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Fritz
Auflösung in nächster Nummech Auflösung des Rätsels in voriger Nummer St — Oppeln — Stoppeln.
t iauch zu uns kommt. Dieser Salat führt in Frankreich emen etwaK sonderlichen Namen, erinnernd an das, Mas kleinen Kindern/ mitunter zum Leidwesen der Mutter -ober Wärterin, in ihrem Bettchen begegnet. Wer ihn durchaus wissen will, findet ihn in den Katalogen der Handelsgärtner, von denen der Löwenzahn Als Salatpflanze kultiviert wird.
M a r n emünde, Jo ha n nes Troja u.
Vevnrischtes.
„De BotterblauM deip in de Blöder Mit ehrem Sünnenangesicht
Kikt na de Sünn — als Mull sei fragen: He, Schwester, segg, kann ick's Moll wagen, litt Irrig mi nahgradens Beter Weder?"
>,Kleine Sonnen" werden sonst auch die Löwenzahndlüten genannt und stehen zur Sonne in einer besonderen Beziehung. Sie haben, Mi« die Ringelblume, ein starkes Lichtbedürfnis, schließen sich am Abend und bei trübem Wetter, nm sich am Morgen dein Sonnnilicht wieder zu öffnen.
Löwenzahn ist ja eine sehr gewöhnliche Pflanze, die Noch Wil auf der ganzen nördlichen Halbkugel der Erde bis zur Schneegrenze hinauf ansässig und stark verbreitet ist, deshalb auch von vielen wenig beachtet wird. Aber gerade das, woran dse meisten achtlos vorbeigeheit, ist gar nicht selten besondere« Aufmerksamkeit wert. So wird auch, wer den Löwenzahn ge- rmuer in§ Auge faßt, bemerken, daß seine Blutenknospen und Blüten außerordentlich reizend gebildet sind. Bald aber, nachdem dte Blüte vorbei ist, begibt sich ein Wunder. Die an langen Sttelen, die ein Federkrönlein tragen, sitzenden Samenkorne« vrlden zusammen eine aus zartestem Stoff hergestellte Kugel, die wn den Kindern „Pustblume" genannt tvird. Wer alle diese Strahlen auf einmal abpiistet, der kann auf Glück rechnen, das thm vielleicht bald darauf in Gestalt eines Kuchens oder einer Anzahl von Schokoladenplätzchen zufällt.
^st die Pustblume von Kinderlippen oder durch den Wind ab- gebkasen, so schweben die Samenkörnchen wie an kleinen Fall- MEen hängeiid lN der Luft Wo es ihnen passend scheint, lassen sie los, fallen Nieder und siedeln sich btt. Aus diese Weife wird dte Pflanze stark verbreitet. Aber nicht nur zum Glücksspiel verwenden Kinder den Löwenzahn, sie verfertigen außerdem, wie mir aus meiner Kmderzrit wohl in der Erinnerung geblieben ist, Mls srium Hahlen Blurenstengesn niedliche Ketten. Deshalb wird ler auch „Kettenblumlein" genannt.
Löwenzahn ist, wie schon gesagt wurde, ein Heilkraut, das 'E nur bet Augenleiden, sondern auch bei einer großen Anzahl bnderer Krankheiten mit Erfolg anznwenden sein soll. Der be-
Doktor Tabernamontanus, der im sechzehnten Jahrhundert Krauterbuch mit, daß schon ein Stück Löwechi Menschen rnder Tieren um das Hals gehängt, vor Erlm Gchrechen bewahrt — vorausgesetzt, daß man daran glaubt.
der Löwenzahn auch ein Nutzkraut für die Haus- Blatterwerk dieser Pflanze gibt, zumal wenn es »der Zudecken gebleicht ist, einen Salat M der m Frankreich überaus beliebt ist und durch den Handel
... * ®i'te sonderbare Sucht. Vom psychvlogischeit Stand- punkt interessant ist em Mann, der von der Berliner Poe verhaftet Wurde. Er ist von der unbezwinglichen Leiden-, schäft befallen, die hellen Frauenkleider mit Säuren zu bespritzen oder zu beschmutzen, und alle seine Versuche, sich vonj dieser unheimlichen Krankheit zu befreien, stich bisher gescheitert. Zü dem sonderbaren Fall, der in der Geschichte der Kriminale Psychologie mcht allein dasteht, werden dein B. T. folgetide Einzel- Wtten. gemewet: „In der letzten Zeit wurden die Hellen Klridtzp zahlreicher y raiien auf der Straße von einem Unbekannten 6e> schmutzt, aber Nicht Mit Tinte ober scharfen Säuren wie ist früheren Fallen, sondern mit einer tveniger scharfen Flüssig-, kelt. Der Verdacht der Kriminalpolizei fiel sofort auf einest Mann, der ihr schon lange bekannt ist. Es ist ein wiederholt be-. ftrafter Handwerker, em sehr nüchterner, ordentlicher tmb fleißiges Maiin, der stets Arbeit hat uiid allem Anschein nach unter einem unwidersteylichen Drange handelt. Nach einem ärztlichen Guh- achten ist der Mann sonst ganz normal, nur unter gewissen Umstanden laßt er sich von seiner, krankhasteil Neigung beherrschen, Nss er zum letzten Male vor Gericht stand, iuitrbe er nicht mehr mit Gefängnis, sondern nur wegen groben Unfugs mit 30 Mark bestraft. Er versprach alles zu tun, um von seiner Neigung geheilt zu werden, und ließ sich vorsichtshalber immer von sein eit Frau nach der Arbeitsstelle und von dort nach Hause begleiten, Solange das möglich mar, geschah nichts, und schon glatckte er, 25.B er. beheilt ser. In den letzten Tagen tvar seine Frau in ihrer Häuslichkeit so m Anspruch genommen, daß ihr die tägliche Be- gleituiig ihres Mannes nicht mehr tnöglich war. Infolgedessen war der Kranke doppelt vorsichtig. Alle Flüssigkeiten, die ihm jit, Hause oder an der Arbeitsstelle zur Verfügung standen, stellte ex, sobald er die Straße Betreten mußte, sorgfältig aus der Hand.
