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I "Der gefoppte ®reitjbeamte. Ein holländische Grenzbeamter faß im deutschen Grenzort Horbach bei einem Glas und beachtete scharfen Auges die Passanten, in der Hoffnung, den
I emen oder anderen jenseilS der Grenze beim Schmuggeln ertappen zu können. Ein Paar Spaßvögel, die ibn erkannt hatten, füllten ! einen großen Sack mit Lumpen und versteckten ihn unter Stroh auf einem Leiterwagen, mit dem sie nach der Grenze fuhren. Eine Zeitlang lief der Grenzer, nach feiner Meinung unbemerkt hinterher. Aber bald konnte er es nicht mehr aushalten, denn die „Schmuggler" fuhren ivie besessen. Da begegnete ihm ein Nadler, den er mit vorgehaltenem Revolver zwang, sein Rad abzngeben. Darauf sauste er zur Grenze. 91 bet' nirgendwo vermochte er eine Spur der vermeintlichen Schmuggler zu entdecken! denn diese waren nämlich auf einem Seitenweg zur Herberge zurückgekehrt, wo derlllk weidlich begossen wurde. Für den holländischen Grenzer halte der Vorfall em übles Nachspiel. Als er kurz danach wieder nach Horbach kam, wurde er wegen Erpressung mit Waffengewalt an! deutschem Gebiet verhaftet. Nach 25 Stunden gab man ihm allerdings wieder vorläufig die Freiheit zurück, der Prozeß aber nimmt seinen gewöhnlichen Verlang.
. * Zeitgemäß. „Also, Brown hat sich in die Tochter deines Freundes verliebt? 'Tas war wohl Liebe auf den ersten Blick?" — „Nein, auf den zweiten: das erste Mal, als er sie sah, wußte er noch nichts von ihrem großen Vermögen."
* E i n e gute Geel e. Nachtwächter (als uachts beim Saitt>6aiict_ ein Feuer ausgeht): „Ich iverd' mit dem Alarmierest noch a bissel warten — der arme Teufel k a n u' s g e * brauche n!"
Auflösung in nächster Nummer i
Auflöfttng des^Rätsels in voriger Nuntmer: Sorge, Sarg.
beiden Eisendrahte, die die Wellen abgebeu, steckte man in die Erde. Mr. S har mail blieb -oben bei dem Apparat, während wir mit der Empfangsvorrichtung in die .Höhle hinabstiegen, Nachdem iuir etwa 200 Meter weit durch die nirterirdischen Gänge geschritten waren, ivurde bei dem trüben Licht der Oellaternen der zweite Apparat aufgestellt. Dann kam ein Signal und sofort begann Mr. Sharman von der Erdoberfläche aus zu uns herunter M sprechen. Wie Worte klangen klarer und lebhafter als im gewöhnlichen Fernsprecher: wir unterhielten uns eine ganze Weile lang miteinander, ohne daß die geringste Störung eintrat. Dann wurden, di e Apparate umgeschaltet und nun erfolgte durch die drahtlose Telegraphie auch der Austausch von kurze» Morse- nachrichteii." Die Erfindung Sharmans beruht auf der von ihm gefundenen Möglichkeit, die Erde in derselben Weise wie die Luft für die Uebermittlung der Schallwellen zu benutzen. Von dem Abgabeapparat gehen elektrische Stöße aus, die von dem Emp- failgsapparat ausgenommen und in Laute umgewandelt werden. Es wurden bann weitere Versuche vorgenommeu, die sich auf die Verwendbarkeit des Apparates im Wasser erstreckten. Die Ergebnisse waren noch günstiger. Künftig werden Kriegsschiffe 4'V-t- tausend Fuß entfernten unter der Meeresoberfläche liegenden ihtten'eebooten in steter Verbindung bleiben können. Dabei ist der Verbrauch an elektrischer Kraft außerordentlich gering. Die kleine Form nnd die Leichtigkeit der Maschine begünstigen die allgemeine Verwendungsfähigkeit.
- _ * ® a s Vaterland des K o lnmb u s. Die Behauptung, daß der Entdecker Amerikas ein geborener Genuese gewesen sei, ist Don der Wissenschaft schon ost in Frage gestellt worben, denn die Beweise für die italienische Abstammung des Kolumbus sind nur gering und die meisten von ihnen halten einer gründlichen! I Nachprüfung nicht stand. Mit dieser Frage beschäftigt sich eine umfangreiche Untersuchung, die der spanische Gelehrte Anton del Olmet in der „Espana moderna" veröffentlicht und in der er ein stattliches Beweis material dafür zufammeuträgt, daß Kolumbus ein geborener Spanier war. „Der italienische Kolumbus, der Gemieser Kolumbus, führt uns überall zu unüber-t windlichen Widersprüchen und zu den unerklärlichen Rätseln. Wenn wir dagegen die Spuren verfolgen, die dafür sprechen, daß Kolumbus in der spanischen Provinz Galizien das Licht der Welt erblickte, so ivird alles klar und logisch, alle Einzelheiten seines Lebens und seines Wesens erklären sich, alles, was in feineni Tagebüchern bisher dunkel blieb, wird verständlich, fa selbstverständlich, und man begreift auch, wie Kolumbus beim Anblick der Neuen Welt sich der Campagna von Cordoba und der Nach- I tigallen von Spanien erinnert." Die spanische Abstammung des Kolumbus wird auch von dem englischen Forscher Martin Hume I und von Eva Canel verteidigt. Für sie tritt auch der jüngste Biograph des Kolumbus, das Mitglied der Geographischen Gesell- schmst von Madrid, Garoia bet la Riega in seinem umfangreichen I Werke ein, in dem er an der Hand zahlreicher ueuentbetfter Nr-i künden nachzuweisen sucht, daß Christoph Kolumbus in Pontevedra tu Galizien geboren ist. Die dortigen Geburtsverzeichnisse führen den Namen Colon, das spanische Wort für Kolumbus, sehr oft RN. Verschiedene Schriftstücke beweisen auch, daß Kolumbus von I mütterlicher Seite von j ü bischer Abstammung war. Dieser I Umstand War ein Hauptgrund für Kolninbus, seine Herkunft zu I verschleiern, denn alles kam darauf an, dem Haß der Inquisition, I auszuweichen. Riega weift nach, daß sowohl fein Aeußeres wie I lauft) verfcyiedene auffällige Wendlingen seines Stils seine jü- I difche Abstammung beweisen. Dazu kommt, daß Kolumbus des I Italienischen kaum mächtig War, er sprach und schrieb nur1 I Spanisch ober Latein. In italienischer Sprache gibt es nur eine I Randbemerkung, die Kolumbus zugeschrieben wirb, aber eine Reihe f vvn Umständen weisen darauf hin, daß diese Bemerkung nickst von I der Hand des Entdeckers Amerikas stammt.
