Ausgabe 
8.6.1912
 
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e

e Kind krieW!"

6) Mit einem Apfel gefülltes Gebäck. 7) Schweiß.

8) Ginfalt. ______________

noch emal!"

Jawohl mei Butzmachern."

Tei Butzniachern, die hat dich mit Berlin was Weiß ge­macht, iveit se bei Kundschaft los sei wollt. Die is' in Frank­fort verheurat, un sitzt in der Schippegaß und macht Kaputhiet!"

Merklich Jaocb? awwer des Kind?"

Werd unner diÄ verlorne Gegenständ eigerieft."

Un wann's kääns abheelt?"

Un wann's kääns abheelt dann, dann muß merrsch ewe der Bolizei--" ' '

Nää Jacob, dann behalte mir's!" hat die Frää Schenk gefacht.Merr hawwd 'ja doch kää Kinner."

Mir is es recht!" hat ihr Jacob bemerkt un hat seiner Settche ernt Kuß gewtoe.Dann erfahrn merr wenigstens ob's . Bibckie odder e Mädche is. Tas awwer sag ich Herr, die golderu Hochzeit feiern merr «et unner uns, sonst kennte merr noch emal

ussaeschlaae, hat 0 schepip SMulche gemacht un zu flenne aage- fanae. Un der Herr Schenk hat enn fnrerrote^ Kopp krieht un Ti 11 iit neiner Tour beschwichtigend gesaeht:^et ruhig. Herze, ßu rÜlng! ich Mf derr äüch Lm Eppelranze."8) Des Herz: es awwer ieet ruhig Ivarn, sonnern hat immer lauter un lauter ackrische. litt dem Herr Schenk is angst und bang warn, un er lear sich verzweiflungsvoll nach alle Seite umgeguckt, ob damr des aastennig aagezoge Frauenzimmer noch immer net zurrck- komtne woltl Un die Passante^ die an emM vorher mußte, sm steh gebliwwe un hawwe Bemerkunge gemacht, weil er des And so kreische lass« phet.Was geht dann mich, der Bala aa! Lt cv aesacht, yat's odder doch uffgehvwe un tote enn Laib Brot nilnern Arm genomme un als hinne uff den Eischlag gedatschelt, un dabei gesunge:Heio, bobeijo, schlag s Gickelche dodjptftft de schweihe!Legt merr kää Eier un fraßt merr mei Brot. Ich bitt dich ja um Gotteswllle, sei still! Des Baby hat awwer net still geschwiche, sonnern hat in aller Seelerich weiter gekrische.Schlaf, Kirche, schlaf!" hat der Herr Schenk ge- sunge.Del Vatter is e Schaf!" Wann ich nor enn Lutscher hätt!Grase, grase griene!" . . . Naä, so e Brillad! S^ still, mei Herzi! Blaks deiner M^er den Kopp voM Ach Gott, wann doch wenigstens met Fraa kam. Un bie Brteh) is emm von der Stern geflosse, un er is Wie narrisch m dem lange Gang hie- un hergelääfe, un hat bald nach de BtlettschaftW, bald irach der Thier zum Waschraum geguckt.Sre komme nist, sie komme net, sie komme alle Mäa net! Une Passant der qrad vorriwwer gange is, hat enn uff dre Schulter gekloppt un hat gefacht:Tonnerwetter! jeden Se doch deut Kmde zu trinken, bet Wurm hat Turscht." .....

, Was soll ich!" hat der Herr Schenk rn aam Gift ge- krische.Ich soll entnt zu trinke gewwe; ei mit was dann? Sie ©toifieS"8)

Ta'hat sich odder der Passant noch «mal erumgedreht un hat gerufe:Na, dann «ich, Rabenvater!" In dem Aaaeblrck, wo des der Passant gtoufe hat, is awwer grad die Fraa Schenk aus dem Waschraum getrete un tote vom Blitz getroffe steh gebltwwe. Endlich hat sich ihr Erstaune in net besonnerscht scheene Tene uffgelest, un sie hat, vom e beese Argwohn erfaßt, gekrtsche: Jacob! von wem hast de des Kind krieht?"

