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1923 — Nr. ZV
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Mysterium.
Bon Friedrich Hebbek
O, könnte ich den Faden doch gewinnen, Der, mich mit Volt und der Aalur verknüpfend And, abgewickelt, das Geheimste lüpfend
Verborgen sitzt im Geist und in den Sinnens
Wie wollte ich ihn mutig rückwärts spinnen. Bis er mir, endlich von der Spindel hüpfend •Und in den Mittelpunkt hinüberschlüpfend,
Gezeigt, wie All und Ich in eins zerrinnen,
Rur fürchte ich, datz, tvie ich selbst Gedanken, Die gleich Kometen Mieten, schon erstickte, GH' ich verging in ihrem glühnden Lichte,
S» auch das All ein Ich, daS, seiner Schlanken Vergessen, an das Welten rätfel tickte,
Aus Notwehr, eh' es tiefer dringt, vernichte,
Von Menschen und Menschenaffen.
Erlebtes und Empfundenes aus Kamerun.
Bon Earl W, H Koch').
Bäume erhoben sich unter den flinken Hi
geteilten Arbeiter rundherum in den Rischen des Unterholzes me dünnen Gerippe halbkugeliger oder schräger Hütten für die Farbigen; als Bedachung dienten ziegelartig geschichtete, große und harte Blätter, die mittels einer Einkerbung in dec Ripp? befestigt wurden. Gutes, trockenes Brennholz, das weder qualmte, noch Heizende Gerüche emportrieb, lieferten die gefallenen, aus- gedörrten Aeste in reichlicher Wenge, und bald sammelte sich über unserem einsamen, weltentlegenen Lager ein schwebender Streifen friedlichen, bläulichen Rauchs, mischte sich mit dem Duft der geklärten Waldluft und dem Geruch der auf einfachem Feuer kochenden Speisen, erweckte eine Stimmung freudiger Beschaulichkeit und Behaglichkeit und trieb die Mühen und Sorgen der Vergangenheit und Zukunft in tröstliche Weiten, die ohne beengenden Einfluß auf Augenblick und Gegenwart waren.
) Der Verfasser, der als Leiter eines Regierungsbezirks, im Dienste einer großen Gesellschaft und im Feldzug als Offizier Ege Jahre in Kamerun gelebt hat, hat bei R. V o i g t l ä n d e r m Leipzig unter dem Titel: „Das Lied dees Landes" (Grüz. 4.80) ein Buch erscheinen lassen, das seltsam absticht von der «rosten Zahl der üblichen Reisebeschreibungen. Mit feinstem Nachempfinden hat sich Koch in die Seele des Landes und ihrer Bewohner hineinversenkt und versucht, den Grundton dieses Liedes zu erlauschen, das ihm aus seinen oft seltsamen Erlebnissen ent« ganze Dämonie des unbezwungenen schwarzen Mdteils mit seinen für uns Europäer ewig unergründlichen
•iS lveist der Verfasser in glutvollen Farben dem Leser be- gretslich »u machen. Die Zeichnungen Koch-Gothas passen sich memvürdig gut der Ratur dieses Buches an, das jedem Freude machm wird, der die Ratur und die Menschen, die ihr am nä.H* sten stehen, lieb Hai,
Die zappelnde Beute erfolgreicher Angler war ein erfreu- Wes Zeichen erheblichen Fischveichtums und vollendete meine Absicht, einen der Ruhe bestimmten Rasttag eiuzuschatten, betw es war lediglich die schwierige Berpflsgungsfrage im hungrigen Wold, die in der bisherigen Eile dorwärts'getrkbvr hatte. Als ich Bassa diesen Entschlust mitteilte, unterbrach uns ein grauen- erweckendes, öumpf«S Gebrüll unweit des Lagers, auseinander- gehackt durch gellende Entsetzensschreie einet menschlichen Stimme.
