Ausgabe 
19.12.1925
 
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MtnofMLt AU sein scheint. Er teilt schreien, da fallen ihm dis SÄnm ein. Ob die auch nachts schwärmen? Da er nicht aanA sicher ist, beschließt er zu schweigen.: Das M mit ihrem Stegen die Loreley getan, schallt es wehmutig aus der üerne.

So den hätten wir, denkt Vetter Peter und schlägt ve^ Miügt den Kiesweg zum Teiche ein. Verloren steht er zwei Schatten schwanken, und ruft sie an, da er an Gespenster .acht ^^Dester @rai, wispert die Gräfte atemlos,wir haben uns verirrt. Wie kommen wir zur Mufchelgrotte.

Wir schwimmen eben hinüber. Aber darf man fragen..."

Fragen Sie nicht, helfen Sie" keucht die Varonin.

Aber nu natürlich. Aur immer herein, meine Damen? Er macht das Boot flott, entsetzt schließt die Baronin Me Augen.: Ich glaube, die Wellen verschlingen am G-rde den Schisser und Kahn, hallt es noch i-tt ihr nach Aber dre Freundin läßt ihre Hand nicht los.

Pfeilschnell geht es über die dunkle Mut. Setzt erst fallt beiden ein, daß sie in Fetedeshänden sind. Sie kennen den Grafen als einen Mann, der statt Unterleib Bauch und statt Beinkleider immer Hosen sagt. Aber setzt ist er so artig, day sie sich beruhigen.

Er will sogar eine Ballade singen. Sie beschwören ihn, stille zu sein. Er meint, daß Feuerbach wohl kaum in der Grotte sein würde. Die Chassepot wird unruhig, das Doot schwankt bedenklich. Endlich ist das Ufer erreicht. Der Graf laßt die Ruder gemächlich ins Wasser fallen, er will den Damen beim Aussteigen helfen und balanciert aus dem Bootrande. Da ein Ruck, ein Stoß, ein Schrei. Vetter Peter liegt im Wasser, der Kahn fliegt zurück auf die hohe See, ruderlos, steuerlss verschwindet er im Schilf.

Sind Sie von ©inben!" schreit die Gräfin durch Rebel und Mondschein. ...

.Rein, aber naß", schallt es zurück ht krustigstem Brustton. Rur keine Furcht, meine Damen. Sch alarmiere die Feuerwehr, vor morgen noch sind Sie gerettet."

Das wäre die Schwiegermutter, überlegt er kühl und arbeitet sich triefend zur Grotte hin, die natürlich leer ist. Peter, du wirft cillmähllch aus einem Richtsnutz noch ein passabler DUonrär bei Werken reinster Rächstenliebe. Wer also jetzt? D. ich die Büsche muß er sich an schäkernden Pärchen vorbei- drücken, sonst hält man ihn gar für einen mattierten Repton und er muß sein Sprüchlein sagen. Endlich stößt er auf Dora.

Vetter, wie sehen Sie aus?"

Richt so laut, sonst hört es der Mond. Dem hab' ich nämlich vorgeschwindelt, daß ich mich aus Liebe zu Shnen er­tränken wollte."

Lachend entschlüpft sie ihm.

, Lassen Sie die Kindereien, ich habe mein neues Kleid an. Wo ist Rita?"

Sm Teich jedenfalls nicht, also anderswo, was man so sagt, aus dem Müschen."

find Baron Otto?"

Sn dem Häuschen."

Lassen Sie doch die kurischen Witze! Haben Sie die Baromn

gesehen?

Ö sehr, die schwimmt. Als ich aus dein Teich kam, flog sie hinein. Wir begegneten uns."

Sind Sie toll? Die mit ihre!, Verven auf dem Teich! Das

ist ihr Tod."

Ja, wissen Sie, Cousine, etwas knackte auch in ihrem morschen Gebäu, aber ich glaube, es war nur das Korsett. Run, und Sie?"

Ach Vetter, ich habe eine große Dummheit gemacht.

Schadet nichts, heute liegt's in der ßuff.

3a, Sie haben gut sagen. Sie bekommen von Mama Ihre Schelte und werden nach Heidelberg oder gar nach Hanse ge­schickt. Aber ich ach Gott, morgen fangen bestimmt meine Stunden an." ..

Er legt sinnend den Finger an die Rase und drilckt sich mit der anderen Hand bas Wasser aus den Haaren:Sa, Eousinchen, da gibt's nur ein Mittel. Verloben wir uns."

Danke, dann schon lieber englische Vokabeln. Ein Bräuti­gam, der's noch nicht trocken hinter den Ohren hat..."

Sch ziehe mich um."

Lind ich besinne mich unterdes noch dreimal. Sa, warum schütteln Sie sich so? Haben Sie kalt?"

Rein, aber Hunger."

Da kann ich aushelfen." Sie zieht aus ihrer Tasche einen länglichen, echt kurischen KümmeLuchsn.Gr ist zwar ange­bissen, aber fangen Sie vom andern Ende an.

Himmlisch, so arbeiten wir uns entgegen. Wer doch schon in der Mitte wäre!

Jetzt bekommen Sie gar nichts, schämen Sie sich Und nun gehen Sie und lassen S'e sich von Ihrer Semmes--Mähte aus­schelten. Ich habe noch keine Lust dazu.

Lachend springt sie davon. Semmes-Mathe! Das Wort ist ihm in die Glieder gefaxten. Aber ein Mann sieht seinem Schicksal ins Anne. Kühl pfeifend' toenbct er sich dem Schlosse zu.

Fürs erste hat's damit auch gute Weile, denn Gemmes-Mahls fitzt ahnungslos auf dem mondhellen Balkon neben dem tief* zufriedenen Jean Paul. Er hat genug getan und laßt feine leichte Garde plänkeln. Unruhig wird er nur, weil die Verlobten noch nicht kommen, nach seiner Berechnung könnten sie schon da sein. Denn in seinen Romanen verlobt man sich eben auf Lie Minute.

Was haben Die nur, lieber Freund?" fragt Dorothea, als er sich wieder einmal über die Brüstung beugt:Lassen Sie das junge Volk schwärmen, im Wirtshaufe beun Tanz. Ich kenne das Sn Elley, auf dem Gute meines Vaters, durften wir mitunter auch mithalten. War der Tanz auch etwas hand­fest, schön war's doch. O Jugendzeit!"

Sie stützt sinnend das schöne Haupt und sieht zum Monde auf. Dann fährt sie mit dem Taschentuch Über die Stirn und lenkt lebhaft ab:Kommen Sie erzMenS w nnr ltebte. wie weit Sie mit Ihren Künsten find. Bewahrt sich das Rezept ist der Pansch fertig?" ,

Aufmerksam hört sie die Geschichte von den zwei Billetts und schüttelt ungläubig das Haupt:Mein lieber Sean Paul, das ist sehr hübsch, aber glauben Sie mir, ams Reptunbrunnew find die beiden beftimmf nicht. Und hätten Sie ihnen ein noch verschwiegeneres Stelldichein, sagen wir im Schornstein, zi^esagt, sie gehen -licht in die Falle. Liebe will allein für sich«denfaw jede Rachhilfe kann nur verletzen, wenn die Absicht auch hi« reinste war. Sie fühlen sich schuldig, eie haben etwas gutzu^ machen? War es nicht so? Sa, lieber Freund, wenn lebet Dichter verantwortlich wäre für den Wirrwarr den er ut jungen Köpfen anrichtet, es gäbe bald keine Poeten wehr. Wissen Sie was, schicken Sie Ihren neuesten Roman unserer Rita als Hvchzeitsgefchenk. Das sei Ihre Sühne.'

In, aber wenn nicht beim Reptun, wo sind sie denn?'

Die Herzogin lachte herzlich über des Posten verdutztes Gesicht: ,Da 'fragen Sie mich zu viel. Jedenfalls an einem Ort, wo niemand sie 'sucht. Ich habe meine stille .Sreube &ran nnc meine Helmy jetzt den Park durchsucht. Sie wird Nichts finöen.

