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gekiruMr. Mer wir fhfbett hi diesen poetischen' Bekenntnissen! die liebenswertesten Inge seines grundtüchtigen und mannhaften Sems beisammen und in einigen geiWiche» Liedern, vor allem aber in seinen patriotischen Gesängen hat er „Gelegenheirsi- acbkbte" von unvergänglicher Wirkung und Kraft geschaffen. Auch sie entstanden alle ans dem großen momentanem Erlebnis heraus krnd sind die schönsten Wüten unserer vaterländischen Dichtung f vrden. Befreit von den Spuren Kst>pstvck’scher und Schiller'-
r Lyrik, die in seinen frühesten Gedchtem sich zeigten, klingens hell und voll int Don des Volkslieds, in Frage imt> Anttvort, imrnterm Zuruf und feierlicher Anrede. Twmpetengeschmetter ttnb Rossegestampf, Trommelschlag und Kanrpfgeschrei locken und mich jubeln ans den triumphierenden Rhythmen, Sicgcsgeschrei tönt darein lmd leise betet hie Trauer nm die Gefallenen mit. Jena altgermantsche Verschmelzung von Demut und stolzem Hohn, von Frömmigkeit und blutiger Rachegier, voll Kriegslust, wildem Haß und tiefem Tankgefühl für Sieg und Frieden lebt in Arndts herrlichen Hymnen und Batladen. Sv werden wir mich den Dichter Arndt nie vergessen. Fest eingeprägt in das deutsche Bolksbewnßtscin ist ja aber seine ganze rührende Gestalt, um die VerKemmng und Verfolgung in den Jahren der Restauration »roch die Verklärung des Märtyrers legten. Auftichtigste Liebe «nd Verehrung geleiteten den mehr als Neunzigjährigen zu Grabe und leben nach einem halben Jahrhundert noch mit gleicher Kraft fort im Herzen des deutschen Volkes. Tr. P. L.
Vermiete».
* Alt-Paris unter Wasser. Ein fesselnder historischer Rückblick, der im „Gaulois" veröffentlicht wird, zeigt an interessanten Beispielen, daß die neue Ueberschwemmungskatastrvphe irr Paris im vergangenen Jahrhundert ihre zahlreichen Vorläufer hatte, und daß die Seine keines>vegs jener friedliche Fluß tft, als den sie der Fremde kennen lernt, der an einem sonnigen Frühlingsmorgen die Quais entlang schlendert. Bor mehr als vier Jahrhunderten wurden zahllose Menschenleben ein Opfer des Flusses; am 7. Januar 1469 trat die Seine über ihre Ufer und ihre Wasser drangen vor bis zum Place Maubert und Marais. Bis zum 12. stieg die Ueberschwemmung immer mehr: die geängstigten Bürger trugen damals in feierlicher Prozession den Reliquienschrein der heiligen Genoveva zum Flußufer, um den Zorn des Elements zu beschwören. Hart bedroht war die Rotte Dame-Brücke. Ein Jahr später kam eine neue Ueberschivem- mung und diesmal wurde die Ärücke von den Wassern schwer erschüttert. Aber die Schöffen, die die Brücke untersuchen lassen, verfügeir keinerlei Wiederherstellungsarbeiten: als am 25. Oktober 1494 unter einem furchtbaren Sturme plötzlich wieder Hochwasser eintritt, wird die Brücke von den Fluten völlig zerstört und mit ihr sinken die 65 Häuser, die sie bekrönten, in die Fluten der Seine. 