Ausgabe 
14.4.1925
 
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Eichener Amilienblatter

Unterhattungzbrilage zvm Gichemr Anzeiger

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FrÄHLiNg»

-Bsn G.LDL J H>T-hM.

Alle Landschaften haben Sich mit Bla» -erf-Wt.

Alle Büsche und Bäume Les StrMnes.

Der weit in Len Norden schwillt.

Leichte Geschwader, WMm, WeiKe Segel Dicht.-

Die Gestrige des Himmels dahinter Zergehen in Wind und Licht.

Wenn Sie Abende -sinken

-Uttb wir schlafen ein.

Gehen die Träume. Sie schonen.

Mit leichten Füßen herein

Cpmbelri lassen sie 'klingen Sn den Händen licht.

Manche flüstern und Halten

Kerzen vor ihr Gesicht.

Aus dsn Blümlein des heiligen Franz

mit einer Einleitung von RuDv-lf G. Dindings).

Aach Umbrien, in das uralte Herz Italiens, versetzt euch im Geiste, ihr, die ihr den rechten Duft, den rechten 'köstlichen Tau, den wahren göttlichen Sormenglanz .genießen wollt, der aus denBlümlein Des heiligen Franzistus" euch anglüht. Dort, wo dir Luft rein weht von den weithin leuchtenden Kämmen Des Apennin rind sich Den Winden der Tiberebene vermählt, Die da süß sind von Blumen- .und Kräutergeruch und warm von Dem Atem reifenden Korns.' dort, wo die Sonne ein Gott ist, der lacht: wo die Bienen summen Den 'lieben langen Sommer und Die Lerchen schmettern, daß du ein wenig schläfrig wirst und ein Träumer am Hellen Tag: dort, wo das ganze Land weiter nichts ist als ein unschuldiger Jubel.für einen geahnten Schöpfer: Dort sind sie erwachsen, die Blümlein des heiligen Franziskus.

Sie sind ihm erwachsen im ErDgeborenen Herzen seiner Schüler und Jünger als ein zarter und Doch so starker Kranz Der Liebe, mit dem sie seine heilige Gestalt, jeden seiner Schritte, jedes seiner einfachen Worte umwanden.

Wahrhaftig, Die Gsschichtlein alle, die da treulich gesammelt wurden, sind wie die Blumen: so wunderbar, daß du sie oft­mals erstaunt .ansiehst.. Und .mußt ihnen dennoch glauben, wie du dem geheimnrs voll-.einfältigen Wunder einer Blume glaubst.

Sn jenem Lande aber ging der -um, für den Diese Blümlein erwuchsen und Gewahrt wurden. Und sein Herz .war der Spiegel und der Widerhall jenes freudigen tönenden Landes. Das Schone war ihm der Abglanz Gottes: und am Abglanz Gottes sand sein Herz sein Genüge und seine Freude. Die Blumen, die Vögel und alle Gestirne waren ihm seine Geschwister, und die Armut «nachte -er zu seiner Braut. Denn -er war so reich -wie jrglichs Kreatur vor jhrem Schöpfer und auch fo demütig vor ihm.

Trunken vom Göttlichen war es bis zur Verzückung: in allem schaute er Gott. Und Gottes war er so voll, daß ihm alles rein war: daß er die Aussätzigen küßte, den Schmerz belächelte, die Demütigung zum. inneren Triumph wandelte. Und er sah Gott selbst auf Erden von Angesicht zu Angesicht. So schritt er durch Diese Welt, unbewußt das -wundersame Wort erfüllend. Das jener, dem er nachfolgte, auf dem Berge sprach: Selig sind, die reines Herzens sind, Denn sie werden Gott schauen.

*

Wr« der heilige Frsnzisku-s Den Vögeln predigte. m , Dicht lange nach seiner Bekehrung machte sich nach Gottes Geheiß St. sranAiskus auf, im Lande zu predigen. Und er nahm sich zu Gefährten Bruder Masseo und Bruder Agnolo, bttdes Heilige Männer.

W-e sie nun erfüllten Geistes Dahinwanderten, ohne auf Weg und Steg .zu achten, tarnen sie an eine Burg, Savurmmw mit Damen. Da begann Der Heilige Franziskus zu predigen. Zuvor -aber gebot er -den Schwalbe», welche zwitscherten sie

, '*) In Der Bücherei Des Insel-Verlags erschienenDie schönsten Legenden Des Heiligen Franz'', der Hie folgenden Stücke entmannten wurden

sollten Buhe halten, bis er seine Predigt geendet hätte. Und Die Schwalben gehorchten ihm. Er aber predigte -mit' solch hin­reißendem Feuer, daß alle Männer und Frauen des BurgflsÄsnS ihm nachfolgten und Den Ort .verlassen wollten- Doch ließ Dies der heilige Franziskus nicht zu. sondern sprach zu ihnen' .Habt es nicht so -eilig. Hier sor-zuziehen; Denn ich werde euch a-ägebest, was ihr Myr Heil eurer Seelen zu tun Habt:" Und seitdem Dachte er Daran, Den dritten Orden zu schaffen zum allgemeinen Heil aller Menschen. So.-verlieh er sie mit seinem Trost und wohl- vorbereitet zur Buße, machte sich auf und kam in die Gegend zwischen Cannai-o und Bevagno. Wie er so in Inbrunst Wetter- zog, erhob er seinen Blick Lind sah wf den Bäumen zur Seite -des Weges eine schier unermeßliche Schar von Vögeln sitzen. Darüber verwunderte er sich und sagte zu seinen Genoßen; ..Wartet hier am Wege auf Mich: ich will «träten Geschiwistern, Den Vögeln, predigen." Und er trat aufs FslÄ hinau-s unD be­gann den Vögeln zu predigen, welche auf der Erbe saßen. Aber sogleich kamen Die. welche auf den Bäumen faßen,- zu ihm hercmgeflogen, und alle verharrten unbeweglich, währens Dec heilige Franziskus seine Predigt beendete. Und auch Dann flogen sie nicht eher Davon, als bis er -ihnen seinen Segen erteilt hatte. -Er aber wandelte, wie später Bruder Masseo Dem Bruder Jakob -von Massa erzählte, zwischen ihnen umher und streifte sie mit seiner Kutte, ohne daß sich einer rührte.

Die Predigt aber lautete:Bügel, ihr meine lieben Ge­schwister, sehr -verbunden seid ihr Gott, eurem Schöpfer, und sollt immer--und allerorts sein Lob singen. Demi er hat euch die Freiheit gegeben, zu fliegen, wohin ihr -wollt, und euch ein doppelt und Dreifaches Kleid verliehen: er hat euren Samen in der Arche Noahs bewahrt, Daß eurer nicht weniger würden. Dankbar Müßt ihr ihm sein .für das Element Der Luft, das er euch zuw-ies. Ihr säet -nicht und erntet nicht, .und Gott ernährt euch doch, gibt euch- Flüsse und Quellen, daraus zu -trinken: gibt euch Berge .und Täler zu eurer Zuflucht: hohe Bäume, eure Nester Darin zu bauen; und -ob ihr auch nicht zu spinnen noch zu nähen wißt, Gott kleidet euch und eure Jungen. Wie sehr also liebt euch euer Schöpfer, baß er euch so viel Gutes erweist? Hütet euch also, -ihr meine Geschwister, vor der Sünde der Undankbarkeit und befleißigt euch allezeit, Gott zu loben."

Bei diesen Worten des Heiligen Franziskus begannen alle die Vögel Die Schnabel zu -öffnen, Die Hälse zu -recken, die Flügel zu schlagen und ehrerbietig Die Köpfe zur -Erde zu neigen, und -so Mit Gebärden und Gesang zu bezeugen, wie große Freude ihnen der heilige Vater bereitete. An ihnen aber hatte der Heilige Franziskus fein Ergötzen und sein Wohlgefallen und sah staunend die Menge der Bogel, ihre schöne Mannigfaltigkeit, ihre Aufmerksamkeit -und Zutraulichkeit. Und für das alles pries er in ihnen voll Andacht den Schöpfer. Als schließlich die Predigt zu Ende war, schlug St. Franziskus das Zeichen des Kreuzes über sie und gab ihnen Urlaub, davonzuflirgen. Da erhoben sich alte die Vögel in die Luft- mit wunderbarem Gesang. Dann teilten -sie sich -nach den Richtungen Des Kreuzes, -das Franziskus über -sie gemacht, in vier Schwärme; und Der eine flog nach Sonnenaufgang, der andere nach Untergang, Der dritte nach Mittag, Der vierte nach Mitternacht. Und jede Schar sang ein wunderbares Lied auf ihrem Fluge. Damit kündeten sie, Daß, wie St. Franziskus, der das Kreuz Ehristi als Danner trug, ihnen gepredigt und über sie das Zeichen des Kreuzes gemacht, nach welchem sie sich in die vier Richtungen Der Welt verteilt Hatten, also auch, -die Predigt vom Kreuz in die ganze Welt getragen werden sollte.

Nun geht das Wandern an"k -

Von Rudolf Ableite r,

Es hat Jahre gegeben, in denen es den Anschein hatte, als ob Eisenbahn, Fahrrad und Auto den gesunden Trieb des Wanderns in -unferm Volke ertöten oder doch lähmen wolltest, Sa, man fürchtete bereits für unsere Heranwachsende weHr- sähige Jugend, .die gar nicht, oder schlecht'im Marschieren vov- bereitet, während ihrer Dienstzeit einen schweren Stand haben werden. Erfreulicherweise ging es mit dieser plötzlich aufflam­menden Erscheinung Der sorffchreitenden Technik wie mit den vielen Modeexperimenten in Dichtung, Malerei und bilder-drr Kunst-: