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Strecke ging. Noch am nämlichen Tage würde die Bahn unfahrbar gemacht, von welcher Seite weiß ich nicht. .
Wenige Tage später sich weih nicht genau an welchem ^,age), erschien ritt Hua preußischen Militärs ttt Gießen und nahm von der Stadt 'Besitz. Ter Großherzogliche Provinztaldtrektor Tr. Goldmann, der spätere Oberkonsistorialprastdent, wurde aufgefordert, die Verwaltung für Preußen Wetter zu fuhren. Als er lick dessen weigerte, wurde er verhaftet und nach der Festung Wesel verbracht. Von da ab erschienen fast täglich Abteilungen von preußischen Mannschaften auf dem Bahnhof von Gießen, meist Abends. Es war eine lächerlich geringe Zahl, die von Wetzlar aus die hessische Umgegend beherrschte. Nach mentet Schätzung sind es höchstens eine bis zwei Kompagnien gewesen. Aber Abteilungen davon waren überall und nirgend, in Butzbuch wurde Einquartierung von 8000 Mann angesagt. Es wurden überall für die nächste Zeit Fuhrwerke requiriert, kurtz es schien, als sei eine bedeutende Truppenntacht in Anmarsch. Es war aber alles Spiegelfechterei.
Denn die ganze Rheinprovinz war damals tatsächlich von mobilen Truppen entblößt, und die fliegenden Truppen-Kolonnen die unser Land tmd Nassau unsicher machten, ließen stch tm ganzen auf den Bestand kaum einer Brigade zurückführen, und es war scherzhaft zu hören, daß die Festung Mainz aus etmgeit Feldgeschützen beschossen worden sei. Ueber alle diese bringe fehlen die preußischen Berichte.
Von Homburg vor der Höhe aus wurde während jeiter Zeit, wo die Verbindung mit den Behörden in Darmstadt abgeschnitten war, durch den preußischen Regierungskommissär unsere Provinz regiert, das heißt, er ließ alles gehen wie es ging. Nur etn Kreisrat Tr. D. hatte sich zwischen zwei Stühle gesetzt. Nach Herstellung der Ordnung weigerte Preußen sich, ihn zu übernehmen, Hessen wollte ihn natürlich nicht. So wurde er als junger und sehr tüchtiger Mann pensioniert. Ein Verwandter von mir, der Großh Kreisrat Trapp in Friedberg, weigerte sich entschieden, für Preußen zu verwalten, von dessen Verhaftung wurde aber abgesehen.
Tie Kreise Alsfeld und Büdingen wurden ganz unbehelligt gelassen. 1 ' ' ! >5
Landrat Dietz-Taber residierte im Landgrafenschloß in Homburg v. d. H. Ich habe ihn dort während des Interregnums einmal geschäftlich aufsuchen müssen und fand einen sehr konzilianten Herren in ihm.
Am 6. Juli standen die beiden Württemberger Regimenter, die ich in Schotten kennen gelernt hatte, ttt der Nähe von Lauterbach, das eine war auf der Straße nach Fulda vorgeschoben. Ter Stab lag in A n g e r s b a ch eine Stunde von Lauterbach ostwärts, der Oberst mit Mehrereit Offizieren war im Pfarrhaus, bei einem Onkel von mir, einquartiert. Das Regiment hatte nur kurze. Ruhe. Ein weiterer Vorstoß wurde nicht beliebt, man wäre wohl sonst mit preußischen Vorposten zusammengetroffen. Plötzlich erhielt das Regiment mitteit in der Nacht den Befehl, den Rückmarsch anzutreten, so daß es bei den Leuten hieß, die Truppen hätten flüchtete müssen. Diese Idee hatte Wohl darin ihren Grund, daß bald darauf auch hessische Truppen durch das Torf kamen und später preußische Reiterpatrouillen eintrafen.
