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gfit etngeffl<Sfem weißen Stern vervollständigt SaS Hübsche Vrachtenbild.
Hart am Rande der Stadt liegt noch die Hallenburg< Mn lauschiger, von der Schlitz durchflossener Park umgibt die Ge° köude, die m ihren schlichten Formen einen vornehmen Eindruck wachen. Hier in der Hallenburg, dem Wohnsitz der gräflichen Familie, wohnte auch der Kaiser.
Gar romantische Plätzchen sind es, die man auf einer Wanderung durch das von Romantik erfüllte Städtchen erblickt. Köstlichen Genug bietet manch malerischer Winkel. Richt ohne Grund ist unter Len Mitgliedern des gräflichen Hauses eine Elisabeth von Schlitz, genannt von Goertz, die die Schönheit ihrer Heimatstadt in reizvollen Aquarellen fesigehalten hat. Sie war es auch, die den Maler von Ruf, Paul Hey, in den vberhessischenj Winkel geholt hat. Auch Georg H eil und nicht zu vergessen Otto Abbelohde haben hier herrliche Motive gefunden. Fürwahr, es muh ein schönes Stadtlein sein, dah solchen Künstlern immer wieder Schaffensfreude gibt. Wer's nicht glaubt, der komm' und seh ... And wenn er dann des trauten Städtleins beschaulichen Frieden genossen hat, dann schwätzt er mit den Schlihern. Es wird ihm sicher manch hübsches Anekdötchen erzählt werden aus den einstigen »Kaisertagen von Schlitz".
Aus dem Metzener GoetheKreis.
Von Oberregierungsrat W e l ck e r - Giehen.
3n seinem an dieser Stelle zur Gvethewoche im Auszug äb- a^ruckten Werk »Aus einer kleinen Universitätsstadt" schildert Alfred Bock, wie die Beziehungen Goethes zu Pros. Hoepfner Entstanden. Er nimmt Bezug auf die von Goethe selbst in „Dich- fimg und Wahrheit" gewählte Darstellung, wie Goethe Hoevfner guerft mystifiziert. Diese Mystifikation wird dann auf Christian Heinrich Schmid (nicht Philipp Heinriche Schmidt, wie Goethe schreibt), Professor der Literatur zu Giehen, ausgedehnt.
Lieber beide, Hvepfner und Schmid, enthalten Ernst Ludwig Wilhelm Nebels Jvcvso-Seria, Beiträge zur Geschichte Mrd Charakteristik der Giehener Professoren, mancherlei noch An- gedrucktes, was ich mit gütiger Erlaubnis des Herrn Pfarrers Hebel zu Laubach, des ältesten Enkels des Verfassers, bringe. Der Verfasser selbst (17t2-1854) wirkte als Professor der Gynäkologie zu Giehen und hat als eifriger Sammler alles Altertüm- lichen Hervorragendes geleistet.
Ludwig Julius Friedrich Hvepfner, geb. 3. November 1743 zu Giehen, war groß und fdjtonf und dabet von zarten Nerven. Gr bewies Witz und dichterische Veranlagung. Das zu seiner Hochzeit mit Marianne Thom überreichte, von ihm selbst ver- fahte »Anteil" begann also:
„Da beide Teile sich in Güte nicht verglichen
Wir aber aus den Akten sehen
And hundert Zeugen frei gestehn
Wie er, Beklagter, oft der Klägerin nachgeschlichen. Auch Amor selbst bezeugen mutz,
Hatz er durch manche Blick und feurigen Kuh e fabÄhafkes Händedrücken
vas dergleichen mehr, sich alle Mühe gab, Am, das beschwört beim Styx der kleinliche Kn ab, Ihr noch ganz freies Herz durch Liebe zu bestricken. Sv haben wir zu Recht erkannt Daß er durch eines Priesters Hand Auf lebenlaNg sich soll mit ihr verbinden.
