Ausgabe 
13.2.1911
 
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verständlich?"

jenem schrecklichen Abend zog sich unser

deutete, als em neuer gratzncyer rcrarnpiaiiiai uyi oit uu ... «**"tvy. liw4«en Arme ab

Munde erstickte. Ich wollte eben unfern Stiefvater herbeiholen rühreiid, zeichneten sich aus ,mnvm und rief laut nach ihm: da kam er mir bereits im SchlafrockSie sind mißhandelt worden, sagir voime»

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Vater?" .

Warum? Was wollen Sic bannt sagen?

Als Antwort schlugt Holmes die Spitzenmanchette zurück, welche, das rechte Handgelenk der Erzählerin bedeckte

Kuns kleine blaue Male, sichtlin; von funs Fmgcrn

inne, das zweite meine Schwester und Eine Verbindung zivischen ihnen besteht

vierzehn Tage vor dem für die Hochzeit festgesetzten Zeitpunkt trat das schreckliche Ereignis ein, das mich meiner einzigen Ge­fährtin beraubte." . .

Holmes, der unterdessen mit geschloneueu Augen ut sc men Armstuhl zurückgelehnt, den Kopf im Kissen vergraben, zugehört hatte, schlug nun die Lider ein 'wenig auf und warf erneu Blick auf die Erzählerin.

'Bitte, vergessen Sie auch nicht den kleinsten Umstand,"

entgegengeeilt. Als er zu meiner Schwester trat, hatte die;e be­reits das Bewußtsein verloren. Er flößte ihr noch Kognak cm und ließ auch ärztliche Hilfe aus dem Dorfe herbeiholeu, aber es nützte alles nichts mehr, sie wurde immer schwächer und starb, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Dies waren die Umstände, unter denen ich meine geliebte Schwester verloren habe." .

Einen Augenblick!" unterbrach sie Holmes,haben «ic das Pfeifen und den metallenen. Klang ganz bestimmt wahrgeirommen? Könnten Sie daraus schwüren?"

Dasselbe fragte mich auch der Gerichisarzt bei der. iroten- schau. Ich habe zwar den durchaus bestimmten Eindruck, als hätte ich beides gehört, doch kann ich mich nm Ende auch ge- täuscht haben; bei dem Tosen des Sturmes erkrachie ja das alte Haus in allen Fugen."

War Ihre Schtvestcr angekleidet?"

Rein, sie trug nur ihr Nachtgewand. In der rechten Hand hielt sie noch ein herabgebranntes Lichtstümpfchen iind in der linken eine Zündholzschachtel."

Woraus hervorgeht, daß sie Licht gemacht und sich iNiw geschaut hatte, als das Geräusch entstand. Das ist von Wichtig­keit. Und zu welchem Ergebnis gelangte der Leichenbeschauer?

Er untersuchte den Fall sehr sorgfältig, denn das auf­fallende Treiben unseres Stiefvaters war in der ganzen Graf­schaft bekannt; er war jedoch nicht imstande, eine bestimmte Todesursache zu entdecken. Aus meinem Zeugnis ging hervor,, daß die Tür von innen verschlossen gewesen war, und die Fenster waren durch altmodische Läden mit breiten Eisenstäben, verrammelt, die jede Nacht vorgelegt ivurden. Auch die Wände untersuchte man sorgfältig, fand sie jedoch völlig unversehrt und fest, ebenso wie den Fußboden. Der Kamin ist zivar weit, aber mit vier starken Eisenstäben vergittert. Meine Schwester war also zweifel- los ganz allein, als ihr Geschick sie ereilte. Auch von äußerer Gewalt war keine Spur an ihr zu entdecken."

Und Gift wie steht es damit?"

Die Leiche wurde von ärztlicher Seite daraufhin unter­sucht, aber ohne Erfolg." .

Was ist nun Ihre Ansicht über die Ursache dieses bedauere lichen Todesfalls?" .

Ich bin der Meinung, daß meine Schwester lediglich w. folge einer durch Schrecken verursachten Nervenerschütterung starb/ obwohl ich von der Ursache dieses Schreckens keine Ahnung habe.

Hielten sich zu jener Zeit Zigeuner in den, Anlagen am Hause auf?"

Jawohl; es sind fast immer ivelche da?

So, so; und >vas glauben Sie, daß Ihre Schwester nut der Andeutung von einemgetupften Band" oder auch einer getupften Bande" meinte?" n

Das möchte ich manchmal lediglich für eine Ausgeburt des Fieberwahns halten: daun meine ich aber auch wieder, es könnte sich auf eine Bande vpn Menschen, vielleicht gerade auf biei Zigeuner in den Anlagen, bezogen haben. Möglich, daß die ge­tupften Tücher, die viele von ihnen nm den Kopf tragen, ihr zik der ausfallenden Bezeichnung Anlaß gegeben haben." ,

Holmes schüttelte den Kopf, als sei er ganz und gar nicht

besiiedigt. imd) ganj Dunkeln," meinte er,bitte fahren Sie in Ihrer Erzählung fort." . ,

Zivci Jahre sind seitdem vergangen, und mein Leben war inzwischen einsamer als je. Bor einem Monat jedoch hat nur ein lieber langjähriger Bekannter Namens Percy Armitage die Ehre erwiesen, um meine Hand anzuhalten. Mein Stiefvater hat nichts dagegen, und so soll unsere Verbindung noch in diesem Frühjahr stattfindcn. Seit zwei Tagen hat man be­gonnen, Ausbesserungen an dem westlichen Flügel unseres Wohn­hauses vorzunehmen, wobei die Wand an meinem Schlafzunmer durchbrochen ivurde, so das; ich das Zimmer, in dem meine Schwester starb, beziehen und in bereit Bette schlafen mußte. Stellen Sie sich nun meinen gräßlichen Schrecken vor, als ich in der letzten Nacht, während ich gerade mit dem Gedanken an ihr schreckliches Geschick beschäftigt wachend dalag, plötzlich das leise Pfeifen vernahm, das ihren Tod vorhervcrkündet hatte. Ich sprang auf und steckte die Lampe au, vermochte redoch nichts im Zimmer zu entdecken. Zu erregt, um wieder zu Bette zu gehen, kleidete ich mich an und schlich mich, sobald der Tag graute, aus dem Hause, ließ mir in dein gegenüberliegenden Wirtshaus zur Krone einen Wagen anfpannen und fiihr nach Leatherhead; von da bin ich heute früh hier eingetroffen zil dem einzigen Zweck, Sie aufzusuchen und um Ihren Rat zu bitten

|Daran haben Sie. sehr wohl getan," versetzte Holmes.Aber I haben Sie mir auch alles gesagt?"

.Doch nicht, Fräulein Roylott. eie stponen Ihren elief-

Hoimes.

Stets."

Und warum das?" , , . r ,

Ich olaube, ich habe bereits erwähnt, daß unser erief- pater' eine "Tigerkatze und einen Pavian hielt; wir fühlten uns deshalb nicht sicher, wenn unsere Türen nicht verschlossen waren.

Ja freilich. Bitte, fahren Sie nur fort."