Mag man es nun Rückzug oder Flucht, Wunsch rin Ren- kontre an dieser Stelle zu vermeiden, oder Klugheit nennens sicher ist, daß das einheitlich ausgezogene Armeekorps den Rückzug über den Vogelsberg antrat, der Verband war gelockert. Tie Badener und Württemberger gingen hinter die Mainlinie zurück. Die hessische Division und die Division Hahn blieb bei Aschaffenburg unter dem Befehl des Prinzen Alexander. Tie ^Bereinigung mit den Bayern war durch die Dazwischenschiebüng der preußischen Truppen vereitelt. Die Schlacht von Königgrätz war geschlagen, ihr vernichtender Ausgang bekannt. Tie Bayern waren bet Hammelburg, Kissingen usw. unterlegen.
Welchen Zweck hatte da die Fortsetzung der Feindseligkeit?
Was ich jetzt über den Verlauf der Tinge bei unserer hessischen Division erzähle, entspricht den Mitteilungen, wie sie mir durch befreundete Offiziere und auch von preußischer Seite geworden sind.
Am 12. Juli abends standen unser erstes und zweites Regiment ostwärts Aschaffenburgs bei Frohnhofen und Laufach an der Straße nach Lohr-Würzburg. Man wußte noch nichts Bestimmtes über die Gefechte bei Kissingen und Hammelburg. Es bestand offenbar noch das Bestreben, sich mit den Bayern zu vereinigen. Tie Nachrichten von bayerischer Seite kamen von der Telegräph-eitstation Lohr nach Aschaffenburg. Oberleutnant Buff hatte über die etttgegangenen Nachrichten zu rapportieren. Der Beamte in Lohr telegraphierte, daß die Verbindung nach Gemünden unterbrochen sei. Dann meldete er die Annäherung preußischer Truppenteile. Tie Depesche: Eben ziehen preußische Truppen in Lohr ein, brach plötzlich ab. Oberleutnant B. meldete sofort die Tatsache, das war am 12. Juli. Tie beiden vorgeschobenen Regimenter der 1. hessischen Brigade wurden zurück- Sdgen, (Schluß folgt)
Vermischte».
* Launen des Blitzes. Auch in diesem Sommer richte* der Blitz wieder viel Unheil an, und mir empfinden lebhaft nach, welche Schrecken der aus der Wolke zuckende Strahl auf einfachere Gemüter anSübcn mußte, die noch nichts von den natürlichen Vorgängen der Lu!telektrizität wußten. Wie inan int Altertum im Blitz das furchtbarste Strafmittel des Tonnerers Zeus sah, so erblickte man in ihm im Mittelalter eine höllische Erfindung des Teufels. Hat doch sogar vor noch nicht allzu langer Zeit ein Arzt aus den Wirkungen des Blitzes die besondere Tücke und Bosheit des Gottseibeiuns Nachweisen wollen, und tueitn man seine wunderlichen Launen und Ränke betrachtet, könnte matt wirklich glauben, daß der Blitz das Spielzeug irgend eines schiimmeit Schalks sei, der die Menschen ebenso ost höhnt, neckt und ängstigt, als tötet und schädigt. Von solchen Launen des Blitzes erzählt Dr. Cabanes im .Journal': Der himmlische Poltergeist, der in dem elektrischen Strahl sich äußert, scheint eine Freude daran zu haben, den armen Sterblichen die Kleider auszuziehen. So riß der Blitz einer Bäuerin, die in einem Gebüsch vor dem Unwetter Schutz gesucht hatte, all ihre Kleider vom Leibe und ließ sie nackt und besinnungslos liegen. Im Juli 1896 wurde ein Mäher bei Chalons-sur-Saöne in dem Augenblick vom Blitz getötet, wo er sich eine Zigarette anzündete. Vier Leute waren während eines Getvitters auf die Spitze des Hauptmastes eines Schiffes geklettert, als der Blitz hineinschlug. Zwei von ihnen wurden getötet und aller Kleider entblößt; die beiden anderen blieben völlig unverletzt, aber