Ausgabe 
24.12.1923
 
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.Würfeln und Karten vervagabrmdet. Dienstag Abends sechs: Sv auch der ganze heutige Tag: Aach Bürgel geritten! Das Amts­haus ist schön. Wäre wohl einmal ein Sommerritt für Ohro Durch­laucht .... ©.

Eine köstliche Probe von der großen Kunst des Dichters in der nicht immer ganz leichten Behandlung des anderen Olympier am Hose zu Weimar ist ein kleines Billet an Wieland, das ver­mutlich ein inhaltreiches Präsentkistchen begleitete. Es heitzt dort:

Da unsere Schüttchen dieses Jahr wieder nicht übel geraten sind, und sie Dir sonst wohl zu schmecken pflegten, so schicke ich hier behkommend em Stück, und füge noch etwas geräucherten Lachs hinzu. Ich hätte gewünscht, daß Du diese Gaben des Backhauses junb der Aordfee beh mir verzehren möchtest, allein ich bin Diens­tags zu einer Reise nach Leipzig beordert, die ich in der Hoffnung antrete, Dich bald nach meiner Rückkunft wieder zu sehen. Jndesen wünsche ich glücklich in die sich immer verlängernden Tage hinein- zuleben. Goethe."

Der Herr Hosvat Wieland hatte aus seinen heiteren Dibera- Her Tagen auf den Weimarer Parnaß einen feinen Gaumen mit» gebracht, der Schüttchen und Lachs wohl zu estimieren verstand.

In dem Kranz Goethescher Weihnachtsbriefe darf auch ein beizendes kleines Briefchen an Bettine nicht fehlen, schon des­halb nicht, weil es eins der nicht allzu häufigen.urmrittelbaren Zeugnisse des intimen Goetheschen Familienlebens ist. Es offen­bart ein kleines Weihnachtsidhll: den Dichter als glücklichen Fa- mMenvater im Kreise ber Seinen, die er aus dem reichen ©aben» schätz der fürforgenden Freundin überrascht und beglückt. Der Brief ist am 9. Januar 1808 geschrieben und lautet:

Sie haben sich liebe Bettine, als ein wahrer kleiner Christ­gott erwiesen, wissend und mächtig, eines jeden Bedürfnisse kennend und 'ausfüllend. Ihre Schachtel kam kurz vor Tische, verdeckt trug ich sie dahin, wie Sie auch einmal faßen und tranck zuerst Augusten aus dein schönen Glase zu. Wie verwundert war er als ich es ihm schenckle! Darauf wurde Riemer*) mit Kreuz und Deutel _ be- liehen. Niemand erriet!) woher. Auch zeigte ich das höchst künst­liche und zierliche Besteck, da wurde die Hausfrau verdrieslich datz sie leer ausgehen sollte. Aach einer Pause um ihre Geduld zu prüfen zog ich endlich den Gewandstofs hervor, das Räthsel war aufgelöst und jedermann im Lob und Preise Bettines fröhlich

Wenn ich also noch umwende: so habe ich immer nur Lob und Danck Da Capo vorzutragen. Das ausgesuchte zierliche ber Gaben war überraschend. Kunstkenner wurden herbehgxrufen die artigen Balgenden zu bewundern, genug es entstanb ein Fest, al3toenn Sie eben selbst wieder gekommen wären ... Der lieben Meline Mützchen kam früher. Ich darfs nicht laut sagen es steht aber nie- mttnb so gut als ihr. Herrn Stollens Attentivn auf dem blauen Papier hat Ihnen doch Freude gemacht. Adieu mein artig Kind! Schreiben Sie bald datz ich wieder was zu übersetzen habe. G

.Und nun zum Schluß noch die humorvoll-sinnigen Zeilen, die Goethe Frau von Stein zum 25. Dezember 1815, ihrem und zugleich auch seines Sohnes August Geburtstag, widmete:

Daß Du zugleich mit dem Heilgen Christ An diesem Tage geboren bist

And August auch der Werthe Schlanke, Dafür ich Gott im Herzen dancke, Dies giebt in tiefer Winterzeit Erwünschteste Gelegenheit

Mit einigem Zucker Dich zu grüßen Abwesenheit mir zu versüßen, Der ich wie sonst, in Sonnenferne Im stillen liebe, leide, lerne.

