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Hin wie die wilde Jagd geht's über die Uecker quer toeq. Einer, der leinen Braten int Bauch hat, nicht mal ein Stück Kochfleisch, der kann schon rennen. Ja, die Kaldaunenschlucker, die Fleischfresser, die sich vollmästen an andrer Leute Fett, die können nicht nachsetzen! Her, dao wäre ein Spaß, denen die Fenster einzuschmetßen — warum
hatten die denn satt?!
Weit dort drüben, hinter Pociecha-Dorf noch weit, lag die Mlaßkapelle; wenn der Gendarm dort lange genug gelauert haben würde, keine Laus mehr zum Ablaß kam, dann würde er in den Krug zum Eiweih stolpern und hinterm Schnauzbart brummen: „Getanzt wird nicht zur . ist?," )
Fastenzeit! Wo sind die Spektakler?!" Schlagt ihn tot, den Juden," brüllte Fürmaniak, den
Such sie, such sie doch! Sie send mchtim Krug sie ö en Kinte
sind nicht im Dorf, sie sind, wo du nuht bist! Ste stnd Zie hielten ihm den Mund zu: „Pst, nicht so laut!"
lustigt 1 Aber recht hatte der Fürmaniak, ja ja!
„Es lebe Polen!" „Laßt uns dem Juden tun, wie er Jesu Christo getan
Mit lautem Zuruf feuerten sie sich an. Um sich in der "$ ,, ( her, aber die Gotteswunden bluten
tiefen Dunkelheit nicht zu verlieren, hatten sie sich an den ?av ‘ A Jg . m « Karwoche!"
Händen gefaßt; Mann bei Mann, so bildeten sie eine feste l-ncy, n n xs!" Sie bekreuzten sich alle: „Jesus Christus
Kette. Mitunter strauchelte einer, fiel hin, tat sich weh, " . d unt deiner heiligen Wunden willen!"
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ihm fast den Fuß ab. Verflucht, war man etwa schon rhre Adern getrieben.
qar in den Gärten der Miasteczkoer?! Also so verwahrten Der Jude, der gottverfluchte Jude! War's nicht eins die sich? Welch eine Gemeinheit! Ein Bubenstück! war's, I Schweinerei, daß ein Jude Fleisch verkaufen durfte?! Wer letzt, wo's in den Gärten noch keine Pflaume, keine Gurke, j konnte sagen, ob es auch wirklich Fleisch vom geschlachteten gar nichts.zu holen gab, Tellereisen zu legen! I Tier war, was er verkaufte? Pfui, tote das auf einmal
Mit Mühe befreiten die andern den Genossen. I hier stank!
Jetzt kam der Mond hinterm Gewölk hervorspaziert; I Sie toben witternd die stumpfen Nasen. Ein Dunst aber nur wie ein Schläfriger schob er mit zwei Fingern' I toar plötzlich gekommen. Widerlich brenzlich und ekelhaft! ein wenig den Vorhang der Wolken beiseite und lugte I ein Geruch von der Abdeckerei her, die nicht fern hinter! mal dahinter hervor. Jetzt wärd's schon wieder dunkel. I Löb Scheftels Haus am Rande des anstoßenden Feldes lag. Mer sie hatten doch genug gesehen, nun wußten sie ge- I Hier hatte der Schinder gestern einen alten Gaul abgeledert nau, Ivo sie zu gehen hatten. Da, weiter vorwärts, lag I un^ dessen Fell auf Stangen zum Trocknen ausgcspannt; der See von Miasteezko. Wenn man den Finger naß I min stöberte der Nachtwind darin und trieb, als er sich jetzt machte und dann emporhielt, fühlte man, woher der See- I stärker aufmachte, den Gestank bis auf den Marktplatz wind kam; und neigte man das Ohr nach derselben Rich- | hinein. 1
tung, so hörte inan in der Stille des schlafenden Städtchens das stinkt, wie das stinkt," flüsterte Jezierski!
die Wellen leise glucksen am landigen Uferzipfel. I schaudernd. „Gott soll mich strafen, wenn das nicht Kinder-
Hier führte der Weg! Einer ging hinter dem andern, {ft was da aeräuschert wird!"
leise traten sie auf wie Diebe. 1 ' ' ,z 13 ' . ~ t ...
Unter den Füßen fühlten sie jetzt Pflaster; ein Brunnen i tFortsetzung solgt.)
rauschte — das war der Brunnen des heiligen Nepomuk I -------— -
mitten auf dem viereckigen Markt, den die Häuser von |
Erst toblustig, dann voller Zärtlichkeit, jetzt wieder i Miasteezko umstehen. Nur wie dunkle 'Klumpen zeigten KM W>*«
tiws-sä «tosss.e:s:= s.tas Jezierski und zog sich den Gurt fester um die herunter-- schMmßen.^e Lichtlein war plötzlich!, auf-
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Und Fürmaniak mit 'dem gequetschten Fuß hetzte . „So wird dein Weib nicht backen können, natürlich nicht! Und meines auch nicht, denn ich werde zum Doktor müssen daß er mir heilt den Fuß. So werde ich gar kein Geld übrig haben, Fleisch zu kaufen!"
Der Haufen murrte: kein Fleisch zu Ostern, nachdem! man so lange gefastet hatte?! Das wäre! Nein, Fleisch mußte man haben! , . .
„Es ist so teuer," seufzte Jezierski, „meine Kinder werden bald nicht mehr wissen, wie Fleisch schmeckt Wie können neun Kinder Fleisch essen, wenn der Jude so


