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denen Heute tetr noch Watzenborn und Garbenteich bestehen. Erle- bach, das bei der Willfchen Mühle Mischen Hansen und Wetzete horn lag, ist um' 1450 ausgegangen, Frohnebach, das bei Steinbach gelegen, wohl um dieselbe Zeit und Chotthen, das nur in einer einzigen Urkunde genannt wird, ist toiml das spätere Oberstein­berg gewesen, das bis 1320 bestand. Von dem früheren Gericht Garbenteich bestehen also außer Steinbach, das erst ungefähr 100 Jahre später entstanden ist, nur noch Watzenborn und Garben­teich, bereit Namen auf die ersten Anstedler verweisen, die wohl Wazo und Gariwart geheißen haben mögen. 'Ten Rodzehnten erhielt Schiffenberg von vornherein in diesen fünf Orten. Im Jahre 1141 übertrug der Erzbischof Albero von Trier den Mönchen auf Schiffenberg die Seelsorge in diesen fünf Dörfern, die den Einwohnern natürlich eine ganze Menge neuer Abgaben auf- erlegte. Zuerst werden die Mönche wohl diesen Dienst selbst ver­sehen haben, doch übertrugen sie ihn später einem schlecht bezahlten!, absetzbareir Kavlan, während sie die reichen Einkünfte selbst ein­strichen. Wirklichen Besitz an Grund und Boden scheinen bte Mönche in Garbenteich nicht gehabt zu haben. .

Der deutsche Orden, der Rechtsnachfolger der Augustincrnrönche auf Schiffenberg, bezog außer den Kircheneinkünften ans Garben­teich noch verschiedene Renten, hat sogar aus Hausen und Garben­teich am längsten von allen Orten der Gegend Einkünfte bezogen. So erhielt er in Garbenteich eine ewige Gült (Steuer) von drei Tornosen (= ca. 15 Mk.), die bis 1500 bezahlt wurde. Auch hatte er in Garbenteich Grundbesitz,. Der Hof der deutschen Herren in Garbenteich war auf Halbban verliehen, d. h. der Pächter hatte die Hälfte des Ertrages an den Orden abzuliefern. ^Außer­dem hatte Johann von Leihgestern den deutschen Herren im Jahre 1340 eine Wiese zu Garbenteich geschenkt.

Sehr gerne hatten sowohl die Mönche als auch die Deutsch­ordensritter Mühlen erworben, da diese eine sehr gute Einnahme­quelle darstellten. So hatte z. B. der Pächter der Schiffenberger- dder Hedwigsmühle, die zwei Mahlgänge und ein Sei chlagwerk hatte, an den deutschen Orden auf Schiffenberg jährlich einen ganz beträchtlichen Zins an barem' Gelde, hundert Eier und ein ge- imästetes Schwein zu leisten. Um den Älleinbesitz! der Grebenmühle bei Garbenteich, die schon den Mönchen und den Nonnen von Zelle gemeinschaftlich gewesen war, führten die Teutschordensherren er­bitterte Prozesse gegen die Nonnen, die aber an dem bisheriger Zustand nichts änderten, wie der Prozeßentscheid Vvmi Jahre 1376 beweist.

Garbenteich war Gerichtsort. Roch) 1359 nennt eine Urkunde zwei Schöffen des Gerichtes zu Garbenteich. Aber bald darauf wurde der Sitz des Gerichtes nach Steinbach verlegt, das zwar hundert Jahre später entstanden war, aber nM diese Zeit Garben- iteich weit überholt hatte. Damit verlor Garbenteich auch die Bedeutung, die es bis dahin als Gerichtsort noch gehabt haben Mochte.

Wie wir früher schon sahen, wurde der Gottesdienst, in Garben­teich vom Schiffenberg aus versehen. Ms die Reformation in Hessen eingeführt worden war uird die Orte um! den Schiffenberg evangelisch geworden waren, mußten die Schisfenberger Ordens- Herren für diese Gemeinden einen evangelischen Pfarrer anstellen. Jüt Jahre 1567 nimmt der Komthur auf Schiffenberg, Hans Heinrich von Elckartshansen, genannt Klöppel, den Pfarrer Fried­rich Fäinlius auf ein weiteres Jahr als Pfarrer für die Pfarr- kirchen in Schiffenberg, Steinbach und Garbenteich an.

