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duftige Gewebe eines Sommernachtstraums, bald burles-karikatu- ristisch, nne ein Serenissimus-Bild von Th. Th. Heine rm Srm- plizissimus. n . r n .

Tie ganz einzigartige Kunstforw vvn Lwnee Mnd LenL M ihrer delikaten Mischung von ironischer Sentimentalität und spreß- kiiiraerlirlier Phantastik, in ihrer traumhaften Wahrheit und , fan­rischen Üiiwirklichkeit hat übrigens manche der längsten Dichter Mr Nacheiferung verlockt; sie hat Pathe gestaichen öel dem stärksten Werk Herbert Gillenbergs, feiner tieffinnigen KomodreDer natür­liche Vater", in der wir der gleichen Verbindung von Romantik und Anti-Romantik begegnen. In dem Banne eines anderen Werkes von Büchner, desWozzeck", steht em anderer bedeutender Dichter unserer Tage, Frank Wedekind, dessen Stil tn seiner grotesken Monumentalität, in der Kontrastierung tragischer und burlesker Svenen hier anknüpft, Wenn auch noch dieses gran­dioseste Werk Büchners der modernen Buhne erobert ist, dann wird seineWiederkehr" in unsere 'Dichtung vollendet sein.

Diphtherie.

In jüngster Zeit sind allenthalben im Reiche, besonders in Groß-Berlin, erschreckend viel Diphtheriefälle zu, verzeichnen, und Noch immer nimmt diese Krankheit zu. Einige Mitteilungen über das Wesen dieser ansteckenden Krankheit durften daher nicht unangebracht sein.

Die Diphtherie, auch Rachenbräune, Halsbräune oder Croup genannt, ist, wie schon gesagt, eine außerordentlich ansteckende Krankheit, die besonders die Schleimhaut des Rachens, die Man- deln und den Kehlkopf befällt, indessen auch an anderen Körper­teilen, z. B. den Augen, vorkommen kann.

In den weitaus meisten Fällen werden Kinder von dieser Krankheit heimgesucht. Der Krankheitserreger, der sogenannte Diphtheriebazillus, ist gegen Austrocknen und Desinfektion ver- hältnismäßig widerstandsfähig. In der Regel beginnt dm Diph­therie mit Fieber, Erbrechen und allgemeinem Krankheitsgefühl, zuweilen aber beeinträchtigt sie anfangs das Mlgemeinbeflnden so wenig, daß die Kinder ruhig weiterspielen. Bald stellen sich ein stechender Schmerz im Rachen, mäßiges Fieber, allgemeine Mattigkeit, sowie Schlingbeschwerden ein. Auf den geröteten und geschwollenen Mandeln machen sich eigentümlich grauweiße un­regelmäßig begrenzte Flecke bemerkbar, die schnell wachsen und guf die Umgebung der Mandeln übergreifen. Im' weiteren Ver­lauf der Krankheit bedeckt sich das Zäpfchen, der Gaumen mit dem Belage, das Fieber steigt, die Halsdrüsen schwellen an, die Zunge ist trocken und dick belegt, der Kranke klagt über stechende Schmerzen im Halse sowie über großen Durst. Tas Allgemeinbefinden leidet mehr und mehr, der Kranke liegt mit offenem Munde da, sein Gesicht wird fahl, es stellt sich übel­riechender Ausfluß aus der Nase ein. Schreitet der Belag auf den Kehlkopf über, so bekommt der Kranke einen eigentümlich bellenden Husten und Atemnot. Das Gesicht schwillt an, die Lippen werden blau, der Atem wird hörbar, und der Kranke gerät in sichtliche Erstickungsangst. Der Tod erfolgt entweder in einem solchen Erstickungsanfall oder aber durch Herzlähmung.

Neigt sich die Krankheit zur Besseriing, so stößt sich der Belag allmählich ab, die Mandeln und das Zäpfchen reinigen sich, der Kranke zeigt wieder Interesse für seine Umgebung, der Appetit regt sich. Nicht selten bleiben die Bakterien noch eine Zeit lang im Halse des Kranken nachweisbar, wahrend dieser sich schon in vollständiger Genesung befindet. Zuweilen bleiben zunächst Lähmungen des Gaumens und Zäpfchens, die sich dürch Verschlucken beim Trinken verraten, oder auch anderer Muskelgruppen, zu­weilen eine Schwäche des Herzens zurück; doch pflegen dieselben nach einigen Wochen oder Monaten zu verschwindm.

