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Iledaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Giebea»

Logogriph.

Lustige Klänge erschallen aus meinem ehernen Munde, Aendre ein Zeichen von mir, dien ich als Speise und --ran, Auflösung in nächster Rümmer-

Auflösung des Homonyms in voriger Nummer» Ball (beim Billard- re. Spiel, als Kinderfpielzeug und a» gesellschaitliches Fest).

Muskau Kunde, der in fetuanBriefen des Verstorbrnen" di« Kleideriordmmg das Dandys angibt. Alvrgens trägt er den Tin tomin, einen Schlajuock, der aus chinesischen oder indischen Schale stossen bestand, und mit dem Margen; moking bed' heutigen El-n gantS Aehulichkeit hatte; zum Ausreiten diente der breit, chößige, Ridingooat, zum Tiner der Frack. Zum Tvousseau des Fürsten gehörten: die orangen und blauen Samtwesten mit den iwife seidenen blumengestickten Unterwesten, die olivsarbeneu Rediugot^K zu eisengrauen Panta^kons, di« toeifen Halstücher, die unifttoli mit Tuvchschlingung der seinen dur.chbvochen«n Uhrkette zur Kra» luioibe geknüpft wurden, und darüber als Bstement em leichter! Mantel von wasserdichtem schottischem Stoff mit schwarzseidenem! Kragen und Taschen. Tas Wochenbudget in Wäsche umfaßt: zwanzig Hemden, vierundzwanzig Schnupftücher, em Dutzend Westen, fünfzig Halstücher, Strümpfe ä discrotwn. Bis zum! Ende der vierziger Jahre lebte noch Farbenfreude tn der Herren-. Keidnng; da steht ein grüner Frack, prächtig neben vwlcttech Beinkleidern oder ein veilchenblauer Frack neben Hosen aus weißem Samt oder Kaschmir. Di« bunten Westen bringen ebenfalls Heiterkeit in das Modebilid. In den fünfziger Jahren aber siegt dann die Farblosigkeit; der Gesellschaftsanzus erscheint m all seinen Teilen aus dem gleichen, dunkeln etofr Um 1867 bricht sich der Sakko Bahn, das LieblingskleidungSstück des Königs Eduard, und zu gleicher Zeit ersteht in dem damaligen Prmzeik von Wales die dominierende Erscheinung eines vornehmen Tandy, der die Gesetze der Herrenmode diktiert. Bom Menschen und seinen Komfortbedürfnissen ging Eduard ,aus; er betonte das Zweckmäßige, den Reiz.des Materials und du natürliche Grazie des Sitzest Er hat der Kleidung .wieder etne diskrete farbige Belebung gegeben und die eintönige Monotonie des völlig dunklen Anzugs durchbrochen. So trägt man nach semein' Borbud zinni Reitanzug karierte Tattersallwesten; sehr fein sind m den Sports- stossen die Färb en zusammen stellungcn ,dem herbstlichen Walde au- gepastt in ihren Erika- und Heidekrant-Sprenkeltöiwn. Ter Frack wird durch die weiße Mkreweste und durch leuchtens Perlet-, oder Mondsteinknöpfe aufgehellt. Zunt Stvastenanzug, deur Sakko ober dem kleinen Rock, tvtählt man eine lichtgraue KaschmiriveW, die besonders zum blauen Rock sehr gut steht und Mit einer matt- grünen Krawatte, einem zart schwarziveiß getönten Hemde emo vollendete Farbenharmonte bildtt. Auch sonst) haben die kveatWnen König Eduards eine sttesocm der Herrenkleidung durchs geführt.Er liebte die Bügölfalte. wml sie den Fall der Hase diszipliniert und ihr Haltimg und BeMltN's zUM Ätiefttt gibt, er liest den untersten Westenknöpf auf, damiit die Weste sich organisch nach unten zu ausleben kann, und er reite damit du laugen Sv'Ken an, die der West» einen svMankeu ,md frei- bemientett'S'ii garaut'e''en. Er siebte die geräumigen Ulfttr- aus wrick-m. orisfigeM kockere-eknüpftnn -HomespiM. die fo mmach. ahmliche Rasse haben und sa lebendiges Bsymunaskv-el. vor (Amt. warn sie als Raglan mit dem me-ten Schulterstück Ä Arml-ochnaht und den tief eingesetzten Aernvelit gearbeitet smd. (^r bat die Tvrairne! des Zvlinders überwunden und den run^n Mckian iind den leichten. weichen aran-n Hmnbii'-g-Hut für bert Smimer lanciert. Er erfand, iW ftrnte ®emiemmit ist. das Dinner-Jackett von beit Deutschsn fälschlich Smoking genmmh Smoking ist «fite HmiSfacke."

yüchertlsch.

