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vauteu hatte/ so fant mir 8er Vorschuß sehv gelegen; aber trotzdem lag etwas unnatürliches in dem ganzen Handel, das in mir den Wunsch erweckte, -roch einiges Nähere M erfahren, ehe M mM völlig band." n ,,
„Darf ich fragen, wo Sie wohnen?" sagte M, i
(Fortsetzung folgt.)
Vevmes^tes.
ick. Was d i e M e n f ch e n nicht sehen. Eine große Zeitung in San Franzisko, der „San Franzisco Call", hat sich jüngst mit den Einwohnern Friscos einen hübschen Scherz erlaubt. Alle Leute, die zu einer sehr belebten Zeit durch eine der Haupt- geschästsstraßen gingen, wurden nämlich ohne ihr Wissen einer Prüfung unterzogen, die ihrer Ausmerksamkeit galt und die meisten haben diese Prüfung schlecht bestanden. Es wurde nämlich ein funkelnagelneues Dollarstück mit einem Nagel auf dem Fußwege befestigt, daneben wurde ein Vertreter der Zeitung aufgestellt, dessen Aufgabe es war, die Anzahl der Fußgänger und ihr Verhalten gegenüber der Münze festzustellen. Es war heller Sonnenschein, so daß man die Münze von weitem blitzen sah. Trotzdem gingen Nr. 1 bis Nr. 218 über die Münze hinweg, ohne sie zu bemerken und erst Nr. 219 bückte sich danach. Zuerst kam ein Arbeiter, der die Münze nicht sah, obwohl er den Kops zu Boden gesenkt hatte, dann kam einer der angesehensten Geschäftsleute aus seinem täglichen Wege zum Klub, ein Mann, der täglich aus bar Dollarjagd ist, sich diesen Dollar, der ihm zu Füßen lag, aber doch entgehen ließ. Ein junges Mädchen, das nun des Weges kam, stieß mit dem Fuße gegen diese Münze, so daß sie leise klingelte, da aber ihre Augen gleichzeitig einer Spiegelscheibe eines Ladens zugewendet waren, entging ihr der Ton und damit der Dollar. So ging es recht lange Zeit weiter, bis schließlich ein Durchschnittsbürger die Münze erspähte und als er sie festgenagelt fand, mit einem kräftigen Fußtritt losmachte und damit verschwand. Natürlich wurde sogleich zur Fortsetzung ein zweiter Dollar angenagelt. Mit diesem erging es zunächst genau so, wie mit dem ersten. Es scheint, als ob die Frauenwelt aus der Straße doch aufmerksamer die Augen spielen lasse, als die Männer dies tun, denn eine ganze Anzahl von Frauen bemerkte diesen Dollar. Sie bückten sich auch danach, aber wenn sie ihn festgenagelt sanden, gingen sie meistens mit beschleunigten Schritten und beschämtem Gesichtsausdrucke davon. Nur eilte einzige versuchte, ihn mit Gewalt loszumachen, aber es gelang ihr nicht.
"Das „v e r i r r t e S ch a s". Von einem wunderlichen alt- italienischen Heiratsbrauch, der noch heute in Vaeri, Orsogna und in den benachbarten Gegenden ausgeübt wird, erzählt der Messag- gero interessante Einzelheiten. An dem Tage, da die Braut mit ihrem künftigen Gemahl vor den Altar treten soll, erscheinen plötzlich alle Verwandten des Bräutigams vor dem Hause der Braut. Hier beginnen sie die Nachbarn zu fragen, ob niemand „ein verirrtes Schäflein" gesehen habe; alles schüttelt den Kopf, aber die Nachforschungen werden damit nur um so lebhafter und schließlich beginnt die Verwandtschaft des Bräutigams, die ganze Umgebung nach dem „Schafe" abzusuchen. Sie kommen dann ans Haus der Braut, hier ist inzwischen sorgsam die Tür verriegelt, sie beginnen zu klopfen, drohen die Tür einzuschlagen und behaupten, glaubwürdige Zeugen hätten versichert, das „Schaf" fei in dieses Haus gelaufen. Aus den Fenstern kommen erregte Antworten, Drohungen und Verwünschungen werden laut, das Volk läuft zusammen, bis schließlich der nächste Verwandte des Bräutigams durch das Fenster ins Hans klettert und der suchenden Horde die Tür öffnet. Mit wildem Getöse stürmt die Schar ins Innere, vom Keller bis zum Boden wird jeder Winkel durchforscht. Die Braut muß sich vorher in einem dunklen Winkel unter einem Bett versteckt haben und die Sitte will, daß der nächste Verwandte des Bräutigams sie am Ende der Jagd findet. Der sucht auch eifrig und tut so, als sähe er nichts, eilt durch alle Zimmer und zieht dann schließlich das verängstigte „Schal" ans seinem Versteck. An der Hand führt er die Braut dann in die Küche und tanzt mit ihr, worauf ein fröhliches Geschmause diesen ersten Teil der Zeremonie beschließt. Dann führt der glückliche Finder die Braut zur Kirche und führt sie auch bis an den Altar, wo er während der Eheschließung an ihrer rechten Seite bleibt, während der Bräutigam den Platz zur Linken einnimmt.
