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dritten
Redaktion: K. Neurath.
- Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lang«, ®ieie»
K h 5 n. g; 5.
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Auflösung der Schach-' Weiß.
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3) T setzt Matt.
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2) L c 3 — d 2-J-
3) T setzt Matt.
Aufgabe in voriger Nummer: Schwarz.
b 4 n. c 3. ob. A.) Beliebig.
Zitatenratsei.
Aus jedem der iolgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt:
1. Der Feige droht mir, wo er sicher ist.
2. Des Menschen Wiste, das ist sein Glück.
3. Was? Der Blitz! Das ist ja die Gustel auS Blasewitz.
4. Die schmale Kost und der Arbeit Last
Mag sich nur ein And'rer erwählen.
5. Es ist so schiver, beit falschen Weg zu meiden.
6. Tas eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie, iortteugeud immer Böses muß gebären.
7. Dasein ist Pflicht, und wär's ein Augenblick.
.Auflösung in nächster Nummer.
es die Braut, die ihres Liebsten gedachte. War es der Vater, der Gatte, der Bruder oder der Freund, für den die Hinterbliebenen bitten.
Oh, wie viel mehr spricht doch zu Herzen, wie viel tiefer, ergreift uns das, als alle die vielen Prachtbauten und. Denksteine der einzelnen Regimenter und Armeen. 0. N,
Bemerkenswert ist neben diesem Standbild die Siegessäule der dritten Armee, die durch einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen gekrönt wird. An den vier Seiten des Sockels stehen Engel mit Palmen, als ein Sinnbild der Ruhe und des Friedens.
Am Eingang von Wörth, im sogeitannten Soldatenkirchhof erhebt sich in stolzer Stärke das Landesdenkmal der Bayern, das die Aufschrift trägt: „Bayern seinen gefallenen Söhnen". Aus einem mit Reliefs gezierten Unterbau ruht hingestreckt der bayrische Löwe und darüber hält die Siegesgöttin einem zusamMenbrechen- den Krieger, dessen Hand im Tode fest die .Fahne umklammert den Lorbeerkranz über das Haupt.
Außerdem möchte ich erwähnen: das aus Granitblöcken ausgeführte Denkmal des thüringischen.Infanterie-Regiments Nr. 94, das Denkmal des Garde-RegimentS Graf Kleist von Nollendorf, das in edler Form sich geschmackvoll von dem grünen Tannen- Hintergrund abhebt. In halber Höhe befindet sich ein Bild Kaiser Wilhelms und darunter die Widmungstafel, nach deren Angabe das Regiment 1870/71 "491 Tote und 1007 Verwundete hatte. Auch die Denksteine des 2. nassauischen Infanterie-Regiments Nr. 88 und des thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 95 sind von durchaus vornehm gehaltener Wirkung.
Daneben sei noch der Denkstein der französischen Kürassiere und das französische Armeedenkmal erwähnt, auf dessen Unterbau/ der die Namen aller am Kampf beteiligten Regimenter trägt, ein tempelartiger Bau lastet, über dessen Pforten ein F mit geknickter Palme die Stifterin, das besiegte Frankreich, kennzeichnet. Frankreich war damals stumm vor Weh und Leid, und so trügt auch dieser Tempel keine Widmung. Das ist entschieden erhabener, als roemt mit vielen Worten eine lange Klage- rnschrift für die gefallenen Braven in die Steine gemeißelt wäre.
Auf "dem,westlichen Schlachtfeld besindet sich der Scheuerlen- hof, int cl süsser Bolksmund Schirlenhof genannt, wo bet dem bekannten Erkundigungsritt des Grafen Zeppelin der erste Deutsche, Leutnant Herbert Winsloe, und der erste französische Soldat, Unteroffizier Panier, in einem kleinen Gefechte fielen. Auch für diese beiden sind Denksteine errichtet.