Adler-Biblivthek. Die Aufgabe, vor die bet deutsche Berlagsbuchhandel bei Bekämpfung der Schundliteratur we it ist, ist die Schaffung von billiger Literatur, bte sowohl ein iverbe-. kräftiges Aenßere als auch packenden modernen Inhalt auMiM Das äußere Gewand sowie der Titel smd bte Eigen,chasteuc^v Schundhefte, die ihnen zu dem unheimlichen Erfolm verho.feu l^tbett. Es gilt als-o, den Feind mit seinen eigenen Waffen zu bekämpM und durch' Nachahmung der äußeren Ausstattung den m Frage kommenden großen und weiten, mehr oder weniger iirteus!-! n Leserkreis zur Anschaffung guter Lektüre, gewissermaßen zli,,ve« führen". Auf diesen Pfaden itonbtft die ,Lllustrterü Adle« Bibliothek". Sie wird als Veröffentlichung derDeutschm schuft zur Berbreitung guter Jugendschriften uttd Bücher von Georg Gellert herausgegeben und erscheint zu dem Preise vm 10 Pfg. für ein mit buntem Umschläge und Textillustratwnen^ gestattetes Bändchen. Angesehene Schriftsteller bringen tn den Erzählungen Ersatz für die Schundhefte, nämlich gu e LeNM und ehte Ausstattung, die. dem Geschmack des in Frage ikommenoe« Leserkreises angepaßt ist.

Die Entstehung der modernen herrenkMdung.

Bom Dandy und dömDandtzsmus, to: Wesen und dem Träger per Eleganz plaudert Felix Poppenverg in einem fefielnven Aus­satz in lieber Land und Meer. Er betont, das.z der Einzug nicht das Entscheidende für den Dandy sei, sondern mir die äußere Einkleidung ftir eine bestimmte Wesensart; nicht der vornehme Rock mache den wahren Beau, sondern das imbefmterbare Rasslue- ment und die periönliche Eigenart, mit der das Kleid getragen wird, so daß es in eine innige Harmonie Mit dem Körper un« feinen Bewegungen tritt. Aber immerhin ist die moderne Kret- imng, wie sie sich seit dem Ende des 18. Jahrhunderts entwickel bat das Werkzeug des Elegants und verdwnt als solches die pörgsAtigste Beobackitmtg aller, die den Geist und öitm deck Doklettenschönheit ergründen wollen. Tie erste rlhnung einer Umwälzung der Herreuurode taucht in der Werthertracht auf, aber eigentlich ist der Anzug des modernen Herren doch ein Kind bet Revolution, der Temvkratisieruug der Gesellschaft. Die lange Hose, der Pantalan, ist der wichtigste Repräsentant dieses revo- Lltwniereuden Kleidergeistes. Tie lange Hose war zuerst in der englischen Marine üblich; sie reichte anfänglich nur.bis zur Made, entwickelte sich allmählich weiter und erringt ihren Sieg in Tentschland, als.Friedrich Wilhelm III. 1797 auf der Phrmonter Bruuneuprmnenade in langen, über die Stiefel fallenden Bein- Reibern erscheint Seitdem behauptet der Pantalmt, mag der Schnitt nun weit oder eng sein, das Feld, und die lange verpönte Kniehose hat sich ihre Existenzberechtigung erst wieder im Sport- anzug erworben, der aus Gründen der Zweckmäßigkeit das kurze: Beinkleid ton neuem forderte und mit dem steif höfischen Prunß! der Esoarpins nichts zu tun hat. Mit hem Pantalon tritt, als Ergänzung zum Frack, der breit- und langschößige Rock auf, der Ahne unseres glockenförmigen Gehrocks von heute. In diese dunkel getönte Tracht versucht« man lebhaftere Farbe,takzente durch bunte Westen mit leuchtenden Knöpfen zu bringen. Dach auch die Weste, die in der RokoLozeit sehr lang gewesen gvar und Mit ihrem angesetzten Taillenschoß und ihren Klappentascheu die Form innerer Modernsten Frackwesteu hätte, wird sehr kurz, hatte aber dafür am unteren Rande drei Absätze, die verschiedenartige! Farben, häufig Grün, Gelb und Perlmutter, zeigten. So etwa War bte Kleidung des Königs aller Taudys, des großen Brum- mel, beschaffen. Wie sich um! 1827 ein vollendeter Beau kleidete, davon geben die Londoner Schilderungen des Fürsten Pückle r-

