Schrlstlettirrrg: L V. Ernst Mumsth-'n. — Druck unb Verlag her Brühlfchrn Univ.-Buch« und Stetnbruckerrl, 2t Sange. Stehen.
Eine Rotte Plünderer, welch- in. den entleerten Räumen de« j Beurteilung der Kompofitionsn de«
nicht Weniger schwer heimgesucht«, Hauses auch nur Trümmer er- | fchmeichl-E Adern ftimÄÄ
Kehlern Der König verbesserte down die Stelle stillschweigend und pflegte wohl zu sagen: „Wir dürfen doch Quantz keinen Ka- tarch zuziehen." Quantz war nicht nur ein großer Flötenspieler, sondern auch ein vorzüglicher Flötenmacher der an dem Jnstru- ment wichtige Verbesserungen anbrachte und dadurch erst seine Ent- Wicklung ermöglichte. Gr fügte der Flöte eine zweit« Klappe hinzu und erfand den Aus- und Einschiedknopf, durch den die Flöte ohne Wechsel der Mittelstücke einen halben Ton hoher oder tiefer gestimmt werden komcte. Dem König verfertigte er alle Moten, verlangte aber auch vorsichtige Behandlung des Instruments. Er entzweite sich einmal ernstlich mit fernem $>erra, Werl dieser die Flöte nach dem Spiel in die Hand zu nehmen Pflegte und dadurch ungleichmäßig erwärmte, weshalb sie unrein klang. Friedrich war denn auch derjenige, der in dem Streit nachgab, und sich zu oessern versprach. Quantz hat 300 Konzerte und unzählige Soli für, den König komponiert: dieser spielte fast nur Kompositionen von itzntz schon aus dem Grunde, weil eS zunächst gar keine brauch^r« Flötenliteratur gab. Seine Werke srnd nur zum allerklernsten Teil veröffentlicht. Thouret in seinem Werk über „Friedrich den Groben als Musiker" urteilt darüber: „Quantz tvar kein Gerne wie Bach und Händel, die auch vergängliche Formen mit unvergänglichem Inhalt zu erfüllen verstanden, aber er gehörte zu jenen gediegenen Musikern zweiten Ranges, an denen Deutschmnd in der vorklassi- scheu Musikepvche überreich war. Gr rühm t ausei.ie i W.r^en „die Fülle schöner Melodien und tiefer Gedanken . Die Hauptbedeutung von Quantz für die Musikgeschichte beruht aber in seinem berühmten Lehrbuch „Versuch einer Anweisung, die Flöte traversiere zu spielen" eine Anleitung, die ihn nicht nur als vort^fflichen Sloten’ lehcer und Musikpädagogen zeigt sondern über die g.anze Mu U- aufsassung jener Epoche Aufschluß giot und eine auberst wichtige musikhistorische Quelle ist.
Von Helgolands Werden und Vergehen.
Helgoland, dis schöne Rordseeinfel, auf der jetzt so mancher Gr- holung und Erfrischung sucht, nimmt durch seine Lage wie 'einen Aufbau eine Sonderstellung ein. Keine der übrigen Inseln ist solch ein Felseneiland, liegt so weit von der Küste entfernt. Die Entstehung und Urgeschichte dieses Eilands kann der George aus seinen Gesteinen ablesen, und diese merkwurvlge Geschichte aus dem Buch der Aatur erzählt uns Dr. Otto Pratze, der einen aeologisch-n Führer der Insel verfaßt hat, in einem Aufsatz der Wochenschrift „Die ülmschau". Die ältesten Gesteine,, dissichauf Helgoland finden, gehören zum mittleren Buntsandstein der Trias also in den Beginn des Mittelalters der Erdgeschichte. Damals gab es noch keine Rordsee und keine Insel Helgoland, svn')ern die Landschaft ist als eine große Steppe zu denken, als eine Ar. Wuchr, die aber nicht ohne Pflanzenwuchs und Trerleben war. Häufig kamen große Äeberschwemmungen, wahrscheinlich durch starke Regengüsse, die in dem tonigen Sande Wellenfurchen hinterließen. Dl-> oberen Buntsandsteinschichten, die sog. Rötschichten, machen die Hauptmasse der eigentlichen Insel aus. Die Dünenklippen, die heute der Insel rund iy3 Kilometer vorgelagert sind, bestehen aus ganz anderem Material, aus grauem Muschelkalk, in dein etne Menge Versteinerungen von Meertieren stecken, während der Bunt- sandstein nur wenig Reste von Tieren aufweist. Wir können an- nehmen, daß das Land in den Rötschichten etwas einsank, noch stärker im unteren Muschelkalk, daß es sich dann im mittleren Muschelkalk etwas hob und im oberen wieder tiefer wurde. Es ist also ein dauerndes Auf und Ab in sehr langen Zeiträumen. DaS Meer kam auf Helgoland, nachdem es bereits die Muschelkalk’ schichten überflutet hatte, erst in der Kreidezeit wieder, also am Ende des Erdmittelalters. Die Schiefstellung der Gesteinschichten, dis wir auf Helgoland beobachten können, vollzog sich In einer Epoche, die zwischen der oberen Kreidezeit und der Eiszeit liegt. Die riesigen Eismassen, die im Diluvium über Borddeutschland hinweggingen, deckten auch Helgoland zu; die großen Blöcke, die bei dem Zurückrreten übrig blieben, sind als willkommene Bau« steine verwendet worden. Große Strecken der südlichen Nordsee lagen trocken, und Helgoland ragte als Tafelberg über seine Umgebung hervor. Durch eine allmähliche Senkung des ganzen Gebietes wurde es dann zum Vorgebirge, und in dieser Zeit wird die erste Besiedlung erfolgt sein, denn die Menschen der Steinzeit, deren Reste gefunden wurden, vermochten wohl schon breitere Meeresarme zu überqueren. Damals war die Insel größer als heute. Aber die Berichte über einen riesigen Umfang Helgolands sind Fabeln. Die zerstörenden Kräfte, die seit langer Zeit am Werke sind, das Meer mit feiner Brandung und die Stürme mit ihrer Verwitterung, arbeiteten langsam. Der Zerstörung kann nur Einhalt geboten werden, wenn man diesen vernichtenden Kräften ihren Einfluß auf das Gestern der Insel verwehrt. Die Verwitterung arbeitet selbst dahin, indem sie einen schützenden Schuttmantel schafft, der bisher von den Wogen wieder fortgeführt wurde, jetzt aber durch starke Mauern gestützt wird. QBan hat dadurch den jährlichen Landverlust auf die Hälfte herabgedrückt, aber die große, die ganze hauptsächlich gefährdete Ostseite umschließende Mau« ist vor dem Kriege nur zur Hälfte fertig geworden und muß zu Ende gebaut werden, um Helgoland zu erhalten.
blickte wollten ohne Beute den Platz nicht räumen; Geld wollten sie noch erpresse,i, wie sie dies auch bei meiner Mutter versucht &att»n Geld schrien sie, oder das Leben! Sie schleiften den Asiesior an den Füßen die Stiege herab, so daß der Kopf von Stufe zu Stufe aufschlug. Sie waren eben in den Hausfmr mr. dem Opfer ihrer Wut angelangt, und versetzten ihm Fußtritte auf vie Brust und den Unterleib, die ihm gewiß den Tod gebracht haben wurden, wäre nicht in diesem zwischen Geben und Tod entscheidend«n Moment wie aus HimmelShöhen der retten»e General als Sch.chgeist auch hier erschienen. Oft gedachte meine Mutier m der Folgezeit bei Erwähnung der Schreckensszenen d«S 29. Oktvbers ihrsr an den General gerichteten Einladung zur Mittagssuppe. Lächelnd.faste sie dann/ „das ging bei mir so rasch, |o flott vvnstatt^r, als lebten wir in gewöhnlichen Zelten, tote sonst auch, „
her nuten Absicht, die mich beseelte, meine Dankbarkeit einiger» maßen zu erkennen zu geben, nur e i n e Kleinigkit vergessen nam» sich die daß ich feit einer langen, schweren stunde nicht mehr in der Küche gewesen war, wo ich allerdings m einem freien Zwisckenraume die Anstalten zum Mittagstische getroffen, Suppe. Gemüse und Fleisch ans Fenster gesetzt batte Wie
ich nach der Unterredung mit meinem Lebensretter in die Mche trat? Von den Speisen keine Spur mehr, wohl aber die Ueber- blcibsel des Kochgeschirrs, welche auf dem Boden lagen. In welch« peinliche Verlegenheit wär' ich versetzt worden hätte der Mann meine Einladung annehmen wollen, oder auch nur etne Tasse
Fleischbrühe sich ausgebeten."
Der Flötenmerster Friedrichs des Großen.
