Ausgabe 
16.12.1911
 
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Rätsel.

Ein Mpenkräutlein steht allein

Ans sturmumbroustem Bergesgvat; Es glänzt darauf wie Demant, chern. Wie glitzernd feuchte Tränensaat.

Im Temantfcheine liegt ein ,a, Dem Kräutlein schenke ,e" statt .a . Nun schreib's zusammen in ein Wort: Ein Feldherr zeigt sich dir sofort.

Auflösung in nächster Nummer.

Äuflösunq des Silbenrätsels in voriger Nummer: Samuel - Toqo - Eftoc - Piccolo - «ar.nomum - Ebto Nationaltonuent Schiaparellt Objektiv ,

Stephenson, Locomotrve.

ungcn führen sollen. Die Jmrgfrau geht um Mitternacht schweigend zum Brunnen und schaut hinein, im Wasseripregel werd chr das Bild des künftigen Bräutigams erscheinen. Oder sie geht an den Hühner stall, klopft an und sagt dabei:Gackert der Hahn, so krieg ich ein Mann! Gackert die Henn, so krreg ich kern. , dann wird sie hören, wies mit ihren Frelersausstchten steht Will sie wissen, wie ihr Schatz einmal heißen wird, so spanne sie den ersten Faden Garn, den sie am,Heiligen Abend^ gesponnen, vor die Haustür: der erste, der vorubergcht, tragt den Namen, nach dem sie forscht. Und möchte die runge Drrn gern erfahren, ob der zukünftige blond oder braun oder schwarz fern wird, so greift sie in der Christnacht rücklings zur Tur hinaus, siebe-- kommt Haare in die Hand, die ihr eine Antwort auf ihre Frage geben Ob der Liebste gerade gewachsen sein wird oder krumm, ist auch nicht schwer zu erfahren: an der Form des Scheites, das das neugierige Mädchen um Mitternacht aus dem Holzstock zieht, läßt sich alles erkennen. ,

Die Magd, die gern Bescheid haben mochte, ob sie noch länger bei ihrer Herrschaft in Brod und Lohn bleiben wrrd, wirst ihren Schuh über die Schulter; zeigt die Spitz , nach der Tur, so deutet das auf baldiges Gehen, ist sie in das Zimmer gerichtet, so bleibt alles beim alten. Schließlich aber, wer noch mehr er- fahren will, als solche Fragen in die Zukunft ihm enthüllen, der gießt sein Blei in der Shlvesternacht; aus fernen wunderlichen Formen kann der Wissende alles lesen, winkende Freude und drohendes Leid.

Büchertifch.

- Grimm, Brüder, 'Deutsche Sagen. 2 Seife in l Bande. Mit Titelbild und Einleitung von Professor Tstwlf Stoll. Leipzigs Hesse u. Becker Verlag. Ein vielgepriesenes Haupdverk deutschem Volkstums erscheint jetzt in einer Ausgabe, dfe ^mln ,ever Sckml- aber auch in jeder Volksbiblrothek und Hausbücherei bie gebührende Stelle ermöglicht. Verschiedene Ausstattungsformen tragen verschiedenen Ansprüchen Rechmrng. 'Dre rm gleichender- läge soeben erscheinendenErinnerungen aus meinem Leben des jüngeren Bruders Ludwig Emil Grimm, der Jacobs eigentüm­lichem Wesen am nächsten stand, ergänzen mit dem bereits er schienenen Märchenbaude das Gesamtbild aufs glücklichste.

Diedrich Speckmann, Geschwister Roftnbrock. Ber­lin, Martin Warneck. ®er Roman spielt in dem sogenannten Teufelsmoor", das in den letzten Jahrzehnten durch die Wvrps- weder Maler weithin bekannt geworden ist und nut den eigentüm­lichen Lebensbedingungen und ferner noch ziemlich tungeil Kultur des menschlich Interessanten nicht wenig bietet. Tas Buch bringt neben sein gezeichneten Charakteren auch Naturschilderungen von großer Schönheit. .

- EditHGräfin Salbnrg, Wenn Ko Nigel t e6etk Aufzeichnungen zweier Frauen. Verlag von B. Eliicher Nach­folger in Leipzig. In äußerst geschickte uich reizvolle ParallAe zueinander gestellt werden uns hier die Betrachtungen und Beobach­tungen zweier, von der Natur allerdings nut recht öerKbtcbenen Gaben des Geistes und des Charakters bedachtenKonigslieb- eben" übermittelt. Die eine von ihnen, diemoderne , ist em Kind des Volkes", die andere einem vergangenen Jahrhundert ! aiigchörige eine 'Dame des englr, ch-hannoverschen Hofes- Ern , Buch, in dem Wissen und Grazie zu einem woUtuend harmonischen und im höchsten Grade anregend-interessanten Ganzen geworden find! m

© nrt Münzer, Kinder der Stadt. Roman.-

Titelbild von Prof. Max Slevogt (Vita, Tentsck>es Verlagshauch Berlin-Ch.) Kurt Münzer hat m dtesem Buch nicht da^ Schicksal ernes einzelnen Menschen gMmhlt, sondern sein Held ist eilte Stadt, ist Berlin! Tie Geschichte einer Gruppe von Menschen, die im Banne der Stadt sind, geben che Momente zu der bunten und bewegten Handlung her Die G^chichte dreier j Menschen, die unter dem Verhängnis derselben Liebe schmachten^ I heben sich aus dem Strom flüchtigerer Existenzen. Tie Kinder | der Stadt sind typisch moderne Menschen, erfüllt von d(n neuen I Wünschen unseres Zeitalters, von den erlesenen Empfindlingen! I geklärter Kultur.

Friedrich Werner von Oestören: Ein lungei; Mann von Welt. Verlag von Egon Fleische! u. Co., Berlin. 'DM jungen Mann von Welt unserer Tage zu zeichnen,, seine Gefuhls- und Gedankenwelt erbarmungslos klarzulegen und einen Ausschnitt | aus seinem abenteuerlichen 'Dasein zu geben, Hit Oeitoren unter­nommen. Allerdings werden nur die mit dem Leben der fachwnab- len Welt voll Vertrauen den neuen Roman Oexens ga^ würdigen können; aber auch die dem oberflächlichen GcyMchafts- | getriebe mit seinen lockeren Formen und seinem lügnerischen Kern I Fremderen werden an dem Helden des Romanes ihre Helle Freude I haben. ____________

dagegen verwenden den unangenehmen Geruch als Waffe im Kamp unis Dasein. Es handelt sich dabei hauptsächlich um verschiedene tropische Arten. Tixey nimmt nun an, daß die unangenehmen Ge­rüche die Vögel davon abhalten, fchlecktriechende Schmetterlinge zu treffen. Wahrscheinlich ist Tixey hiermit auf der richtigen Spur, wenn die Deutung auch nicht ganz zutreffend ist. Ate Geruchs- Werkzeuge der Vögel sind wahifcheinlich kaum imstande, die un- anqenebmen Gerüche überhaupt wahrzunehmen. Jedoch ist nut dem unangenehmen Geruch wahrfcheinlich em unangenehmer Ge- schmack verbunden, der die Vögel von dem yresten dieier Schmetterlinge abhült, wenn sie einmal die unangenehme Eriahr- ung gemacht haben, wie es bei auffallend gezeichneten Raupen häufig auch der Fall ist. Ter unangenehme Geruch wate, wenn die Erklärung richtig ist, nur eine Begleiterscheinung des Geschmackes. .

vermischtes.