Der Garbenteich benachbarte Ort Hausen gehörte nicht zuM Gericht Garbenteich, sondern wurde zum! Hüttenberg gerechnet. Es hängt dies mit den oben schon erwähnten Besiedelnngsver- hältnissen aufs engste zusammen. Die Orte Annerod, Hausen Und Konradsrod*^- waren sicher die ersten Niederlassungen im Wiesecker Wald. Ihre Gründer kanten aus dem Hüttenberg; des­halb sind diese Orte auch in späterer Zeit bei dem Gerichte Hütten- bcrg geblieben, obwohl sie untereinander und vom Hauptteile des Hütteuberges durch andere Gebietsteile getrennt waren. Wie schon gesagt, scheinen die Einwohner des Gerichtes Garbenteich aus der Fremde eingeführt zu sein. Vielleicht kamen sie aus Luxemburg, das ja auch das Stammland der Gleiberger war und wohin sprachliche Merkmale weifen. Denn noch! heute zeigt sich dieser Stauimesunterschied in der Sprache.

Dvs Gericht Garbenteich, später Gericht Steinbach genannt, laut! früher an Hessen als die benachbarten Teile des Hütten­berges. Und das kaM so: die große Gleiberger Erbschaft wurde in der Mitte des 12. Jahrhunderts geteilt. Die Teile kamen an Mei Töchter, die diese Gebiete als Heiratsgut mit in ihre Ehen brachten. ®er südliche Teil der Grafschaft, in dem! das Gericht Garbenteich und das 1197 zum ersten Male genannte Gießen lagen, kaM so an die Pfalzgrafen von Tübingen, die ihn 1265 in Hessen verkausteir. ®te andere Hälfte war an die Herren von Meranberg gefallen, von denen sie wieder die Grafen von Nassau erbten. 'Das Gericht Hüttenberg aber war wohl der hier besonders verwickelten Besitzverhältuifse wegen nie geteilt worden und blieb geMeinschaftltches Gut bis zuM Jahre 1708, wo es zwischen Hessen und Nassau geteilt wurde.

*) Konradsrod hat bis ettoig 1450 hestan.dete

KrWingZarLeiLm in der ZimmergSrlnerei.

Mit dem Frühling häufen sich für den Blumen-! und Pflanzenfreund in der Pflege pflanzlicher Lieblinge kul­turelle Erfordernisse mancherlei Art; der natürliche Kreislauf der Saftzirkulation iM landschaftlichen Vegetationsbilde beginnt und mit ihm setzt auch die Triebkraft und das Jungwerden der Weiften Topf- und Zimmerpflanzen ein. Die Tulpen, Croeus, Hyazinthen und sonstige volksbeliebte Zwiebelgewächse des winter­lichen Blumenfensters haben ihren duftenden und farbenschönen Flor zumeist beendet. Durch allmähliches Entziehen des Wassers gehen sie bald zur natürlichen Ruhe ein. Sobald diese durch 8lb- sterben des Krautes eingetreten ist, werden die Zwiebeln aus beit Töpfert genommen uitd trocken an irgend einem Hausplatze aufbe- wahrt, um die stärkeren Zwickeln int nächsten Jahre noch ehtmdK den gleichen Zwecken dienstbar zu machen, die schwächeren dagegen im_ Hausgarten zwischen den Gebüschpartien auszupslanzen, wo sie im kommenden Jahre immerhin noch einen lieblichen Frühlings- flor erscheinen lassen.