Auch feig verräterisch Verbrechen recht zu büßen Soll er sie siebekrzig Jahr so Nacht als Tag (Was auch Justinian und Leyser schreiben inag) Wohl hundert mal recht zärtlich küssen, Sie jeden Abend fest in seine Arme f offen
And vor dem hellen Tag nicht von der Seite lassen."
Der Garten des Pädagogdieners Wolf in Darmstadt stand in Knz besonderem Flor. Er hatte die Nutzung der Bedürfnisanstalten 8 Pädagogs.
Dies veranlaßte Hvepfner zur Bemerkung: Wolf düngt mck Wrrrftris pro loco.
Ein unbescheidener Freund erbat sich von ihm nacheinanLer bi« 1., 2. urrd 3 Ausgabe seiner Institutionen als Geschenk.
In die dritte fügte Hvepfner als Zueignung die damals sehr htt Schwünge befindlichen Verse ein, die Pfarrer Enders in Nieder- KlekN bei Mer Leichenpredigt auf ein Kind gebracht hatte, dessen 6e$be Geschwister vorher gestorben waren:
»Ach Herr, wie hast du dich bereichert Zwei hast du dir schon aufgespeichert, Den dritten nimmst du auch noch hin!"
Hm rauhen Ton, durch den nun einmal Giehen in damaliger Zeit bekarmt war, wußte Hoepfner nttt gutem Witz zu treffen, Äs fein sonst gut besuchtes Pandrkten-Kolfeg auffallend feer war. Ss waren die Kühe zum ersten Wals hinaus getrieben worden Md die Stiergefechte ergötzten die Zuschauer. Er begann: »Ich sehe heute die Bänke feer, was mag wohl die Arsache sein? Ja fp, &8 fällt mir bei, 6te Ochsen sind auf dem Trieb."
Hvepfner behauptete, die akademischen Lehrer äußerten sich «ts dem Grunde Wer feinen Kommentar über die Institutionen! Alt Anzufriedenheit, weil die Studenten die Erläuterungen des
Dozenten darin fänden und daher oft die Stunden versäumte». Der sehr angriffslustige Kanzler Koch gehört hauptsächlich unter diese Kritiker.
Hoepsners Antwort hestand darin, daß er in der Vorlesung bemerkte, er habe gefunden, daß fein Gericht den Gästen gefalle» habe, nur die Köche seien nicht damit zufrieden gewesen.
Koch rächte sich später folgendermaßen:
„Nachdem der selige Doktor Hvepfner, einer meiner ersten Zuhörer und nachheriger Kollege, 1781 sein sechzehn Jahre lang mit Ruhm geführtes akademisches Lehramt (teils aus hypochondrischer Unzufriedenheit über das Aniversitätsleben, teils um gewisser, hernach gescheiterter Pläne willen) mit der Stelle einesOber- appellrats in Darmstadt vertauscht hatte, kam ihm die Idee, ein zweiter Flavins zu werden, d. h. ihnen die Geheimnisse der akademischen Dozenten (obwohl er gleich in der Folge selbst Gymnasiasten in Darmstadt noch Vorlesung hielt) mit einmal dadurch zu entdecken, daß er seine vermehrten Kollegienhefte (wovon dfe noch jetzt sichtbare Disproportion des Kommentars zwischen der ersten und zweiten Hälfte desselben herrührte) über die Heinec- ciusfchen Institutionen in der Form eines Kommentars erscheinen lief). Die erste 1783 herausgegebene Auflage dieses Kommentars enthielt vorzüglich manche auffallende Anrichtigkeiten. Daß das Buch auch bei den noch so vielen aufeinander folgenden Editionen endlich ganz fehlerfreie Gestalt bekommen werde, ist von einem menschlichen Werke, zumal von solchem Umfang, weder zu fordern noch zu erwarten. Ich verschwieg die hauptsächlichsten Fehler dem Verfasser in meinen Briefen an ihn nicht, auch konnte ich sie ini meinen Vorlesungen, da ich wußte, daß einige meiner Zuhörer den Kommentar besaßen und benutzten, nicht mit Stillschweigen übergehen."