Ich konnte in jener Nacht keinen Schlaf finden. Ein un­bestimmtes Vorgefühl drohenden Unheils bedrückte mich. Sie er­innern sich, daß ich und meine Schwester Zwillinge waren, und Sie wissen ja, wie zart die Bande sind, die zwei so eng verbundene Wesen aneinander ketten. Es war eine unwirtliche Nacht. Draußen beulte der Wind und der Regen schlug klatschend gegen die Laden. »Plötzlich ertönte mitten durch das Tosen des Sturmes der wilde Angstschrei einer weiblichen Stimme. Ich hatte die stimme meiner Schwester erkannt. Eiligst sprang ich aus dem Bette, warf einen Shawl um und stürzte auf den Gang hinaus. Wahrend ich meine Tür öffnete, war es mir, als hörte ich ein leises Pfeifen, wie meine Schwester es beschrieben hatte, und wenige Augenblicke darauf ein klingendes Geräusch wie vom Fall eines schweren metallenen Gegenstandes. An dem Zimmer meiner Schwester stand die Tür bereits offen und drehte sich langsam in den Angeln. Starr vor Entsetzen wartete ich auf den Anblick, der sich mir bieten würde; da sah ich beim Schein der Flur.ampe meine Schwester unter der Tür erscheinen, schreckensbleich, die Hände hilfesuchend ausgestreckt, schwankte sie hin und her, als wäre sie berauscht. Ich eilte auf sie zu und schlang die Arme um sie, aber gerade in diesem Augenblick versagten ihr die Knie. Sie stürzte zu Boden, wand und krümmte sich in furchtbaren Schmerzen, und ihre Glieder zogen sich kranipfhaft zusammen. Ich Meinte zuerst, sie habe mich nicht erkannt, aber als ich mich über sie beugte, stieß sie plötzlich mit einer Stimme, die ich nie ver­gessen werde, die abgebrochenen, undeutlichen Worte hervor:£?, mein Glott! < Helene! Es war . . . Band . .! ... getupfte Band. . .!" Sie machte den Versuch, noch etivas zu sagen, wobei sie in der Richtung nach unseres Stiefvaters Schlafzimmer deutete, als ein neuer gräßlicher Krampfanfall ihr die Worte tm

Vollkommen." .

Tie Fenster der drei Zimmer gehen auf den Rasenplatz vor dem Hause. An jenem schrecklichen Abend zog fich unser Stiefvater zeitig in sein Schlafzimmer zurück; trotzdem wußten wir wohl, daß er sich noch nicht zur Ruhe begeben (jake, beim Meine Schwester wurde durch den Geruch der starken indischen Zigarre belästigt, die er zu rauchen pflegte. Sie kam deshalb in mein Zimmer herüber, um noch eine. Zeitlang mit mir über ihre bevorstehende Hochzeit zu plaudern. Es war elf Uhr als sie mich wieder verließ; an der Tür blieb sie jedoch stehen und schaute noch einmal zurück. . £

Sag' mir, Helene," fragte sie,hast bu jemals cm Pfeifen mitten in totenstiller Nacht vernommen?"

Nein, niemals." , . .

Du hältst es doch nicht etwa siir möglich, day bu selbst im «schlase pfeifen könntest?"

Gewiß nicht, warum, denn?' .

In den paar letzten Nächten ertönte immer etwa um drei Uhr "morgens ein leiser heller Pfiff. Ich habe einen leichten Schlaf, und bin davon auigewacht. Woher der Laut nun, kann ich nicht tagen, vielleicht aus dem Nebenzimmer, vielleicht auch vom Vorplatz herauf. Ich dachte, ich wollte dich doch fragen, ob du es auch, gehört hast." r , ...

Nein, ich habe nichts gehört. Das muß von dem Zigeirner- gesindel unten in den Anlagen Herkommen." .... ,

, Höchst wahrscheinlich; und doch wundere ich mich, daß du es nicht auch gehört hast, luenn es wirklich von unten kam.

'Ich schlase eben sester als du."

Nun es ist ja jedenfalls nichts von Bedeutung, verletzte fie lächelnd; damit schloß sie die Tür und wenige Augenblicke darauf hörte ich sie ihren Schlüssel im Sch umdrehen."

Schlossen Sic sich denn nachts regelmäßig em?" tragle

sagte er. ....

,jTas wird mir nicht schwer fallen, denn alle Vorgänge dieser entsetzlichen Zeit stehen mir noch unauslöschlich tm Gedächtnis. Das Wohnhaus ist, wie gesagt, sehr alt, und e§ ist zurzeit nur ein Flügel desselben bewohnt. Die Schlafzimmer bennden sich im Erdgeschoß dieses Flügels, während die Wohnzimmer tut Mittleren Stockwerk liegen. Bon den Schlafzimmern hatte das erste unser Stiefvater ' k*3 h

das dritte ich selbst.

nicht, dagegen münden alle auf deiifelben Gang. Ich spreche doch