Ausgabe 
13.5.1912
 
Einzelbild herunterladen

300

Bilderrätsel.

i, R. Lavg«,

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verla« der BrÜhl'schm Üniverfitäts-Buch- und

Auflösung in nächster ' Nummer.

Auflösung deS magischen Quadrats in voriger Nummtvr

Pflanzen kann, als Erdmischung: Latib-, Mistbeet- und Lehms« erde, dabei reichlich Wasser und öfters Düngung. Halbschatten verlangen: einige Moorbeetpflanzen, wenn sie im Winter blühen sollen: Andromeda, Kalmia, P ernetty a, Az al ea (diese muß barm später sonnig gestellt werden) Man senkt diese Pflanzen mrt ihren Töpfen am besten in Erde oder anderes Material ein Und verhütet sorgfältig das Austrocknen des Ballens. Erdmischung: Moorerde, dazu etwas Lehm und Sand. Auch der Tabak (Nrcotrana), der im Sommer blüht, soll halbschattig stehen, in gvosten Gesäßen und ^kräftiger Erde. Ebenso die Justitia (Jakobinie oder Aphelandra), die man verpflanzt und zUrückschueidet (kräftige Erde!). Die Balsaminen, die im Winter blühen sollen, hält, man schattig und ziemlich trocken bis Mitte Sep- tember Die' Klimme (Cissus) ebenfalls schattig in lockerer nahrhafter Erde; man kann jetzt Stecklinge von ihr schneiden. Biele andere Pflanzen sind weniger wählerisch in Bezug auf Sonnenlicht und gedeihen unter allerlei Lichtverhältnissen, so die Begonien, das H i r s e g r a s (P a n i c u m), von dem man letzt auch Stecklinge machen kann (sandige Lehm- und Lauberde)/ die Srimmia (kräftige lehmige Erde, dazu Lauberde totb Sand), die Libertia, usw. Auch die Begonien- Sämlinge können ins Freie; man wird sie aber besser bis zu Mitte Juni im Zimmer kultivieren. Die Januarstecklinge vom roten S al b e i (Salvia splendens) werden für die Winterblüte stark zUrückgeschnitten, in lockere Lehm- und Lauberde mit Sand und etwas Kalk verpflanzt und draußen aufgestellt. Durch Aussaat zieht man sich jetzt heran: Akazia (in Töpfe oder Kästen mit sandiger Lauberde (lauwarm); Chabaud- unb Marga> rethen-Nelken (Aussaat bis Anfang Juli für Winterblüte; bald verstopfen unb gleichmäßig feucht halten; Schmuckmalve in Töpfe (warm).

Besondere Beachtung aber muß dem Begießen und Düngen der im Freien aufgestellten Pflanzen geschenkt werden! Hierfür die folgende Aufzählung der Pflanzen, welche viel Wasser ver­langen: Akazien, Azaleen Bal sarnin en, Calla (dis gewöhnlichen iveißen und die schwarzen), Clivia (doch nicht allzü viel), Eibisch (Hibisctis), alle Farne, Glockenblumen (Campanula), die K l i nt m e (Cissu s), der L a u ch lAllium), fast alle Palmen; die Pelargonien, auch die Epheu-i Pelargonien, die Petunien, der rote und blaue Salbei/ die Schnlircklilie (Agapanthus), Schmuckmalve (Abutilon)/ Schmucktanrre (Arancatia), S ch w a n z b l u m e (Anthurinm), Stechapfel (Datura), Tabak (Nieotiana), Tigerblume (Tigridia), T o r e n i a, T r a d e s c a n t i a, T r o p ä o l u m, B a l- lvta, 'Zierspargel (Asparagus), Zimm er linde (Spar- maunia) und alle anberen krautartigen und raschwachsendeir Pflarr- K, besonders kurz vor und während ihrer Blüte; und zwar jo

Niger iie stehen, tim so mehr.

kästen erbrochen und aus diesem die 4 Wendmahlskelche ent­weichet. Die Riedesel, die die suldischen Patronatsrechte nicht mehr anerkannten, hatten den suldischen Schultheißen aber sogleich verfolgt und einen seiner Begleiter, den sie gefangen genommen, nebst einigen anderen fuldischen Dienern, die in ihre Hände fielen, in den Turm zu Eisenbach gesteckt?) Lange Jahre zog sich dieser Kirchenstreit hin. Wahrend die Riedesel den von ihnen ein­gesetzten protestarrtischen Geistlichen zu halten suchten, trachtete Fulda darnach, diesen zu verdrängen und einen katholischen Priester dafür einzusetzen. Als Fulda dieses Anfang 1605 wieder ver­suchte, setzten die Riedesel der Gewalt Gewalt entgegen. jDer bamalige Pfarrer von Frischborn und Prediger zu Eisenbach, Magister Kiwtt berichtet darüber in seinen Memorabilia Rietese- liana9):Anno 1605 den 26. Januarii haben meine Großgep. (iefeitben) Junkherrn, die wohledlen gestreirgen und eruvesten Sämt­lichen Riedesel zu Eisenbach einen katholischen Meßpriester mit Namen Ionas Rübesaam von Fulda, welchen Abt Balthasar von Fulda in die Kirche Freyen-Steinauw mit Gewalt eindringen wölleiiJ") abholen, nacher Eysenbach führen lassen undt aldo ge­fänglich verwahret bis auf 27. Januarii, do er uf vielfeltiges flehen und Pitten wider looß gelaßen unb nacher übergebener Uhrpheden, solche Gefängnis nicht allein zu rechnen, sondern auch der Kirchen frehen Steinauw sich nimmermehr anzumaßen, nacher Fuldae geschickt worden. Do auch ein groß ehsern Schlooß, so der Apt an die Kircheuthür schlagen laßen, abgerrißen undt nacher Eysenbach geflirrt worden. Dieses Meßpriesters Uhrfedt habe ich mit eigener Hand geschrieben, er aber Underschrieben. Dornf auch folgends an Pfingstfest ein Pfaltzischer Gesandter von Heydelberg, des Geschlechts einer von den Herrn zu Eysenbach, arrgelarrgt, die Chur Pfaltzische Wappen an die Kirch frehen Steinanw und anders wo daselbst angeschlagen,") von bannen naher Fulda gezogen Undt der urrgepürrenden attentaten des damaligen Apis gegen die kirchengerechtigkeit zu Freyew-Stemauw inhibilivn gemacht." Dieser Einspruch hatte denn auch den Er­folg, daß von Fulda aus in den nächsten zwei Jahrzehnten! feüt Versuch mehr gemacht würde, die Pfarrei Freiensteinau zum katholischen Glauben zurückzuflihvetr. Grollend beugte sich Fulda vor dem Recht des Stärkereir, bis nach dem Sturze des protestantischen Winterkönigs im 30jährigen Kriege die ersehnte Stunde kam, da es seine Ansprüche auf Freiensteinau wieder geltend zu machen, wagen durfte.