Goethe.

Neue Jugend und Weihnachten.

Bon Pfarrer Wilhelm Kornmann- Ulrichstein (Vogelsberg).

Mitten in eine seltsame Zeit fällt diesmal das Weihnachtsfest: aus des Messers ©dmeibe stehen die Entscheidungen über unser Deutschland: und wenn nun auch alles äußerlich wieder stch zu bessern scheint, wie steht es i n n e r l i ch mit unserem Volk? Hat diese Zeit des Leides und der Entbehrungen in uns neue Strafte ausgelöst, hat sie uns reifen lassen, hat sie unsere Tragfähigkeit vergrößert, oder geht alles nur so über uns hin, wie hun, wie eben so vieles über uns hingeht im alltäglichen Leben?!

Das sind Fragen, auf die heute Antwort zu geben ist. -Und Has ist das Wundervolle an dieser schweren Zeit, daß trotz aller Mot und trotz allem Aiederdrückenden ein großer Teil unserer Jugend wach geworden ist und trußig das Haupt erhebt: das ist bas Großartige, daß weite Kreise der Jugend vom heißen Willen durchpulst sind, ein neues Leben zu leben, ein Leben, das lebenswert ist, ein Leben das stark und innerlich voll gelebt wird. Dabei kann es allerdings leicht vorkommmi, daß man als junger Mensch die Kampfparolen gegen dasAlte , tote e.toa. eigene Verantwortung, Selbstvestimmun g, Wehr- hastigkeit, und dazu: Erlechnis, Gemeinschaft, und tote sie alle heißen mögen, als neue Götzen auf den Thron erhebt, b, h. von außen hinnimmt, statt daß man sie Tat toerben laßt. Diese Parolen dürfen uns, wenn wir lebendige Jugend sein

*) Goethes Privatsekretär.

wollen, nicht laffen, wie wir sind: fte müßen sich an uns aus­wirken, müssen uns ändern, erneuern, unser Wesen neuformen. Das ist das Wesentliche. Aicht ettey das ist das Wertvollste, daß man sich der Problematik deskLevensj bewußt werde. Gar mancher von denAlten" weiß etwas von ihr, aber wenn er anfetzte, um sie zu meistern, blieb dem Wollen das Vollbringen versagt: auch er, derAlte", wollte wohl mit allem guten Willen sein Leben unter neue Formen stellen, so wie heute weithin wir Jungen das wollen: Führer, nicht vom Amts wegen vorgesetzt, sondern vom Herzen erwählt, schreiten Jungen wieAllen" voran (man ziehe die Grenze zwischen Beiden ja nicht irgendwie mecha­nisch!), und begeisternd reißt uns alle mit der Rhythmus der Be­wegung. Aber gerade im Borwärtsschreiten brennt jener tragische Konflikt auf: Zwischen Wollen und Vollbringen, zwischen Lehre und Leben, zwischen willigem Geist und schwachem Fleisch. Das Bezeichnende aber ist. daß wir Jungen oft, ja! meist Aelteren gegenüber zu schnell Kritik üben, weil wir die Schwierigkeiten dieser Zusammenhänge verkennen, und datz wir bei uns selbst den Ab- fttmb zwischen gutem Willen und Leben und Tat nicht sehen, oder doch nicht so scharf sehen, als wenn wir Aeltere ihn ins Auge fassen.

