Ausgabe 
6.1.1912
 
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Ansen Ebensowtzitrg /Ächte htkrn Hinter ihm Hol, «nd rotv, Nges Lerzungsmaterml auf. Vor allem aber Wie man ick Petroleum, Spiritus ober Benzin in das verlöschende Feuer tu meßen, um dieses au s neue anzusachen. Dieser nicht aus- »urottende Lnchtsmn hat schon manches Menschenleben vernichtet. Noch glimmende A,che darf nrcht anders als in metallenen Ge­fäßen aufbewahrt werden.

Nicht selten geraten auch Preßkohlen, die aufeinandergestapelt IflS/hrr m d^ud. Mau verhindert die Selbstmt- rundung der Preßkohlen, mdenr man die polizeilichen Vorschrif- ^"^der die Aufbewahrung und das Lagern von Brennmaterialien m zwischen den einzel-

55n, ®2ylen ^uftkanale von ie 3 zu 3 m angelegt werden. Deese Kanäle lassen sich dadurch Herstellen, daß zwei Kohlen! mit. d c® Zimschenraum als Läufer und dariiber gleichfalls zw« Preßkohlen mit dem gleichen Zwischenraum als Binder durch den ganzen Stapel flach hingelegt werden, sodaß nicht «ur ein senkrechter, sondern auch zwei sich kreuzende Kanäle gebildet wxrdeii. Die durch diese Kanäle stattfiiidende Luft- erneuerung verändert die Selbstentzündung.

Gas ist ungefährlich, während es brennt. Wenn es aber unverbrannt ausströnrt, sei es aus einem offenen Hahn oder «nem undichten Rohr, dann bestehl die Gefahr der Explosion. Bemerkt man also Gasgeruch im Zimmer, so lösche man sofort Feuer und Licht, öffne Türen und Fenster unb suche die Ursache des Ausströmens auf, aber niemals durch Ableuchten der Lei- tungsrohre, weil gerade dadurch sehr häufig eine Explosion her­beigeführt wird. Offene Gasslaminen müssen vor der Berühruiig mit vrennbaren Gegenständen bewahrt werden. Gummischläuche, dre das Gas leiten, sind vor dem Anbrennen zu schützen! Dcnzin ist eine der feuergefährlichsten Flüssigkeiten, die im Lauslmlt Verwendung fiiiden, und sollte daher stets mit großer Vorsicht gebraucht werden.. Es kann sich sogar, ohne mit Feuer m Berührung zu kommen, entzünden, z. B. in der Nähe eines heißen Plätteisens.

Benn Benutzen eines Spirituskochers stelle man diesen nie­mals unmittelbar auf die Tischdecke oder den Tisch, sondern auf einen unverbrennlichen Untersatz, z. B. aus einen Porzellan­teller oder ein Metallbrett, damit der leicht überfließende, bren­nende Spiritus nichts anzünden kann. Mit einer Petroleum­lampe soll man, zumal unmittelbar nach dem Anzünden, nicht umhergehen, auch nicht mit jhr umherleuchteii. Man soll sie stets so aufstellen, daß sie nicht leicA um- oder gar zur .Erda fallen kann Auch muß man beim Aufstellen darauf achten, daß Gardinen, Vorhänge oder Kleider nicht mit der Flamme in Be­rührung kommen können. Beim Auslöschen soll man nicht ge­rade in den Zylinder hinein, sondern über denselben gegen die flache^ Hand blasen. Nur bei Tageslicht darf man sie reinigen und füllen. ,

Auch der Weihnachtsbaum, zumal wenn er in der Zimmer­wärme ausgetrvcknet ist, und noch weit mehr die vielfach ge­bräuchlichen sogenannten Weihnachtspyramiden, sind oft die Ur­sache gefährlicher Wohnungsbrände. Man achte stets auf die Lichter und verlasse das Zimmer nicht, solange sie brennen. Nie stelle man den Baurn zu nahe denr Fenster auf, da die durch Zugluft bewegten Gardinen an den brennenden Kerzen leicht Feuer fangen können.

