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Wber Herr Baron!" rief Alexa entsetzt,welch schreck­licher Vergleich!" _, ., , .

Ja, mir gefällt er auch nicht," stimmte er chr bet. Aber, bitte, Komtesse Alexa, wenn Sie da drüben tn der Ecke an dem -großen Spiegel vorbetkommen, testen Ste sich einmal Ihr Pferd an! Das tragt Ste fWeren, anstatt daß Sie es reiten! Bttte, mehr Zugelhaltung.

Der Baron nahm es sehr ernst und gewlstenhaft.mit seinem Unterricht, das mußte man ihm lassen. Er achtete elbst auf die geringsten Kleinigkeiten, und setne stäustg ehr sarkastischen Bemerkungen verfehlten ihre Wirkung nie. Es war keilt Zweifel, daß die beiden Damen schon viel bei ihm .gelernt hatten, aber bis sie wirklich per­fekte Reiterinnen sein würdest, konnte dennoch viel Zett vergehen. , ,

Dagmar war froh, als der Unterricht endlich zu Ende war. Sie hatte den Baron nicht angesehen, als er davon sprach, daß die Ankunft ihres Bruders sie wahrscheinttch nervös und aufgeregt mache. Und daß sie fühlte, wie ihr bei seinen Worten das Blut in die Wangen stieg, trug glich nicht dazu bei, sie ruhiger zu machen. Immer wieder hatte er ihren Sitz getadelt, und sie war wie erlöst, als er sie jetzt ans dem Sattel hob.

Ohne ihrem Pferde wie sonst ein Stück Zucker zu geben und ohne sich irgendwie zu verabschieden, ging sie schnell dem Schloß .entgegen.

Was hat Dagmar heute nur? wollte Alexa ganz ver- wstndert fragen, aber die Anwesenheit des Reitknechts hielt sie davon zurück. Sollte es vorhin zwischen iHv und dem Baron zu einer kleinen Szene gekommen sein? Wunderlich genug war es ja, daß Dagmar, die fest erklärt hatte, nicht eine Sekunde länger warten zu wollen und unter keinen Umständen noch zu retten, doch plötzlich wieder in der Bahn erschien.

Aber schaden konnte es Dagmar gar nichts, wenn der Baron ihr einmal den Willen nicht durchließ. Sie kannte den Starrkopf ihrer Schwester nur zu genau, Wer den sie sich schon ost genug geärgert hatte, ob­wohl zwischen ihnen Heiden das beste Einvernehmen herrschte.

Eine neugierige Frage lag ihr auf den Lippen, als sie jetzt mit dem Baron zusammen über den Schloßplatz Ö Aber auch dieses Mal schwieg sie. Hatte er sich ich mit Dagmar gezankt, so mußte es ihm als Herrn ja peinlich genug sein, davon zu sprechen.

Sie wußte überhaupt zuweilen nicht, wie Dagmar und der Baron sich miteinander standen. Manchmal kam es ihr so vor, als stimmte da irgend etwas nicht. Hätte sie ihre schöne, stolze Schwester nicht so genau gekannt, dann wäre sie vielleicht auf den Gedanken gekommen, daß Dagmar sich für den Baron interessierte. Aber so hielt sie das für ganz ausgeschlossen.

> Dagmar sprach nie über den Baron, und auch das mußte feinen Grund haben, den Alexa bisher vergebens zu erraten versucht hatte. Aber mit einem Male glaubte sie, ihn jetzt zu wissen: Dagmar mußte irgendwoher etwas Wer feine Vergangenheit gehört haben. Daß er da manches verschwieg, wußte sie ja selbst. Dagmar hatte sich sicher­lich erkundigt, manches erfahren, und das, was sie ge­hört, nahm die Schwester gegen ihn ein

Gewiß, das mußte es sein! Denn Dagmar hatte ja schon am ersten Wend geäußert: man müsse doch erst Erkundigungen über den Baron einziehen. Damals war sie mit ihrer Meinung nicht durchgedrungen, jetzt hatte sie es nachgeholt, und daß sie die Auskünfte, die sie er­halten, nicht verriet, war kein Beweis vom Gegenteil.

Sicher: so etwas ähnliches war es! Ihre lebhafte Phantasie arbeitete weiter und weiter, und die Bilder, die sie sich ausmalte, wurden immer interessanter und romantischer.

