Ausgabe 
3.11.1913
 
Einzelbild herunterladen

688

ausgebildete. Daher ist die Zeit der Kälterückschläge im Frühjahr - im Volksmund die Tage der Eisheiligen (Pankratius, Servatius, Mamertus), 12.14. Mai diejenige Jahreszeit, in welcher unsere Pflanzenwelt am meisten durchErkältungen" gefährdet ist jedenfalls weit mehr, als im tiefen Winter bei grimmiger Kälte. Das Ilmbinden mit Stroh und Umwickeln mit Tüchern und Papier eine Maßregel, welche gerade während der Spätfröste mit gutem Erfolg angewendet wird hat hauptsächlich den Zweck, die Pflan­zen !vor übermäßiger Wärmeausstrahlung in kalten klaren Nächten zu schützen.

Wenn es trotz aller natürlichen und künstlichen Schutzmaß­regeln dazu koumit, daß die zarten Organe unter 0° abgekühlt wer­den, so ist damit das Todesurteil noch nicht gesprochen. Denn viele Gewächse der kalten Zone können geradezu als eisveständig bezeich­net werden, d. h. Gefrieren ist bei diesen nicht eins mit Erfrieren. Ausschlaggebend ist, in tvelcher Weise das Auftauen stattfindet; er­folgt es langsam und allmählich, so merkt man der betreffenden Pflanze meist kein Ungemach an; wenn dagegen eine Pflanze, deren Blätter hart gefroren sind, plötzlich in einen warmen Raum über­tragen wird, sodaß das Eis im Innern der Gewebe rasch ariftaut, dann ist es für immer vorbei: die schlaff herabhängeuoen Blätter leben nicht wieder auf, ein Bild, das sich dem aufmerksamen Beob­achter nach Frostnächten im Frühjahr nicht selten bietet, wenn die Morgensonne eine plötzliche Erwärmung gefrorener Pflanzcnteile bewirkt. Aus all dem geht hervor, daß schroffe Temperaturwechsel für Pflanzen ebenso verhängnisvoll sein können, !vie für Tiere und Menschen.

Es liegt nun die Frage nahe, was geschieht, wenn ein Baum oder Strauch durch Spätfröste seiner jungen Triebe beraubt wor- den ist? Auch dafür hat die Natur Abhilfe geschaffen. Die mei­sten Bäume besitzen nämlich Knospen, welche nur imNotfall" zur Entwicklung kommen, wenn die anderen Knospen auf irgend eine Weise z. B. durch Frost, Insektenfraß und dergl. vernichtet worden sind; man nennt diese Crsatzknospenschlafende Knospen", weil sie gewissermaßen solangesstlafen", bis sie durch einen äuße­ren Einfluß erweckt werden.

. Allerdings können die durch Spät- oder Frühfrost getöteten Triebe der Pflanze noch nachträglich verhängnisvoll werden, indem sich auf denselben alle möglichen Pilze ansiedeln, welche sich zu richtigen Schmarotzer!! entwickeln und schließlich auch gesunde Triebe angreifen und zerstören. SolcheNachkrankheiten" der Frostwir­kung werden namentlich an Bäumen beobachtet, welche im Herbst erst verhältnismäßig spät in den winterlichen Ruhestand eintreten und daher der Frühsrostgefahr besonders ausgesetzt sind, z. B. bei den Roßkastanien, einigen Ahornarten u. a. in.