Aber da mutz ich doch gleich..."

Auch in den Park? Glück auf den Weg, ich beurlaube Sw. Daß" Sie sich ja nicht einen Katarrh holen. Legen Sie sich nicht etwas um? Rehmen Sie das hier. EZ ist zwar nur die Pelerine meiner Tochter.

Sean Paul starrte den verhängnisvollen Umwurf an unft erkannte ihn. Es war derselbe, den er damals in den Park ge­tragen, den er und Ponto als Ritas Gigentum angesehen.

Ihrer Tochter?" stotterte er entsetzt.

Sch denke doch, zeigen Sie her. Bestimmt, der gehört meiner Aeltesten. Aber was haben Sie?"

Durchlaucht, ich fürchte, Sie haben recht. Dichter taugen nicht zu Gelegenheitsmachern. Und sollten Sie recht haben, so bitte ich morgen um einen Wagen." . ,

Sie wollen fort? Um Gott, warum? Gestel Ihnen der heu­tige Abend nicht?" .. . , ,

Auf einer Perlenwage will ich ihn wagen. Dieser Abend ist es, wonach ich in meiner leeren Jugend mich umsonst gesehnt. Er hat mein unbewohntes Herz so reich bevölkert, -aber wr Vater gehört in die Familie. Sch sehne mich nach meinem Weibe, nach meiner Schreibstube, ja nach meinem Kanarienvogel. Letzthin hat mir von meinem Max geträumt. Durchlaucht entschuldigen, der alte Aevtun ist ein sehr ungeduldiger Herr."

Und f. rt war er, natürlich ohne Pelerine: nur seinen Hur warf ihm Dorothea noch lachend herab und sah sich dann doch etwas beunruhigt nach ihren Damen um.

Fürbaß schreitet Jean Paul feinem Verhängnis entgegen. Schon hört er das diskrete Murmeln des Driinnens, das fast tote spöttisches Gekicher klingt. Da schimmert es weiß durch die Taxus­hecke, die um den Reptun herum zu einer Art Tempel mit Säulen und Fensterausschnitten zugestutzt ist. An einer dieser grünen Oefsnungen fitzt Wilhelmine, den Kopf wie schlummernd in den aufaestützten Arm gelehnt. Blendend trifft der Mondschein die toetec, regungslose Gestalt, als wolle er von dieser schönen Stirn die Gedanken abschreiben als Stammbuchblätter für seine Sterne. Himmel, ist dies Weib schön! Jean Paul wagt nicht näher zu treten. Da macht sie eine Wendung, ein wahrer Raketenschwarm schelmischer Blicke überschüttet den armen Dichter.

Sieh da, mein lieber, lieber Jean Paul, tote man sich doch findet! Gut, daß Sie da sind! Ich hätte beinahe Verse gemacht, und Dichtern darf man doch nicht ins Handwerk pfuschen. Herr­licher Mondschein, nicht?" Da sie die Affäre von der leichten Sette zu nehmen scheint, tritt er gefaßter heran und stimmt elegisch ein: Ein Plätzchen, wie ausgesucht für verschwiegene Seelen.

Richt wahr? Und in Ermangelung eines Pärchens auf Verliebte ist kein Verlaß wollen wir etwas heimlich mitein­ander tun. Rah, näher, trauter Freund!"

Run wird ihm doch wieder bängllch, denn kaum sitzt er neben ihr, so lehnt sie wie ermüdet sich an ihn, daß ihre Locken sein« Brust berühren, und schwärmt in ihm nur zu bekannten Tonen weiter:Ist es nicht, als ob die Engel im Halleluia innehielten, um lächelnd herabzusehrn auf dir stille, liebetrunkene Erde? Hinter maoischen Gebirgen rann die iponne nieder. Der Himmel schlagt seinen Schleier von Wolkengaz> auseinander. Dieser Zauberabend steht wie ein Dlumenfeld dunkel unter dem Wasser der Zeit. Ich