Ausgabe 
5.8.1911
 
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Samttag den S. August

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Das nette Mädel.

Roman von Fedor von Zobeltttzi

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Der Manu ist nicht klug," sagte Traute. 7,Ich habe Mr keinen Betthimmel, und dann überhaupt."

Er schreibt noch mehr," fuhr Köhler fort.Hör zu. .Jedenfalls bitte ich Fräulein Trante meine respektvollsten Grüße zu bestellen' schreibt er .und ihr zu sagten, daß list es mit meinem int letzten Ergebensten niedergelegten Anträge aufrichtig ernst meine. Es ist immer mein Ideal gewesen, eine deutsche Jungfrau mit blondem Haar und blauen Augen heimführen zu dürfen'!"

Aber die von Traute sind grün angelaufen," rief Alfred.

Es wird ihm so genau nicht darauf ankornmen," Meinte die Mutter und fügte mahnend hinzu:Aber nun zu Tisch! Die Suppe wird kalt."

Der Quesal, Quetzaltenango, Guatemala und Mister Brigham bildeten vorderhand auch noch das Tischgespräch. Es stellte sich heraus, daß der Geschäftsfreund itt Mittel- Mmerika in seiner letzten Zuschrift wieder des längeren! pon Traute geschwärmt hatte. Er schrieb auch, daß es sich Sn Quetzaltenango recht angenehm lebe; sogar ein neues Theater sei da. Die Regenzeit währe nicht so lauge als in der Hauptstadt, und auf der Farm in den Bergen herrsche selbst in den heißen Monaten eine sehr angenehme Temperatur. Für Köhler aber lag der Hauptwert des Briefes' itt der kurzen Nachschrift: .Cochenille ist ganz ein» geschlafen, in Bezug auf den Kautschuk hoffe ich jedoch auf eilten glänzenden Aufschwung. Darüber baldigst Näheres.'

Traute wurde von den Geschwistern viel geneckt, bis die Mutter Rühe gebot. Es schicke sich nicht, über einen Geschäftsfreund des Vaters zu spötteln, der zweifellos ernsthafte Absichten habe. Aber da erhob Traute Wider- sprnch. Tas könnte sie nicht glaubet!; es sei doch undenk­bar, daß man um ein ganz unbekanntes Mädchen ^reie. Alfred hatte einen Roman von Karl May gelesen, in dem so etwas vorkomme. Er wollte die Geschichte auch er­zählen, doch wieder gebot die Mutter Ruhe: man solle von Mister Brigham endlich aufhören und den Quesal aus dem Zimmer schaffen; er rieche nicht gut.

Nut! trat Mister Brighäm in 'den Hintergrund, und Traute konnte von der aufgelösten Versammlung in der Ressource erzählen. Das erregte n'euss Interesse, und da Trante wohlweislich verschwieg, was sie nicht zu berichten wünschte, so schlug der Vater sich! auf die liberale Seite und erklärte sich energisch gegen die Uebergriffe der Po­lizei. Nach Tische aber Wanderte man von neuem nach Mittel-Amerika und Quetzaltenango und zu dem Mann Mit dem heißen Herzen und der neuen Kautschukpflanze,

Da hätte Köhler sich nämlich auf sein altes Ledersofa ge­legt, und Traute mußte ihm die Pfeife mtt den drei Ster­nen anstecken und sich dann neben ihn setzen.

Bloß auf fünf Minuten," meinte er.Nachher nick ich ein bißchen.Ich krieg dich ja gar nrcht mehr aMn zu sprechen. Na, was sagst du zu deinem ttnermuoltcheu Verehrer da drüben?" , ., . w

Ich amüsiere mich über ferne Hartnäckigkeit. Hattest du ihm denn auf seinen ersten Brief geantwortet?'

Versteht sich. Aber war über seine originelle Wer­bung mit einem Scherz hinweggegaugen. Ich weiß nicht mehr wie; der Brief ist kopiert ich kann ihn ja mag heraussuchen lassen. Jedenfalls kann er die Antwort noch gar nicht in Händen haben, und daß er trotzdem schon wieder loslegt, scheint mir doch ein Beweis dafür, daß er gewaltig passioniert sein muß."

Passioniert ist gut,- Väterchen. Aber hab 1 ch s ihm Mnn angetan? I bewahre er hat sich für eine schlechte Photographie begeistert!" , r .A_.

Da wird ihm das Original vermutlich noch besser ge- feilten11 1

Väterchen, laß mich doch gleich verpacken uiid zur An­sicht nach Guatemala verschicken. Unter Wertangabe m sie braucht ja nicht hoch zu sein." ..

Das Gesicht Köhlers schlug vergnügte Falten.Doch, sagte er schmunzelnd,da du das höchste Wertochekt meines Lagers bist. . . Liebling, wenn ich so denke warum denn nicht? Es gehen ja so viele Töchter unserer Stadt über das Wasser. Senator Reite hat erst kürzlich ferne Jüngste nach Canada verheiratet. Natürlich behielte ich dich lieber hier. Aber Was inan so eilte gute Partie nennt, die wirst du bei uns schwerlich finden. Dazu ist der Kasten­geist zu stark. Ein kleiner Grossist wie uh . spielt tn der Gesellschaft keine Rolle. Nun hat man dich ja freilich 'rangeholt, und eine ganze Menge junger Herren hat bei uns sogar Karten abgegeben. Aber das will gar Nichts sagen -- und wenn Mutter sich in ihrer schNUiseudett Phatt- tasie mit dem Gedanken trägt, der junge Everstedt hatte

T^te'war^aufgefchnellt.Vater, ich bitte dich herz­lich, rede der Mama diese Torheit aus," sagte sie ernst. Es ist lächerlich. Er denkt nicht daran. Es kann mich ärgern, wenn derartige Vermutungen aufkommen, habe auch meinen Stolz und lvill nicht, daß man sich schließlich noch über mich lustig macht."

Rege 'dich nicht auf, Trautchen. Es lohnt sich nicht. Es hat gar keinen Zweck. Ich kennega die Everstedts ah bäh' Aber mit diesem Mister Brigham . . . wir wollen wenigstens abwarten, wie er sich weiter verhalt. Ich kann diese Verbindung brauchen, sage ich btt. Die Zeiten stutz

mich auch, Väterchen," entgegnete Trante nickend. Ich spüre den Rückschlag an mir selber. Meine Toilette ivird immer Wglicher, Von dem Koftum NW Mm fest