Eine merkwürdige Frostkrankheit, welche gleichfalls nur an Bäumen And zwar an älteren Stämmen häufig vorkommt, ist die Bildung von Frostrissen und Frostleisten. Sie stellt sich nicht in den Uebergangszeiten, sondern im tiefsten Winter bei sehr starker Kälte ein. Nach einem bekannten Gesetz der Physik zieht sich der Holzkörper der Bäume bei weitgehender Abkühlung sehr zusammen, und zwar so, daß unter Umständen entlang einem Markstrahl ein Spalt entsteht (Frostriß oder -spalt). Es kann vorkammen, daß die Zusammenziehung so heftig ist, daß die Bildung der Spalte von einem lebhaften Geräusch ähnlich einem Flintenschuß begleitet ist. Bei Temperaturzunahnie schließt sich der Spalt wieder, aber an dieser Stelle findet nun im nächsten Sommer ein stärkeres dickes Wachstum des Holzkörpers statt, d. h. der Holzkörper bildet längs dem 'Frostriß eine Verwölbung eine sogenannte Frostleiste. Wer in Gärten oder im Wald die Bäume mit Aufmerksamkeit betrachtet, dem wird es nicht schwer fallen, 12 Meter lange am Stamm' ver­laufende Frostleisten zu finden. Besonders stark neigt zur Frost- leistenbildung die Ulme.

So kann die lebensfeindliche Kälte unserer Winter selbst jenen Pflanzen recht großen Schaden zufügen, welche scheinbar durchaus gefeit dagegen sind.

Vermachtes.

, * Wettbewerbe im Kochen. Eine ganze Reihe in­teressanter Preisausschreiben und Wettbewerbe aus dem Gebiete der edlen Kochkunst kommt bei der großen Londoner Kochausstellung zum Austrag. Nicht nur die vornehmsten Kochkünstler werden hier ihre raffinierten kulinarischen Kunstwerke zeigen, sondern noch größerer Wert ist auf praktische und pädagogische Zivecke gelegt. So gibt es z. B. einen Wettbewerb in guter Haus mauns- k o st. Goldene und silberne Medaillen, Geldpreise und ehrenvolle Erwähnungen winken denen, die das nahrhasteste und wohl- schmeckendsle Mittagessen von vier Gängen mt Preise von 5 Mk. Herstellen können. Sodann werden Koch stunden für Volks- s ch u l k l a s s e n mit. der Ausstellung veranstaltet. Täglich werden Schülerinnen verschiedener Unterrichtsanstnltcn einen praktischen Kursus durchwachen, der direkt sür die Bedürfnisse der Arbeiter- faniilieii zugeschnitten ist. Die jungen Mädchen erlernen hier auch die beste Methode, ein gutes Essen, das ivohlverpackt dem Haus­vater nach seiner Arbeitsstelle getragen wird, zu bereiten und au- zurichte». Besondere Wettbewerbe sind sür die Armeeköche vorgesehen; die Kochkünstler der verschiedensten Truppengattungen, atich der Garderegimenter, werden ihre Kräfte darin messen, genau

nach Vorschrift und möglichst billig die richtigen Rationen für die Mannichasteii herzustellen. Die Schtsssköche fechten wieder ihre Tourniere für sich aus, denn die gastronomischen Ansprüche, P,te vu sie gestellt werden, sind ganz andersartige als die, denen ihre Kostegen ans dem Lande zu genügen haben. Von anderen Wettbewerben seien die um die beste Herstellung d r e i e r S a u c en, euier Buttersauce, einer holländischen und einerMayomiaiseu-Sauee, und die trefflichste Bereitung eines Frühstücks erwähnt. Die un­verkennbare Schwierigkeit, die ein klassisches K a r t o s f e l k o ch e n bereifet, kommt in dem Preisausschreiben zum Ausdruck, das man sür die tadellose Zubereitung dieser so wichtigen Knollenfrucht er­lassen hat. Eine Abteilung für sich bildet die Krankenkost, sür die Wettbeiverbe von den größten Londoner Hospitälern aus­geschrieben sind.

Viichertisch.

