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IRing. Klemmt man Len zweit« Ding am dritten fest mnd versetzt den ganzer Apparat in Drehung um die lotrechte 2lchse (etwa mit der Schwungmaschine), so stellt sich die Kreiselachse (die vorher gegen die Horizontale geneigt vorzustellen ist) sehr bald in die Richtung der Drehachse des Apparates, — und der Drehsinn des Kreisels stimmt mit dem des Apparates überein. Dreht man den Apparat entgegengesetzt wie vorher, so schlägt der Ibn innersten Ding fitzende Kreisel um, fv Last sich sein Drehsinn auch umkehrt. <
Auf diesem Verhalten beruht die Verwendung des Kreisels als Kompaß d. h. eines Instrumentes, das die Dord-Süd-Dich- tung arrzeigt. Es ist unmöglich, an dieser Stelle auf die Theorie Les Kompasses näher einzugehmr; ein ganzer Komplex von mathematischen Entwicklungen ist zum Verständnis nötig. Die Drchtkraft eines geeignet gelagerten Kreisels ist schon lange bekannt,, doch erst im Jahre 1908 gelang es dem Münchener Dr. Anschütz- Kämpfe einen brauchbaren Kreiselkompatz herzustellen. Er besteht im wesentlichen aus einem durch elektrische Kraftübertragung in I rascher Dotation gehaltenen Kreisel, der sich in einem Gehäuse befindet; das Ganze schwimmt auf Quecksilber, und zwar so, datz die Achse wagrecht bleiben mutz. Durch die Erdbewegung wird dem Kreisel noch eine Drehung um die Erdachse ausge- I zwungen (so wie beim Bvhnenbergerschen Apparat dem Kreisel eine Drehung um die (Achse des äußersten Dinges ausgezwungen wurde), und dadurch zeigt der Kreisel das Bestreben, sich in den Aleridian einzustellen, wobei sein Drehsinn mit dem der Erde überetnstimmt. Di« Vorteile gegenüber dem Magnetkompatz sind die ÄnabhängigSeit von benachbarten Gisenteilen und von dem Ort aus der Erdkugel, der beim Magnetkompatz dessen Gin» I stellung stark beeinflußt. So etwas wie „magnetische Störungen" gibt eS beim Kreiselkompatz nicht. Sein« Aichtkraft bei den modernen Ausführungen ist sehr groß, da der Kreisel pro Minute 20000 Umdrehungen macht. Der Anschützsche Kreisel wird auf Schiffen fast aller Länder benutzt. Es kommt hinzu, datz man neuerdings den Kreiselkompatz zur automatischen Steuerung des Schiffes eingerichtet hat; besser als durch Menschenhand wird Las Schiff durch das mit dem Kreiselkompatz verbundenen Selbststeuer gelenkt. Auch eine Vorrichtung zur genauen Angabe deS SchisfsvrteS kann der Kvmpatz bedienen, so datz man den Ort nicht erst lange aus Beobachtungen zu berechnen braucht. Der Kreiselkompatz wird den Magnetkompaß nach und nach verdrängen; nur bei Fehlen des elektrischen Stromes mutz man natürlich zum Magnetkompatz greifen. — Von dem Spielzeug „Kreisel" zu lernet technischen Anwendungen, insbesondere zum Kreiselkompatz, ist ein weiter Weg, aber er ist gegangen worden, und gar manches, was noch heute als Spielzeug gilt, wird unter den Händen der Forscher eines Tages zu einer wohltätigen Einrichtung für di«
Der Kreiselkompatz.
Jeder kennt die Kreisel aus Holz, mit Venen die Kinder auf Der Stratze spielen, wenn eS Frühling wird. Offenbar verursacht es dem jugendlichen Gemüt Freude, den Kreisel tanzen zu sehen, özw. zu beobachten, Latz er nicht umfällt, solange er in Dotation ist. 'Doch schöner beobachtet man di« letztgenannte Tatsache an Kreiseln aus Metall, bei denen sich ein Schwungrad um eine deutlich sichtbare Welle als Achse dreht, um die herum die Masse des Rades (oder der Scheibe) gleichmähig verteilt ist. Man kennt ihn nicht wieder, den Kreisel, wenn er aufgezogen ist; war er vorher stumm und tot, so redet er jetzt eine Sprache «und zeigt Kräfte, die uns in Erstaunen setzen. Sv fällt er nicht um, wenn er schräg auf den Tisch gesetzt wird, sondern seine Achse beschreibt einen Kegelmantel, unter Beibehaltung ihrer Deigung zur Horizontalen. Selbst lveim man Las eine Ende der Achse in einer Schlinge wagrecht und frei aufhängt, fällt der Kreisel nicht aus seiner Schlinge heraus, — solange er sich hinreichend rasch dreht. Die Achse zeigt das Bestreben, ihre Richtung im -Raum beizrrbehalten. — Mit dem Bohnenbergerschen Apparat lassen sich noch andere Koeisestvirkungen zeigen. Hier befindet sich ein Kreisel in einem Ding, dieser Ding in einem zweiten Ding, der nm eine wagvechte Achse drehbar ist, und der zweite Ding — um eine vertikale Achse drehbar in einem dritten
Die vieten Wochen, die ich im Lause Der Jahrs 1385—1898 mit der Königin verbringen durfte, gehören zu den wohltuendsten und köstlichsten Erfahrungen meines Lebens. Der nahe .Umgang mit ihr, der Herzensremen, nmtzte veredelnd und erhebend wirken, und ich habe nie deutscher gefühlt, als bet ihr, die stolz war auf ihre deutsche Abstammung, und die den verwandtschaftllchLn . Sinn zu Pflegen wutzte, wie es in unserer modernen Zeit leider seltener und seltener wird.