* Die Frau mit dem Beil. Der „Köln. Ztg." schreibt man aus Washington: In Fort Leavenworth int Staate Kansas ist Karrte Nation gestorben, die Frau, die sich den Zutritt zur Unsterblichkeit mit einem Beil gesichert hat. Mit diesem Beil ist sie zehn Jahre lang gegen die Bierkneipen losgezogen und hat unter Bierkrügen und Schnaps flaschen fürchterliche Musterung gehalten. Sie bekannte sich zur Propaganda der Tat. Statt langstieliger Antialkoholreden und wässeriger Versammlungsbeschlüsse bevorzugte sie das Beil in ihrem wütenden Kampfe gegen den Teufel Alkohol. Sie hatte einigen Grund zu ihrem Kreuzzug gegen die Schnapspest. Ihre Blutter war in einem Jrrenheim gestorben, und ihr erster Mann, ein Dr. Gloyd, war dem Alkohol ebenfalls mehr ergeben, als dem häuslichen Glücke zuträglich war. Nach seinem frühen Tode widmete sie sich der aufklärenden Arbeit über die Nebel des gebrannten Wassers, und sie fand Verständnis und
Unterstützung bei Herrn David Nation, einem Temperenzapostek, den sie schließlich heiratete. Leider wollte sich die Welt nicht so rasch bessern, wie sie es gern gesehen hätte, und so ging sie vom Wort zur Tat über, verlor aber dabei den Mann, der sein Rechtsanwaltsbewußtsein nicht in Einklang zu halten vermochte mit dem rechtswidrigen Gebaren seiner Frau. Ihren Rachezug gegen die Saloons begann sie am 6. Juni 1900 mit einem halben Dutzend Backsteinen und vier dicken Glaspullen, mit denen sie in Kiowa drei Kneipen bombardierte; die übrigen Saloons schloffen rasch die Türen und ließen die Rolläden herunter. Später ging sie zum Beil über. Eine ganze Reihe von Städten hatte sich in den folgenden zehn Jahren des Besuches von Carrie Nation zu erfreuen und ihr Weg war mit zerschmetterten Fensterscheiben und gebrochenen Flaschenhälsen besät. Selbst in London gab sie 1908 eine Gastvorstellung, und sie erhielt dabei in Newcastle on Ty ne Gelegenheit, Vergleiche zwischen englischer und amerikanischer Gefängniskost anzustellen; in Amerika war sie nicht weniger als 22mal in Hast genommen worden. 1903 sprach sie sogar im Weißen Haus beim Präsidenten Roosevelt vor, wurde aber von zwei Polizisten hinausgeleitet. Am 8. Dezember 1909 bearbeitete sie die Bar im Washingtoner Bahnhof so gründlich mit ihrem Beil, daß kein einziger Alkoholbehälter ganz blieb. In der Hauptsache wandte sie sich allerdings nur gegen solche Schank- stellen, die ohne Erlaubnis betrieben wurden, und ihre Selbstjustiz, für die sie hinterher regelmäßig büßte, brachte die Orts- obrigteityi in nicht geringe Verlegenheit, weil die gesetzwidrigen Kneipen unter den sehenden Augen der Polizei offengehalten worden waren. Trotz der vielen Strafen, die sie zu zahlen hatte, vermochte sie sich eine Farm zu kaufen, auf der sie sich von ihren Reisen ansruhte. Sie hielt Vorträge und gab in Oklahoma eine Temperenzzeitung mit dem Titel „Das Beil" heraus.
* Aha! „Warum sehen Sie mich denn immerfort so KN- Bontine sch Ihnen etwa bekannt vor?" —> „Sie nicht, aber dep Stock mit dem silbernen Griff!"
• * Der SOtit gift jaget.; -Meine Selniaj wollen Sie? Das einzige, was ich besitze?" —, „Soo? Dann will ich Sie allerdings nicht Berauben!"
* Der kleine Schlau b e r g e r. „Fritz, du hast mirl versprochen, nie wieder ungezogen zu fein! Ich versprach dir sonst Prügel!" —. „Weisst du, Papa, da ich mein Versprechen nicht gehalten habe, brauchst du dein's ja auch nicht zu halten!"
* Di e Xanthippe. „Deine Tante hat sich doch über den Verlust ihres ersten Mannes.getröftet?"'— „Das schon, aber ihr zweiter Mann ist darüber untröstlich!"
* Unter Kameraden! „Jestatte mir, Ihnen recht Vieh Jlück zu Ihrer Verlobung zu wünschen!" —> „Jestern Verlobung rückgängig jeMacht, Erbonkel jestorben!"
' * Schonungsbedürftig. Freundin: „Nun, was sagte
der Tierarzt zu der Krankheit Eures Fifi; ist es etwas Ernstliches?" —i „O ja; denke dir, er hat mir sogar 's Klavierspielen verboten!" ____________
rrönigsprsmenade.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weiss miteinander verbinden, daß man — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld ans auf ein benachbartes übergeht.
au
den
aus
dir
nim
gen
mehr
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tob
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fort
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spät
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morgen
immer
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her
im
gends
und
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im
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abends
such
nir
ftern
der
blickt
es
(Auflösung in bet nächsten Nummer.)
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Kirsche (Hirsch ohne Kopf = „irsch", ein paar Stückchen Kreide — „K" und „e").
rdaktronr K. Neurath. - Notationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckere^ R. Lange, Gieße».