, Ich habb gar $ää Kind ftieht!" hat der Hdrr Schenk Lrierlich erwiddevt.Des hat mer ää uffgehengt.

So uffgehengt,! Tu bist nach Berlin gange um derr Kmner uffhenge zd lasse?"

So Heer mich doch ehrscht aa.

Ich will nix Heern! Mei Butzmachern is vor drei Monat «ach 'nach Berlin gange."

Was geht mich bann bet aasalltg Butzmachern aa! Des __H

Is bei Kind! Sie hawwe: derr ja sogar Rawevatter zu- gerufe." ,

, Was is es! was is es!" hat odder letzt der Herr Schenk außer sich vor Zorn gekrischd.Mei Kind sieht merrsch vielleicht ähnlich?" , ,

Wie aus dem Gesicht geschnitte, es hat auch kart Haarn.

Schutzmann! Schutzmann!" hat odder jetzt, heftig fassungs­los der Herr Schenk dem Schutzmann, der am Ausgang Poste ge- stanne hat, zugerufü.Sie hawwe alles mit aageseh von wem haww ich des Kind krieht?"

Det wissen Se woft am besten selber."

No, heerst de's jetzt!" hat sei Settche triumphierend gerufe: Bon meiner Butzmachern."

Nix Heer ich ! des Kind hat merr ää zum Ufshewe gewwe

Das hexenhaus.

An eines Stelle der heutigen Franz-Ludwigstraße zu Bamberg stand einst ein Haus, über dessen Eingang eine Bildsäule der Gerechtigkeit thronte. In deren Namen wurden im Innern des

weitläufigen, mit einer prächtigen Barocksassade versehenen Ge- bäudes Greuel verübt, wie sie entsetzlicher feine Epoche erlebt hat. Tas stattliche Haus wurde im Jahre 1625 von dem Bamberger Weihbischos Förner eigens alsHexenhaus' erbaut. Was sich in ihm abspielte, spottet jeder Beschreibung. Wurden doch un Bis­tum Bamberg innerhalb von fünf Jahren (16251630) nicht weniger als 900 Hexenprozesse geführt, und eine mit oberhirtlicher Genehmigung zu Bamberg erschienene Broschüre meldet lakonisch, der Bischof habe im ganzen sechshundert Hexen verbrennen lassen. Es gab manche Tage, an denen bis zwanzig miteinander auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, weibliche Hexen und männliche Hexer". Dieser Verbrennungstod aber war für die meisten eine Erlösung, denn vorher hatten sie oft Monate und Jahre hindurch die raffiniert ersonnenen Martern int Hexenhaus zu erdulden. Manche allerdings überstanden sie überhaupt nicht. Die Akten über das Hexenhaus, soweit sie noch existieren, sind in Soldcm-Heppes interessanterGeschichte der Hexenprozesse' zusammengetragen, einem Werk, das jahrelang völlig vergriffen war, aber jetzt m netter Be­arbeitung und mit vielen Illustrationen bei Georg Müller-München erschienen ist. . m ,

