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Schrittleitung: Dr. Sriedr. M-lb. Lange. - Dnrck und Verlag der BrüSl schen Aniv-Bnch- und Steindruckerei, R. L^nge, Diesten.

Es ist nur gut, Käpp'n Baukhage," sagte Wilm Peters, das! cs Heutzutage keine Flibustier mehr gibt

Oho, Wilm Peterst Im chinesischen Meer du weiht ich habe auch aus der Brücke gestanden und meinen Kurs gesteuert gt&t eS noch Seerauber genug, und wenn sie dir mal fo'n halbes Schock Stlnktopse auf die Back feuern, und dann, das Messer zwischen den Zähnen, aufentern, dann muht du kaltes Mut haben Sonst ist das gleich Matthäi am letzten."

^beir Sis das schon mal mitgemacht, Käpp'n Baukhage?"

-,?Er Schiffer liest das unentschieden, denn er brannte sehr umständlich eine neue Zigarre an und trank langsam einen Schluck Wog.

^tign gut, dast wir so einem Flibustier hier Nicht Uber den Kurs konimen können," beruhigte sich Wilm Peters _ . »Sag das nicht, Junget Der Deubel hat oft seine Hand im Spiel. Aber wenn uns so eine Brut auf Deck käme - die wollten wir abfegen, was?"

Ja, das wollten wir, Käpp'n. Aber da ist ja gar kein Gedanke dran, And nun gehe ich zu Koje."

(Fortsetzung folgt.)

*) Kru = Mannschaft.

Te gab des; Kapitän einen Bries.

^aste der verdrossen.Mit dem schöne« Eurrtz S Es Essig. Wir sollen umgehend zurück nach Rio dv Bugre, Baükyage." ,

Ja, warum denn aber?"

..Revolutionl Admiral Severians kreuzt an der Küste süd- wans von Rio, und inan traut auch den Kriegskabaen in Ports Seguro und Rio do Bugce nicht," '

Was habe ich gesagt, meine Herren?" triumphierte Jansen. »Da haben wir den Salat!"

Er stand auf, trank aus und empfahl sich eilig.

..Ich werde mal zum Konsul gehen." erklärte Betterorann, iöenn der mir sagt, wir haben noch Zeit dazu, laste ich den Eurrh doch machen."

,»?^ kann je^ leicht zu scharf gepfeffert werden, fürchte ich," sagte Olost und zahlte.

aber sah kummervoll in sein Glas und klagte:Da #5* 5 Schwelerei bei uns in der Pikade denn auch wohl wieder tos. Ich mache, dast ich heimkomme. Sonst holt mir Zeca Pereira rnemen Tupiauv^), und ich habe das Aachsehen."

«ns holt die brave Miliz wieder einige hundert Sack ~"evt undZucker ans dem Armazem^) zum Barrikadcnbauen," be- Nrrchtete Otvff.

... »?ch was." sagte Schiffer Baukhage.Die lassen Sie sich hinterher gut bezaylen. Das kennt man schon. Für manchen ist Bevmuttvrr em gutes Geschäft. Man must es nur verstehen."

Dann ging er mit Lührs eilig zur Agentur. Da lag' das -ee-egramM aus Rio do Bugre. DieRosalia" sollte sofort vom »M'm Pedro zuruckgesckwpvt werden. Im Aotfall konnte die teure Fracht derRosalia" aus den Hamburger Dampfer zu- ruckverladen werden, der noch in Rio do Bugre lag und warte,, k^mme b'8 &CC Schlepper mit dem Leichter (von Porto ^Seguro . , darauf stand Kapitän LührS wieder auf der Brücke des >>Don! Pedro und liest das Signal über den Hafen dröhnen, und Schisser Daukhage regierte das Steuer derRosalia" selber Wenn sie erst in der offenen Lagoa waren, konnte Wilm Peters Wachs gehen und den Schiffer ablosen.

Wilm Peters war ein deutscher Kolonistensohn. der seine ersten schwarzen Bohnen in der Pikade Santa Clara gegessen und bei den Fahrten zum Markt nach Rio do Bugre Geschmack a» «r Schifferei gefunden hatte. Da lagen dieHiaien", die SegeWyne, die aus deutschen Prkadcn die Erzeugnisse nach Rio do Bugre brachten. Weil Schiffer Baukbage für seine Rosalia" auf diesem Mercado seine Alohrrüben. KohlkSpfe und Zwrebeln selbst einkaufte, an den deutsche!: Hiaten auch Hühner, Eier, Butter mit Zähigkeit und Amsicht einüandelte so kernte er Wilm Peters kennen und fand Gefallen an den, amgeweckten deutschen Jungen.

Miim Peters," sagte er daher eines Tages.Hör mal zu, mein Jung! Ich brauche einen Bestmann, der am Ruder und auf Deck seine Wache geht und ein ordentlicher Schiffer- Werden will. Wenn du Lust dazu hast, so kannst du bei miv c:ne gute Heuer haben und auf der Stelle anmustern."

Das kiest sich Wilm Peiers nicht zweimal sagen, sondern kam eit Bord derRosalia", lerirte gar bald, was zu einem richtigen Bestmann gehört, und war nach einem halben Jahr des Schiffers rechte Hand. Wilm Peters gab auch schart acht auf den schwarzen Adriano, den Koch derRosalia", der' sonst den Schiffer um manche gute Zigarre, manche Flasche Kümmel und andere guten Dinge gebracht hatte. Wilm Pewrs hatte dem schwarzen Adriano eine Pfütze Wasser über das wollige Haupt gegossen, als der Dunkelmann sich mit heimlicher Wonne erne gemauste Hamburger Zigarre hinter dem Schweinekobei, an Bord zu Gemüte führen wollte. Als Adriano sich vom ersten Schreck über das Sturzbad erholte, spürte er ein paar wohlgezielte Jagdhiebe mit einem gutgedrehten Tauende über Ken Buckel und verzog sich eilig in seine Kambüse.

Pucha biaboi" sagte er.hol's der Teufel!"

Seit den: respektierte er Wilm Peters unbedingt und sah r» ihm den zweiten Kommandanten derRosalia". ---

«...®tnri bür nur erst unsereRosalia" in Rio do Bugre hatrenl sorgte sich Schiffer Baukhage, als der schwere Leichter über d,e Lagoa glitt und die Rauchfahne des Schleppers über Ne glitzernde Fläche wehte.

.Bei Rächt fuhren die Schleppzüge nicht, denn das Fahr- wch,er war seicht. Gar zu leicht blieb ein Schlepper oder Leuchter aus dem Schlick und Sand kleben.

- »Manche Leute mache-., ja ein Geschäft daraus, Wilm Pe­ters, belehrte Baukhage feinen Bestmann und deutete auf L-nen versackten Keinen Segler, der die beiden Maststanaen sus ver Flut reckte.Der Kasten da gehörte Pinto Pereira ur Rio do Bugre. Der hat ihn da schön auf Gründ gesetzt Die Versicherung musste bezahlen, und Pinto lacht die Dumm- ät. j i ,5. < t _.___einen Haufen I

Gerd geblecht haben.

*) Schecken (Pferd).

**) Speicher.

Peters, das waren so richtige Räuber-

%b .Blutch-iibe. Aber Respekt habe ich doch vor Kerls. Da war Morgan, ent Engländer, der hat die gmze Kaste am Kara,bmrmeer geplündert, ist über dir Landenge geZ »ogen und hat 1670 sogar Panama erobert, wo jetzt der Kanal m den Stillen Ozean mündet. Ich habe mir das genau gemerkt Da war noch em anderer Kerl, ein Holländer, van Horn hieb F; Der wor aus Ostende und hatte sechs Schiffe und zwölf hundert Räuber unter sich. Der brandschatzte nial Veracruz das damals noch von Spaniern gehörte. Die wollten ihn mit X1 S.ro6?n Flotte abfangen. Aber mein Holländer nahm 1500 Spamer aus der Stadt an Bord. Die wollte er an den Rahen aufhangen, wenn die Spanier einen Schutz auf ihn ah. gaben Da nnchten diese ihn segeln lasse!,, bis er in Sicherhell war, dann schickte er die Geiseln zurück, die vor Angst schon halb tot waren. Da war ein Franzose, Gramont hiest er Das war ein heruntergekommener Edelmann aus Paris. Der brannte auch d,e Städte nieder, wenn sie nicht Säcke voll Geld erachten. Aber die Engländer sind immer die großen Räuber gewesen und dulden die kleinen nicht neben sich. Die Flibustier darauf kos, als die Bukanier aufgerieben waren Das waren ganz verwegene Seeräuber. Die führten eine schwarze »lagge mit .eotenkopf und Stundenglas und nannten " ' »Lustigen Roger . Aeberlege dir mal, Wilnt Peters, öö vw eine lustige Flagge fern kann, wo ein Totrnkvps drauf ist Das Ware mir zu grasig!"

Schiffer Baukhage erzählte seinem Brstmann noch lang, was er aus alten Schwarten über Seeräuber und Strand- Piraten zusammengelesen hatte. Auch über die marokkanischen Piraten wusste er gut Bescheid. Wilm Peters war keine Banöe- bux, aber hin und wieder kroch ihm doch eine Gänsehaut über Ben Blicket, toenn der Schiffer gar zu blutrünstige Geschichten Hulsawchneiden, Mord und Brand und anderen Gräßlichkeiten mit Beyagen verzapfte.

o lein Schiff auf die Bänke geA S

Xinu oct in Bg&c er fein ryt>

BaviM m»'Ä Ä'1"' ®' g<*6!' 6°l ecSUfSieurnoi ,md smpiere mit ins Bov^ genommen, und wir waren ricktia die Ä fem Rotsignal sahen, und haben ihn und ^L a? Bord genommen. In Veracruz haben wir ibn an betonüfMttn6>er-nn9lf'^e Ä^n?ut Hut den Captain wohl'scharf oeschnuftelr aber rhm konnte feiner was beweisen. Mchste See- t<>T7 h'i>fy»ff>oa> ' g x^n alten

&e Bukanier und Flibustier im Golk vvr. ^iie^no,

n.MvPrta1 to«r 6et Schiffer wieder richtig auf seine Lieblings- gs.chichten gekommen, und da der Schlepper Anker fallen liest und also dieRosalia" auch festmachen mutzte, so liest Bauk- ifone" Drog brauen, schob seinem Bestmann die -Zigarrenkiste hin, was bet ihm immer ein Zeichen guter Laune Ee ihm Bilder aus dem 17. Jahrhundert aus, in oensn es von tollkühnen Seerauoern wimmelte.