Der Schächer am Kreuz.
| Von G.P.A.Loerke.
(Ev. Luc. 23,39—43.)
fast seinem Schüler Aristoteles
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Ä.ÄXÄ.X'Äfö tfl nur ein Gleichnis»; und bas Lniche daran iftSÄ | gememverständlichkeit. ‘etne
I vergängliche ist nur ein Gleichnis.» Real sind
! nur Die Gedanken Gottes. Wenn Gott denkt optof.ht 'm. I senn^ö?/''ng. wird Poesie zu dem, was wir' „^Lirklichkeit»
Sna 6^S,IirhhUt?e ^otze Dichtung von be?
I t r Menschheit gelebt durch ThristuS. Darum ist alles ^ttlichkeitso fnngSa»
I i/ tä’ n>as sich von animalischer Vorstellung fasse« | nur Gleichnis sein. And das „Christentu«
j ®itng an sich ist ein Vorgang jenseits unserer Erkenntnis I ^iisch au-gedruckt: „Im Himmel» — dessen irdisches Gleich-'
| , 4«, für den Gläubigen wird die scheinbar so lose imb
I äcnD%totura Evangelien zu einer meister-
I vaslen Ätchtung Gottes, wie sie von keinem Dichter iemato I werden könnte. Alle Versuch« — auch Klopstvck« I di? FE8gerg — verblassen neben dieser Historw, weil eb?
NU- m aRn“9t ™ 6n SMm' '°”5>era lm 3"M»’
I “b” rn einer guten Dichtung weder überflüssig,
fK tÄ Personen Vorkommen dürfen, sondern alles und
I ber einen großen Absicht unterordnen muß und zu
| vollkommene^ sichtbaren 2luSdruck werden soll (indem ! ö'tQur, jedes Wort und jeder Vorgang nur "Träger der | f° Albt es in der vollkommenen Dichtung
kein entbehrliches Beiwerk, sonder»
| 'roch >o kleine und gleichgültig scheinende Steinchen
I sind also auch die beiden mit Jesus gekreuzigte» | nicht zufällig in den Evangelien erwähnt, ja noch
I racbLwitgekreuzigt. Sondern es war
I ^l? im Bilds Zu bleiben) ihre Rolle in dem sich zwar als j pau' Erden abspielenden, aber eigentlich himm- | ltschen Drama.
| And was haben sie uns zu sagen?
I .., 2luS ihren Worten können wir voraussehen, daß sie beidr
I über die Tätigkeit Ehristi unterrichtet waren. Sie wußten, daß sie nebeit dem großen „Propheten von Nazareth", der schon seit Monaten die große Sensation Palästinas war hingen. ‘
Wichtiger aber ist für uns. daß sie in ihrer grundsätzliches Nvraktewerschlsdenhcit gleichsam die Vertreter der ganzen 2Kcn|G)IjcL b<irfteilen, die giDcxr int ©runde genommen fami und sonders an den Galgen (sprich: Kreuz) gehört, aber den-
I noch ebensoviel Aussicht auf Erlösung wie auf ein VeAoren-- gehen hat.
Grundverschieden hat die Zeit ihrer Gefangenschaft (die Galgenfrist, die für reden Menschen, und sollte er auch 100 j Zähre alt werden recht kurz ist) auf die beiden Aebeltäter 1 gewirkt. Der eine hatte nur daran gedacht, wie er der Hin-
Gießener KmilienblStter
______Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiaer
"™ DönKe^täg^Sen \l. April " ~—-—-
—— — ——Nummer |6
Gethsemane.
230« Annette von Droste-Hülshoff. Aul Km“VaJjm 5ain Gethsemane ZF Ämf mit geschloß nen Augen, - ^te Lüfte schienen Seufzer nur zu saugen And etne Quelle murmelte ihr Weh £ hMrDh^rtbIaLfe 6^ei5e widerscheinend. -
toD ew Engel weinend Aon Gottes Throne ward herabgesandt.
KUttxn ^idrnskelch in seiner Hand.
bem Heiland stieg das KreA empor; ?^an sah seinen eignen Leib er hangen, ZErrsiftn, auSgespanni; wie Stricte drangen Die t-en Gliedern ihm empor.
® e Nagel sah er ragen und die Krone Auf seinem Haupte, wo an jedem Dor» A" PF^kropfen hing, und wie im Zorn Ä S?-a” mi£ verhaltnem Tone.
hott er, und am Stamme leis Hernrederglirt em Wimmern qualverlore». -a seufzte Christus, und aus allen Poren Drang ihm der Schweiß.
And dunkler ward die Nacht, im grauen Meer IS?™’? kvte Sonne; kaum zu schauen qualbewegten Hauptes Grauen, nA ^vdcstampfe schwankend hin und her Am Kreuzesfuße lagen drei Gestalten;
Er sah sie grau wie Nebelwolken liegen $n?Öo;H schiveren Odems Fliege», F " rauschten ihrer Kleider Falte». v, welch em Sieben war wie seines heiß? Grkanntesie, er hat sie wohl erkannt;
Menschenblut in seinen Adern stand, And stärker quoll der Schweiß.
Die Sonnenleiche schwand, nur schwarzer Rauch, .versunken Kreuz und Seufzerhauch;
Sm Schweigen grauser als des Donners Tobew Schwamm durch des Aethers sternenleere Gassen- Kern Lebenshauch auf weiter Erde mehr ’ Ringsum ein Krater, ausgebrannt und leer;
■Uno eme hohle Stimme rief von oben: „Mern Gott mein Gott, wie hast du mich verlassen!» Da faßten den Erlöser Todeswehn, Da weinte Christus mit gebrochnem Munde: ^.Herr ist es möglich, so laß diese -Stund» An mir vvriibergehnl»
durchfuhr die Nacht; im Lichte schwamm Gas Kreuz, erstrahlend mit den Marterzeichen. And Millionen Hände sah er reichen ^l<iLanJ^toon klammernd um den blut'gen Stamm V Händ und Händchen aus den fernsten Zonen, ' And um die Krone schwebten Millionen Noch ungeborner Seelen, Funken gleichend; Em leiser Nebelrauch, dem Grund entschleichend Stteg aus de« Gräbern der Verstorbnen Fleh« Da hob sich EhristuS in der Liebe Fülle, And: „Vater, Vater!» rief er, „nicht mein Wille, Der deine mag geschehn!» , '
Süll schwamm der Mond im Blau, ein Lilienstenael ötanb vor dem Heiland im betauten Grün; And aus dem Lilienkelche trat der Engel And stärkte ihn. a


