Fs ist grundfalsch, wenn behauptet wirb, alle Pihe, dw beim Zerschneiden aber auf Druck die Farbe ändern, oder die MiichMst absondecn, seien giftig oder ungenießbar. Eine ganze Reche von köstlichen Speisepilzen sind gerade an diesem untrüglichen Merkmal der Farbenänderung oder des Milchsaftes «m- wandsfrei zu erkennen. Eine weitverbreitete, aber durchaus falsche Auslassung ist es auch, daß es Mittel gäbe, die Glftrgkmt der Pilze beim Kochen selbst zu erkennen, wie z. B am -versarven der Pilze oder am Schwarzwerden eines mitgekochten suvernen Lössels oder einer Zwiebel. Alles das sind Märchen Es gibt nur ein einziges Mittel, um die irrtümliche Verwendung von schädlichen Pilzen zu vermeiden, lerne die Pilze kennen!
Die übertriebene Furcht vor Pilzvergiftungen ist ganz unangebracht. Die allermeisten in der Presse bekanntgegebenen Pik Vergiftungen sind entweder auf Leichtsinn oder auf den Gen ß verdorbener Pilze zurückzuführen. Vergiftungen swd ausgeschlossen, wenn man nachstehendes beachtet. Vor allem verwende man _ Pilze, die man sicher als genießbar kennt. Wcm Hute sich vor »er dorbenen Pilzen Pilze sind wegen ihres großen Gehalts anEv- weitz, wie alle Vahrusgsmiitel, leicht der Fäulnis ausgesetzt Wan verwende nur gesunde und junge Exemplare. Zu alte, zu wässrige oder gar verschimmelte Pilze sind zum Genuß ungeeignet. Tanz besonders wichtig ist es aber, ein zu langes Ausbewahren der Pltze zu vermeiden. Am besten ist es, die Pilze an dem --age, an dem sie gesam'.nekt wurden, zu reinigen und zu putzen Ist die^ Verwertung nicht am gleichen Tage möglich — sie hat aber spätestens am zweiten Tage zu erfolgen — dann nehme man die Pilze aus den Sammelbehältern und schichte sie auf Unterwgen luftig, von einander getrennt, in der Weise auf, daß dre S-iele mich oben stehen. Läßt man die Pilze im warmen Raume über Aacht stehen, so kann man die unliebsame Erfahrung machen, daß bereits nach 24 Stunden die ganze schöne Ernte von Pilzmaden zerfressen rst. Zubereitete Pilzgerichte genieße man grundsätzlich noch am Tage der Zubereitung.
Die allermeisten Pilzvergiftungen mit tötl. Ausgang find dem Genuß des sehr giftigen Knollenblütterschwammes zuzuschreiben, einem sehr häufig vorkommenden Dlätterprk Dieser Pilz enthält ein geschmackloses Gift, das beim Kochen nicht zerstört wird und im Körper außerordentlich langsam und schleichend wirkt Meist erst nach sechs oder mehr Stunden, also in einem Zeitpunkt, in dem die Anwendung von Gegenmitteln keinerlei Erfolg mehr verspricht. Das Gift zerstört die roten Blutkörperchen, greift insbesondere Herz und Leber an, die es verfetten läßt und außer Tätigkeit setzt. Diese außerordentliche Gefährlichkeit des Pilzes, die Häufigkeit seines Vorkommens lassen es ratsam erscheinen, auch im Rahmen dieses kurzen Aufsatzes auf seine Merkmale hinzuweisen. Verwechslungen können mit dem fv sehr geschätzten Champignon, einem unserer besten Speisepilze, Vorkommen, jedoch nur dann, wenn man die charakteristischen Merkmale, die beide unterscheiden, nicht kennt.
Der Knollenblätterschwamm heißt deshalb so, weil sein Stiel am Boden eine knollige Verdickung hat. Seine Blätter — Lamellen — unter dem Hut sind stets rein weiß, während der eßbare Champignon Blätter hat, die rosa, violett bis dunkelbraun sind. Die Farbe der Blätter unterscheidet die beiden Pilze so bestimmt, daß man sich mir wundern kann, daß immer wieder Verwechslungen Vorkommen, die allerdings sämtlich auf mangelhafte Pilzkenntnis zurückzuführen sind. War bei ganz jungen Pilzen ist die Färbung der Blätter noch nicht so ausgeprägt. Man verzichte deshalb in Zweiselssällen auf die ganz jungen Pilze. Ein weiteres untrügliches Merkmal ist der Geruch, der beim Champignon angenehm würzig, mandel- oder anisartig, beim Knollenblätterschwamm ein unangenehmer, an keimende Kartoffeln erinnernder Geruch ist.
Man beobachte beide Arten nebeneinander in der Vatur, studiere die Pilze möglichst unter Anleitung tüchtiger Pilzkenner und vergleiche naturgetreue Abbildungen guter Pilzbücher. Sehr bald wird man die unterscheidenden Merkmale sehr genau kennen und mit größter Seelenruhe sammeln und die herrlichsten Pilzgerichte genießen. '
Die Freundschaft mit den Pilzen, das dadurch bedingte Wandern im Walde, stählen die Verven und vermitteln, wie alle die vielen, bei denen es mir gelungen ist, Lust und Liebe zur Pilzjagd zu wecken, mir immer wieder bestätigen, einen dankbaren Vaturgenuß, wie er fesselnder und anregender nicht gedacht werden kamt.
Der Verbrauch Deutschlands an heimischen Drogen.
Bor dem Kriege waren zahlenmäßige Angaben über den Verbrauch an Arzneipflanzen in Deutschland sehr spärlich. Daher hat, als im Laufe des Krieges die Aufforderung zu einer Vermehrung der Drogengewinnung in Deutschland ernsehte, die „Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft" versucht, wenigstens einige Hinweise zu erhalten, welche Mengen von Drogen, die in Deutschland erzeugt werden können, in Deutschland alljährlich konsumiert werden. Es wurden von Dr. Theodor Sabalitsthka-Berlin in der Zeitschrift „Heil- und Gewürzpflanzen", dem Organ der Deut«
scheu Hormsgesellschaft, aus, zu.diesem Zwecke von sieben Drogen- Wufern zahlenmäßige Angaben ihres jährlichen Drogenverbrauches erbeten. Das Grgebnis dieser Erhebungen läßt erkennen, daß der Umfaß an manchem Drogen gewaltig ist, weit Höher, als man Wohl gewöhnlich annimmt. Dabei ist es nicht zu übersehen, daß große Mengen von Heil- und Gewürzpflanzen it» den Fabriken verbraucht werden, die im Umfaß der Drogenhäuser überhaupt nicht erscheinen. So benötigte eine einzige deutsche Fabrikzur Herstellung ätherischer Oele jährlich 900 000 Kg. Fenchel und 500 000 Kg. Kümmel. Eine Firma verarbeitete im Durchschnitt jährlich 100 000 Kg. Iriswurzel, ,300 000 Kg. Pfeffer* minzkraut, 250 000 Kg. Rosenblatter usw. Der Bedarf an Drogen, den man heute zwar infolge ihres hohen Preises enrzuschränken versucht, wird in Zukunft voraussichtlich noch größer fein als vor dem Kriege. Auch jene einheimischen Pflanzen, die Ersatzstoffe liefern für die aus dem Auslands eingeführten Genußmittel Tee und Kaffee, werden in Zukunft mehr Beachtung verdienen. Ein nicht geringer Teil der Bevölkerung wird auch heute, wo diese ausländischen Vegetabilien wieder zu haben sind, bei den heimischen Vaturprodukten aus finanziellen Gründen bleiben. Sicher wird auch die Vachfrage nach'einheimischen Gewürzen sehr erheblich sein, da die Gewürz aus fernen Ländern sehr teuer, wenn überhaupt erhältlich sein werden.
Ein Jubiläum dsr deutschen Schafzucht.