Glimmende Zigarreiirestc oder Streichhölzer soll man nicht achtlos sortwerfen. Auch diese sind schon die Ursache vieler Brände geworden. Vor allem aber hüte man die Kinder. Man lasse sie nicht unbeaufsichtigt, oder gar eingeschlossen in Räumen, wo Feuer brennt (Ofen, Kochherd, Lampe) oder wo sie zur Streichholzschachtel gelangen können. Unzählige Brände entstehen durch spielende Kinder, die sehr- oft selbst dabei elend ver­brennen.

Ist tatsächlich ein Brand im Zimmer entstanden, der sich nicht mit ben vorhandenen Mitteln auf der Stelle löschen läßt, so verliere man nicht die Besinnung. Während eine Person die Feuermeldung ausführt, müssen die übrigen Anwesenden ver­suchen, das Feuer zu löschen oder an der weiteren Ausdehnung zu hindern. Die drste Bedingung ist, die Lust abzuhalten und Zug­luft überhaupt tzu vermeiden. In luftdicht abgeschlossenen Räumen kann jnan ben Brand ruhig sich selbst überlassen; er wird dort von selbst ersticken. Will man versuchen, das Feur zu löschen, so suche Man zuerst ihm die Nahrung dadurch zu entziehen, daß man benachbarte, brennbare Gegenstände entfernt. Dadurch wird dem Feuer die Möglichkeit zum Weiterverbreiten genommen. Löschen kann man mit Wasser, Sand, Erde, Chemikalien und Decken zum Ueberlegen. Ist der Brandherd noch klein, dann ist gerade dos Löschen durch Ueberlegen von Decken, Betten, Klei­dungsstücken und dergl. sehr zu empfehlen, weil dadurch dem Feuer die Luftzufuhr abgeschnitten wird und es so verlöschen muß. Feuer, das z. B. in einem Mülleimer entstanden ist, kann man auf der Stelle löschen, wenn man blitzschnell einen großen Bogen Papier, etwa eine ausgebreitete Zeitung, darüber deckt. Brennen Gegenstände, bei denen ein luftdichtes Abdeckeu nicht möglich ist, so versuche mau, mit dem nächsten Löschmittel, dem Wasser, so nahe als irgendmöglich an den Brandherd heranzukommen. Ost genügen dann einige geschickt verwendete Eimer Wasser zum Ablöschen eines kleinen Feuers. Brennende Gardinen, Portieren

und dergl. reiße man mit Stocken oder Besen herunter und lösche sie unten ab. Auf brennende Betten schleudere man das Wasser nicht mit Gewalt und blindlings, wodurch die brennenden Federn nn Ziuuner Herumfl reg en, sondern man muß das Wasser darüber­laufen lassen. ,

Ist die eigene Kleidung in Brand geraten und kann von anderer Seite keine Hilfe zuteil werden, so laufe man nicht schreiend ins Freie; denn durch die entstehende Luftströmung werden dre Flammen nur noch mehr angefacht und man ist dann mnst rettungslos verloren. Man werfe sich vielmehr zu Boden und suche die Flammen durch Umwälzen zu ersticken. Ist eine Decke, nn Bettuch oder dergl. vorhanden, dann benutze man dies cs! zur Erstickung des Feuers, indem man sich fest damit umwickelt« Sind andere Personen rugegegen, so müssen diese den Bren­nenden zu Boden werfen und mit Decken oder rasch ausgey-o- genen Röcken die Flammen auslöschen und ersticken. In jedem yallc aber soll man bei einem in der Wohnung entstandenen Brande den Kopf nicht verlieren, sondern stets kaltes Blut bewahren. .

vermischtes.