wären UM bie Mitte der Tafelzeit benachrichtigte Man S bTe§ N fei, be" Markgrafen Gesundheit aus euwM mxa|en Glase zu trinken; man brachte mir ein derartiges, so gwß, daß ich mit dem Kopse hätte hinemlahren konnnr, und fo chwer, daü ick in Gefahr War, es fallen zu lassen. Aiaraitf trank der HofmarschaN meine Gesundheit; es warm meMg Personen an der Tafel, ich dachte, ich wurde mir vor lauter Veibeugmigeui die Hüften verrenken. Endlich ward mir die Zeit hierbei I« lang, daß ich aufstand und davonging. 1

Man hatte mir gesagt, ich Müßte beil folgenben Tag, weil M «in Sonntag sei, in Hof bleiben und die Bvedigt mit anhoren, so «ine Predigt hatte ich denn auch noch meMals gehört Test neifMime Herr begann damit, alle Heiraten herzuzahlen, die ton Adam 'bis Nooah stattgesunden hatten, er erließ, uns nicht der» aetütoten Umstand, so daß die Mämrer lachten und die Weibe« bis an die Nagelspitzeu erröteten. Tie Tafel gnch^er des vorher- aehenden Tages. Nachmittags langten alle benachbarten Damen bei mir an. Heiliger Gott, welche Damen! alle ebenso ^häßlich wie ihre Männer, alle mit Haaraufsätzen, tn denen die genistet hatten, bunt wie die Regenbogen, mit funfztgerlei Bän­dern aesckmückt kurz, sie waren aufgeputzt wie Jtarruinen. Einige davon waren am Hofe gewesen " das war etne wahre Komödie, zu sehen, welch ein Aniehen sie sich gaben. ^Die nnbern wollten ihnen nachahmM. Nein, nie sah ich so etwas Komisches! besonders die Art, wie sie uns Mit ehren Blicken musterten.

Ich brachte den ganzen Tag. in dieser Arche Nvah M und ging den svlgenden Morgen bis nach dem nur« fei Meilen von Hof gelegenen Gefves, wohin m-r der Markgraf entgegenkam. Er empfing mich in einem ettnden Wrrls- baus, wo ich die Nacht bleiben sollte, erzeigte, mir viel Hoftrch- keit und überhäufte mich sowohl wie feinen Lohn mit Freund- schaftsbezengungeii. Abends nach der Tafel führte er muh tn mein Schlafzimmer und unterhielt mich äWei. <3tnnbm 3- stehend, von Teleimach und der römischen Gesctnchte nach Amckot d'Houssaye. Ta mm der gute. Fürst incht sehr beredt war, glich feine Unterredung den Predigten, die man sich.Asm Ein­schlafen torleseu läßt. Mir ward übel, und hatte er nicht schnell Hmte gerufen, so wäre ich hingestürzt, und es währte drei stunden, ebe ich aus meiner Ohnmacht wieder zu mir selbst gebriacht werden konnte. Man ivollte mich noch den andern Tag m dieiey KHeren Herberge sesthalten, aber ich drang durchaus daraus, rmch yreuth, das nur drei Meilen davon entfernt ist, zu mhen. Ter Markgraf war schon wrans gegangen, ich reifte nach Tisch ab und kam abends nm sechs Uhr am 22. Januar tn Bayreutp an.