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Weiht du nicht. Dub ich jedes afrikanische Krokodil durchbreche wie einen faulen Rettich?
Michel: Kasper, das ist alles gut und schön. Doch ich trabe da zwei Aufpasser hinter mir, die sind stärker als du. Dor denen nimm dich in acht. Sobald du es versuchst, mir die Kette oder den Schlips abzubinden, werden sie dich verdreschen, sie murksen dich ab.
Kasper: Oha! Dange machen gilt nicht, alter Freund.
Michel: Da kommt schon der eine.
II. Auftritt.
Kasper. Teufel. Michel.
Teufel (schleicht leise knurrend heran): Prrrrrrr!
Kasper: Herrschaft! Das ist wohl 'n Senegalneger? — — Ein hübscher schwarzer Pudel. — Michel, den würd' ich mir vusftvpfen.
Teufel: Prrrrrr I Prrrrrr!
Kasper: Ra, mein Jung, was knurrst du denn?
Teufel: Du willst Michel helfen, Kasper?
Kasper: Was schert dich das?
Teufel: Michel ist in meiner Hand. Seine Feinde haben mich beauftragt, über ihn zu wachen.
Kasper: Abwarten, du schwarze Katze! — Michel braucht keine Leibwache,
Teufel (geht gegen Kasper vor): Prrrrr! Prrrrr!
Kasper: Prrrr nur, Bürschchen. Ich will dir deine Schoko- ladenhaut schon über die Ohren ziehen, wenn du frech wirst. (Kasper holt mit seiner Pritsche gewaltig aus und fegt den Teufel mit einem Schlage hinter die Bühne,) Der sah! — Da, Michel, was sagst du nun? s
Michel: Ich glaube wahrhaftig, dass du der starke Mann bist.
Kasper: Ra stehst km!
Michel: Da kommt schon der andere,
III. Auftritt.
Kasper. Tod. Michel.
Kasper (schwingt mutig seine Pritsche): Wir Deutschen fürcht«! Gott, sonst nichts in der Welt!
Tod erscheint.
Kasper: Mein Herr. Sie sind augenscheinlich bleichsüchtig. Ich empfehle Ihnen Eisenpillen und abends und morgens dreiEier.
Tod: Ich wache über Michel.
Kasper: Du auch? Sieh mal an.
Tod: Die Feinde Michels haben mich gedungen.
Kasper: Diese Bande! — — Bleicher Knabe, du wirst jetzt abtreten.
Tod kommt immer näher auf Kasper zu.
Kasper: Halt! Da bleiben Sie jetzt gefMigst stehen. Kopf hoch! Hände an die Hosennaht I — Ich hoffe, Sie haben Ihr Testament gemacht. (Kasper langt abermals mächtig auS und fegt den Tod mit einem Schlage hinter die Bühne.) Wuppdiil Abtreten! — Auch der säst.--Michel, was sagst du nun?
Michel: Kasper, du bist der starke Mann.
Kasper: Kleinigkeiten, Michel! Ich stehe toetter zu Diensten. Gibt's noch was zu schaff«!? :
Michel: Ach, Kasper, jetzt kommt noch das Schwerste: das Lösc-geld.
Kasper: Geld brauchst du? Kleinigkeit,Michel: machen wir.
Michel: Darüber magst du mit meinem Minister verhandeln.
Kasper: Was? Darüber soll«; wir- auf dem Mist Verhandeln?
Michel: Mit meinem Minister.
Kasper: Wo ist er? Der Mister?
Michel: Dort kommt er.
Kasper (pfeift): 'n bißchen munter, verehrtester Mister.
IV. Auftritt.
Kasper. Minister. Michel.
Minister (tritt auf und nähert sich Kasper).
Kasper: Mit wem habe ich die Ehre?
Minister: Minister der Finanzen.
Kasper: Was? Mister mit dem dicken Ranzen?
Minister: Wie nennt Er selber sich?
Kasper: Wer?
Minister: Ich meine, tote Er heisst?
Kastor: Gr hat es doch eben gesagt: Mister mit dem dicken Ranzen.
Minister: Ich wünsche Seinen Namen zu wissen.
Kasper: Wessen?
Minister: Ihren!!
Kasper: Meinen? — Ach so. Kasper Heide ich. Kasper der Starke.
Minister: Sie bieten uns also Ihre Dienste an und trauen sich zu, das Löfegeld für unseren Freund Michel aufzu- «
treiben und ihn Damit aus den Hände» feiner Widersacher zu befreien?
Kasper: Sch anerbiete mich, Sie im steifen Arme verhungern zu lassen.
Minister: Es handelt sich nicht um die Aushungerung meiner Person: es liegt vielmehr die Frage vor, wie wir die ungeheure Schuldenlast des Volkes durch neue Steuern tilgen können.
Kasper: Wie wir die Last neuer Steuern tilgen können, Ganz mein Fall, Herr Mister.