"DaL Heizen. Um ein recht warmes Zimmer zu halten sorge man vor allen Dingen dakür, daß das Brennmaierial gut trocken ist. Ties mit nicht mir für Holz, sondern auch die Kohlen massen ganz trocken and nicht so sehr ausgekühlt sein; es ist daher M empfehlen, immer für Vorrat in der Küche zu sorgen, damit die Kohlen, wenn sie benutzt werden sollen, etwas durchwärmt sind unö nicht direkt aus dem Keller oder Bodenraum zum Heizen ver­wendet werden. Eine besondere Aufmerksamkeit sei dem Ansuchen and Schichten der Feuerung gewidmet, in dem oft die ganze Knust des schnellen und guten Heizens befiehl 1 Dann sehe man oft die Feuerung nach, schiel e alle Glut nach vorn, untersuche sorgfältig, daß sich fein unverbranntes und unverkoyltes Stück nn Hintergrund des Ofens oder der Asche verberge and schließe den Ofen, sobald man die Ueberzeugaug hat, daß sich feine blauen Flämmchen mehr zeigen. Werden Kohlen nachgelegt, so werfe man sie nicht auf die Glut, sondern schiebe sie vielmehr nach hinten und lege bann erst die frische Zugabe auf ben vorn frei gewordenen Teil. Durch dieses Verfahren erfüllt das Nachheizen seinen Zweck, während sich die Heizkrait bedeutend verringert, wenn man frische Kohlen direkt auf schon brennende schüttet. Viele Leute glauben die Räufne da­durch recht ivaini zu erhalten, daß man sie gegen jeden Zustrom von frischer Luft fest verschließt. Tas ist grundfalsch, beim reine Luft erwärmt sich bebeutenb schneller als verdorbene unb die Zimmer müssen daher täglich, auch bei strenger Kälte, vor dem Heizen gut ausgelüftet werden.

kf. Die jüngste Großmutter und ihre Groß­mutter. Wohl die jüngste aller Großmütter ist die 28 jährige Japanerin Kuni Midzuami in Taka la. Dieses frühe Alter für ihre großmütterliche Würde erklärt sich daraus, daß sie selbst mit 13 Jahren, ihre Tochter mit 14 Jahren geheiratet hat. Ties« 28 jährige Japanerin ist aber auch deswegen merkiMrdig, )uct(, wie her Msffagerv mitteilt, ihrStammbaum" in der weiblichen Linie noch am Leben ist. Jrn Hause der Frau Kuni Midzuami in Takata lebt nämlich auch noch ihre Mutter und außerdem auch deren Mutter, eine Greisin von mehr als 90 Jahren. In dieser japanischen Familie leben also Ururgroßmutter, Urgroßmutter, Großmutter, Mutter und Kind, fünf Generationen zusammen.

kf. Wie viele Federn hat ein Hühn? 8120, in Buch­staben Achttausendeinhundertuirdzwanzig das ist die Durch­schnittszahl von Federn, die jedes rechtschaffene Durchschnittshuhü nach den Äirgaben einer großen amerikanischen Zeitung haben muß. Dieses Ergebnis tarn gelegentlich eines Preisausschreibens zur Sprach»'. Leser und Leseriiuleu der Zeitung wurden aufgefordert, ihre Schätzungeit darüber einzusenden, wie viele Federtl ein Huhn habe, und der Einsender oder die Einsenderin, der (ober die) der Wahrheit am nächsten käme, sollt« den Preis von 100 Dollars erhalten. Nun gingen Hunderte von Lösungen ein, und eine war denn auch richtig darunter, die der Wahrheit, die die Zeitnugs!- redaktion durch Abzählung mühsam ermitteln mußte, ziemlich nahe kam. Andere Leser und Leserinnen aber kamen zu den er- staunlichsteu Schätzunasergebnisseu, ja manche meinten, ein Huhn habe über 50 000 Federn! Ter glückliche Gewinner der hundert Dollars ist nun natürlichfein heraus", jedoch auch die Hühner­züchter werden der amerikanischen Zeitung Dank wissen: wie näm­lich sollte man auf vernünftige Weise Hühnerzucht treiben, wenn man nicht wüßte, daß jedes rechtschaffene Turchschuittshichu 8120 Federn hat?

* Aus der Jugend. Kürzlich war ich in einer Keinen Stadt X. und wohnte dort einer Vorstellung des Hostheaters bei. In der Pause begab ich mich im Foyer- Restaurant an das sehr belagerte Mifett und eroberte mit Mühe zwei Brötchen mit Schinken für meine Dame und mich. Als ich mich aber mit der schwer eroberten Beute in Sicherheit Bringen wollte, bemerkte ich, wie ein älterer Herr mir den einen Teller wegnehmen will, und wurde ihm daher etwas deutlich; da stößt mich ein neben mir stehender Herr an und sagt freundschaftlich:Um Gottes willen, das ist doch der Herr Stadtrat Flurmann!"