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Wilhelm III., betfyie'tt sich Mit den unter seinem Einftuß stehenden Fürsten neutral, indem er der dritten Koalition trotz guter Aussichten nicht beitrat. Oesterreich ging, nach- dem die Entscheidung des Krieges in Italien gefallet!, nur notgedrungen mit seinem siegreichen Gegner den Frieden von Campo Formio ein. Aber England tritt dazwischen, trotzdem Rußland seine Heere mißvergnügt zurückgezogen Watte. Weitere Verwicklungen folgten, durch die gewalttätige Politik Napoleoirs herbeigeführt, und der zu Amiens ge­schlossene Frieden hatte nur eine kurze Dauer. So kam es zuletzt dahin, daß Rußland die Hand zum Bunde von Steuern reichte und es entstand der Krieg der drei Kaiser- Mächte, der nach der durch Napoleon glorreich gewonnenen Schlacht von Austerlitz mit dem Frieden von Preßburg und dem Vertrag von Paris ein rasches Etlde nahm, ohne daß es aber auf russischer Seite damit ernst gemeint war.

Ter Anlaß zu dem Krieg, der uns hier beschäftigt, ergab sich ans der durch diesen Vertrag entstandenen Kon­stellation sowohl Frankreich als England gegenüber, da der Preußen durch Napoleon zugesprochene Besitz von Han­nover es mit England als Schutzmacht verfeinden muhte, sowie aus seiner dem gebieterischen Sieger gegenüber nun- mehr beobachteten Haltung. So kam es in überstürzter Eile auf feiten Preußens zur Mobilmachung und gebrach es demzufolge auch an der planvollen Verteilung der in beträchtlicher Zahl vorhandenen Streitkräfte. Die Truppen- Versmnmlnng fand zunächst an der Saale statt und zwar in der von dem den Oberbefehl führenden Herzog Wilhelm Ferdinand von Braunschweig in des Königs Beisein an­geordneten Weise. Eine zweite minder starke Armee unter dem Kommando des Fürsten Friedrich von Hohenlohe-Ingel­fingen umfaßte auch die kursächsischen Truppen und ope­rierte mit einer gewissen Selbständigkeit. Dabei wurde gleichwohl noch ein zahlreiches Truppenkorps in Marsch gegen den Thüringer- und Frankenwald gesetzt, also eine offensive Richtung geraden Wegs eingeschlagen .Napoleon ließ auf das erhaltene Ultimatum hin keine Drohung an Preußen ergehen, was eine friedliche Beilegung des Zwistes noch st mm er emigermaßen glaublich machte, umso mehr, als er bei seiner Bewunderung Friedrichs des Großen ja muh für dessen Armee eine gewisse Achtung fortzuhegen schien und jedenfalls noch keinen Beweis des Gegenteils an den Tag gelegt hatte. Davon, daß der Feind es sich beikommen lassen werde, statt seine Kräfte zusammen zu halten, sie zu zerstreuen und unnötiger Weise zu teilen, hatte der.große Schlachtenmeister, bevor er den Kriegs­schauplatz betreten hatte, allerdings keine Ahnung; er wußte nicht, daß er es zum größten Teil mit ungeübten Friedens- soldaten zu tun habe,die nur noch in mechanischer Fertig­keit die bereits durch die neuen Grundsätze überflügelten Anschauungen der Vergangenheit zu verlebendigen den trau­rigen Mut besaßen. Es waren auf das strategische Gebiet übertragene Schulmanöver, bei denen der Leitende bestimmt, wo und wann der Feind zurückgehen darf."

Wie anders der Aufmarsch Napoleons, der durch die niederstreckende Gewalt seines blitzartigen Erscheinens den unversehens gepackten Gegner in Verwirrung setzte! Ehe dieser es ahnte, stand er mitten unter seinem Heerhaufen. Die Versammlung der preußischen Hauptarmee wird durch dessen Rückschwenkung um ihre ganze Stoßkraft gebracht und ihre Deckung durch die Saale hat sich in eine Schlinge für sie verwandelt. Man war in die Stellung zwischen Jena und Weimar gedrängt worden und zu dieser voll­kommenen Blöße trat noch der Mangel an auch nur not­dürftiger Unterbringung und Verpflegung. Im Hanptgnar- tier Napoleons war alles vorhanden und auch die Ver­proviantierung nahm allerwärts ihren Fortgang. Daß die Besetzung des Lanografenbergs bei Jena zur Schlacht bei Jena und damit auch zur gänzlichen Niederlage bei Auerstedt führte, läßt sich ebenso gut und vielleicht besser noch als die Frucht strategischer Bewegungen, die mit einer auf das Mentzer sie entwickelten Marschfähigkeit verbunden waren, als durch beit überlegenen Gebrauch der Waffen im Nahkampf erklären und kann daher der vielfach fluchtartige Rückzug der geschlagenen Kolonnen als eine unausbleibliche Wir­kung des ganzen Napoleonischen Feldzugs-Planes betrachtet werden. Dadurch erscheint auch die Aufgabe der Elbe und dis zuletzt allgemein nach der Oder genommene Marsch­richtung als eine nur allzu erklärliche Folgeerscheinung der Zerrüttung des gesamten Heerkörpers. Davon nehmen wir die Preisgabe der einzelnen Festungen aus, doch dürfte