Das Gemüt toar sehr reich bei ihr entwickelt, namentlich das Gefühl der Dankbarkeit; ihre .Untergebenen und Diener wissen davon zu erzählen. Die „freundliche" Mitwelt, die immer bereit ist, das Strahlende zu schwärzen, hat selbstredend auch dieses FrauenleLen mit Klatsch und böswilligster Verleumdung nicht verschonen können. ■ '
In das Gebiet der schändlichsten 'Verleumdungen gehört z. B. das Gerücht vom „Trinken". Die Königin litt an Kongestionen, so datz sie sich vor Weinen und erhitzenden Getränken fürchtete. Ohren Kaffee und Tee trank sie immer erst, wenn er von einer Tasse in die andere zur Abkühlung umgegossen worden war.
Sie hatte deswegen stets mehrere Tassen vor sich flehen, Ähr Tischgetränk war Selterswasser mit einem Tropfen Whisky ; darin, vom Arzte verordnet. Daraus ist die Alkohvllegende ent- i standen!! > < ।
In ihren Gewohnheiten hatte die Königin diel Deutsches; so z. B. tunkte sie aus Vorliebe das Gebäck in ihren Kaffee, was in England gang verpönt ist. !
Sie sprach ein mustergültiges Deutsch, ganz ohirr fremden Akzent und ein ebenso reineS Französisch.
Mit mir Hat sie immer nur deutsch 'gesprochen und alle j Briefe, die ich von ihr besitze, find deutsch geschrieben. Alle ihre Kinder und Enkel sprachen nur deutsch mit mir. Es war wie j selbstverständlich — sowie ich hi den Familienkreis eintrat, wurde allgemein deutsch gesprochen, obgleich ich die englische Sprache f von Kind auf beherrsche, und natürlich mit allen übrigen Eng» | ländern englisch sprach, denen das Deutsche nicht geläufig war. j
Der interessanteste Moment des Tages war das Frühstück, ' denn 6a besprach sie meistens die neuesten politischen Ereignisse, i an der Hand der Ministerberichte, die ihr in Metallschatullen gebracht wurden. Da konnte ich mich oft überzeugen, wie sehr sie ihre eigene Meinung hatte und wie sie es verstand, das weibliche Gefühl mit männlichem Verstand zu Berenten und die weibliche Weichheit mit männlicher Schärfe und Vorurteilslosigkeit zu verbinden. '■ f
Ein Spielball ihrer Minister ist dies« Frau niemals gewesen.
Merkwürdig berührte mich einige Jahrs nach ihrem Tode ein Ausspruch ihres Enkels, des fetzigen Königs Georg von England. Gr war damals noch Prinz von 'Wales. Wir sahen — 1910 war es, als die Schwierigkeiten mit den Suffragette einen Hohen Grad erreicht hatten — beim Tee in Kensington Palace bei meiner Schwägerin, Prinzessin Beatrice, in erregtem Gespräch über die immer heikler werdende Situation. Da sagte der eng» lisch« Thronfolger im Brustton tiefster Aeberzeugung:
„Unter Grotzmama wären alle dies« Ding« nicht möglich gewesen —----England war eigentlich nur unter
&sc Degierrmg der Frauen grvh: Mctvria, Qlnna, Elisabeth."
Doppelgänger in der Tierwelt.
Wie es unter den Menschen Doppelgänger gibt, die sich nicht nur in ihrem AeuHeren, sondern manchmal sogar auch in ihrer Lebensweise zum Verwechseln ähnlich sind, so kann man solch« Doppelgänger auch im Tierreich beobachten. In einem Aussatz des .St. Hubertus" wird darauf hingewiesen, datz zwei Vertreter der wild lebenden Tierwelt in Europa richtige Doppel gänger haben, nämlich der Biber und das Alpenmurmeltier. Gin dem Biber in Gestalt und Lebensweise sehr ähnliches, wenn auch viel kleineres Tier, ist die Bisamratte, die man daher auch Zwergbiber genannt hat. Das Pelzwerk der Bisamratte ist dem des Bibers ähnlich, freilich nicht so dicht und daher auch nicht fo wertvoll. Die Ernährung der Datte ist wie die des Bibers fast ausschltstzlich auf Pflanzenkost beschränkt. Die Bisamratte baut ebenfalls mitunter „Burgen" und hat mit dem Biber die Eigenart gemein, am Grunde deS Wassers zu laufen. Außer dem GrShenunterschiede unterscheidet sie sich von dem Biber durch den viel längeren und dünnen Duderschwanz und «ine Reizbarkeit die der phlegmatische Aber nicht kennt. Doch erstaunlicher ist die Ähnlichkeit bei dem Doppelgänger des Alpen- murmeltiers nämlich der Zieselmaus, die nach ungezählten Tausenden die Ebenen Dvrdwestböhmens bevölkert und den Beinamen „böhmisches Murmeltier" erhalten hat. Der eintönige Psiff der Zieselmaus ist zwar schwächer als der Warnpsifs des Murmeltiers, kann aber sonst leicht mit ihm Verlvechselt werdeir. Seinen Bau legt das Erdziesel ebenso eigenartig an wie bad Murmeltier. Es gräbt eine etwa 1 Meter lange Röhre fast senkrecht in den Boden; die Röhre hat eine sackartige Erweiterung, di« dem Dachwuchs zum Aufenthalt dient. In der Ernährung hat sich der „Doppelgänger" freilich unangenehme Eigenheiten cmgewöhnt, denn während das Murmeltier fast ausschließlich von pflanzlicher Aahrung lebt, vergreift sich das Grdziesel an jungen Tieren, besonders au kleinen Hasen.