Mit einem schnellen Seitenblick streifte sie den Baron: was mochte der in feiner Jugend alles angegeben haben! Wenn Dagmar es wußte, wollte sie es auch erfahren. Sie würde sich lan Hans wenden, der konnte sich ja iN unauffälliger Weise bei seinem alten Regiment nach ihm erkundigen. Aber was sie auch erfahren würde: das eine gelobte sie sich schon heute, sie würde ihn nicht im Stichs lassen, sie würde zu ihtn halten und ihn in Schutz nehmen, wenn Dagmar es itoagen sollte, ihre Anschuldigungen laut auszusprechen Sie Hmpfapd ost mit ihm aufrichtiges Mitleid. An manchem Abend hatte er aus seinem Leben

erzählt, und sie hatte dann daran denken müssen, wie schrecklich es wäre, wenn ihr Bruder sich vielleicht einmal in einer ähnlichen Lage befände, wenn auch der einmal gezwungen würde, eine Stellung anzunehmen nnd für fremde Leute Pferde zuzureiten ---

Und bei aller Liebe für ihren Bruder mußte fie doch zu geb en, daß der Baron viel mehr gelernt hatte und viel mehr wußte, als Hans. Gewiß, er war ja auch an Jahren älter, aber trotzdem war der Baron schon feinet ganzen Veranlagung nach viel bedeutender. Und wie schwer mußte es ihm da fällen, eine solche Stellung zu bekleiden!

Aufrichtiges Mitgefühl hatte sie für den Baron erfaßt, und dies nahm um so mehr 'zu, je länger fie mit ihm zusammen war, je mehr sie ihn achten und schätzen lernte.

Sie fühlte plötzlich das Bedürfnis, ihm etwas Liebes, etwas Freundliches zu sagen, und so fragte sie denn:Nicht wahr, Herr Baron, wir spielen auch heute Tennis? Hans kommt ja noch lange nicht, und totenn auch--Sie

wollen es doch so gerne lernen, da werden wir auch st den nächsten Tagen die Stunden nicht aufgeben."

Gewiß nicht, Komtesse. Wer Sie dürfen sich meinet­wegen natürlich in keiner Weise irgendwelchen Zwang auferlegen und sich deswegen das Zusammensein mit Ihrem Bruder nicht verkürzen."

Rein, das tue ich auch nicht. Aber Sie wissen nicht, welche Freude mir diese Stunden machen."

Es klang "ein so warmer, herzlicher Ton aus ihren Worten heraus, daß es ihn ganz eigentümlich berührte. Gewiß, Alexa war immer besonders nett und freundlich gegen ihn, in ihrem ganzen Wesen lag stets eine natur« iche Vertraulichkeit, aber was mochte die Veranlassung ein, daß heute ihre Stimme noch wärmer klang als sonst? Hatte sie erraten, daß er um Dagmar warb wußte sie, daß seine Bemühungen ganz aussichtslos waren, und wollte fie ihn durch verdoppelte Liebenswürdigkeit darüber hinweg? zutrösten versuchen?

Wie dem aber auch immer war 1 ihre Gute rührte ihn fast, und so sagte er denn:Wenn Sie sich mir wirk- lief) in den nächsten Tagen widmen wollen, so bin ich Ihnen aufrichtig dankbar."

Als' sie sich eine Stunde später auf dem Tennisplätze gegenüberstanden, kam sie jaus dem Erstaunen gar nicht heraus:Aber Herr Baron wie ist das möglich? Vor­gestern waren Sie noch so ungeschickt und nun heute? Ist das wirklich mein Verdienst?"

Ganz gewiß, Komtesse! Im übrigen sagte ich Ihnen schon einmal, daß die größten Entdeckungen meistens einem Zufall ihre Entstehung verdanken, und daß mir häufig ganz plötzlich mit einem Male teilte Sache begreifen, über die wir uns tage- und wochenlang vergebens den Kopf zerbrachen." .

Aber so ganz traute sie seinen Künsten denn doch noch nicht, sie ließ ihn -erst ein Examen ablegen, ein thteoretisches und dann ein praktisches, ehe fie ihm glaubte. .

(Fortsetzung folgt.)

Die filwenr Hochzeit.

Humoreske in Franffurter Mundart von Adolf Stoltze?)

Adolf Stoltze, der am 10. Juni das 70. Lebensjahr volh endet, ist ein Sohn des berühmten Dialektdichters Friednch Stoltze, und wandelt mit Glück in den Spuren seines in ferner Art unerreichten Vaters. Ms Probe geben wir nachstehentze Humoreske.

Settche", hat der Herr Schenk zu seiner Frää, seiner Settche gefacht,bis Donnerschdag iwwer verzetz Täg is unser silwM Hochzeit, die muß oddet gefeiert wem." , ~ ...

Des gläw ich, Jacob!" hat sei besser Hälft, die Fraa Schenk erwiddert.Meenst de, ich wollt mich finfunzwanM Jahr lang for nix und Widder nix mit dir geplagt hawwe r

No, for nix un Widder nix warsch eigentlich net, bann wann werr ääch käa Kinner hawwe, so hawwe merr doch Meps. ), Des hawwe merr," hat fei Settche net ohne Stolz bemer® Geld b'rengt Zinse und Kinner koste Linse l1) Gottlob, merr hatM was uff die Kochkannt gelegt un kenne als' Rcnntiern lewe.

*). Aus Adolf Stoltzes gesammelten Werken. Band L Verlag von Heim. StoW, Frankfurt a. W'.

Z Geld.