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Vermisstes.

* Löckchenperücke und Frauenhose. Kulturhistorisch nicht unmleressant ist die Tatsache, daß die jetzt so moderne Locken­perücke der Damen zu einer g'eit in Frankreich Mode wurde, als dort auch die Frauenhose im Schwünge war, nämlich kurz nach der französischen Revolution. Vielleicht ist es Zufall, daß beide Moden auch jetzt wieder zeitlich zusammentreffen. Bekanntlich kam die schwarze Perücke mit kurzen Haaren, die sogenannte Titusperücke, nach dem 9. Thermidor aut, weil Talma bei seiner Rolle als Titus in der TragödieBrutus" eine jo lebe Perücke über seinem ge­puderten Haar getragen hatte und sväter auch in der Stadt trug, wo sie zuerst von einigen Altertumsireunden, Küirstlern und Lite- raten, nachher von den jungen ßenten aller Parteien und zuletzt auch von den Damen angenommen wurde, wobei die Damen, die tn Hosen emhergmgen, den Ansang machten und dadurch erst recht ein männliches Aussehen erhielten. Ein deutscher Historiker,

Meldete mich bei dem stellvertretenden Obersten, dem Maior Weber, dem späteren Obersten v. Weber und Regimentskommandeur des 116. Regiments zurück, wurde einrangiert und machte den Einzug sjn Versailles mit. ~ n

Leider hatte man es sich versagt, die 22 Jnfanterie-DlMslon Nach ihren 23 Schlachten und.Gefechten tn dem Zustand tote sie aus diesen Affären herausgekommen war, .zu belassen. Es waren |bi der letzten Zeit einige Ruhetage eingesH>ben, und so Zett ge- toomten, die zerrissenen und verlumpten Waffenrocke wieder einiger - mafeii zusammenzuflicken, ja mit zweifelhaftm roten Aufschlagen Ul versehen. Die Franktireur-, Ztvtl- und Drtlltchhosen mußten ausgewechselt werden gegen herbeigeschafftc Kommißhosen. Die verlorengegangenen Kochgeschirre wurden ersetzt. Nur dte Lause ließen sich so rasch nicht entfernen, sie behaupteten ihren Platz und machten es ihren Trägern schwer, das KommandoStill- gestanden" zu befolgen.

Der Kronprinz von Pröußen, dessen Armee wir angehörten, begrüßte die Division vor der Stadt. Dann rückte die Division tn Versailles mit klingendem Spiel ein durch die rite de l'Orangeris «nach der Avenue de Paris, an der Präfektur vorbei, wo Se. Majestät der Kaiser an einem Eckfenster stehend, uns vorbeiziehen sah. Auf der Place d'armes trat die Division auseinander. Die Mannschaften wurden in die dort befindlichen Kasernen einguartiert, die leider ganz verlaust waren. Nun kreuzten sich die mühsam herbeigeschleppten Läuse von der Loire mit denen an der Seine. Dies Kreuzungsprodukt soll sich nach Aussage der Soldaten noch als bissiger herausgestellt haben.

Der Waffenstillstand Ivar für uns um acht Tage verläitgert, nur itm der Lisaine vor Belfort tobte der Kampf um die Feste weiter. Unsere Kameraden, für die der mörderische Kampf weiter ging, während wir im tiefen Frieden lebten, taten uns leid. Endlich schlug auch für sie die Friedcnsstunde. Am 1.7. und 18. Februar fand die Uebergabe der Festung Belfort an die deutschen Truppen statt. Belfort, an der Savoureuse gelegen, hatte damals 8000 Einwohner, die Besatzung betrug 375 Offiziere und 17 322 Mann. Ihr Verlust während der Belagerung betrug 32 Offiziere und 4713 Mann. Die Zahl der Belagerungstruppen schwankte fortgesetzt. Der Verlust der deutschen Belagerilngsarmee betrug 88 Offiziere und 2049 Mann. Man vergleiche die Verluste der französischen Besatzung, mit denen der deutschen, die Verhältniszahl der Offiziere zu den Mannschaften. Die ernstliche Belagerung, die Errichtung von Belagerungsbatterien, hatte am 2. Dezember 1870 begonnen. Bei der Uebergabe der Festung standen 90 schwere Geschütze auf unserer Seite in Position.

Am 18. Februar 1871 wurden den Deutschen übergeben: 841 Geschützrohre (dabei 56 demontierte), 356 Lafetten (darunter 119 zerschossene), 22 000 Handfeuerwaffen, viel Munition und Wroviant.

General v. Treskow I. hatte die Belagerung geleitet, Oberst Denfert, ein Jngenieurofftzier, der Belfort seit Jachten genau kannte, die Verteidigung.

Die Besatzung wurde nicht Kriegsgefangen, sie zog mit allen Ehren ab in Abteilungen von 1000 Mann mit fünf Kilometer Abstand. 150 deutsche Proviantwagen begleiteten die französischen Truppen, bis dieselben in den Bereich ihrer Truppen kamen.

' Nun war <auch hier der Frieden eingekehrt. Zahlreiche Land- Wehrbataillone hatten in den Kämpfen an der Lisaine mitgewirkt Und ssch überaus brav gehalten. Sie hatten darin mit den Linientruppen gewetteifert.

Hier unten bei Dijon, der alten Hauptstadt Burgunds, war beim Angriff auf Dijon am 23. Januar in der Dunkelheit die Fahne des 2. Bataillons 61. Regiments verloren gegangen. Sie rannte in der Dunkelheit trotz eifrigsten Suchens im feindlichen Fever nicht gefunden werden, weil sie unter einem Haufen von blutigen Leichen steckte, den Trägern der Fahne, die aus einer Hand in die andere gegangen war.

