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yol's im Hals g'habt — kruzitürken —, wir wenn
die ang'fangen Kat, tote d' Warsenkriwer hat er gar
„;r n'faat — sogar [et braves Werb, die Zenz, yai rai KaMt^- ka nngnats Wörtl Kat er g'wagt, wenn das Malweih lU^oi ja " sagte der Kooperator, „nachher, wie sie fort war, v- , ". °rfp3 Jeher reina'bvv. 's war grad, tote wenn er sich in der Zeit auf nix als lauter neue Grobheiten besonnen hatt^ Vom Morgen bis in d' Nacht ging's fort, ^eder, der ihm ttt L Weg kam, hat sein Teil g'kriagt. Und die Zenz, s^n Metb, aut allermeisten G'schafft hat die sich krumM und bucklig, und umg'schlichen ist's alleweil, wie ein Hund, der Prügel kriegt hat. Kein Wort hat's g'sagt, mir manchmal, wenn, er's halt gar so toll hat 'trieben, do hot's ihn ang'schant mit einem Blick voll Jammer und voll Lieb, und dann hat der Girgl mit einemMal stillg'halten. und 's ist für em paar Stund Ruh g wesen tm Haus. Aber auch nur so lang. Wenn er bann wieder ansg holt hat und hat anfangen zu wettern^ — man M
schlag nieder, und er ift mitten dring standen und Kt g schrien, das; die Fenster zittert hob n. Und doch — gelt Laven, alles loos recht ist —, g'flucht hat er nie und z vieltrunfen Hal er auch nie, und so wüste '9Wn, wie d' Mannsleut als an d Weibs- leut hintun, hat er nie g'habt, und gar wenn so a klein s mindert kommen ist, und hat ihn an'guckt mit seine großen Augen, und
UHb Uub lassen. Zucht uns» Ordnung M er
<s käw? ä Umgegend sind's halt doch alle gern zum groben Girgl. gangen. Sogar der Herr Amtsrat hat jede Woch einmal bei ihm emg stellt, und wenn der Girgl zu ihm . g'sagt hat: „Gruast Gott, -Herr Amtsrat, was machen denn Sm scho wieder bei Mir ? Hoden s scho wieder d' Zeit lang nach- euer neuen Grobhen, Sie l.ade Schreibersseel, Sie," hat er halt g lacht und sich Mit dem Girgl hinter eine Maß g'sctzt. „Na, so a sad's Vier!" hat er g sagt. - „Nachher lossen's Ihne halt a Tinten kommen,^ hot der Girgl g'sagt, „das paßt eh besser für so an Stadtfrab. — „Nachher b'stell i dir a Fuhr Heu aufs Teller, sagt der Amtsrat. — . Mir soll's recht fein," meint der Girgl, „mir zwa artngen an des fertig, rnoanst?" So haben die zwei mitsantmen g redet, und die andern, die haben nur g'Horcht und ghchaut, tote der Girgl mit dem Herrn Amtsrat umgangen ist.
Aber die Zenz — die Zenz, das brave Weib. Mit der ist's halt immer weniger worden. Schier nur Haut und Knochen ist noch g'wesen — und um einand ist's g'schlichen, tote em «chatten. Ich hab mal mit dem Doktor g'sprochen, der war ein Freund von mir, und der hat nur die Achseln g.'znckt und g'sagt: „Schorsch, da ist nichts zu machen, 's Herz ist hin und die Lungen tun nicht mehr mit. 's ist jammerschad um die brave Zenz. Na, so hat man's halt kommen sehen, wie's kommen mußte. Ganz spik und dürr ist sie in ihrem Bett g'legen, und . hat alleweil nach der Tür g'schant, und wenn der Girgl herelnkommen ist und hat g'sagt: „Na, du magst alleweil no. net aufstehn! , do hat's förmlich aufg'leuchtet. Aber einmal in der Nacht, da hat mi die alt Burgi, die schon den Girgl hat auf dem Arm tragen, doch g'holt nnd grad recht bin ich noch kommen, daß ich hören könnt, wie's g'sagt hat: „Mei iguater Girgl, er moants jo net bös; 's ist halt so sei Scheine!' und dann hat s die Hand zusammeng'legt und die Augen zUg'macht — und, das Kichterl ist ausg'gangen, still und ruhig.
Ein paar Tag' hernach, wie die Zenz schon unter der Erd g'legen ist, zn einer Zeit, wo ich g'wusst hab, daß keine Gast da sind, bin ich zum groben Girgl g'gaugen. Grad da, an der Stell ift er g'sessen und hat den Kopf in die Hand g'stützt und vor sich hing'starrt. ,
„Girgl," hab ich g'fagt, „des mußt net so schwer nehmen. Unser Herrgott —" Aufg'fahren ist er da, daß ich ganz zer- schrockeu bin. „Pfarrer," sagt er, „haben Sie schon amol a Weitz g'habt?"
„Wer, Girgl," sag ich, „so was!"
„Ja, ja, jaso," sagt er, „verzeihn's das dumme G'red. Aber" — und da schlug er mit der geballten Faust auf den Tisch — „i halt's halt nimmer ans so! I kann nimmer schimpfen jund wettern, seit mei Zenz fort ist. Will i amol anfangen, da mein i, sie steh dort drüben im Eck und schau mi an mit Grs große, stille .Augen, und 's Wort bleibt mir int Hals stecken, pnd — und — und —" . „
Mit wildem Aufschluchzen hat der starke Mann sich über den Tisch g'worfen und g'weint tote ein kleines Kind — — — Am andern Morgen ist's g'wesen, da ist die alte Bürgt ganz in Verzweiflung zu mir 'kommen. Was sie zwischen Weinen und Jammern erzählt hat, daß der Girgl seit dem. Tod der Zenz ganz auseinander sei, daß er Tag und Nacht keine Ruh g'habt hab, daß er bald La, bald dort g'wesen sei, und immer nach seiner Zenz g’rufen hab — lieber Gott, das hat mich nicht überrascht. Wie sie aber dann erzählt Hat, daß er seit gestern abend nirgends
mehr zu sinden sei, da bin ich doch erschrocken . Gelt, Xabtch und dann haben wir zwei ihn gesucht Wtr haben s nns gleich gedacht, wo wir ihn finden. — Draußen auf dem Grab, seiner Zenz ist er g'legen — —"
Ich sah dem alten Herrn ernst M die Augen. '
Fest hielt er meinen Blick aus. -/Herzschlag," sagte er ruhig und nickte wehmütig dem Forsttoart M.
„Ehrlich haben wir ihn begraben," sagte der, und feine; Stimme Alterte, „ehrlich, als braven Menschen und guatep (Thrift eit11
Ein' paar Augenblicke war's stille um uns. Von der nahen Kirche klang die Abendglocke, und die beiden erhoben sich nach altem Brauch zu stillem Gehet.. Auch ich stand auf. „Amen!" sagte der Kooperator. _
-„Mirl, no zwei Maß," rief der Forsttoart. „Dem groben Girgl zum Andenken!"
Vermischtes.
»Was ein zweimalZ gebrochenes Herz k o st e t. Eine Gerichtsverhandlung, die der Komik nicht entbehrte, spielie sich dieser Tage in Chicago ab. Miß Kenda Golduska verklagte John Zaklig 'auf Zahlung von 1000 Dollar wegen Bruch des Heiratsveifprechens und zivar spezifizierte sie ihre Rechnung folgendermaßen: Das gebrochene Herz war nur nut 10 Dollar an« gesetzt, dagegen verlangte sie für ^tägiges Kurmachen und den dadurch hervorgerufenen Zeitverlust ö Dollar pro -tag, für ein von ihr veranstaltetes Berlobungsessen 100 Dollar und 430 Dollar für die Anschaffung eines Trousseaus. Der Gerichtshof erkannte der Klägerin mir eine Entschädigungssumme von 600 Dollar zu. Die Forderung für die zeitraubenden Aufregungen des Kurmacheiis wollte er nicht gelten lassen. Der ungalante Angeklagte wandte sogar ein, daß ihm die Dame viel mehr den Hof gemacht hatte, wie er ihr und daß er mit größerem Recht eine Entschädigung für Zeitversäumnis beanspruchen könne. Außerdem seien 5 Dollar pro Tag etwas reichlich. Was das Verlobungsessen und den ^rousseau anbetreffe, so könne er der Dame den Vorwurf über« eilten Handelns nicht ersparen, beim die Verlobung wäre noch gar« nicht so recht offiziell gewesen und er habe begründete Annahme zu der Vermutmig, Souper und Troufseau seien mit so überstürzter Hast besorgt worden, um auf ihn einen Druck auszimbeu. Was den Gerichtshof entwaffnete und zur.Verurteilung des Angeklagten führte, daS war augenscheinlich die bescheidene Forderung von 30 Dollar, die die Dame für ihr gebrochenes Herz erhoben, hatte. Als man sie um dieser Billigkeit willen befragte, gestand |ie kühl zu, daß Zaklig nicht eigentlich ihr Herz gebrochen habe; es habe bereits einen Sprung gehabt und,er habe tüni nur einen zweiten Knacks beigebracht. Wäre dies nicht der pall, so hatte sie eine viel höhere Summe gefordert, aber sie halte es für anständig, -wischen einem noch völlig intakten Herzen und einem bereits etwas beschädigten Herzen zu unterscheiden. Sie war denn auch mit den ihr zugebilligten 600 Dollar völlig zufrieden und ent ernte sich vergnügt mit ihrem zweimal gebrochenen Herzen,, baS gewiß ouch noch manchen iveiteren Sprung wird aushalten koimen » . «
•* Der Halt. !f?rau Meyer (zur Nachbarin): „Mit meinent Manne wird es iirtnter toller; ich Habe bald reden Halt an ihnj verloren!" — „Ja, ja, er ist mächtig — kahl geworden-, ■
Weiß.
Weiß seht mit dem dritten Zuge Matt« Auflösung in nächster Nummer.
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ZchaHaufgave. bocke!
Auflösung des Vexierrätsels in voriger Nummert „Hildegard" (versteckt in den Worten: Schilde gar derb
Redaktion: K. Neurath. — Rotatio>rsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang», Gietzem