Gerade aus den Schlachtfeldern kann man den dankbaren, cdeln Sinn der Deutschen erkennen, die gern denen, die für sie eintraten ober anderweitig hervortaten, Standbilder errichten. Man könnte es aber auch ein liebel, eine Unsitte nennen, wenn man bedenkt, wie das Herz und die Phantasie überall durch die wechselnden, vielen Grabdenkmäler gestört werden. Ter Schafbusch und Schloß Gaisberg bei Weißenburg, an bent man noch heute die Wirkungen der deutschen Geschosse sehen kann, erzählen einem mehr, als alle die Zeichen trauernden Dankes, die freilich M bei Weißenburg zahlreich genug sind.
Durch sie wird der Besucher abgelenkt und er glaubt sich eher in einer Ausstellung zu befinden, als auf einem Ort zu stehen, der mit dem Blute unserer Besten erkauft wurde. Für ihn ist es bann wichtiger, die Kunstwerke gesehen zu haben, als sich zu vergegenwärtigen, aus welchem Grunde diese Denkmäler entstanden sind. Und ich glaube behaupten zu können, daß ein einfaches, schlichtes Kreuz, ober ein kleiner, schmuckloser Stein, der die Aufschrift trägt: „Hier ruht in Gott unser einziges Kind, oder „Prinz pour Ä. S. (betet für A. S.) viel nachhaltiger wirken, weil eine Fülle von Gedanken und "Gefühlen durch diese unscheinbaren Daukesbezeugungen in uns hervorgerufen wird. War es die einsame, vergrämte Mutter, die ihrem Kinde das schmucklose Erinnerungszeichen sehen ließ, oder ioar
Suchend blickte er umher. Da gewahrte et einen Müden Landstreicher, der langsameit Schritts daher kam. Lenz beachtete ihn nicht, doch bet dem Wächterhaus blieb der Landstreicher stehen.
„Servus, Lenz," sagte eine matte Stimme.
; „Maria und Josef," schrie der Angeredete, „der Franzel. Ja, was ist denn mit dir?"
Der Franzel erzählte mit tonloser Stimme: Am Etnodbruch hatte man ihn um ein Viertel auf elf Uhr gepackt und geknebelt. Dann hatte man ihn seiner Uniform beraubt, in diese Lumpen gestockt und an einen Baum gebunden. Erst vor einer Stunde war es ihm gelungen, die Stricke zu durchscheueru.
Lenz riß sich den Helm vom Haupt und stieg vor Erregung abwechselnd mit dem rechten und linken Fuße in der Luft herum. „Jetzt versteh ich den Schuft, jetzt versteh ich. Bei dir wollten sie nach der Fesselung, "nicht durch, weil sie fürchteten, daß ich durch dein fehlendes Signal beunruhigt, auf der .Bildfläche erscheinen würde, und sie wußten auch den Apparat nicht zu fittden. Herrgott, ja, und das wollten sie von mir alles erfahren und haben es auch. O, ich Esel: Ein Schmuggel unter behördlicher Kontrolle." Völlig geknickt schwieg er. Nach einigen Minuten sah er den wenig feschen Franzel von der "Seite an und fragte halb traurig und halb spöttisch: „Nun, Franzel, wie gefällt dir der Spaß?"
Die Schlachtfelder von Weißenburg und Wörth und ihre Denkmäler.
Hundert Jahre sind dahingerauscht, seit der korsische Lötve aus den Feldern bei Leipzig nach heißem, dreitägigem Kampfe besiegt am Boden lag, nach tapferer Gegenwehr zwar, aber doch besiegt. Jetzt legte man den Schlußstein zu jenem Riesendenkmal, das die Deutschen an die schwere, aber zuletzt doch siegreiche Zeit erinnern soll, in der ihre Ahnen blutend den Lorbeer errangen. Der Eindruck dieses machtvollen Bauwerks muß großartig, muß bewältigend sein in seiner Wucht. Ganz anders jedenfalls wie der, den die meisten Schlachtfelder von 1870 machen. Bei Leipzig wird durch ein einzelnes Denkmal ein stummes Wort der Macht und der trauernden Größe hervorgerufen, während dort die Pietät auf viele, einzelne Erinnerungssteine verteilt wird.