Hier aber rußt das Entscheidende für alle Welt, insonderheit für uns Jugendliche: es muß etwas neu bei uns werden! Es ge­nügt längst nicht der gute Wille, und se'. er noch so stark vorhanden! es genügt nicht die Begeisterung für hohe Ziele, und flamme fte Noch so stark auf, genügen kann allein das Zurtatwerdenlafsen des Äenen, was in uns lebt, zur Tat, soweit es menschenmöglich ist. Gerade gegen uns selbst sollte der Blick da scharf fein, schär­fer als gegen andere. Oder wollen wir dem Wort vom Splitter und Balken verfallen? Vor allem um unser Ich handelt es sich, das muß von Grund aus erneut fein. Ist es überflüssig, das einmal zu sagen? Ich glaube kaum! Denn so, wie wir Jungen an unseren Wandersomi tagen mit Rucksack und öaute-'fo oft und so leicht an den Kirchen vorbeiziehen, gehen wir leicht auch an ele­mentaren Wahrheiten des Lebens vorüber. Eine davon, neben vielen anderen, hat uns der gesagt, dessen viele, viele Menschen in diesen Tagen gedenken. Wenn wir unser Weihnachten feiern und etwa fingen:

Das ewig Licht geht da herein, gibt der Welt einn neuen Schein, es leucht't wohl mitten in der Macht und uns zu Lichtes Kindern macht.

Kyrieleisl", bann wollen wir daran denken, daß wirLichtes Kinder", Licht­träger, Träger einer neuen, helleren Zukunft unseres Volkes doch (nur dann werden können, wenn das Alte von uns abfällt und wir wirklich innerlich neu werden.

Der Waldteufel.

Von Aikolai Ljesfkvw (Fortsetzung.)

Dasselbe geschaht auch jetzt, als uns biejenigen ausschimpften, die die Pflicht gehabt hätten, uns zu schützen: sie schoben nicht nur die ganze Schuld auf Sseliwan, der uns vor dein älntoetter gerettet hatte, sondern unternahmen sogar einen neuen Angriff gegen ihn. Apvllinarij und alle Annuschkas erzählten uns, baß er im Walde einen anmutigen Hügel entdeckt hatte, der ihm zur Deklaniation geeignet schien, durch den Hohlweg, der mit welkem vorjährigem Laub verschüttet war, zu diesem Hügel lief und plötz­lich über etwas Weiches stolperte. DiesesWeiche" Ina übte sich Unter Apollinariss Fatz um und brachte ihn zrr Fall; als er auf­stehen wollte, sah er, daß es der Körper einer jungen Bauernfrau war. Er sah genau, daß der Körper mit einem sauberen, weißen, rotgestickten Sarasan bekleidet war und ... aus der durchschnit­tenen Kehle ... Blut floß.

Bei diesem unverhofften Schreck konnte maa sich natürlich wohl entsetzen und auf schreien was er auch tat Unverständlich und erstaunlich aber blieb folgendes: obwohl Apvllinarij, tote ich schon erzählt habe, sich von den anderen entfernt hatte und allein über den Körper der Ermordeten gestolpert war, Beteuerten und schworen alle unsere Airnuschkas unb Rvsjkas, daß auch sie die Tote gefeßen hätten ...

Wären wir denn sonst so erschrocken?" sagten sie.

Ich bin bis heute davon überzeugt, daß sie nicht logen, sondern fest daran glaubten, in Sseliwans Wald eine ermordete Frau in reinlicher rotgestickter Dauerntracht, mit durchschnittener Kehle, ans der Blut strömte, gesehen zu haben ... Wie war das nur mÖS®a?idj hier nichts erfinde, fondern tatsächlich Gesehenes be­schreibe, muß ich hier verweilen und beifügen, datz dies in unserem Hause für immer unaufgeklärt blieb. Niemand außer Apvllinarij Samte die getötete unb, nach seinen Worten, in einer Grube unter bem Laube liegende Frau gesehen haben, weil niemand außen Apvllinarij dort gewesen war. And doch schworen alle, datz auch sie sie wirklich gesehen hätten, als sie die tote Frau im gleichen Augenblick überall unb vor jedermanns Augen erschienen. Hatte übrigens auch Apollinarij eine solche Frau wirklich gesehen? Es war kaum möglich, weil sich der Äorfall zur Zeit der ersten Schnee» schmelze ereignete, als noch überall Schnee lag. Das Laub der