* lieber die Ameisen lauten die Urteile, die der Mensch I nach dem jeweiligen Standpunkte zu ihrer Tätigkeit einnimmt, ver- I schieden. Wie alle Geschöpke, haben auch sie im Naturhaushalle | bestimmte Arbeit zu verrichten, die ost menschlichen Zwecken ent- I gegeistteht, so daß sie an der Aussührnug derselben gehindert werden. I Zin System zahlen die Ameisen, im Gegensatz zu den Blumen-, zu I den Ranbmsekten, die andere Kerfe töten und dadurch dem Menschen- I haushalte nutzen. Weil die Mehrzahl der Insekten einzeln lebt, ist I es schwer, sie zu schützen, um so mehr sollte es deshalb bei den ge- I sellng lebenden insofern geschehen, als sie vor Störungen in ihrem I gemeinsamen Hauswesen bewahrt werden. Die Ameisen verzehren I zwar gern süße Pflanzensäfte, gehen auch zuckerhaltige Früchte an, I tun dies aber immer erst, wenn diese aufgesprungen oder bereits I von Wespen benagt sind. Vom Besteigen der Obslbämne sind sie I durch ©treuen von Salz oder Asche leicht abzuhalten. Pflanzen I japien |ie niemals, Blattläusen dagegen gierig Säfte ab, wodurch sie I diese rcgch toten. Auch Rauven bringen sie rasch um, woraus sich I bte Tatsache erklärt, daß bei Raupenfraß in Wäldern da, wo I -iliiicifenOaiifeii vorhanden sind, die Bäume um dieselben raupenrein I sind." Ans diesem Grunde untersagen die Forstbeamlen jede Störung I der Ameisenbaue, und dies ist auch die Ursache, daß-die Existenz I der rotbraunen Ameise im Walde gesetzlich geschützt ist. Um die I Raupen des Kohlweißlings an den Kohlfeldern zu vertilgen, bringt 1 man in manchen Gegenden Ameisenhaufen darauf. " •
öiichertisch.
—- 3) er Tempel in Brüssel. Auf der Weltausstellung Biüjsel befiilbeu sich sowohl in der künstlerischen Abteilung des Buchgewerbevereiils im Deutschen Haus, wie auch in der Abteilung der Buchgewerbekünstler die Deutschen Dichteraiisgaben des • Tempelverlags. Sie finden unausgesetzt hohe Anerkeniiung »uÄ Aufmerksamkeit und die Besucher widmen ihnen nur bewundernde! Worte. Daß der Ausbau der Tempelklassiker in ununterbrochener Weise stattfindet, davon überzeugen uns die eben erschienenen Fortsetzungen. In der Goethe-Ausgabe sind in drei neuen Bänden herausgekommen die Abteilungen: „Sturm und Drang", die „Jugenddramen", die „klassischen Dramen", „Die Leiden des jungen Werthers", und „Wilhelm Meisters Lehrjahre". Bon der Heine-Ausgabe ist der Band mit „Shakespeares Mädchen und Frauen, Pantomimen und Memoiren" neu herausgekommen. Die Kleist-Ausgabe liegt mit dem 5. Baud „Heinrich u. Kleists Leben, Werke und Briefe" von Dr. Arthur Eloesser vollständig vor uns. Dieser Band enthält in biographischer Folge unter Einflechtung der wichtigsten Briefe Kleists alle Erklärungen und Erläuterungen zu seinen Werken. Dem.bekannten Herausgeber ist es auf eins hervorragende Weise gelungen, alles philologische und kritische in die monographische Folge einzuschmelzen. Dieser Abschluß der Tempel-Kleist-Ausgabe findet fast gleichzeitig mit der Enthüllung des Kleist-Denkmals in Frankfurt a. ■£>. statt, auch die Kleist- Ausgabe des Tempelverlags ist ein künstlerisches GedächtniSmal für den Dichter,
MiigzprsNmaöe.
Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man. — wie der König auf dem Schachbrett — stets von einem Feld aus auf ein benachbartes Übergeht.
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Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießet


