Ausgabe 
16.9.1911
 
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Samstag den 16. September

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sie an ihren Bestimmungsort zu begleiten, bis sie in Sicherheit sei.

Nein, nein, nein, sagte sie heftig. Ich bin jetzt ganz sicher und ganz glücklich. Wenn Sie ein Gentleman sind, so denken Sie an Ihr Versprechen. Lassen Sie ihn zu­fahren, bis ich ihm sage, stille zu halten. Ich danke Ihnen, o! ich dank Ihnen, dank Ihnen!

Meine Hand lag auf der Wagentür. Sje ergriff sie, küßte sie und stieß sie fort. In demselben Augenblicke setzte sich der Fiaker in Bewegung ich eilte in den Weg, mit einer unbestimmten Idee, ihn wieder anzuhalten, ich wußte selbst nicht, warum zögerte aus Furcht, sie zu erschrecken oder zu beunruhigen und rief endlich, aber nicht laut genug, um von dem Kutscher gehört zu werden. Das Gerüuich der Räder verlor stch in der Entfernung der Fiaker verschmolz sich mit den schwarzen Schatten der Straße die Frau in Weiß war fort.

Zehn Minuten oder etwas mehr waren verstrichen. Ich war noch auf derselben Seite der Straße, bald mecha­nisch ein paar Schritte vorwärts gehend, bald zerstreut stehen bleibend. Einen Augenblick bezweifelte ich die Wirk­lichkeit meines Abenteuers, im nächsten verwirrte und be­unruhigte mich ein Bewußtsein, unrecht gehandelt zu haben. Plötzlich hörte ich einen Wagen hinter mir.

Ich war auf der dunklen Seite der Straße, im Schatten einiger Bäume der Gärten, als ich still stand und mich umschaute. Auf der gegenüberliegenden, helleren Seite der Straße, in kurzer Entfernung von mir ging ein Konstabler langsam der Richtung von Regents Park zu.

Der Wagen fuhr an mir vorbei eine offene Chaise, in der zwei Männer saßen.

Halt! rief der eine. Da ist ein Konstabler. Wir wollen ihn fragen.

Das Pferd wurde augenblicklich ein paar Schritte jen­seits der dunklen Stelle angehalten, wo ich stand.

Konstabler, rief der, welcher zuerst gesprochen hatte. Haben Sie eine Frau dieses Wegs kommen sehen?

Was für eine Art "Frau, Sir?

Eine Frau in einem lavendelfarbigen Kleide.

Nein, nein, rief der zweite Mann dazwischen. Wir fanden die Kleider, die wir ihr gegeben hatten, aus ihrem Bette. Sie muß in den Kleidern fortgegangen sein, die sie trug, als sie zu Uns kam. In Weiß, Konstabler, eine Frau in Weiß.

Ich habe sie nicht gesehen, Sir.

Falls Sie oder einer Ihrer Leute der Frau begegnen, so halten Sie sie fest und schicken sie unter sorgfältiger Aufsicht nach dieser Adresse.

Der Konstabler besah die Karte, die ihm herabgereicht wurde.

Warum sollen wir sie festhalten, Sir? Was hat sie getan?

'Getan?! Sie ist aus meiner Irrenanstalt entflohen. Vergessen Sie es nicht: eine Frau in Weiß. Fahr zuck

Die weiße Frau.

Roman von W. Collins.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Jetzt war ich an der Reihe, plötzlich stille zu stehen. Da meine Neugierde in jenem Augenblicke schon sehr erregt war, erfüllte mich die zufällige Erwähnung von Mr. Fairlies Wohnorte von den Lippen meiner seltsamen Gefährtin mit dem höchsten Erstaunen.

Hörten Sie jemanden hinter uns rufen? fragte sie, sowie ich still stand, indem sie erschrocken den Weg auf und ab blickte.

Nein, nein. Mir fiel nur der Name Limmeridge House auf ich hörte ihn vor einigen Tagen von Leuten aus Cumberland aussprechen.

Ach! nicht von meinen Leuten. Mrs. Fairlie und ihr Mann sind tot, und ihre kleine Tochter mag jetzt wohl schon verheiratet und fortgezogen sein. Ich weiß nicht, wer jetzt in Limmeridge wohnt. Wer sie auch sein mögen, wenn sie nur denselben Namen tragen, weiß ich, daß ich sie liebe um Mrs. Fairlies willen.

Sie^schien im Begriff noch mehr zu sagen; doch wäh­rend sie sprach, waren wir weiter gegangen und sahen jetzt den Schlagbaum am oberen Ende des Avenue-Road.

Wir sind nun in London, sagte sie. Ich bin müde und furchtsam. Ich möchte jetzt gern im Wagen sitzen und fortfahren.

Ich erklärte ihr, daß wir etwas weiter gehen müßten, um eine Droschkenstation zu finden, und dann versuchte ich, die Unterhaltung wieder auf Cumberland zu leiten- Doch war dies ohne Erfolg.

Wir hatten kaum den dritten Teil des Avenue-Road zurückgelegt, als ich in geringer Entfernung vor einem Hause auf der gegenüberliegenden Seite der Straße einen Fiaker still halten sah. Ein Herr stieg aus und ging durch das Gartentor. Ich rief den Kutscher an, als dieser seinen Bock wieder bestieg. Die Ungeduld meiner Gefährtin wuchs in dem Grade, daß sie mich zwang, meinen Gang zu be­schleunigen.

Es ist Jo spät, sagte sie. Und nur deshalb beeile ich weine Schrrtte.

Ich kann Sie nicht fahren, Sir, wenn Sie nicht nach dem Tottenham Gourt-Road wollen, sagte der Kutscher höflich, als ich die Wagentür öffnete. Mein Pferd ist todmüde, und ich kann es nicht weiter nehmen, als bis zum Stalle.

Ja ja, das paßt mir. Ich wollte eben dorthin hewiß! Sie sprach in atemloser Hast und drängte sich an mir vorbei in den Fiaker.

.Als sie im Wagen saß, bat ich sie, mir zu erlauben,