. Janek fertigte sie, mrz ab. Gr habe es nicht nötig, sich so behandeln zu kaffen. Noch am selben Tage trug Frau Rosanski die Birautgeschenke zu Lisa Ribak. - |

Am nächsten Sonntagvormittag erschien bei Frau Komossa ! per sehnlichst erwartete Freier, der Holzmeister Rosocha, ein stattlicher Mann, von etwa vierzig Jahren. Glückselig verschämt trug sie ein reichliches Frühstück auf, goß zwei Gläschen Likör ein und stieß mit ihm an. Der Zweck des Bbsuchrs war doch nicht zweifelhaft. Der Freier ah langsam aber gründlich. Schließ­lich konnte Frau Komtessa ihre Hngeduld nicht länger bemeistern

Ra, mein lieber Herr Rosocha, haben Sie sich! düe Sache! Überlegt?"

Der Holzmeister legte bedächtig Messer und Gabel weg.Ja, meine liebe Frau Komossa, Sie haben mir so gut zugeredet, ich» J wll mich als Witwer noch mal verändern, daß ich mich denn doch j dazu «itschlossen habe. Ich bin zwar einige Jahre älter als ! Ihre Tochter . . .

Olga?" stammelte die Frau fassungslos.

, Ihre Olga, wen denn? Ich habe schon mit ihr gei= z sprechen . . . sie will mich nehmen."

Zur einen Tür ging die Mutter still hinaus, zur andern! I flog die Lvchter herein und warf sich dem Mann, den sie schon ! lange lieb hatte, an die Brust. |

Neuyork.

Bon Geheimrat Professor Dr. Paasch e.

Ganz erfüllt von der Grohartigkeit des Verkehrs, ver- i wirrt von dem Straßenlärm, dem Drängen und Hasten in der I Ath, so schilderte ich in mernen 1893 erschienenen Kultur- und | Reffeskizzen aus Rord- und Mittelamerika meine ersten Eindrücke. | »le stabt als solche imponierte mir nicht sonderlich. Der | Mi« aus meinen! Zimmer des alten Plaza Hotel auf den Herr- I Uchen Zentral-Park mit seinen Seen, auf das wunderbare Durch- ] euEber der Pferdebahnen, Equipagen und Fußgänger ent- |

schädigte mich für den Staub und Schmutz, die erstickende Lust I

unb den Lärm in dem M«ffchengewvge der Altstadt und des !

Hafenviertels. Wie hat sich das Stadtbild, das Leben und I

-treiben in der größt«! und eigMartigsten Stadt der Welt seitdem I «uwickell! Damals zeigte man mir in Chikago mit Stolz das ! Temple Duffbing mit seinen 22 Stockwerken als dashöchste | gauö ber Welp'. Am Battay Place und am Broadway stiegen j «Lauser nicht mehr als 1213 Stockwerke empor und die j wPt der damals noch viel angefeindeten Wolienkratzer war I beschrankt, ;hre Vorzüge wurden noch wenig anerfarmt. Als | iH .uach 10 Jahren wiederkam, war R«ryork gewaltig in die I Mye gewachsen und abermals nach 10 Jahren waren die I Mi^su Höhen mit 84 Stockwerk«, in dem herrlick^n Woolworth I erreicht. Die Vorzüge der großen, himmelhoh«, Ge°- j schaftshauser mit ihren Tausenden von Offices haben sich immer I