Wohin man auch draußen im Frühlinge blickt. Auf Angetj irnd Wiese, auf dem Feldrain, auf offenen Waldplätzen, aM Wegesranb, wo nur ein grüner Fleck ist, überall blüht beti Löwenzahn, der bei bett Botanikern Leontodon Taraxacum ober Taraxacum officinale heißt. Leontodon ist das griechische Wort für Loiveuzahn, Taraxaenm soll atis dem griechischen Taraxis geBilbet fein, der Bezeichnung eines Augenleideiis, gegen das tm Mittelalter von arabischen A.erzten der Milchsaft des Lötoen- zahns als Heilmittel angewendet wurde. Leontodon Tararaeum, das muß man sagen, klingt nicht übel; es liegt betritt, wenn es gehörig betont ivird, etwas von Musik, im besonderen von Militär- Mlstk. >
Löwenzahn heißt die Pflanze nach der Form der Blätter, die Mackt sind, mit etwas , nach unten gerichteten Spitzen. Dabei läßt stch ja an Löwenzähne denken, übrigens ist der technische Ausdruck dafür „schrotsägenförmig". Im Englischen wird die Pflanze „dandelton" (sprich: „Dendeleien") genannt. So hörte rch ste tn Kanada, wo ich um die Blütezeit des Löwenzahns lvar, von Engländern nennen, die sehr verwundert waren, als ich ihnen sagte, es liege dem das französische „deut de liou" zu- grunde. Es sind aber viel englische Pflanzennamen aus dem Fran- Sostschen übernommeir. In Deutschlaitd gibt es fast unzählig viele Namen für den Löwenzahn. In meiner westpreußischen Heimat hetßt er Butterblume nach seiner Blütenfarbe, so auch m Pommern und Mecklenburg plattdeutsch Botterblaum. ~ ’ Reuter sagt von ihm: f
Bucherttsch.
.. , ” ewe is, daß Luther nie existiert hat". Unter vresem überraschenden Titel ist im Verlag von H. Bauer in Marburg soeben eine hübsche Satire erschienen. An detst Beispiel Luthers wird gezeigt, wie man tmch Analogie der Drews- schen Methode schließlich die Existenz jedes großen Mannes zu leugnen vermag. Dte dargebotene Satire ist nicht neu. Sie stammt aus dem Jahre 1837 und wurde durch eine geistvolle «werz- und Spottrede am Luthertage von dem Berlmer Professor von der Hagen gehalten. Nachdem jüngst die Rede in der Heidel- berger Universitäts-Bibliothek wieder ausgegraben und zunächst m der Christlichen Welt veröffentlicht war, wird sie hiermit ueit zum Druck gebracht, ■
vttderraW.
er, sobald er bte Straße betreten mußte, sorgfältig aus der Hand. Trotz aller Muhen gelang es ihm nicht, einen Rückfall zu verhüten. Zu seinem Nilglück „priemte" er. Wenn ihn seine Krankheit befiel, sobald er Mädchen ober Frauen in hellen, besonders m weißen Kleidern sah, so sammelte er den Speichel mit deut saft des, Kautabaks im Munde und spritzte ihn auf die Kleider, Sim er eines Tages keinen Priem hatte, lief er an einen Wagen heran, entnahm nut dem Finger der Axe etwas Schmiere und beschmutzte bannt das Kleid einer Dame. Bor der Kriminalpolizei, die durch Beobachtungen zwei Fälle festgestellt hatte, legte er mn Geständnis ab und wurde dann wieder entlassen^ Der Unglückliche laßt, sich letzt wieder von seiner Frau zur Ar- belt begleiten. Er ist schon wiederholt in Anstalten gewesen, aber alle Heilversuche sind bisher erfolglos geblieben. Nach beut' Gutachten der Irrenärzte ist er nicht geisteskrank,"
„Bh — oab — so 'n Schwindel!" stöhnte Neger Slim, tlnd eudlijch nahm Miß Georgina mit einem' geschickten Griff chr Gebiß a»s dem Mund — — — Neger Slim sprang vier Fuß hock) kerzengerade in die Luft in fürchterlichem Entsetzen. Noch einmal sah er hin — good Lord! — da lagen die blanken Zähne ....
Das lvar schwarze Magik!
„. Neger Slim rannte, als hetzten ihn alle Mächte der Finsternis. Mitten in seiner Angst und mitten im Laufen Beschloß er, Melu- una ordentlich seine Meinung zu sagen. Kann eine Frau »licht totf ihren Mann aufpassen, heh? Darf eine Frau ihren Mann im Gedränge verlieren, heh? Und ihn verzaubern lassen? Von weißen Zauberinnen, die sich ganz auseinandernehmen können! Heb?
Und Neger Slim rannte, rannte, rannte $ , , ,
Der Löwenzahn.
Redaktion: K. Neurath. - RotationSdruS und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch'"und Steindruckerei,Hange, Gieße»


