Schristleitung: August Goetz. — Druck und Verlag der Drühttschen Univ.-Buch- und Steindruckerei, D. Lange, Gieren.
Linen Irdianermischling namens ll3klhelm Vergessen, und als Seto Ä S i» völliger Verlassenheit auf der Insel weilte schließlich wieder von Seeräubern aufgefunden wurde, be- aEte « sich mit einem Landsmann derselben sonderbaren Art, wiegst« Defoe schildert. Einer seiner Retter hat über fern Leben auf der Insel einen Bericht hinterlassen, dem Defoe in vielen Einzelheiten seiner Geschichte von Freitag gefolgt rst. 1709 wurde Robinson von zwei englischen Schmugglerschiffen aufg^unden und verlieh, auf das dringliche Zureden der Seefahrer, schweren Äerzens sein schönes Eiland. Der Sehnsucht nach Juan Fernandez Ml er aber später noch oft in dem Seufzer Ausdruck verliehen haben: „O mein geliebtes Eiland, was gäbe ich darum, wenn ich dich niemals verlassen hätte!"
Heiterer Ortsnamenreigen.
Die Ortsnamen in Deutschland bieten seit jeher vielerlei Absonderlichkeiten. Obenan stehlen die Orte, die mit Reu beginnen Wir zählen heute etwa 1200 Ortsnamen dieser Art. R e u st a d t s finden wir 40. Verloren gingen einige in den Ostmarken und im Elsaß. Mit „Alt" bezeichnete Orte sind etwa 750 vorhanden. — Als ein Zeichen der Bescheidenheit durfte es nicht anzusehen sein, daß 600 Gemeinden sich Klein, dagegen über 1000 Groß nennen. Selbstschmeicheleien zugänglich sind ebenfalls eine große Anzahl Orte. Ueber 300 beginnen allein mit Schön. Schönecken, Schönchen u. a. dürften die bescheidensten sein. Patriotisch sind die Königs-Orte. Hiervon sind gegen 150 nachzuweisen. Sn den abgetretenen Marken befinden sich wenige jener typischen deutschen Ortsnamen, wie die mit an männliche Vornamen an- knüpfenden Bezeichnungen. Hier haben wir Friedrich mit etwa 105 und Peter mit rund 100 würdigen Vertretern. Der alltägliche Rame Karl bringt es auf nur 52, der echte deutsche Michel auf rund 40 Orte, bei denen er Pate stckht. — Das Tierreich schließlich nimmt einen weiteren erheblichen Raum w deutschen Ortsnamen ein. Wir finden hier allein 15 Ochsen (Ochsen- buch bis Ochensenzoll), einige Esel, Kuh, Roß usw., und selbst ein Assenthal ist zu nennen. Kückebusch und Unkenbach durfte sich noch mehr des Reizes der Seltenheit und erfrischender Treuherzigkeit erfreuen. Blumenreich und dufttg sind eine weitere große Anzahl deutscher Gemeinden. Blumen gibt es nahezu 100. D u f t i n g e n ist eine besonders würdige Vertreterin dieser Gattung. Rosen, Tulpen, Relken sind verkörpert in Rosenheim, Tul- peningken, Gr. Relke. , , •
Irreführende Ortsnamen sind allgemein bekannt. Und in Rom geboren zu sein, bedürfte es nur des Wohnens der Ettern im mecklenburgischen Dörfchen R o m. Ein Reu ho r k besitzt die Stadt Aschersleben in der Provinz Sachsen, in dem lenseits der Dahn gelegenen Stadtviertel. Danzig weist auf dieselbe Art ein Reu-Schottland auf. Japan liegt bei,dem zum Kreise Rordhausen zählenden Städtchen Bleicherode. Ein P a r t s zu besitzen rühmt sich Ostpreußen. (Indessen mit dovpeltem a geschrieben.) Amerika gibt es nicht nur als Erdteil. In wachsen bei dem Städtchen Penig, im Bezirke Leipzig, liegt eine Ansiedlung, die diesen Rainen führt.
Selbst Galanterie ist unter den deutschen Ortsbezeichnungen zu finden. Reben dem Schön-Orte (wie Schönchen usw.) gibt es ein Kosemühl, Klein-Kosen und selbst ein Reu-Kußfeld, Liebchen und Gernrode. — Frohsinn findet man i>ie Menge. Glück-Ortschaften namentlich sind zahlreich vertreten. Glückstadt, Glückshain usw. Auch mit Freuden kann gedient werden. Freudetthain, Freudenberg usw. Und Fröhlichs- dors dürste besonders anziehend fein. Sportler kommen schließlich gleichfalls zu ihrem Rechte. Sie haben eine große Auswahl unter Turnvw, Radldorf, Spring born.Laufen Ringe n w a l d e, Rodelshöfen und viele andere und ähnliche.
Bekannt dürften die Zahlworke sein: Einbeck, Zweibrücken, Drei linden, Vierlingen, Fünfborn, Sechs Helden, Sie- benborn, Achtelsbach, Reundörf, Zehn acker.
Größtmöglichster Kürze befleißigen sich: Ch, Ems, All, Ulm, Alb. Wert auf ansehnliche Länge legen: Ellenser- dammerfiel, Hammelwardermoor, Sebastions- wei ler, stln ter ober Wiesent Hal. Das ebenfalls sieben» silbige Wortungeheuer Maximilionow ist an Polen Der» Irren. Mit sieben Silben dürfte die höchste Länge erreicht sein. Die meisten Ortsnamen begnügen sich mit zwei Silben. Dann folgen die anspruchsvolleren, ebenfalls sehr zahlreichen mit drei. Darauf diejenigen Orte mit vier. Schließlich die einsilbigen und dann die immer seltener werden fünf-, sechs- und siebensilmge Bezeichnungen. Doppelnamen sind hierbei nicht berücksichtigt.