Neuerscheinungen der U n i v e r s a l - B ib l io- t he k Nr. 5601. 5602. B erufs t r agik. Von Max Eyth. Ans dem Taschenbuch eines Ingenieurs. Mit dem Bilde des Verfassers und einer Einleitung von Carl W. Neumann. In Leinen 80 Pfg., in Leder mit Goldschnitt 1.50 Mk. Inhalt: Max Eyth. Berufs- tragtk. ,1. In der Grünheustraße. 2. Ans dem Kahlenberg. 3. Die Brücke. 4. Eine schwere Last. 5. Die Sturmnacht. - 6. Neues Leben. Nr. 5603. B n r s ch e u h eraus! Von Josef Buchhorn. Bunte Bilder aus dem deutschen Stiideutenleben. In­halt: Deutsche Studentenhymne. Die Fuchs keile. Was der alte Messelhuber in Tübingen erlebte. Stindt, der Literat. - Telepathie. Der Fax. Filia hospitalis. ProfessorsMäd­chen". In vorgerückter Stunde. Die Skiidentenbude. - Die Diosknren. Willy Franck. Nr. 5601. Str e i fl i ch t e r. Von Karl Ewald. Ein Skizzenbnch. Autorisierte llebertragung ans dem Dänischen von, Hermann Kiy. In Seinen 60 Pfg. Inhalt: Ein­leitung. Offner Brief an den Vagabunden Ferdinandsen.> Meine Stiefel. Ein Verbrecher. Offizielles. - Hunger. Zwei Welten: Kultur. Natur. Jugend. - Krank. Landes­trauer. Allianz. Kaisergabe. Ein Rüffel. Ein Anarchist. Frühling. Einer von Hunderttausend. - Proletarier. Plauderei. Etatsrat Petersen. Der Arzt. - Reiseskizzen ans Hamburg: KommerzienrätlicheS. Der Heldenliebhaber. Die soziale Frage. In Smaaland: Branntwein. Göran. Ein Lichtstrahl. Der Vorhang siel. Das Uebernatürliche. Es blasen . . . Eine kleine Geschichte. Lügen. - Blut. Kinder. Das Schlimmste. Andacht. Gin Geschäftsmann. Die kleine Hanne. . Vorbei. Betrug. Weltuntergang. Sonntags­schule. Nr. 5605. D i e Räuber. Von Friedrich von Schiller, Ein Schauspiel in fünf Aufzügen. Für die Bühne bearbeitet von Dr. Rudolf Weinmann. Nr. 5606. Gedi ch t e in pfälzi­scher M unda r t. Von Franz von Kobell. Ausgewählt und mit einer biographischen Skizze, Erläuterungen und einem Wörterver­zeichnis heransgegeoen von Fritz Gundlach. In Seinen 60 Pfg. Nr. 5607. B e r ü h in t e K r i m inalfäll e. Nach dem Neuen Pitaval und anderen Quellen. Heransgegeben von Dr. Max Meud- heirn. Achtes Bändchen: Madame Meinheil, die Pompadour der Republik. Der zerstückelte Leichnam int Wäschekorb. Bearbeitet von Hermann Pilz. Nr, 5608. Ki n d e r s ch i ck s a l e. Von Emil Marriot. Novellen und Skizzen. Inhalt: Kückens Kindchen.- Bubi. Kindesleid. Die beste Schülerin. Martyrium. Fritzchens Weihnachtsgeschenk. Nr. 5609. 5610. Der Wirbel- tierkörper. Von Dr. Fr. Hempelmanu. Eine vergleichende Ana­tomie. Erster Teil. (Bücher der Naturwissenschaft, herausgegeben von Prof. Dr. Siegmund Günther. 18. Band.) Mit 2 bunten und 2 einfarbigen Tafeln und 62 Abbildungen im Text. Inhalt des 1. Teiles: Vorwort. Einleitung. I. Das Integument II. Das Skelett. III. Die Muskulatur. IV. Das Nerven­system. ________

DiamantrWel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aacdeelifi i i k k 1 1 1 1 m m n r s w w w derart einzutragen, daß die tvagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Figur eines mittelalterlichen Helden­gedichtes.

3. Russische Stadt.

4. Männlichen Vornamen.

5. Mathematische Figur.

6. Vogel aus der Ordn, der Taucher.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mittel­reihe ergeben das Gleiche,

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Artihmogriphs in voriger Nummer: ieel Egge Igel - Reil Elbe Tabelle;

® e i b e L

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'ichen UniverlstätS-Buch» >md Steindruckerei, R, Lange, Gießen