(Fortsetzung folgt.)

8) Sanbau, Ritterb. IV S. 64 f.

9) Zu deutsch:Riebeselsche Denkwürdigkeiten". Das bis letzt nod) nicht gedruckte Manuskript befindet sich in der an refor­matorischen Schriften und seltenen Lutherbrucken sehr reichen Privatbibliothek des Herrn Erbmarschalls Dr. Ludwig Riedesel zit Eisenbach.

1(0 Genaueres darüber erfahren ivir ans einem Bericht des Riedeselschen Schultheißen Werner Juncker zu Freiensteinau an beit Riedeselscheu Syndikus Dr. Heinrich Bernhard vom 15. Febr. 1625, worin offenbar mit Bezugnahme auf diesen Vorfall erwähnt wird, daß die Fuldischen den vorigen evangelischen Pfarrherrn ausgepotten" und, da er nicht weichen wollen, mit Gewalt nach Fulda geführt, in böse Gefängnus geleget und das Seinige an Frucht, Futter, Stroh mit 14 Wagen äußern Pfarrhaus weg- gefahret usw. (Riedeselsches Familienarchiv.)

u) Es scheint, daß die Riödesel das Gericht Freiensteinau dem Pfalzgrafen von Heidelberg antrugen unb von ihm als Lehen zurück empfingen, um sich den Beistand dieses angesehenen pro­testantischen Fürsten gegen den Abt zu sichern. Daß jetzt erst die Pfälzer Wappen überall im Gerichte angeschlagen wurden, läßt, vermuten, daß Freiensteinau bis dahin nicht als pfälzisches Gebiet angesehen wurde. Vielleicht dürfen wir in der blauen Farbe der damals angebrachten pfälzischen Wappen die Erklärung dafür suchen, daß heute noch Freiensteinau unb Umgegenddas blaue Eck" heißen.

Die Zimmerpflanzen und ihre pflege.

Woche vom 14.20. Mai.

Das Umpflanzen unb das teilweise Erneuern der Topferde wird wtzt überall, wo nötig, ausgeführt sein. Das Mfhvren der Nachtfröste. ermöglicht jetzt die Einräumung der Pflanzen in die Kästen unb auf die Konsolen Und Blumenbänke des Balkons. Man wolle hierbei folgende Hinweise nicht außer Acht lassen: Einen sonnigen Platz im Freien benötigen außer denen, bei welchen dies allgemein bökannt ist: Die Akazien, Agapanthus (Liebesblume, SchmNckMie), Azeleen (diese aber erst im Nach­sommer, vorerst müssen sie Halbschatten haben), die Chohsien kleine Töpfe und fette Erde!), die Co en (geräumige Gefäße und sehr nahrhafte Erde), die Gazanien, die Gold lach, die Lrbonia, die Lobelien (diese werden in voller Sonne gedrungener und blühen duMer; je mehr Schatten sie haben, desto »N)et werden sie), die Nierernber g i a, der rote Salbei, die St r oh bl um en (HelichrysUm); die Thunbergien, die W i n t e r l e v ko i e n und die Zimmerlinden (Sparmannia); den Zimmernnden gibt man, wenn man sie im freien Boden atis-

humsristrsches.

*Gelnngen. Bauer (das erste Mal einen Städter mit Mo­nokel betrachtend):Na, so was Verrücktes.... 's Glasel von der Uhr tragen's gar im Gesicht!"

* I m Wirtshaus.Merkwürdiger Kerl, der Dicke! Sein Tischnachbar wirft ihm die gröbsten Injurien an den Kopf, und er lächelt nur immer dazu!"Ja, wissen Sie, er ist nämlich kolossal schwerhörig . . . aber et will's sich nicht anmerfen lassen!"

* Wenn schon, denn schon. Bettler (breit am Tisch platznehmend):Tie Fran Wirtin hat gesagt, ich soll etwas von dem übriggeM(ebenen Essen haben, Kellner. . . bringen Sie mir mal die Speisenkarte."

E

ü

L

E

U

K

E

R

L

E

I

N

E

R

N

A