Friedrich Wilhelm III., der ja auch die widerstandsloss Räumung Berlins über sich ergehen lassen mußte, das Rechte damit getroffen haben, daß er die Kriegsgesetze bei jenen Verfehlungen nicht in ihrer vollen Strenge wirken ließ. Daß damals in der preußischen Mmee sich auchMänner in wahrer Heldengröße hervortaten, daß Scharnhorst, Blücher, Gneisenau und Bork, die künftigen Befreier Preu­ßens, bereits auf den Schauplatz der Taten getreten waren, wirkt auf einen nahen Umschwung hin und der bedeutsame Teilsieg, den das einzige gerettete Armekorps an der Seite der russischen Hilfsmacht unter General Estoc bei Eylau erfocht, konnte den Hoffenden den Ainbrnch einer besse­ren Zeit verbürgen.

von echten und falschen Banknoten.

In Frankreich ist soeben eine neue 100 Frs.-Banknote in Umlauf, gebracht worden, und dieses Ereignis dient den« Lectures pour Tons" zum Anlaß, die Lebensgeschichto einer Banknote zu erzählen und neben den alltäglichen Schicksalen eines ehrbaren echten Scheins auch die roman­tischen und spannenden Abenteuer gefälschter Noten zu entrollen. Das kleine Städtchen Bierey genießt die Ehre, das kostbarste Papier Frankreichs herzustellen. 100 Arbeiter verfertigen hier tagaus tagein in einer besonderen Fab.ik mit besonders für den Gebrauch der Bank von Frankreich gebauten Maschinen das Material für die 60 und 100 Frs.- Noten und mit der Hand für die 500- und 1000 Frs.-Noten. 13 Millionen solcher Papierscheine werden jährlich für die Bank von Frankreich angefertigt, denn die Lebensdauer einer Banknote ist nur kurz; nach zwei bis drei Jahren kehrt sie, die so schmuck und sauber die Fahrt in die Welt antrat, in höchst traurigem und schmutzigem Zustande in den Hafen zurück, von dem sie einst stolz ausgezogen. Einige dieser Papierfetzen, die ein ganz besonderes Sch cksal betroffen hat, werden in der Bank aufbewahrt; so z. B. ein Schein, den man in dein Magen einer Ziege sand. Fast alle Scheine aber werden zerstört und kehren zu dem Urzustand zurück, ans dem sie einst hervorgegangen; sie werden einem Siedeprvzeß unterworfen und nach 48 Stun­den sind diese Papiere, die noch vor kurzem Millionen, wert waren, nur eine Lumpenmasse. Die Druckerei beb Bank von Frankreich ist ebenso ununterbrochen beschäftigt tote bie Fabrik von Bierey. Dio 150 Mb eiter, bie hiev angestellt sind, bilden die Elite Iber Druckerzunft; denn Bank­notendrucker wird man nicht so ohne weiteres, der Beruf vererbt sich vom Vater auf den Sohn und zugleich auch die unbedingte Ehrlichkeit. Niemals hat ein Drucke« her Versuchung nachgegeben, einenbraunen Lappen" für seine Privatzwecke herzustellen. Außerdem herrscht biet größte Wachsamkeit und Aufsicht in dieser wundersamen Druckerei. Die Menge von Papier und Drilckfarbe, die der einzelne erhält, ist auf das genaueste abgewogen und fest­gesetzt. Das Gebiet der Fälscher liegt außerhalb der Mauern der Bankdruckerei, und es ist groß und bevölkert genug, uni immer wieder bie Bankbeamten und bie Polizei in Aufregung zu versetzen.

Seit' einem Jahrhundert, solange gibt es Ban koken, währt dieser erbitterte Kampf zwischen Fälschern und Be­hörden. Jeder Fortschritt der Herstellung, der dem Ver­brecher die gefährliche Nachahmung der Note erleichtert, zwingt die Bank, die Herstellung schwieriger und verwickelter zu gestalten. Um 1830 waren die Scheine nochidentisch" bedruckt, d. h. sie waren auf Vorder- und Rückseite voll­ständig gleich. 1848 erschien bie erste 100 Frs.-Note, bie schwarz ans grünen Grund gebrückt war. Mit der Erfindung der Photographie imtrbe die Nachahmung dieses schwarzen Drucks ein Kind erspiel, und die falschen 100 Frs.-Scheine ver­mehrten sich zusehends. Als die Fälschung immer mehr überhand nahm, machte die Bank von Frankreich die größten Anstrengungen, um dem vorzubeugen, und am 3. August 1863 wurden neue Scheine ausgegeben in einer blauen Fär­bung, die der Photographie widerstand. Doch 1888 über­zeugte der Umlauf einer beträchtlichen Anzahl von falschen 100 Frs.-Noten die Bank mit unliebsamer Sicherheit, daß den Fälschern die Photographie trotz der blauen Färbung gelungen war. Die Bank veranlaßte sofort bie Herstellung eines rosa Grundes ftir die Banknoten, bie der Maler Bau dry zeichnete. Doch der rosa Grund tote der blaue konnte der Geschicklichkeit der Fälscher nicht widerstehen. Reichhaltig sind die Mitteilungen, die der Vorsteher des Sekretariats der Bank von Fran kreisch, über diese Kämpfe mit den Fälschern