Eine der besten deutschen Kammwoll-Merino-Herden, die von Gutspächter Hermann Schumacher - Zarchlin gegründet wurde, kann in diesem Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Im Jahre 1872, also vor 50 Jahren, wurde dort eine Stamm* schäferei geschaffen und der Dchäsereidirektor Rudolf Thilo in Freienwalde a. O. zum Beirat bestellt. Aus diesem Anlaß widmet die „Deutsche Landwirtschaftliche Presse" der Stammschäferei Zarchlin einen mit schönen Abbildungen über das Zuchtmaterial der Schäferei geschmückten Auffaß. Sehr bald erwarb sich die Stammschäferei Zarchlin, die bei Karow in Mecklenburg liegt und 1750 Morgen umfaßt, einen guten Ruf, so daß das Ausland bald aus der Herde Böcke bezog und sie auch bereits vor Jahrzehnten auf Ausstellungen, so z. B. der D. L. G.-Wanderausstel* lung in Breslau im Jahre 1888, seitens kompetenter Beurteiler sowohl hinsichtlich der Wollbeschaffenheit tote der Ausgeglichen- heil der Tiere ungeteilte Anerkennung fand. 3m Jahre 1893 übernahm C. Dteinkopf zu Zähren die Pachtung Zarchlin: damit ging auch die Stammschäferei in sein Eigentum über. Auch di« züchterische Beratung und 'Zuchtleistung wechselte. Vach ThilrÄ Tode ging sie an Schäfereidirektor Strecker den Aelteren und nach dessen Ableben im Jahre 1909 an Schäfereidirektor F. Arnold, Berlin-Friedenau, über, in dessen bewährten Händen sie heut, noch ruht. Es werden hier jährlich von 250 Müttern etwa 220 bis 225 Lämmer geboren. Das.Zuchtziel ist, auf grvßwüchstgen und muskulösen Körpern von leichter Grnährbarkeit, höchster Frühreif, und Fleischfülle eine edle, kräftige, möglichst lange Kammwolle mit ausgiebigem Rendement und hohem Schurgewicht zu erziele«. Cs darf behauptet werden, daß dieses Ziel vollauf erreicht worden ist.
Seit wann wird der Hund als Jagdhund verwandt?
Der Hund als Wächter, schreibt Dr. Max Hilzheimer, ber sich durch seine Studien über die Geschichte unserer Haustier, einen Vaamen gemacht hat, in der „Vatur", scheint älter zu sei» wie als Jagbgsnosfe. Bezeichnend für diese Annahme scheint u. a. die Tatsache, daß dem großen Jäger Vimrod selbst in der ältesten Form der Sage, der Jzdubarlegende, der sonst keinem Weidmann mangelnde Jagdhund fehlt. Dem sucht dann eine spätere altorientalische Fabel abzuhelfen, die uns erzählt, wie Vimrod sich vergeblich bemühte, die Frevler der Herden feinet Vaters und Bruders, den Löwen, den Wolf und den Schakal, u» vernichten. Da findet er einst von einem Jagdzug zurückkehrend, den ihm bis dahin unbekannten Hund, welcher die elterliche Herde bewacht. Vimrod erkennt sofort, welche Hilfe er im Hunoe beim Kampf gegen wilde Tiere hätte. Er bemüht sich, den Hund von der Herde weg zur Jagd zu verlocken, lange Zeit vergeblich^ bis er ihn mit dem Blut einer Gazelle und eines Hafen verlockte, ihm zu folgen. Die ältesten Schädel, die wir auf Jagdhunde beziehen können, finden sich in Europa erst im bronzezeitlichen Ablagerungen. Vs ist dies ein kleiner Laufhund-ähnltcher Typus, Da es aber im Orient, schon früher in Aegypten sicher schon Jagdhunde gab, und diese höchst wahrscheinlich von dem größten der drei in Aegypten einheimischen Schakale abstammen, und da ferner der europäische Stammvater der Jagdhunde auf einem ieinzeitlichen Hund zurückgeführt wird, der höchstwahrscheinlich von einem kleinen nordeuropaischen Wolfe abstammt, so sind vermutlich in verschiedenen Ländern selbständig Wachhunde verschiedener Abstammung zur Jagd herangezogen worden, so daß die Jagdhundgruppe nicht einheitlicher Herkunft ist. Sehen wir doch auch heute noch Hunde anderer Abstammung, wie Terrier» und Windhunde, zu Jagdzwecken dienen.
Schriftleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Univ.-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