500 Menschen wurden dabei verschüttet und starben in den Wellen. Die Empörung im Volke, im Parlamente und am Hofe war so groß, daß man den Vorsteher der Kaus^ Mannschaft und alle Schöffen des verflossenen Jahres, den Staatsanwalt, den Amtsschreiber und zwei Steuereinnehmer auf der Stelle verhaftete. Der Vorsteher der Kaufmannschaft und die Schöffen des Jahres, in dem die nötigen Ausbesserungen verabsäumt worden waren, wurden zu hohen Geldstrafen und zur Erfüllung aller Schadenersatzansprüche aller Betroffenen verurteilt. Sie besaßen nicht genug, um das zu bezahlen, und schmachteten daher bis an ihr Lebensende im Kerker. Die Notre Dame-Brücke wurde von 1500—1512 daun wieder neu aufgeführt; dabei er- höhte man den Boden am Ufer, so daß die 13 Stufen der Notre Dame-Kirche verschwanden, alle Läden zu Kellerräumen und die erstell Etagen zum Straßengeschoß wurden. Um 1547 riß ein Hochwasier zahllose Schiffe mit sich fort und die St Michcl- Briicke stürzte ein: mit 17 Häusern, die auf ihr standen. Der höchste Wasierstand in der Geschichte von Paris wurde am 4. Juli 1615 erreicht; bei dieser Ueberschwemmung zeigte der Wassermesser am Pont-Royal 9,82 Meter. Im Januar des folgenden Jahres fror die Seine bis zu mehreren Metern tief; plötzliches Tauwetter löste dann die Eismassen, unzählige Fahrzeuge wurden zerstört und unter dem Drucke der Eisflut stürzte der Pont-Michel von neuem mit mehreren Häusern ein. Der Rest der Brücke wird ge- rmimt und fällt im Juli der Hochflut endgültig znm Opfer. Tre Börjen-Brücke wurde so erschüttert, daß viele Häuser einstürzten, wöbet große Schätze aus den Goldläden und den Wechslergesckxisten verloren gingen. Im Faubourg Saint-Marcel stürzen zwei Häuser ein und begraben 9 Menschen unter ihren Trümmern. ’ Aber immer wieder fordert die Seine neue Opfer. 1641 reißen die Fu/ten die Marienbrücke mit, 1658 komint eine neue, furchtbare Ueberschwemmung, 1697 eine dritte, und 1740 erreicht die Seine am Pont-Royal wieder 9,82 Meter. Auch mit dem 19. Jahrhundert endigt nicht die Schreckenschronik: 1802, 1807, 1836, 1876 und schließlich 1880 suchen neue Hochwasserkatastrophen die Bürger von Paris heim,
K.-K. Ueber Katze «Mutterliebe berichtet Bertling- Danzig >m Kosmoshandweiser dir Naturfreunde: In der Tierwelt pflegt wohl allgemein die Liebe zwischen Mutter und Kind nicht
viel länger vorzuhalten, als die Aufzucht und RahrungSgewährun- au das Junge eine ständige Verbindung nötig macht. Ist der junge Hund, die Katze oder das füllen erst selbst fähig, seiner Nahrung uachzugeheu und einige Zell von der Blutter fevit gehalten, jo scheint das Junge sie kaum noch zll keilneil, lvenigslenS nrachetl sich die Bairde des Bluts äußerlich l'anin noch beulerkbar. — Bei Tieren, tute bei Katzen, bei denen die Wurfsolge in reialtv kurzer Zett geschieht, inachk sich die Eiltiremdttug icboit tu sehr kurzer Zelt betnerkbar. Die Katzeumutter, die neue Nachkomineu- schast unter deut Herzen trägt, vernachlässigt den alten Wurf, auch wenn er gar nicht voir ihr getrennt tumbe, offensichtlich, so gern auch die etwa 3 Monate alten Katzen mit ihr spieletl möchten. — Tierpsychologisch ist es nun n vertäut, daß unter Umständen, ö. h, in einer gewissen Notlage, te Nutterliede wieder erwacht. Eut iuteveffantev Fall dieser An, oer zugleich kür die Beobachter viel Scherzhaftes