Minister: Ach Hnfimt. — Er soll uns Vorschläge machen, tote der Staat zu neuem Gelbe kommt.
Kasper: Verstehe, versiehe: tote das Geld zum Staate kommt.
Minister: Wir haben bereits alles Erdenkliche besteuert.
Kasper: Verteuert.
Minister: Wir haben keinen Weg und keine Möglichkeit mehr, das Lösegeld für Michel aufzutreiben. Ehr wjr dies nicht bezahlen, kann ihn kein Gott von Schlips und Kette befreien.
Kasper: Mein Konto steht zu Dienst«!. Ich bin bereit, einen Scheck zugunsten Michels auszuschreiben. — Um welche Summe handelt es sich?
Minister: Hundert Milliarden Goldmark.
Kasper (schreit auf): Hu . . . Hu . . . Hun. . . Hundert Milliarden? — Hundert Milliarden? Aaaaa!!! (Gr schwankt und stürzt.)
Michel (tritt nahe): Was ist?
M i n i st e r: Shn hat der Schlag gerührt.
Michel: Der — starke — Mann.
Minister: Es ging über feine Kraft.
Michel: Minister, Sie sehen, es hilft nichts — ich must meine Halsbinde mit den vierzehn Punkten und meine Kette geduldig ertragen. (Gehen ab.)
V. Auftritt.
Kasper.
Kasper (nach ein«- Weile ins Publikum): Sind sie fort? Sind sie wirklich fort? — Gott sei Dank. Hundert Milliarden! — Hund«! Milliarden? — Re, ne, neee! — Tob und Teufel will ich vertreiben, aber hundert Milliarden? — nee, da hört die Gemütlichkeit auf. — Hetzt gang i und nehm a Moscht un a Servela. — Robet. (Kasper geht, „Deutschland, Deutschland über alles" singend, ab.)
(Vorhang.) — Schluß.
Das Aluminium und das Kupfsr.
Veit der Erfindung der Zeppeline hat sich das Aluminium immer mehr als anwenbungsfähig erwiesen. Man brauchte es zu den Gerippe» der Zeppelinballons in beträchtlichen Mengen, und es war hier unentbehrlich wegen seiner Leichtigkeit (eS ist nur 2,Smal so schwer tote Wasser), die sich mit einer ausreichenden Härte (es ist etwa so hart wie ©Utter) paart. Auch sonst fand es eine ausgedehnte Anwendung in fast allen Zweigen der Industrie. Erinnert sei nur an das für die Technik wichtige Thermilverfahren, ein Verfahren zur Erzeugung hoher Lern» ßrntur; durch die Entzündung eines Gemisches aus einer Metall- »erstosfverbtndung mit zerkleinertem Aluminium brennt das Aluminium von selbst weiter und erzeugt eine Temperatur von etwa 3000 Grad. — Die Darstellung deS Aluminiums aus seinen Verbindungen (z. B. Bauxit), die sehr verbreitet in der Natur Vorkommen, ist seit beinahe 100 Jahren bekannt. Aber erst durch das Knappwerden des Kupfers nahm die Herstellung deS Aluminiums, besonders in Deutschland, beträchtlich zu, und es wurde so bekannt wie das Kupfer.
Das Aluminium hat sich während des Krieges und später beinahe daS Feld erobert, Las vorher dem Kupf« eingeräumt war: es wird heutzutage in ausgedehntem Maste als elektrischer Leitungsdraht benutzt und bient insbesondere zu Wickelungen für Widerstandsspulen, für Anker von elektrischen Maschinen und Motoren usw. Man entdeckt in ihm Vorteile, die es zu einem begrüßenswerten Ersatz für eine Fülle von Kupferanwendung machen. — Sein elektrischer Widerstand ist wohl fast doppelt so K& tote der des Kupfers (beim Warmwerden ändert eS übrigens :en Widerstand nicht so stark wie das Kupfer), dafür ist eS aber dreimal so leicht tote Kupfer. Die Gewichtsersparnis kommt besonders für Hubmagnete und ähnliche Einrichtungen in Betracht. Als Leitungsdraht (Lichtleitung u. dgl.) benutzt man es wegen feiner BtMgkeit gegenüber dem Preis für Kupfer. Einer der größten Vorteile ist die Ersparnis an Jsoliermaterial, denn für viele Zwecke ersetzt die auf der Oberfläche des Aluminiums sich bildende Oxhdschicht eine Umwicklung der Drähte mit Seide und Baumwolle. Austerdem leitet eine durch besondere Oxy» dationsverfahren hergestellte Schicht die in dem Draht oder der Spule entstehende Stromwärme besser nach außen ab als die üblichen Wicklungen und sorgt so für nötige Kühlung, CH.
Schrlftleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Vrühl'schen Äniv.^Vuch" und Steindruckerei, R. Lange, Gießen


