Ausgabe 
3.2.1925
 
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Kommandanten derRosalia" betamen, der ein ,CB®rt. ,sür euch eingelegt hat. And nun macht, öaö ihr von C8or& kommt! Wilm Peters, helfen Sie mal ein bißen nach!" nf, P^ers hatte den Dampfschlauch in der Hand Für "Ue Falle. Er tat, als wolle er den Hahn aufdrehen. Da packte bas Entsetzen die Strolche. Sie rannten ums Leben zur Regina Uen nicht um, sondern stürzten sich köpflings ins Wasser'und schwammen ab. Sie sahen auch nicht mehr um, als sie aufs trockene stiegen, sondern rannten weiter, als gelte es das Leben und die liebe Seele.

Aa,Baukhage," meinte der Agent,wir sind noch mit einem blauen Auge davongekommen, was Kapitän Lührs nicht gut v°n. sich , sagen kann. Einstweilen mag Wilm Peters auf der Rosana als.stellvertretender Schiffer bleiben, und Sie nehmen denDom Pedro", bis sich etwas anderes findet. Wenn Lührs wieder kommt, werden wir Rat schaffen. Lührs wird ja was zu erzählen haben! Wenn er nur heil und ganz von Bord der Gloria wegkommt! Ich möchte nicht in seiner Haut stecken."

Ich auch nicht, Herr Gäbe. Aber nun können wir wohl mit derRosalia" wieder in den Hafen dampfen. DieGloria" ist ja weg."

»äind wird sich nicht wieder sehen lassen. Wird wohl nun an der Küste seeräubern, bis sie einem schweren Kasten vor die Rohre läuft. Der schiebt sie dann leck, daß sie versackt. Das wird das Ende vom Lied sein."

Damit wird der Kapitän Lührs aber nicht einverstanden sein, Herr Gäbe."

Das wird er wohl nicht. Aber sie werden ihn nicht lange fragen."

V.

Die Flibustier.

Eine Erzählung von der Küste Brasiliens.

Don Dr. Alfred Funke.

(Fortsetzung.)

Schiffer Baukhage war aber ein praktischer Abum, der aus jedem Hanf Taue zu drehen wußte. Der Dampfer und der Leichter konnten es ganz gut vertragen, wenn sie gründlich ge­scheuert und mit Oelfarbe gestrichen würden. Das kostete sonst Geld, denn die kleine Besatzung konnte es nicht allein schaffen wenn es schnell gehen mutzte. Baukhage ließ also den Galgen­vögeln statt Gnade und Barmherzigkeit lieber Scheuerbürsten und Oelquaste zukommen und ordentlich Reinschiff machen. Die Bur­schen ließen sich nicht lange nötigen, sondern scheuerten und pinselten, datz ihnen der Schweitz von der Stirn tropfte. Der Schiffer hatte seine helle Freude daran und überschlug im stillen wieviel schönes Geld er durch diese Freiwilligen" sparte. Das würde er sich natürlich von der Agentur gutschreiben lasten denn Hein Baukhage rechnete scharf und war ein sparsamer Mann.

Abends ließ er die Freiwilligen" wieder einsperren, nachdem er sie gut abgefüttert hatte.

Sv hockten sie auch noch am folgenden Morgen, als der Agent kam, um nach dem Schiffer zu sehen, den er mit Sorge vermlht hatte. Aber einer der Matrosen hatte ihm Rachricht gegeben.

Sie haben sich da wohl so 'ne Art zoologischen Garten angelegt und wollen Hagenbeck Konkurrenz machen, Baukhage?" lachte der Agent, als er die Koben und ihre Insassen musterte.

Da mögen Sie bald recht haben, Herr Gäbe. Ich habe die Galgenvögel noch rechtzeitig bei den Fittichen gepackt, ehe sie uns hacken konnten. Run sollen sie ein bißchen singen lernen."

Der Agent lieh sich das Abenteuer berichten, und da er mit Freuden feststellen durfte, datz die Ladung unangetastet geblie­ben war bis auf eine Kiste Portwein, die von den Strauchdieben geöffnet war, so wuchs seine gute Laune. Er frühstückte mit Baukhage und beschlotz, auch das Seine zu dem letzten Akt dieser Komödie beizutragen. Er stellte sich also vor die Käfige und donnerte hinein:Ihr kennt mich doch, he?"

Ratürlich kannten sie ihn. Wer sollte den Senhor Lutz nicht kennen, den angesehensten Mann in der Stadt und am Hafen!"

Wie wäre es, wenn ich zum General schickte und euch von> ihm abholen liehe? Ihr wißt doch, der General ist mein guter Freund! Ihr wißt auch, was auf Raub und Mord steht, und das Kriegsgericht fackelt nicht lange."

_ Die Schelme machten erbärmliche Gesichter. Der schwarze Pedro wurde vor Angst ganz grau, klappte mit den Zähnen und legte die Hände zusammen, als tue er ein letztes Stotz- gebet.

, Dvsdauerte den Agenten, und er meinte heimlich zu Dauk- hage:Die Kerle haben ihre Portion Angst gründlich genossen. Lasten wir sie mit diesem Denk,zettel laufen. Ich will ihnen noch eine kurze Schluhbetrachtung widmen, datz ihnen der Boden von Aw do Bugre für immer zu heiß werden soll."

Der Schiffer lieh die Käfige öffnen und die Gefangenen! antreten. Die standen wie Butter an der Sonne Offenba" ging eS jetzt zum General, und dann wurde es sehr böse.

Der Agent donnerte sie noch einmal an:Wißt ihr was ^r. wie Salzwasser auf einem zerschlagenen JMtaei tut k Treffe ich noch einen von euch jemals wieder in Rio do Bugre, so ist er reif! Ich lasse ihn vom Fleck weg vor den General bringen. Der würde nicht lange fackeln. Ihr könnt euch

Kapitän Lührs hatte Wohl oder übel an Bord derGloria" bleiben und den Kreuzer der Aufständischen über die Barre in den Ozean lotsen müssen. Das ging ihm freilich sehr gegen den Strich, und er fluchte für sich im kräftigsten Seemannsdeutsch auf denverdammten Smierpott", auf den ihn das Mihgeschick so unverhofft gebannt hatte.

Kommandant Moreira war gegen alle seine Pläne gewesen, und er wuhte in Wahrheit nicht recht, wohin er jetzt Kurs setzen sollte. Er konnte sehr leicht einem Panzer der Regierung in den Rachen laufen, und dann war es für dieGloria" und ihn selbst Matthäi am letzten. Denn die beiden Granaten mit Zündern waren der Rest der schweren Munition gewesen, und auf Pardon durfte Moreira kaum rechnen. Dafür war die Wut gegen ihn zu grotz. Im allergünstigsten Falle durfte er die Flagge streichen und wanderte für unabsehbare Zeit nach Fer­nando Roronha. Wenn man ihn aber irgendwo im blauen Ozean absaufen lieh, so krähte kein Hahn danach.

Kein Wunder, dah er wie ein büillender Löwe umherging und jeden Matrosen böse anfuhr, der ihm in die Quere kam. Die Mannschaft hatte ihren schönen Mut ebenfalls verloren, und mancher Maat, der sich auf ein bißchen Plündern in Rio do Bugre gefreut hatte, strich die Segel der Zuversicht und sah betrübt in die Zukunft.

Wohin geht der Kurs?" fragte Kapitän Lührs den Wach­habenden auf der Brücke.

Der Offizier zuckte die Achsel:Das soll der Teufel wissen! Fragen Sie den Kommandanten!"

Das tat Lührs wirklich, denn er hatte vor Moreira keine Angst.

Weih ich selber noch nicht, Senhor Lührs," knurrte Mo­reira.Lassen Sie den Kahn laufen, wohin er will!"

Auf solche Ravigation bin ich nicht eingeschworen, Kom­mandant. Lassen Sie mich irgendwo an Land fetzen! Ich habe meinen Dienst als Lotse getan."

Davon wollte Moreira aber nichts wissen.Sie bleiben an Bord, bis ich es anders bestimme."

Das paßte Whrs durchaus nicht, und er bedachte die ge­samte Besatzung mit Ehrentiteln, für die sie ihm kaum gedankt haben würde, falls sie feine Anerkennungen verstanden hätte. Eine ungemütliche Stimmung herrschte also an Bord. Sie wurde auch nicht besser, als Lührs in der Offiziersmesse zu Tische sah. Der deutsche Schiffer zog die Rase kraus, als er den gedeckten Tisch musterte, denn wenn er sich an Bord seinesDom Pedro" vor seinen Teller setzte, so war in der Kajüte alles blitzsauber, von der Gabel bis zur Weinkaraffe. Bei den Herren der Gloria" aber schienen die schwarzen Ordonnanzen es nicht o genau zu nehmen. Die Gläser zeigten Spuren der Finger, die sie auf den Disch gestellt hatten, das Tischtuch war auch nicht blütenweih und in der Oelflafche schwammen einige Fliegen. Auch der Wein, den Kommandant Moreira zu Tisch geben lieh, warsuspeito".*)

Gott mag wissen, wo dieser Rachenputzer zusammengebraut ist und an welchem Brunnen er noch gewassert wurde!" dachte Lührs. Aber die Weinflecke auf dem Tafeltuch waren dauerhaft und bildeten ein hübsches Muster. Doch die Herren in der Messe schienen das nicht zu bemerken.

Auch das Essen erschien Lührs nicht zu verlockend. Reis und schwarze Bohnen an den geraden, schwarze Dohnen und

*) Verdächtig.

Arm. Sie schaut mir mit leuchtenden Aktersaugen ins Ge- i sicht:Du wirst totebergeboren werden als eine schöne Priw- zestin!" spricht sie zu mir. And wie ich, sinnend über die le- I^idige Macht dieser todbesiegenden Aeberzeugung, auf den Stufen niedersitze, wiegt über der Haubenkrone eines Ragasteins, ter eine fünfhäuptige Eobra darstellt, das lebende Ilrbild sein Köpfchen und blinzelt so eindringlich und weife, als könnte es das uralte Rätsel mir lösen!

In der Dämmerstunde ruft ein Glöcklein von dem Eiw- gmigstempel der verfallenen Miriswetiya-Dagvba eine spär- nche Deterfchar zur Abendandacht. Ein weihgekleiteter Priester smgt in leisem Tonfall Pali-Verse ab, und:Sadhu, Sadhu!" weilig), repvndiert der Chor der Beter, die hingestreckt die Steinslur mit der Stirne berühren oder die Hände über dem Scheitel zufammenlegen. Als Leuchten im Dunkel senden über die Häupter der Andächtigen Tausende von Funkelmsekten ihr Licht aus.

Wir treten in den schmalen Innenraum des Tempels und des in Rirwanaruhe hingestreckten goldenen

Buddhabildes die Lotosblüten nieder, welche uns der Priester, als sei es selbstverständlich, in die Hand gedrückt.

And wer würde nicht in stiller Ehrfurcht diese Mumen- tpente tem großen Menschenvorbild weihen, ergriffen von ter Erhabenheit einer Weltanschauung, in der Millionen unserer Brüter die Leuchte ihres Daseins, die Lösung aller Grdenrätsel, die Derheitzung einer ewigen Vollendung finden.