(Zu Quantz' 150. Todestage, 12. Juli 1923.)
Friedrich der Große hat die Flöte zum Lieblingsinstrument seines Zeitalters gemacht. Ihr weicher, si.loriger schmelzender Ton klingt für uns harmonisch mit den zarten georochenen Warben und den melodischen Schnörkeln des Rokoko zusammen. Der Meister aber, dem wieder der große König die Kunst &es MtenblafmÄ verdankte, der eigentliche Klassiker rmd Virtuose der Sfotenmufd, nxir fein Lehrer Johann 3oamm Quantz. Als er vor 150 Jahren starb, auf seinem letzten Krankenbette sorgsam ge» pflegt von seinem erlauchten Zögling, da ließ ihm dieser auf bem Potsdamer Friedhof ein Warmvrdenkmal sehen; die ^ttin der Musik stützt, in Schmerz versunken, ryr Haupt in die Rechts wahrend ihr die Flöte, des Meisters beraubt, entgleitet 2sti sie schmiegt sich der schlummernde Knabe mit der verlöschenden Fackel, ^essings schönes Symbol des Todes. Quantz war beim schaffen seines 300. Flötenkonzertes vom Tode überrascht worden. Friedrich vollendete es selbst, und als es dann gespielt wurde, sagte er wehmütig: „Man sieht, Quantz ist mit sehr guten ®ebanfen auä der Welt gegangen." Bevor der Flotenmeister als „ Dikta, w aller Musik" sich am Hofe seines berühmten Schillers m dessen Glanze sonnen konnte, hatte er ein echtes Musikantenlebsn geführt. Als Sohn eines Hufschmieds 1697 in einem Dorf bet Göttingen, Ober» schoben, geboren, war er nach dem frühen Tode des Vaters bet seinem Onkel, dem Merseburger Stadtmusikus, in die Lehre ge= kommen und hatte schon mit 8 Jahren in den Dvrffchen.mi den Kontrabaß gespielt. Er erwarb sich bald eine hohe Kunstfertigkeit auf verschiedenen Instrumenten, ging mit feiner Geige 1714 auf die Wanderschaft und ernährte sich durch Aufspielen zum Tanz in Schlesien, Mähren und Oesterreich. Als er bann nach Dresden zurücKam, erregte er durch fein Trompetenblafen die Aufmerksamkeit des kurfürstlichen Kapellmeisters und wurde in der sächsischen Hofkapelle als Oboist angestellt. Von jetzt an warf er sich auf die Flöte, weil ante Flötisten am gesuchtesten waren, und erlangte als Schüler des berühmten Buffardin eine hohe Vollendung. Auf einer Reise nach Italien vervollständigte er seine Musikstudien und kehrte als gereifter Künstler nach Dresden zurück, wo er 1728 bei dem Besuch Friedrich Wilhelms I. am sächsischen Hofe zum erstenmal mit dem jungen Friedrich zusammenkam. Das Flöten- spiel von Quantz machte auf den musikliebenden Prinzen einen solchen Eindruck, daß er „von diesem Augenblick an sich der Flöte verfchrieben hatte". Er wollte durchaus dies Instrument lernen und setzte es durch, daß der .Künstler jährlich zweimal aus längere Zeit nach Berlin kommen durfte, um den Kronprinzen zu unterrichten. Bald aber warf der „Soldatenkönig" feine ganze Wut auf die „Querpfeiferei", und Quantz muhte mit feinem geliebten Zögling viele Röte und Heimlichkeiten teilen, sogar in den Kamin kriechen, wenn der König, durch das „verdammte Gedudle" erzürnt, beim Sohne Haussuchung hielt.
Dafür wurde aber Quantz glänzend entschädigt, als Friedrich zur Regierung kam. Unter den besten Bedingungen stellte er ihn an seinem Hofe an: 2000 Taler jährliches Gehalt auf Lebenszeit, besondere Bezahlung jeder Komposition, 100 Dukaten für jede Flöte. Der Flötenmeister genoß eins Ausnahme vor allen anderen Dienern des Königs; er brauchte nur dessen Befehlen zu gehorchen und hatte allein das Vorrecht, Friedrich bei feinem Spiel „Bravo" zuzurufen. Wenn Friedrich schlecht spielte, so schwieg Quantz, und der König übte dann um so eifriger, bis er das ersehnte .Bravo" auS dem berufensten Munde erhielt. Auch bei der


