Ausgabe 
2.6.1925
 
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Dienstag, -en 2. Juni

Jahrgang 1925

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Dom Tage, Dom heute gewesenen Tage.

Eduard Mörike.

Kur 50 Wiederkehr seines Todestages am 4. Juni 1925. Don Altert Raetz.

erIe^®ii^eitere Schönheit der Dichtungen Mörikes läht es nicht ahnen, wie reich an Bitternissen sein Leben war.

Eduard Mörike wurde am 8. September 1804 tu Ludwigsburg in Württemberg als Sohn eines Arztes geboren. Aach dem frühen Tode seines Vaters verlieh er die Lateinschule ferner Vaterstadt und besuchte zuerst das Gymnasium in Stuttgart, dann die Klosterschale in älrach. 18 Jahre alt bezog er d e Universität Tübingen, um Theologie zu studieren. Aus Schule und Universität schloh er mit gleichgestimmten Altersgenossen romantische Freundschaften und träumte mit ihnen den Wunder- traam von Orplid, dem fern lerichtenden Marcheneiland. Calderon, Shakespeare, Ossian das Volkslied. Goethe, Jean PaulAo» valis, E.TH.A. Hoffmann waren die Lieblingslekture des Jung-

Weil du ein wirklicher Dichter warst, so hast .den Vorzug, dah dich der Deutsche nicht kennt grühe dein Volk aus der Grufti"

Mag dies bittere Wort hemt: auch nicht mehr in seiner volleii Schärfe gutreffen: zu der Zeit, als Detlev von Liliencron es dem Andenken Eduard Mörikes widmete, war es nur zu be­rechtigt. Einsam und verlassen hatte Mörike seinen 70. Geburts» tag verlebt, und als er wenige Monate spater seine müden Augen geschlossen hatte, geleiteten ihn nur wenige Freunde zur ewigen Ruhe. Die Welt hatte ihn vergessen. Erst dem 20 Jahr­hundert blieb es Vorbehalten, ihm rn gerechter Würdigung seiner Bedeutung den Ehrenplatz in der Geschichte der deutschen Literatur einzuräumen, den er verdient und seine Dichtung zum Gemeingut deä deutschen Dotkes zu machen.

Die Gründe dafür, dah seine Zeit ihn nicht genügend zu würdigen wußte, sind in der Zeitgeschichte zu suchen. In den Jahrzehnten um die Mitte des 19. Jahrhunderts standen rin Vordergründe des Interesses der deutschen Aativn ®eftre» bangen nach nationaler Einheit und politischer Freiheit. Dem­entsprechend bevorzugte die große Menge den phrasenreichen Schwung, das rhetorische Pathos des tendenziös ausgemtehten politischen Zeitgedichtes. Literaturgeschichten wie die von Hein­rich Kurz und von Julian Schmidt taten Monte geringscyatzig ab. Nur eine verhäitnismähig kleine Gemeinde hing ihm an, die sich freilich aus der geistigen Elite Deutschlands cefratierte. Es gibt eine Gemeinde," so sagte Mörikes Jugendfreund Fr. Th. Bischer an feinem Grabe,eine stille Gemeinde, die sich labt und entzückt an deinen wunderbaren, Hellen, seligen Traumen und die hohe Wahrheit schaut in diesen TrauEn. Es glbt eine Gemeinde, die den Dichter nicht nach rednerischen Worten schätzt, die den feineren Wohllauttrinkt der aus ursprüng­lichem Naturgesühl der Sprache quillt. Künstler wre ^heodor Storni, Friedrich Hebbel, Paul Heyse, Bertold Auerbach Lud­wig Nickter, Moritz von Schwind standen Eduard Morste per sönlich nahe. Die Tiedge-Stistung wie die Schlster-Stiftung ver­liehen ihm Ehrengaben; letztere setzte ihm außerdem eine lebens­längliche Rente aus. Die Universität Tübingen ernannte ihn zum Ehrendoktor. Aber bei seinem Tode hatte seine vor 37 Jahrm zuerst herausgegebenenGedichte" noch nicht die 5. Austage überschritten, während beispielsweise Geltet von seinem 1840 herausgegebenen ersten Gedichtband mehr als 100 Auslagen

Um Mitternacht.

Von Eduard Mörike.

Gelassen stieg die Nacht ans Land, > Lehnt träumend an der Berge Wand, --gT Ihr Auge sieht die goldne Wage nun V» Der Zeit in gleichen Schalen stille ruhn; älnd kecker rauschen die Quellen hervor, Sie singen der Mutter, der Nacht, ins Ohr Vom Tage,

Vom heute gewesenen Tage.

Das uralt alte Schlummerlied, >

Sie achtet's nicht, sie ist es müd';

Ihr klingt des Himmels Bläue süßer noch, Der flücht'gen Stunden gleichgeschwung'i.«s-Joch.

Doch immer behalten die Quellen das 'avorit, Es singen die Wasser im Schlafe noch fort

Gicheim Klmilienbtatter

Unterhaltungsbeilage zum Giehemr Anzeiger

lings, daneben die griechischen und römischen Klassiker. Die liebliche Natur seiner schwäbischen Heimat wurdeseiner tiefsten Kräfte stiller Herd". Zu diesen Einflüssen von Natur und Dichtung gefeilten sich Erlebnisse des Herzens, die ihn aufs tiefste erschütterten und zum Dichter reifen ließen. Aus der Liebe zu Maria Meyer, einer schönen, rätselvollen Fremden, die sich aber feiner als unwürdig erwies, entsprangen die wundervollen Peregrina-Lieder.

Nach Bestehen des theologischen Staatsexamens wiwde Mörike acht Jahre lang auf den verschiedensten württemtergischen Landstellen als Vikar beschäftigt, bis ihm im Jahre 1834 die Pfarrstelle in Cleverfulzbach übertragen wurde. Inzwischen hatte er vorübergehend die Stelle eines Redakteurs der Stuttgarter Damenzeitung" bekleidet; doch hatte ihn diese Tätigkeit ebenso wenig wie sein Kirchenamt befriedigt. In diese Zeit fällt auch sein Verlöbnis mit der Pfarrerstochter Luife Rau, das er nach vierjähriger Dauer selbst wieder löste und dessen poetischer Niederschlag in einer Anzahl von Liebesliedern und vor allem in den herrlichen Sonetten besteht, die er Luise Rau gewidmet Bat. Literarisch war Mörike im Todesjahr Goethes nut seinem KünstlerromanMaler Nölten" an die Oeffentlichkeit getreten, einem zum Teil selbstbiographischen Lebensroman, der mit seiner weitschweifigen Darstellung, seiner Verknüpfung von Natürlichem und ülebernatürlichem und den vielen eingestreuten Gedichten stark von der Romantik beeinflußt ist. Ein großer literarischer Erfolg war der Roman nicht; doch fand er im allgemeinen eine günstige Kritik. Drei treue norddeutsche Freunde und Ver­ehrer gewann et dem Dichtet: Theodor Storm und die beiden Brüder Mommsen.r r , , ,

Etwa neun Jahre wat Mörike Pfarrer in_ Eleversulzbach. Die Mutter, und nach ihrem Tode die geliebte jüngste Schwester Klärchen führten ihm den Haushalt. Das Jahr 1838 bescherte der deutschen Literatur die erste Ausgabe ferner herrlichen ®e^^te kcftän&igee Kränklichkeit mußte Mörike sich im. Iah re 1843 pensionieren lassen. Er zog mit seiner Schwester erst nach Schwäbisch-Hall, dann aus gesundheitlichen Gründen nach Mer- aentbeim, wo er mit dem Oberstleutnant von Speech tn demselben Hause wohnte, zu dessen Tochter Margarete er eine tiefe Zu­neigung faßte. Aber die Widerstände der Familie von Speeth, die katholischen Glaubens war, sowie seine Kränklichkeit U'w .un­sichere Existenz ließen eine eheliche Verbindung vis aussichtslos erscheinen. Da bot sich ihm rtne 2lnftellitng als ötterahirleprer am Kathärinenstift, einer höheren Mädchenschule tn Stuttgart. 3nt Jahre 1851 siedelte er nach Stuttgart über. In der Mergent- Heimer und Stuttgarter Zeit entstand eine Anzahl kleinerer Dichtungen epischer Art, unter ihnen dmIdylle vom Boden fee und dasStuttgarter Hutzelmännchen nut der -Hlstorte von der schönen Lau", vor allem aber rm Jahre 1856 die stim­mungsreiche KünstlernovelleMozart aus der ReisenachPrag j Im Herbst 1851 heirate Mörike Gretchen von Speeth, deren s Vater inzwischen gestorben war. Zwei Töchter, Fanny and ^Karte, gingen aus der Ehe hervor, von denen die iungere dmt DatM nicht lange überlebt hat. Daß auch Klärchen Monte im Haushalt des Bruders blieb, wurde eine Quelle steter Reibungen, bi» endlich sogar die Ehe darüber in die Bruche ging. Zwei Jahre vor seinem Tode trennte sich seine Frau mit der ältesten Tochter ^^Eduard^Mörike war eine weiche Natur, holl Güte und Liebe zu aller Kreatur, von einer innigen Religiosität, die rn ihrer naturmystischen Art an Meister Eckehart und Angels SckesiiÄ gemahnt. Aehnlich wie der alternde Goethe hatte er eine mimosenhafte Scheu vor heftigen Gemütserregungen, die ihn in seinem herrlichenGebet stehen lmß:

Wollest mit Freuden And wollest mit Leiden Mich nicht überschütten! Doch in der Mitten Liegt holdes Bescheidern" __

Er hat deshalb unter seinen Ehezwistigkeiten unsäglich 8^ litten. Der Quell seines Schassens öerfiegte unter ter fort» dauernden seelischen Depression.Immerdar durchTränenfete sch ter Sonne liebes Licht." Nach der Mozarttwtelle den letzten zwei Jahrzehnten seines LetenS nichts Detenten» teres mehr geschrieben. Immer.scheuer zog er sich vor aller Welt zurück. o ^gelt, o laß mich sein!

Locket nicht mit Liebesgaben, Laßt dies Herz alleine haben Seine Wonne, seine Pein!