Ich bin noch nicht zu Ende mit meinen Erinnerungen. Es werd«" noch 12 Fortsetzungen folgen müssen, denn unsere Ab­fahrt von Paris iy das errungene Deutsche Kaiserreich ver- -ögerte sich bis zum 21. September 1871.

Eduard Koloff, vertrat die Ansicht, daß die Mode der Perücken damals in Frankreich ihren Grund in traurigen Ursachen hatte^ zunächst in dem Mangel an häuslicher Hille und Bedienung nach der Revolution (man hatte nicht mehr die Zeit sich frisieren zu lassen), dann auch von der Schlauheit spekulierender Köpie aus­ging, die mit den Haaren, die zur Schreckenszeit in den Gefäng­nissen den einen vor der Reise nach dem Richtplatze, den anderen während der Haft des Ungeziefers wegen abgeschnitten wurden, Geschäfte machten. Ter Titusperücke folgten freilich Haaraufsätz« in den abenteuerlichsten Formen. Bei der Morgenpromenad« trugen die eleganten Tanien das Korymbion, eine HaarEisur in Gestalt einer Efeutraube, oder das konische Galariculum in Bienenkorbform; nachmittags, bei Spazierfahrten, zeigten sie ihre goldgelbe Perücke in Form von Saturnringen, und abends, beim Besuch der öffentlichen Gärten, ließen sie den Halbmond von Dia­manten schimmern, der an ihrer Stirn schaukelte und zur Frisur & la Chasseresse gehörte.

* E in Za hl e»kun ststü ck, und zwar ein recht verblüffen­des, bringt das soeben erschienene 2. Heft desKosmos", Hand­weiser für Naturfreunde, 1911 (Stuttgart, Pfizerstr. 5). Wer bringt es zmvege, arii der Stelle einige hundert verschiedene sechsstellige Zahlen hinzuschceiben, die alle durch 13 ohne Rest teilbar sind?

Tie besten Kovirechuer werden an dieser 'Aufgabe verzweifeln. Und doch, sagt der Rechenkünstler, nichts leichter als das:

318 318, 49ä49ö, 514 514, 101 101, 957 957, 683 683.

So könnte ich sortmhren unb nicht weniger als 899 ver­schiedene Zahlen zu Papier bringen, die alle diese Bedingung er­füllen. Tie oben ungeschriebenen werden aber genügen, um da- ihnen gemeinsame Bildungsgesetz erkennen zu lassen.

Tas kann man bei jeder sechsstelligen Zahl, die aus zwei gleichen Gruppen von drei Ziffern gebildet ist, versuchen, immer wird man ohne Rest durch 13 teilen können.

Aber noch mehr: alle diese Zahlen sind auch durch 11 ohne Rest teilbar l Z. B.:

957 957:11 87 087

77

095

77

Rest Null.

Man steht hier scheinbar vor einem Wunder. Diese verhexten Zahlen haben näuilich auch noch die Eigenschaft, durch 7 restlos teilbar zu jein. Tas sollte ich aber nicht verraten, beim es bringt die Lösung des ganzen Rätsels.

Eme Zahl, die durch 13, 11 unb 7 teilbar ist, muß natürlich auch durch 13 X H X 7 teilbar sein. Nun ist aber 13 X 11 X 7 143 X 7 = 1001; anderseits erkennt man sofort, daß unsere Zahlen lauter Vielfache von 1001 sind. Demi es ist 1001 1 4- luOO; multipliziert man also diese mit irgendeiner dreistelligen Zahl, z. B. mit 957, so kommt 957 -f- 957 000 157 957 dabei heraus. Tas ist eigentlich die Art, wie sich diese Zahlen bilden und darum sind sie alle durch 1001 teilbar, also auch durch 13, 11, 7. K. K.

* Im Zweifel. A. (in der Gesellschaft leise):Waren wir bei der Schriftstellerin, die uns gegenübersitzt, nicht neulich mal zu Gaste?" B.:Allerdings . . . Warum fragen Sie?" A.:Hm, mir fiel eben ein, daß sie mir ein paar unbehagliche Stunden bereitet hat, und da wußt ich nicht recht, ob ich von ihr was gegessen oder gelesen habe."

* Raffiniert. Richter:Nachdem Sie in die Wohnung der Privatiere eingebrochen waren stahlen Sie, während die Dams schlief, außer Geld auch noch deren Perücke. Was haben Si« damit angefangen?" Einbrecher:Ja, wissen S', Herr Richter- die hab' ich nur deshalb mitgenommen, damit die Dame nicht sofort zur Polizei laufen konnte."

* Frage: In welchem Monat reden die Frauen am wenigste»? Antwort: Im Februar !

Letterralsel.

Tie Buchstaben AAABCEEEHII LMNORRSSTTTT sind in die Felder nebenstehender Leitersigur derart ein- zuiragen, daß die Sprossen derselben, von oben angefangen, folgendes ergeben:

1. Französischen 'Maler.

2. Insel im Persischen Meerbusen.

3. Ein Nagetier.

Tie beiden Seitenbalken der Leiter sollen, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Bildhauers bezeichnen.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Ergänzungsrärsels in voriger Nummer!» Sei dankbar für das Glück, Das dir der Herr bestimmt, Und gieb es gern zurück, Wenn er dirs wieder nimmt!

foeb^ttion: K. Neurath. Rotationsdruck und Vertag der Brühl'scben UmversitätS'Bucb- und Steindruckerei, R. Lange, Gtetze»