Dies hatte die Folge, daß Hoepfner in der dritten Vorrede 1789 schrieb: Den Gästen har dies Buch wenigstens gefallen, wenngleich einige Köche damit nicht zufrieden waren. Ich lachte darüber, weil ich den Beweis vor Augen liegen sah, daß die Gäste dem Koche, auf welchen hier angespielt wurde, es zu danken hatten, daß in den auf die erste und zweite folgenden Editionen viele Reifen schmackhafter, genießbarer und unverdorbener als in den vorigen Witionen angerichtet waren. Dieser Kommentar stellt in seinen nacheinander gefolgten Editionen sowie desselben Verfassers verbesserten Heineccius eine literarische Ebbe und Flut vor, dfe bald neu? Zusätze gebracht, bald vorher behauptete Dinge zu- rückgkAvgen hat.
AÄerhaupt kann ich nicht bergen und jedem aufmerksamen Leser des Hoepfnerschen Kommentars muh es einleuchten, daß der Verfasser feine Zusätze und Verbesserungen etwas zu schnell eingetragen, zu rasch vorgenommen hat. Der Mangel reifer Aeber- legung und fleißiger Autersuchung war Arsache, daß durch die neueren Zusätze oft auffallende Inkonsequenzen entstanden. Bei Kontroversenmaterien fehlte es ihm an Geduld, Gründe und Gegengründe gehörig zu würdigen und es wurden dann viele der wichtigsten Dogmen nur oberflächlich behandelt."
Daß Hvepfner aber in juristischen Dingen seinen Mann stand, beweist folgendes:
„Gatzert (der spätere hessische Minister) war ein ernster, stolzer Mann, der überall Würde und Gravität zeigte. Hoepfner war munter und lebendig, liebte Dichter und Empfindsamkeit. Beide waren daher keine Freunde und Gatzert dachte daher über Hoepf- ners Wisienschaft zuweilen geringschätzig. Koch dagegen war Hoepsners heimlicher Feind und suchte ihm Verdruß zu bereiten unter der Maske von Freundschaft, weil Hoepfner Pandekten neben Koch mit vielem Beifall lehrte. Diese Verhältnisse bewogen Hoepfner 1780 dem Rufe als Oberappellativnsrat nach Darmstadt zu folgen.
Zu seinem großen Verdruß wurde Gatzert nach 2 Jahren Präsident dieses Gerichts. Er teilte Hvepfner Akten über einen schwierigen, verwickelten Gegenstand zum Referate zu und übernahm selbst das Korreferat. Bei der erwachsenden Meinungsverschiedenheit ließ sich Hvepfner auch durch Mehrheitsbeschluß nicht einschüchtern. Auf seinen Antrag bekam die Juristenfakultät Göttingen die Akten zur Entscheidung und entschied nach Hoepf- ners Ansicht."
Er wurde in Darmstadt vvn seinem Landesherrn mit Sammlung der Landes-Verordnungen und dem Entwurf eines Landrechts Beauftragt.
Sein Lerneifer, seine Bescheidenheit werden durch nachstehende Notizen erwiesen:
„Als Hvepfner Professor geworden war, hielt er es nicht unter feiner Würde, das Kollegium über Algebra bei Böhm gleich andern Personen zu besuchen.
Er weigerte sich auch nicht als ordentlicher Profesivr der Rechte der Forderung seines Kollegen gemäß gleich jedem andern Kandidaten zur Erlangung der Doktorwürde öffentlich zu disputieren."
Nebel bringt auch di« Charakteristik Hoepsners aus Strieder, Geschichte hesiischer Gelehrter:
„Hoepfner ist," schreibt ein Reifender in Herrn Meusels historischer Literatur 1795, Band 2 S. 474, „ein gelehrter Mann und denkender- Kopf, dabei bis zum AeSermaß empfindsam, ohne daß er ed weih und vielmehr das Gegenteil zu sein glaubt. Gr Mert alle Augenblicke Derschen aus Lateinischen Dichtern und Alma- üachen. Seine Herzensgüte Hat übrigens feine Grenzen."