Bei der großen Ansteckungsfähigkeit der Krankheit ist eine strenge Absonderung der Kranken unbedingt erforderlich. Die Ansteckung kommt dadurch zustande, daß Gesunde mit den Ab­sonderungen der Kranken (Nasen- und Rachenschleim) oder mit seiner Wäsche und mit seinen Gebrauchsgegenständen in Be­rührung kommen. Ist eine wirksame Absonderung in der eigenen Behausung nicht durchzuführen, so soll mit der Ueberführung des Kranken in ein Krankenhaus nicht gezögert werden. Es ist eine weit verbreitete irrige Ansicht vieler Eltern, daß den Kindern im Krankenhause keine gute Behandlung zuteil würde. Erfahrungs­gemäß werden von den erkrankten Kindern im Krankenhause viel mehr gerettet als in der Familie, weil die Pflege der Kranken' außerordentlich große Sorgfalt erfordert und im Krankenhaus viel besser durchgeführt werden kann, als in einem Privathause. Auch kann im Krankenhause der Augenblick, in welchem' die Er­stickungsgefahr sofortige Hilfe notwendig macht, mit größerer Sicherheit erkannt werden, als in der Familie. Nur durch recht­zeitige ärztliche Behandlung und sorgfältige Pflege ist es mög­lich, Diphtherrekranke zur Genesung zu bringen.

Nach den Erfahrungen der ärztlichen Wissenschaft stellt das sicherste Heilmittel gegen Diphtherie das v. Behring'sche Diph­

therieserum dar. Dessen Wirkling erfolgt um' so sicherer, je früher! es angewendct wird. Es hat keinerlei nachteilige Wirkungen, wie hier und da vielleicht angenommen wird. Uebrigens ist auch dringend zu raten, sämtliche Familienmitglieder und sonstige Per­sonen, die mit dem Kranken in Berührung gekommen sind, einer Einspritzung mit Diphtherieserum zu unterziehen, da ihm neben! der Heilwirkung auch eine anerkannte Schutzkraft für Gesunde gegen Erkrankung an Diphtherie innewohnt.

Es bedarf wohl keiner weiteren Erörterung, daß sofort nach der Ueberführung des Kranken in ein Krankenhaus, nach seiner Genesung oder nach seinem Tode, die Wohnung, die Leib- und Bettwäsche, die Kleidungsstücke und Gebrauchsgegenstände der Kranken vorschriftsmäßig zu desinfizieren sind. Schulpflichtme Kinder aus einem Haushalt, in dem sich ein Diphtheriekranker befindet, müssen, um die Verbreitung der Krankheit zu verhüten, bis zur Genesung oder zum Tode des Kranken und bis zur Aus­führung der vorschriftsmäßigen Schlußdesinfektion von jedem Schul- und Unterrichtsbesuche ferngehalten werden. Besondere Sorgfalt ist namentlich dann geboten, wenn in der Familie eines Gewerbetreibenden, welcher eine Bäckerei, ein Eßwarengeschäft u. dergl. betreibt, und dessen Wohnung unmittelbar neben. denk Laden sich befindet, eine Diphtherieerkrankung auftritt. In diesem Falle haben sich diejenigen Personen, die mit der Kranken­pflege beschäftigt sind, des Betretens des Ladenraumes zu ent­halten. Tun sie das nicht, so kann auf Grund der gesetzlichen' Bestimmungen das Geschäft solange geschlossen werden, als sich der Kranke in der Wohnung befindet.

Vermischter.

* Der umgekehrte Kinematograph. Der Eindruck des lebenden Bildes, auf dem alle Filme der Welt beruhen, ent­steht bekanntlich dadurch, daß die Unzahl der kleinen Bildchen, die die einzelnen Phasen der Bewegung enthalten, rasch hmler em- einander an unserem Auge vorüberziehen, oder, um es genau zu sagen, rasch hinter einander vor uuserein Auge vorbei geführt werden. Muß nicht der gleiche Effekt entstehen, hat sich nun em Engländer gefragt, wenn das Auge der betrachtenden Person tn raschem Fluge an bett aus einer festen Fläche neben einander an­gebrachten Bildern vorübergeführt wird? Und Mister George Philips, so heißt dieser ingeniöse Mann, fand die Gelegenheit zur Ausführung dieser Idee an den Wänden der Untergrundbahn, an denen die Züge so rasch vorübersahren, daß die au§ dem Fenster schauenden Passagiere bei richtiger Anpassung der Bilder an die Zuggeschwindigkeit den Eindritck eines kinematographisch belebten Bildes erhalten müssen. Nach anfänglichen großen Schwierigkelten hat er, wie das aintliche Organ des Schuhverbandes deutscher Lichtbild-Theater,Das Lichtbild-Theater" in Berlin SW. 68, meldet, tatsächlich diese Fdee in die Praxis umgesetzt, und man wird demnächst in der Londoner Untergrundbahn, anstatt sich die Zeit beim Fahren mit Zeitungslektüre zu vertreiben, die draußen an den halbdunklen Wänden vorttberziehenden wandelnden Bilder betrachten können, die natürlich Szenen aus Theaterstücken und andere kleine Darstellungen, die Reklamezwecken dienen, zum Gegen­stand haben werden.

Schachaufgabe.

Schwarz.

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Weitz.

Weiß seht mit dem vierten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Gran, Grane (das Rotz Brünhildens).

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Giejen»