die Beinkleider wurden ihnen uont Leibe gerissen. Doch der Blitz entkleidet nicht nur die Menschen, er rasiert ihnen auch die Haare ab. Dies passierte einer Tarne int Juni 1886 in einer Gemeinde des Jssre-Gebietes. Ein Fräulein von 20 Jahren, Laura L..., ging während eines Gewitters von dem Torfe Tuinesnil nach Fresuaux unter dem Schutze eines Regenschirms; der Blitz schlägt neben ihr ein, ohne daß sie irgend welche Erschütterung verspürt. Als sie aber zu vaufe an« gekommen war, bemerkte sie zu ihrem Entsetzen, daß sie keine Haare mehr auf dem Kopie hatte, sie waren ihr glätt abgeschuitten worden, rote mit einer Maschine. Das gleiche passierte übrigens am 12. Februar 1812 einem <L>chifssleutnaut, der von Lorient nach Brest fuhr. Ein andermal fuhr der Blitz durch den Schornstein in ein Häuschen, wart einen Kochlops mit Deckel vom Herde und riß oen Schlüssel aus der Tür, der bann später unter einem Schrank wiedergestmden wurde. Als Detektiv erivies sich der Blitz tm Sommer H65. Einem Arzt war sein Portemonnaie gestohlen worden, das auf der einen Seite in Stahl sein Monogramm, zwei gekreuzte D, zeigte. Der Dieb konnte nicht ermittelt werden, jedoch ivurde der Arzt drei Tage später zu einem vom Blitze getroffenen Manne geritten, der leblos unter einem Baume lag. Man entkleidete ihn und was findet man ? Zwei gekreuzte D, die auf das Fleisch des einen Schenkels wie tätowiert waren. In seiner Tasche fand sich das gestohlene Portemonnaie; die Elektrizität hatte den Stahl geschmolzen und dabei hatte das Metall seine Spuren dem Fleisch aufgedrückt: der Blitz hatte den Dieb gezeichnet. Sehr merkwürdig sind die Bilder und Figltren, die der Blitz bisweilen ans dem Körper der von ihm betroffenen zurückläßt. Aber der Blitz verwundet nicht nur und tötet, er soll auch heilkräftige Wirkungen haben. Die „Gazette de Sanlü" von 1781 bringt einen authentischen Bericht über die Heilung eines gänzlich Geläiunten durch den Blitz, und auch andere derartige Fälle sind registriert worden. Wenn man sich nun auch diesen Mitteilungen gegenüber skeptisch verhalten wird, so ist es jedenfalls eine Tatsache, daß man noch vor 200 Jahren glaubte, gegen den bösen Blick und Überhaupt gegen alles Unheil gefeit zu sein, wenn man einen „Domier- stein" in der Tasche trug.
* Lohnende Schrift st eile re i. A. : „Sagen Sie, wer ist denn jener Herr dort drüben mit der Dame am Arm?" — B.: „Das ist ein Schriftsteller. Denken Sie, dem haben vor einem! halben Jahr sechs Zeilen 100 000 Mk. eingebracht." — A.: „Ah, nicht möglich !" — B.: „Doch, doch — es war eine Heiratsannonce."
* Eine Seele. Die Gnädige (zur Köchin): „Anna, Ste haben aber in einem Tage mehr Besucher in Ihrer Küche, als ich in meinem Salon in der ganzen Woche!" — Köchin (wohlmeinend)! „Vielleicht probierens gnä' Fran mal mit etwas mehr Freundlichkeit ?"
Hötfel.
Ein Flüßchen, das links in die Elbe rinnt, Verwandelt fielt in etwas Böses geschwind, Sobald man die vordersten Zeichen vertauscht. Doch wird auch mein Flüßchen, das friedlich rauscht, Sobald nur das zweite Zeichen fällt ans, Zur prächtigsten Blume im herbstlichen Strauß. Wird aber das dritte Zeichen genommen, So seht ihr die andern mit Bangen kommen.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer: Aach getaner Arbeit ist gut ruhen.
Redaktion : I. V.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieß«t»