kf. D i e e i n g e s p e r r t e n Professor e n. Wie französische | Studenten mit ihren Professoren verfahren, zeigt eme kleine Ge- I schichte, die aus Paris über die letzten Studentenunruhen ge- I meldet wird: Die Studenten sperrten den bet ihnen unbeliebten I Professor Nicolas kurzerhand in feinem Laboratorium em. Ver­gebens versuchte Landouzy, der Dekan der Fakultät, zu vermitteln; I inan gestaltete ihm jedoch ungehinderten Zutritt zu seinem em- l gesperrten Kollegen. Aber sobald er im Laboratorutnr war, wurde I der Ring wieder geschlossen, und alle Bitten des Dekans uni freien I Stbzug waren vergebens. Man forderte ihn auf, sein Ehrenwort I abzugeben, daß er die Polizei nicht holen wolle.Erhek eii Sie die rechte Hand und sagen Sie: »Ich schwöre es T riefet, die Ltudenten. I Und gehorsam schwur der Professor sogar nut lächelndem Erficht. 1 Erst dann wurde die Belagerung aufgehoben und unter dem Hohn- I geläditer der Studenten zogen die beiden Profesforen ab.

kf. Das Gewicht der Könige. Bei dem>Durbar in Indien wird König Georg im wahren Sinne des Wortes mit Gold ausgewogen, und daher interessiert natürlich sein Ge- tvicht, König Georg wiegt genau 83 Kilogramm. Als die gleiche | Zeremonie bei dem letzten Dnrbar stattfinden sollte, mußte man I sich in Indien mit der Angabe begnügen, daß König Eduard (der | ja selbst nicht zugegen war) 104 Kilogramm wog - Sem Dnrbar kam also teurer zu stehen, weil das Gewicht des Königs lu Gold unter das Volk verschenkt wird. DerMestagero stellt sich nun vor, auch andere Könige und Königinnen sollten mit Gold aus- . gemogeit werden und gibt daher deren Gewicht an. Wenn ferne ! Angaben stimmen, ist der schwerste der lebenden Herrscher der Zar Ferdinand von Bulgarten, der 84 Kilogramm I wiegen soll, und die Königin von Griechenland bleibt um nichts hinter ihm zurück. Der lichteste aller Herrscher dagegen soll der Zar mit einem Gewichte von 71,5 Kilogramm sein. Das Gewicht Kaiser Wilhelms wird auf ungefähr 80 Kilogramm angegeben; die Königin Elisabeth von Rumänien soll 78 Kilogramm wiegen, die Zarin Alexandra 60, und die leichteste Herrscherin soll Wilhelmine von Holland ! mit 59 Kilogramm sein.

kk. Das Pflanzenkrankenhaus. Auf das Hunde- und Vögelkrankenhaus ist nun auch ein Hospital für Pflanzen gefolgt. Dieses Institut ist in England errichtet worden, um erkrankte und schwächliche Pflanzen sachgemäß wieder herzustellen. E^ besteht daselbst, wie in einem richtigen Lazarett eine Ausnahmeabteilung, ivo die eingeliefertenKranken" unterfucht und den entsprechenden Stationen überwiesen werden. Tie Aufnahme und Behandlnng ist eine sehr sorgfältige. Für diejenigen Bäume, die nur äußerlich be­schädigt find, ist einechirurgische Klinik vorhanden, m der die er­krankten Teile gegebenenfalls entfernt und ordentlich verbunden werden. Tie Wärterinnen, die sich mit der Pflege dieser Zöglinge beschäftigen, sind wie richtige Krankenschwestern gekleidet. Mtt allerhand Täschchen gehen sie umher, um bei den Operationen zu helfen und die Verbände anzulegen, die die frischen Schnitte vor der Luit schützen sollen.

Kf. Stinktiere unter den L> ch m e t t e r k tn g en. Manche Schmetterlinge geben angenehme Wohlgerüche von sich; andere dagegen, mit bei,en sich der Zoologe Tixey gegenwärtig beschäftigt, sollen üble Gerüche ausströmen. Ter englische Zoologe hat sich nun gefragt, welchen Nutzen die Schmetterlinge hiervon haben. Bei den Düften, die der menschlichen Nase angenehm sind und wie man sie bei heimischen Arten von Weißlingen wahr­nehmen kann, handelt es sich offenbar um die Anlockung des anderen Geschlechts. TieStinktiere" unter den Schmetterlingen ___ __

Reaktion: K. Ne'urath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lavg^ G'-tz-»