bot, ereignete sich unlängst in einem EigenhäuSchen in Lang'uhr bet Danzig: Eine Katze, die sich Blutter tüt,Ile, uec» nacbtäifigte gar arg ihren spielfreudigen, kleinen Sohn, so sehr er sich auch um ihre Gunst bemühte. Gutes Tages erfreute die Katzenmutter die Welt mit fünf Jungen. Ter Katzensegen war dem Herrn des Hauses ein bißchen zu viel, imö er sprach das Todesurteil über den ganzen Wurf. In einem vetschlossenen Ei er mit Wasser hauchten die blinden Dingelchen ihr Leben aus. Natürlich stellte sich die Katzeniuutler sehr desparat über diesen Eingriff in ihre Familienrechte an. Sie ituag es nicht glauben, daß man sie so brutalisiert, und sucht nach den Jitugeii. Atif ihren Irrwegen begegnet sie ihrem alten Sprötzling. Atif diesen ftrömt jeqt ihre ganze Liebe über, ihm will sie die Nahrung barbietcn, die ihr Leib für die Jungen bereuet hat. Der junge Kater zeigt dafür zunächst wenig Verständnis, er will mit der Mutter spielen. Aber das ändert sich. Es dauert nicht lange, so liegt der junge Kaler- john am Busen der Katzentnama und schlürft mit wonnigem Behagen die süße Milch. 'ES ist possierlich anzuschauen, tute dieser schon ziemlich ansgetuaclpene Kater sich in den Zunand einer Jugendtage zurückgefunden hat. Ter Kater liegt möglichst oft att der Mutterbrust, tm übrigen spielen Mutter und Sohn auf das harmloseste miteinander.
* Zusicherung. Bauer (zu seinem studterendeit SohnZt „Woaßt, Girgl, i' kann's fast nimmer machen; aber, der Blitz, wenn ei'schlogt, nachher leidt's no' a paar Semester."
* Ter verzweifelte Familienvater. „Nu geht schon feit acht Jahren unsere Auguste als „Briefmarke" auf den Maskenball; wenn sie doch nu endlich 'ma( kleben bliebe!"
* Raffiniert. „Du hast deinen Sohn unter Kuratel stellen lassen... hat der so viel verschwendet?" — „Tas nicht — aber ich hab jetzt dadurch wieder Kredit."
Der Boijemahster.1
„Folrft 1 Trink noch ahn, kannst rattig noch bteiive,* „Nafm, Braurer, niet) muß Ham en fchrettoe.
Otm's Kreisaml muß aich noch berichte, Atch bim, tuaiti Gott, schnitt bohl e Fichte. ’ De Kreisroot eas e sihr genauer, Dons Tmgk muß fo(r)t im füuroe Auer. Da muß atch d i)r etzt gleich ebiuuer, Nol — Schenk ahn ennl — Gmittgf (ßattve8 drinner, — — Sche(a>ck aich ohus Kreisamt so c Schreiwes, So hott doas sealte gleich e Bleiives, E afn etajs e klahu Berichtche nur, Aich kreste's ailemohl redur.
Tons Hoti de Ambtmami eugesihrt, Eta n fei’ (eracht fiel) fundiert: Meinst em e Bletstist ruht en bloh, To streicht er nur die Punkte ob’. Des Blobe kann nonebt1 rau big so bleiwe. Des Rühre muß aich anners schreiwe:"’ Dr. S.
* Bürgermeister. 8 Ausdruck für angetrunken sein. 6 Guter, gemeint ist guter Schnaps. * nachher.
Logogriph.
Ein arger Quäler bin ich An heißen Somiuertagen, Doch änderst du meinen Kopf, So speisest du mich mit Behagen.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Geographischen Verschieörätsels in Voriger 9tr.l Bethel Hebron
Nazareth
Jericho
Oelberg Jerusalem Sichern Cäsaren 'Kapernaum
Redaktion: K. Neurath. — Rotatiotisdruck und Verlag der Brühl'schen Unwerstiäts-Buch. und Stemdruckeret, R. Lange. Gieße«.