Ein Aktenstück aus dem Jahre 1631 zahlt trocken 33 Personen auf, dieim abscheulichen Hexenhaus bezichtigter Venefieij halben (außer etlich hunderdt Hingerichten) noch jämmerlich enthalten undt unschuldig elleudtlich geguellt wurden." Einer dieser Armen wurde vier Jahre in dem Schreckenshaus gefangen gehalten. Tie Gefangenen mußten Suppen, die mit Salz und Pfeffer angeinacht waren, hinunterschlucken, ohne durch einen Trunk Wassers den ent. setzlichen Durst löschen zu dürfen. Sie wurden fernermit einem Wannen Baadt von siedheißem Wasser mit Kalch, Sallh, Pfeffer undt anderer scharpffen Matherie zugerichtet." Neben anderenneu- erfundenen Torturen stand auchHungers-Noth" auf der Straf­liste. Natürlich wurden von der Kirche die Güter der Verdächtigen sofort konfisziert. Diese waren aber nicht etwa nur Leute aus dem niederen Volk, sondern oft sehr hochstehende Personen.Ter Canhler und Dr. Horn, des Cantzlers Sohn, sein Weib und zwo Töchter, auch viele vornehme Herren und Rathspersonen, die mit dem Bischof über der Tafel gesessen, sind alle gerichtet und zu Asche verbrandt worden," nachdem sie unter der Tortur gestanden hatten, daß sich ihrer über eintausendzweihundert miteinander verbunden haben, und wenn ihre Teuffels-Kunst und Zauberei nicht an den Tag kommen, wollen sie gemacht haben, daß in vier Jahren kein Wein noch Getreyde im gantzen Lande geraten wäre und dadurch viel Menschen und Viehe Hungers sterben und ein Mensch das ander fressen müssen." Sogar katholische Geistliche wurden in dns Hexenhaus und bann auf den Scheiterhaufen geführt. Sie be< kannten, Kinder statt in Gottes Namen im Namen des TeMS getauft zu haben. Der Wahnwitz, der allmählich die ganze statt ergriff, verschonte auch die beiden Bürgermeister nicht ; fie ge- standen beide, schreckliche Wetter gemacht zu haben. Einige Backer, die man von: Markt wegholte, gaben zu, dem Brot eine teuflische Salbe beigemengt zu haben, so baßviele Leute haben oerborren müssen". Diese Salbe habe bie Bürgermeisterin Lambrech und eine Metzgerin geliefert; auf bies Zeugnis hin wurden die beiden Frauen sofort in das Hexen Haus gebracht. Bei einem Maffeninquisitwns- verfahren kam heraus, baß 3000 Menschen aus dem Bambergtschen in der Walpurgisnacht auf bem Kreideberg zum Tanz gewesen seien; jeder davon mußte dem teuflischen Spielmann einen Kreuzer geben. Schließlich wurden auchMägdlein von sieden, acht, neun und zehn Jahren, ins Hexenhaus gesteckt, zweiundzwanzig davon sind hingerichtet und verbrannt worden. Gegenstücke zu diesen Morden an kleinen Kinbern bilden Falle, in betten alte Frauen tm Hexeuhaus gefoltert wurden. So wurde eine 74jährige Frau, nach­dem sie den Daumstock und die Beinschraubeu tiberftanben, drei Viertelstunden lang auf den Bock gesetzt. Als sie bann tot zu­sammenbrach, würbe ihre Unschuld verkündet, ein christliches Be­gräbnis ihr zuerkannt und, um bett Mord wieder gut zu machen, ihrem Manne ein Zeugnis über ihre Schuldlosigkeit ausgestellt.

humoristisches.

* Kleines Mißverständnis. Hausfrau:Wenn S« noch einmal die Zimmer so nachlässig aufräumen, Marie, mußch mich nach einem anderen Mädchen nmfehen!" Matzte: Wäre sehr schön Arbeit für zwei ist genug da!"

-* In München. Fremder:Tie Schutzleute machen aber hier böse Gesichter!" Einheimifcher:Na, stehen Sie amat an halben Tag vorm Hofbräuhaus und dürfen net 'neingehen!

Tauschrülsei.

Wand Feder Maus Aber Most Sichel Hebel-" Kahn Engel Ohr Asche Degen.

Die Anfangsbuchstaben vorstehenber Wörter fittb mit anderen Buchstaben derart zu vertauschen, daß man ebenfoviele neue Wörter erhalt, deren Anfangsbuchstaben den Namen eines betannten Philosophen ergeben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:

B r a u s e l i m 0 n a d e.

Redaktion: K. Neuratk. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch, unb Steindruckerei, R. Sang«,