Betrachten wir zum Beispiel das Schlachtfeld von Wörth. Aus dem fruchtbaren, schönen Gelände standen sich einst zwei große, mächtige Heere gegenüber, geführt von den tüchtigsten, bewährtesten Feldherrn ihrer Zeit, um für die Ehre und den Ruhm ihrer Nationen einzustehen. Nach blutigem Ringen, das die Gegend in eine öde Wüstenei verwandelte und bem die Arbeit der Bauersleute zum Opfer fiel, unterlag die französische Armee, kam der Thron Napoleons III. ins Wanken. Noch jetzt können wir den Standort Mac Mahons ohne Mühe finden. Von einer fünften Anhöhe aus, die durch einen vielästigen Nußbaum gekrönt wird, leitete der Sieger von Magenta die Schlacht. Wie vieles kann der Anblick dieses Nußbaumes in uns wachrufen, wie vieles wird wieder lebendig, wenn man dem wehen Säuseln feiner Zweige lauscht, die einst dem französischen Führer Schatten spendeten. Wir sehen, wie sich langsam vor uns der Kampf entspiunt. Stellenweise blitzt es auf, zaghaft und springend wie ein Irrlicht. Jetzt ziehen sich die Linien zusammen; die Trommeln rasseln zum Sturm und die Trompetensignalc gellen über das Feld. Mutig dringen die Deutschen über die Sauer vor. Mancher fällt dem furchtbaren Kugelregen zum Opfer, aber trotzdem geht es unaufhaltsam weiter. Die Franzosen verteidigen mit grimmiger Wut ihre verschanzten Stellungen und wild tobt der Kampf um die starkbesetzten Höhen. Schließlich wanken die napoleonischen Truppen und um den Rückzug zu decken, wirft Mac Mahou in der höchsten Not seine glänzenden Reiterschwadronen den Feinden entgegen. Zwecklos. opfern sich die todesmutigen Helden und sie wissen, daß sie für ihre Brüder geopfert werden. Ueberall Elend nnb Tod, Schmerzensgestöhn und rauchende Trümmer. In Elsaß- hausen brannten ganze Reihen Häuser nieder, ebenso in Fröschweiler, wo sogar die Kirche ein Raub der Flammen ward.
Das alles zieht in ernsten, lebhaften Bilden: vorbei; und Liese Bilder gibt uns nur unser eigenes Gefühl, unsere Phantasie, die durch das einfache Fleckchen Erde mehr an die furchtbaren Kriegsleiden erinnert wird, als durch! die Anhäufung von Denkmälern, die. eher den Eindruck irgendeines beliebigen Friedhofes als den einer blutigen Walstatt Hervorrufen, wo man die Leiber gefallener Kämpfer zur Ruhe legte.
Auf der benachbarten Höhe, an der Straße von Wörth nach Sulz, hielt der deutsche Kronprinz mit seinem Stabe Der Platz ist heute durch ein Reiterstandbild auf künst- richem Felsensockel geziert. Es stellt den kaiserlichen Führer am Augenblick seiner Ankunft dar, wie et mit erhobener Rechten m das Kampfgewühl deutet, das gegen seinen Willen sich "vor ihm abspielte. — Die Schlacht hätte erst am folgenden Tage geschlagen werden sollen. — Zu Füßen des Pferdes "schwebt der Deulfche Aar über den Häuptern zweier Germanenrecken — Süd- und Nordgermane —, die sich unter dem Wappenschilde Elsaß- A.othringem die Hände zum ewigen Bunde reichen. Das Denkmal wurde am 18. Oktober 1895 in Anwesenheit des Kaisers eingcweiht.
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