Einen interessanten Ziminerschmuck bilden zu dieser Zeit auch die sogenannten Kätzchen- und Blütenzweige. Zu den ersteren gehören die Weiden, Haselnüsse, Pappeln, Erlen und schließlich auch noch die Birken, Eichen und Walnüsse, die ihre männlichen Blüten zu einem eleganten Kätzchenbehang Weißer, grüner, grauer und gelb-brauner Färbung ausformen, und als letztere bieten die Zweige der gelbglockigen Forsythien, des zartblumigen Seidel­bastes, der Süß- und Sauerkirschen, des persischen und gewöhn­lichen Flieders, des röschenblumigen Mandelbaumes, des Schlehen­strauches (Prunns spinosa) und des Weiß- undlRotdorus dankbare Objekte. Die hierfür zu verwendenden Zweige müssen möglichst von der Sonnenseite und von der Kronenspitze geschnitten werben, da sie hier natur- und erfahrungsgemäß besser mit Blütenaugen besetzt sind, als auf der Schattenseite und an den unteren Ast- gliederungeu. Augenscheinlich kenntlich! sind die Blütenaugen im! allgemeinen durch eine größere Anschwellung sowie durch eine paarweise Anordnung bet Knospen. Die Zweige selbst sollen nicht über 3040 Zentimeter Länge geschuitteit werden, müssen aber gesund und kräftig entwickelt und möglichst gleichmäßig mit Blüteuaugen besetzt sein. Bevor sie in die mit warmem. Wässer aitgesüllten Behälter gestellt werden, sind sie -am1'unteren Ende mit einer möglichst langen und glatten Schnittfläche zu versehen, die die Aufnahme einer genügenden Wassermenge gestattet. _ Zur dauernden Erhaltung ihrer organischen Tätigkeit wird diese Fläche wiederholt angeschnitten uird auch das Wasser in den Behältern täglich frisch und mäßig warm nachgefüllt. Die Behälter selbst werden^zunächst nur in mäßig geheizten Räumen dunkel aufge­stellt und erst dann ans Licht bezw. ans Fester gebracht, wenn nach Verlauf von 14 Tagen das Vorrücken der Knospen und das Ausbrechen der Kätzchen bezw. Blüten deutlich erkennbar wird. Die Entwicklung ist hierdurch wohl etwas langsamer, dafür aber uM so gleichmäßiger und dekorativ schöner. Bei groß- und hart- knospigen Zweigen, wie beispielsweise bei der Sahlweide, Wirb es die praktische Vorsicht erfordern, die' in der trockenen Zimmer­luft lederartig fest zusammentröcknenden Deckhüllen rechtzeitig und vorsichtig zu entfernen, damit die Entfaltung der Blüte bezw. der Kätzchen nicht gehemmt oder auch ganz zurückgehalten wird.

Durchwinterte krautartige Topfpflanzen, wie beispielsweise Geranien, Fuchsien, Heliotrop, Calceolarien, Margeriten, Esen- pelargonien usw. werden aus den Winterstandplätzen ans Licht gebracht, in neue, nährkräftige Erde und entsprechend große, reite gewaschene Töpfe mit guter Scherbenunterlage verpflanzt. Gleich­zeitig werden sie allseitig auf 46 Augen ihrer Gliederungen zurückgeschnitten, nur sie zu einem recht kräftigen Jungtriebe zu zwingen und int Aufbau gedrungene und kraftvolle Pflanzen zu erhalten. Tie hierbei abfallenden krautartigen Spitzen werden ebenso wie die in wenigen Wochen aufkommenden ersten Jungtriebe nötigenfalls als Stecklinge für junge Nachzuchten verwandt, bereu Bewurzelung im geschlossenen Blumenfenster oder unter einer luftabschließenden Glasglocke (Wässerglas usw.) in sandiger Erde und Nur kleinen Einzeltöpfen ober größeren flachen Behältern sehr leicht und willig vor sich geht. Ebenso werden auch die vorhandenen Knollenbegonien, Gloxinien oder ähnliche, den Winter über ruhende Knollengewächse wieder eingetopst und int sonnigen Blumenfenster langsam in der Entwicklung unter Beobachtung mäßigen Gießens gefördert. Für die Blumenbeete des Hausgartens und für beit Schmuck des Balkons muß durch Aussaat geeigneter Pflanzen m Töpfen oder Samenschalen Vorsorge getroffen werden. Ms solche werden bevorzugt Levkoyen, Astern, Verbenen, Phlox, Zrnmen, Petunien, als Berandungspflanzen Lobelien und Pyrethrum sowie als Schlingpflanzen die allbekannte Kapuziner-Krefse (Tropaeolmn) und die glockenblumige und schnellwüchsige Cobaev scandens. Tie hierfür aufkomMenden Sämlinge werden bald pikiert und schließlich als kräftige Pflänzlinge von Mitte Mai ab ihrem Bestimmung^« zweck zugeführt.

Wer Palmen, Edeltannen, Myrten, Plektogynen, Arülten oder sonstige blattgrüue Pflanzen unter feinen Pfleglingen besitzt, nehme an ihnen eine Verpflanzung unter Verwendung frischer und humus­reicher Erde vor. Ist der Wurzelballen sehr verfilzt, wird bte Verfilzung vorsichtig mit einem scharfen Messer abgetrennt une der übrig bleibende Wurzelballen unter Schonung der Wnrzelq Mit den Hänchen oder einem stnmpfgesvitzjten Holzstäbchen grimolM