Im Maranthendickicht spielte sich das Schreckliche ab. Der Gorilla stand über den Träger Mammi gekauert und zerriß mit febtcn kantigen Raubtierzähnen die Fleischbünbel des linken Ober- Schenkels den er mit eisernem Griff der beiden Fäuste hielt. Als er in mir den neuen Gegner erblickte, richtete er dir kurzbeinige Gestalt beheirde zur vollen Höhe auf, stieß erneut feine dröhnenden Laute aus, trommelte mit den riesigen Fäusten auf der brsiten, lederharten Brust oder schlug wütend in das Grün des Unterholzes. Erst als er mit eigenartigem Schlenkern der langen machtrallen Arme, wiegend und mit gebeugtem Rücken, aut mich zueilte, hielt er den unnatürlich großen OSsErper weniger bewegt und gab Gelegenheit zum Anbringen des tödlichen Geschosses Stöhnend brach er zusammen, dehnte die schauerlicheil Glieder und verendete.
Der verstümmelte Mammi wurde auf ei» GZatzfeldbeU gelegt und auf den Zeltplatz gebracht. Ich gab ihm Kognak und begann an den Wunden. Totenstille beherrschte das Lager, während ich auswusch und schnitt, die jammervoll hängenden Fleisch- «nd Muskelfetzen notdürftig ordnete und zusammenlegte, nähte und fest einband. Der schwach wimmernde Mann empfing ein schmerz.- stillendes Betäubungsmittel und wurde in einer geräumigen Hütte untergebracht: einer seiner engeren Landsleute blieb bei ihm, flößt, ihm gelegentlich ehren Trunk ein oder verscheuchte die summenden Fliegen, die der Geruch des Blutes anlockte.
Ich besah das tote Waldtier, das weit über Manuesgroste hatte, u,rd in dessen Zügen der Schrecken ganzer Jahrhundert« zufammengesastt und verewigt schien, dessen Gesicht eine Mischung von Totenschädel, Teufelsfratze und menschlichem Verbrechertum ist, das im allgemeinen als harmloser Pflanzenfresser in Dickicht, Wald und Sumpf ein friedfertiges, scheugebietendes Leben führt und nur dann und wann, toetttt es aus Rsugierde und Langewelle in die Rähe menschlicher Lagerstätten oder Wohnsitze schleicht und unvermutet oder zufällig auf Menschen stützt, zum gräßlichsten Gegner wird, der allein durch das Auftreten lähmendes Snsetzen emflöstt und über Kräfte verfügt, die jeden körperlichen Widerstand nutzlos machen.
Zwischen dem Bild, das der riesige Aff« geboten Hatter als er zornig und wütend über dem blutüberströmten, zerfleischten Mann in geduckter. Haltung stand, und der unsagbar häßlichen, grünlichgrauen und erschlafften Verkörperung dÄ Bösen zu meinen Füßen schien mir ein Zusammenhang nicht mehr zu bestehen, und ich meinte, in den erkalteten Zügen etwas Menschliches zu erkennen. Das steigerte sich, je länger ich .hinsah. lag etwas qualvoll Faszinierendes in dem rätselhaften Ausdruck der a rauf amen, gebrochenen Lichter, in der Biegung der Augenhöhlen und der weit vorspringenden Augenknochen, in der faltigen, greisenhaften Stirn, die in behaarte Muskelwülste Itoft und rechts der kammartigen Krypta des Schädels überging, unfr in der schwarzen Haut des Gesichts mit den melancholisch herab- hängenden Lippen, Die eine Faust lag abwehrend über öee winzigen Heczwunde geballt, und in dieser erstarrten Bewegung ertannte ich schließlich das riarhandsne MndegsteS zum M«k-
Don der flachen und ebenen älserstufe mit ihrem natürlichen Kien Zeltplatz führte ein Flutzpferdwechsel in scharfem, gut gang* kem Einschnitt zum Fluß hinab und bot günstige und bequeme Gelegenheit zürn Wasserholen. Fast ebenso schnell wie meine tragbare Behausung unter dem beschattenden Laub überhängender ------t c ------- ‘ ‘ Händen der hierzu ein-