Rach Anfangsbuchstaben geordnet marschiert an der Spitze das R., die stattliche Anzahl von über 5000 Orten beginnt nut diesem Buchstaben. Mit etwa je 4200 folgen das W. und H. Der Buchstabe G. bringt es auf rund 4000, das A. aus 3000. Q„ 2E. und P. ergeben zusammen nur noch knapp 100 Orte. Hiervon sind prozentual die meisten verloren gegangen. Das Z. vermag noch etwa 1000 Ortsbezeichnungen auf sich zu vereinigen. Die Gesamtzahl aller Orte läßt sich genau noch nicht ermitteln, öle dürfte jetzt jedenfalls unter 100 000 liegen; selbst wenn man die kleinsten Flecken und die Güter mit Post oder Bahn hinzuzahtt.
richten die Deherrschung des Morsealphabets und die 2lotn«ndig. kett voll ausgebildeten Funkerversonals iortfaM. Di^ begünMgt
loien Wirtschastsruitdspruchdienstes betrieben, indem von e fchaftsnachrichten an Privatteilnehmer innerhalb des Reichs uo^ mittelt werdwi, die einen SmPfangsa^arat uvd das Recht zur Aufnahme der Rachrichten erhalten. Es such bereits Itv ^av mit einer erheblichen Teilnehmerzahl mit den erforderlichen wmp sangseinrichtungen versehen.
Auf Robinsons Spuren.
als dieser Erdenfleck, und man konnte ewe ganze ^Cenge ^oma MMZMWW SSSf'eÄ'X’Öfi. S Ä Wnem Besitztum keinen Gebrauch machte, schuf hier die Gesell- Kr 2 ™ 17 Jahrhundert eine Ansiedlung; «ber das Wirken dttser heiligen Männer wurde schnell abgelvs durch K arauschen Taten gefürchteter Seeräuber, die das Eiland zu ihrem SÄuPfwinkel erwählten. Besonders berüchtigt war em ?ran»ösischer Graf Ludwig de Barmvnt, der seinen Beinamen Der Ausrotter" deswegen führte, weil er alle gesangenen Spanier mit dem Wr durchs Herz l^eß und dann am Mast seines Schilfes in Bündeln mifhing. Den Waten folgten Schmuggler, und von einem solchen Schmugglerschiff ist MeMN her eetiirf das Urbild des Robinson, auf der Insel zuruck- gelasfen worden. Dieser berühmteste Siedler ausIuan Feriian- dez hatte als Nachfolger einen glücklichen Mglttchen Admiratz Lord Anson, der im Krieg gegen Chile und Peru nut serner Klotte hier Halt machte, um sich zu rüsten und dann hre peruanische Küste bis nach Mexiko hinauf durch einen Plötzlichen Anariff zerstörte. Einer chilenischen Ansiedlung um die -’Wte
ir ’Anbrbun&ertS wurde durch ein Erdbeben ein rasches ®n&e bereitet Danach war Juan Fernandez Verbrecherkolonis und dann Zufluchtsstätte der verbannten chilenischen Freiheits- Helden Schließlich fand hier im letzten Viertel des 19. Jahr Hunderts ein „moderner Robinson", Alfred von Rodt, sein Asyl, und von dem bunten internationalen Volk, mit dem er die Jn.el besiedelte ist sie noch heute bewohnt. . _,
Dem Besucher von Juan Fernandez begegnet auf Schritt und Tritt die Erinnerung an jenen einsamen Siedler, dessen Erlebnisse in dem ausschmückenden Bilde einer genialen Dichtung unsterblich geworden sind. Der Schotte Alexander Selkirk, der als dritter Steuermann auf dem Schmuggler- nnd Seeraubei- Sckift Fünf Hafen" diente, war von dem Leven seiner Mitfahrer so angeekelt, daß er im Oktober 1^4 auf der Insel, wo man« angelegt hatte, freiwillig zurückblieb. Auf dem, hohen Felskegel, der noch heute „Robinsons Lugaus' genannt wird, orientierte e sich über seine neue Heimat, und am stiordabhange erzaylt >,ine eiferne Tafel von seinem Schicksal mit den Worten: „Dem Andenken an Alexander Selkirk, Seemann. Gebürtig aus. Largo m der Grafschaft Fife, Schottland, welcher auf der Niftel m völliger Einsamkeit vier Jahre und vier Monate lebte. Er wurde gelandet von der Galeere „Fünf Hafen" 1704 und wieder mtt- genommen durch den Kaper „Herzog am 12. gebruar 1709„ starb als Leutnant S. M. S. „Weymouth 1723, 47 Jahre alt. Die Höhle am englischen Hafen trägt den Ranieri „Robinsons Hütte" zu Anrecht; er errichtete wohl seine Wohnung auf der heutigen Plazaela del Punque, die durch ihre himmelhohen Eukalypten weithin gekennzeichnet ist. Selkirks Leben verlief weniger abenteuerlich, als es von Defoe mit dem Recht des x-ichters geschillert wird; er fand reichliche und gute Nahrung auf Der Insel und wurde nur einmal durch ein Erdbeben erschreckt. Einen Freitag, wie in der Geschichte, hat der wahre Robinson nicht gefunden. Aber trotzdem ist Defves Freitag eine geschichtliche Figur. Der berüchtigte Seeräuber Eharp hatte nämlich, bevor Selkirk auf die Insel kam, hier bei einer Plötzlichen Flucht


